Ihre Suche: Ergebnis

Marktschwankungen von Währungen und Zinsen stellen signifikante Ergebnis- und Cash-Flow-Risiken für Merck dar. Merck aggregiert diese konzernweiten Risiken und steuert sie zentral, unter anderem durch Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten. Zur Abschätzung von bestehenden Risiken aus Währungs- und Zinsschwankungen verwendet Merck Szenarioanalysen. Merck ist keiner wesentlichen Risikokonzentration aus Finanztransaktionen ausgesetzt. Weitere Informationen zum Management von Finanzrisiken enthält der Risikobericht im Konzernlagebericht.

Fremdwährungsrisiken

Aufgrund der internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten währungsbedingten Transaktionsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder zu eliminieren, werden unterschiedliche Strategien angewendet. Währungsrisiken aus bereits bilanzwirksamen Transaktionen werden so weit wie möglich durch den Einsatz von Devisentermingeschäften eliminiert. Währungsrisiken aus geplanten Transaktionen werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls durch Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen unter Anwendung der Vorschriften zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen reduziert.

In der folgenden Tabelle sind das Nettowährungsrisiko aus geplanten und bereits bilanzwirksamen Transaktionen im Jahr 2013 in den wichtigsten Währungen und die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen zum Euro dargestellt:

XLS

 

 

 

 

 

in Mio €
31.12.2013

CHF

JPY

TWD

USD

1

Fremdwährungspositionen beinhalten bilanzwirksame und geplante Transaktionen. Nur die Kurseffekte auf bilanzwirksame Transaktionen stellen sich im Ergebnis beziehungsweise Eigenkapital dar.

2

Eine 10%ige Abwertung des Euro hätte einen gegenläufigen Effekt in gleicher Höhe zur Folge.

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–474,3

184,4

26,4

1.556,1

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2014

–233,4

236,2

239,9

1.220,5

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–707,7

420,6

266,3

2.776,6

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

366,5

–258,1

–88,4

–2.199,7

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–341,2

162,5

177,9

576,9

Veränderung der Fremdwährungsposition1 durch eine 10%ige Aufwertung des Euro2

34,1

–16,3

–17,8

–57,7

davon im Ergebnis

10,8

–5,4

–0,9

11,4

davon im Eigenkapital

12,8

7,1

53,0

Weitere wesentliche Währungsrisiken bestanden darüber hinaus aus bilanzwirksamen Transaktionen in den Währungen Hongkong-Dollar und Venezolanischer Bolivar, bedingt durch Wechselkursschwankungen zum US-Dollar. Die Veränderungen der Fremdwährungsposition durch eine 10%ige Aufwertung des US-Dollars würden hier für die Position in Venezolanischen Bolivar bei 9,4 Mio € (Vorjahr: 4,1 Mio €) und für die Position in Hongkong-Dollar bei –2,2 Mio € (Vorjahr: –0,9 Mio €) liegen und vollständig im Ergebnis abgebildet werden. Des Weiteren bestanden Derivate zur Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2014 hinaus. Die Veränderung des Eigenkapitals würde bei einer 10%igen Aufwertung des Euro gegenüber dem Japanischen Yen 11,6 Mio €, gegenüber dem Taiwan-Dollar 2,1 Mio € und gegenüber dem US-Dollar 40,7 Mio € betragen. Aufgrund der Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2013 hinaus hätte die Veränderung im Eigenkapital im Vorjahr aufgrund einer 10%igen Aufwertung des Euro gegenüber dem Japanischen Yen 14,5 Mio €, gegenüber dem Taiwan-Dollar 9,8 Mio € und gegenüber dem US-Dollar 65,4 Mio € betragen.

Die entsprechenden Vorjahreswerte für das Nettofremdwährungsrisiko aus geplanten und bereits bilanzwirksamen Transaktionen stellten sich wie folgt dar:

XLS

 

 

 

 

 

in Mio €
31.12.2012

CHF

JPY

TWD

USD

1

Fremdwährungspositionen beinhalten bilanzwirksame und geplante Transaktionen. Nur die Kurseffekte auf bilanzwirksame Transaktionen stellen sich im Ergebnis beziehungsweise Eigenkapital dar.

2

Eine 10%ige Abwertung des Euro hätte einen gegenläufigen Effekt in gleicher Höhe zur Folge.

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–107,8

125,4

28,4

2.082,1

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2013

–375,1

304,3

235,7

1.410,1

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–482,9

429,7

264,1

3.492,2

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

177,4

–216,0

–163,8

–2.855,5

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–305,5

213,7

100,3

636,7

Veränderung der Fremdwährungsposition1 durch eine 10%ige Aufwertung des Euro2

30,6

–21,4

–10,0

–63,7

davon im Ergebnis

–7,0

–1,4

6,2

davon im Eigenkapital

10,5

13,6

71,2

Neben den zuvor beschriebenen Transaktionsrisiken unterliegt die Merck-Gruppe auch Translationsrisiken, da viele Merck-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums agieren. Die Abschlüsse dieser Gesellschaften werden in Euro überführt. Durch Währungskursschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital abgebildet.

Zinsrisiken

Zinsrisiken bestanden im Wesentlichen im Zusammenhang mit Geldanlagen in Höhe von 3.469,1 Mio € (Vorjahr: 2.624,7 Mio €) sowie in geringem Umfang mit Finanzschulden in Höhe von 3.697,9 Mio € (Vorjahr: 4.453,5 Mio €). Ziel ist, das Zinsergebnis zu optimieren und die Zinsrisiken zu minimieren. Gegebenenfalls werden durch Einsatz derivativer Finanzinstrumente variable Zinszahlungen in Festzinszahlungen gewandelt.

Eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +100 oder –100 Basispunkte hätte bezogen auf die Nettozinsschulden zum Stichtag aufgrund des großen Anteils an festverzinslichen Finanzinstrumenten keinen wesentlichen Effekt. Unter der Annahme einer Refinanzierung sowie einer Wiederanlage in gleicher Höhe der in 2014 auslaufenden Geschäfte hätte eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +100 Basispunkte einen Ertrag von 15,6 Mio € (Vorjahr: 12,5 Mio €) zur Folge, eine entsprechende parallele Bewegung der Zinskurve um –100 Basispunkte würde zu einem Aufwand von 8,6 Mio € (Vorjahr: 9,6 Mio €) führen. Dies entspräche einer Veränderung des Zinsertrags von 18,0 Mio € (Vorjahr: 14,1 Mio €) beziehungsweise –9,5 Mio € (Vorjahr: –11,2 Mio €) auf finanzielle Vermögenswerte und einem zusätzlichen Zinsaufwand von 2,4 Mio € (Vorjahr: 1,6 Mio €) beziehungsweise einem verringerten Zinsaufwand von 0,9 Mio € (Vorjahr: 1,6 Mio €) auf Finanzschulden. Die resultierende Marktwertveränderung von zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Vermögenswerten und derivativen Finanzinstrumenten zum Stichtag würden das Eigenkapital ergebnisneutral um 33,4 Mio € erhöhen (Vorjahr: um 31,6 Mio € erhöhen) beziehungsweise um 38,9 Mio € verringern (Vorjahr: um 41,5 Mio € verringern). Bei den hier durchgeführten Simulationsrechnungen wurde davon ausgegangen, dass der Zinssatz nicht unter 0 % sinken kann.

Aktienkursrisiken

Die an börsennotierten Unternehmen gehaltenen Aktien in Höhe von 5,0 Mio € (Vorjahr: 6,9 Mio €) unterliegen grundsätzlich einem Marktwertrisiko. Eine Veränderung des allgemeinen Aktienmarktniveaus um 10 % hätte damit eine Auswirkung von 0,5 Mio € (Vorjahr: 0,7 Mio €) im Eigenkapital zur Folge. Diese Wertveränderungen würden zum Zeitpunkt der Veräußerung ergebniswirksam.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko, das heißt das Risiko, dass Merck seinen Zahlungsverpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann, wird sowohl durch die Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. So standen Merck neben liquiden Mitteln in Höhe von 3.391,3 Mio € (Vorjahr: 2.527,6 Mio €) eine Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € mit einer Laufzeit bis 2018 und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr sowie bilaterale Kreditzusagen und diverse Banklinien in Höhe von 267,2 Mio € (Vorjahr: 338,2 Mio €) zur Verfügung. Es lagen keine Anzeichen vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt waren. Des Weiteren bestanden ein „Commercial Paper Program“ über 2 Mrd € und ein „Debt Issuance Program“, dessen Volumen in 2013 auf 15 Mrd € erhöht wurde. Informationen zu den durch die Merck-Gruppe begebenen Anleihen sind der Anmerkung [44] zu entnehmen.

Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet. Für die Finanzschulden der Merck-Gruppe sind keine Pfandrechte oder ähnliche Sicherheiten hinterlegt. In den Kreditverträgen wurden keine Financial Covenants vereinbart.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.364,1 Mio € (Vorjahr: 1.288,3 Mio €) hatten eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei den Verbindlichkeiten aus operativen Derivaten in Höhe von 2,1 Mio € (Vorjahr: 15,0 Mio €) waren 1,5 Mio € (Vorjahr: 12,2 Mio €) kurzfristig. Von den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 581,1 Mio € (Vorjahr: 522,9 Mio €) waren 578,9 Mio € (Vorjahr: 520,1 Mio €) innerhalb eines Jahres fällig.

In den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten mit negativem Marktwert dargestellt:

XLS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cash Flows
< 1 Jahr

Cash Flows
1 – 5 Jahre

Cash Flows
> 5 Jahre

in Mio €
31.12.2013

Buchwert

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Paper

3.142,7

127,8

333,8

1.722,1

124,5

1.420,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

42,2

4,7

42,2

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen

361,9

0,2

361,9

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

84,0

6,0

24,0

11,1

56,0

4,0

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

59,4

2,4

10,0

27,6

9,5

14,7

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

7,7

0,4

2,3

0,1

5,0

0,4

 

3.697,9

141,5

440,4

372,6

1.792,6

139,2

1.424,4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cash Flows
< 1 Jahr

Cash Flows
1 – 5 Jahre

Cash Flows
> 5 Jahre

in Mio €
31.12.2012

Buchwert

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Paper

3.895,0

166,5

750,0

403,2

1.738,2

188,2

1.420,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

68,0

1,9

51,5

1,5

14,8

0,2

1,9

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen

233,1

0,1

233,1

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

88,1

6,3

21,5

11,3

62,2

4,4

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

159,5

2,5

37,1

26,3

64,2

32,3

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

9,8

0,2

2,5

0,1

6,2

1,1

 

4.453,5

177,5

1.095,7

442,4

1.885,6

220,7

1.427,4

Kreditrisiken

Merck ist nur einem relativ geringen Kreditrisiko, das heißt dem unerwarteten Verlust von Zahlungsmitteln oder Erträgen ausgesetzt. Zum einen werden Finanzkontrakte nur mit Banken und Industrieunternehmen guter Bonität abgeschlossen, zum anderen bestehen für die Merck-Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich der Kunden noch für einzelne Länder besonders hohe Konzentrationen von Kreditrisiken. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden wird durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kontinuierlich betrachtet. Die Finanzkrise führte zu einem erhöhten Ausfallrisiko einzelner Länder im Euro-Raum. Merck überprüft und überwacht kontinuierlich die offenen Positionen gegenüber allen Handelspartnern in den betroffenen Ländern und führt, sofern erforderlich, kreditreduzierende Maßnahmen sowie Buchwertanpassungen zur Vorsorge für Kreditausfälle durch. Das theoretisch maximale Ausfallrisiko zum Berichtszeitpunkt entsprach den Buchwerten.