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Brief von Karl-Ludwig Kley 

"Liebe Aktionäre und Freunde von Merck" (Handschrift)

auch 2013 haben wir geliefert, was wir versprochen hatten: Wir haben unsere Geschäfte mit innovativen und hoch spezialisierten Produkten und Dienstleistungen weiterentwickelt. Wir haben unsere Präsenz in den globalen Wachstumsmärkten ausgebaut. Und wir haben mit zahlreichen Entwicklungspartnerschaften unsere Kompetenz gestärkt, die Anforderungen und Wünsche von Patienten und unseren Kunden noch besser adressieren zu können.

Karl-Ludwig Kley – Vorsitzender der Geschäftsleitung (Foto)

Karl-Ludwig Kley
Vorsitzender der Geschäftsleitung

Die Zahlen spiegeln diese Entwicklung wider. Merck steht finanziell gut da – und das trotz eines anhaltend herausfordernden Marktumfelds. Unsere Umsatzerlöse konnten wir mit 10,7 Mrd € halten, weil unser solides organisches Umsatzwachstum von 4,2 % die negativen Wechselkurseffekte fast vollständig ausgeglichen hat. Das EBITDA vor Sondereinflüssen, unsere wichtigste Ertragskennzahl, konnten wir um 9,7 % auf den Rekordwert von 3,3 Mrd € steigern. Ebenfalls deutlich gestiegen ist das Ergebnis nach Steuern, das sich mit 1,2 Mrd € mehr als verdoppelt hat.

Wie im Vorjahr wurde unser organisches Wachstum besonders durch das dynamische Geschäft in den Wachstumsmärkten Asiens und Lateinamerikas beflügelt. In der Region Emerging Markets lag das organische Umsatzplus bei 9,3 %. Entsprechend ist deren Anteil am Konzernumsatz auf 36 % gestiegen.

Auch unseren Entschuldungskurs haben wir 2013 weiterverfolgt und unsere Nettofinanzverbindlichkeiten um 84,1 % auf 306,6 Mio € zurückgeführt. Gleichzeitig blieb der Business Free Cash Flow mit 3,0 Mrd € auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Damit verfügen wir über einen soliden finanziellen Handlungsrahmen für die nächsten Jahre und den nötigen Spielraum, um auch durch größere Zukäufe zu wachsen.

Wir werden der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende um 20 Cent auf 1,90 € je Aktie zu erhöhen. Dies entspricht unserer Absicht, bei einem höheren Konzernergebnis auch kontinuierlich die Dividende zu erhöhen. Bei den Überlegungen zur Dividende haben wir aber auch berücksichtigt, dass wir uns in einer Transformationsphase befinden.

2013 sind wir mit unserem Transformations- und Wachstumsprogramm „Fit für 2018“ gut vorangekommen. Einige Ziele haben wir sogar schneller erreicht als geplant – etwa bei der Senkung unserer Kosten. „Fit für 2018“ geht jedoch weit über Effizienzsteigerung hinaus: Das Programm umfasst auch die strategische Erweiterung unseres Produktportfolios und die Verankerung leistungsfähigerer Strukturen und Prozesse im Unternehmen. Dabei haben wir unser Ziel klar im Blick: Wir wollen mit innovativen Produkten und klarer Kundenorientierung langfristig profitabel wachsen.

„Fit für 2018“ erstreckt sich auch auf unsere Sparten-Strategien:

  • Bei Merck Serono konzentrieren wir uns darauf, unsere Pipeline zu verbessern und das Potenzial des bestehenden Portfolios voll auszuschöpfen. Unseren regionalen Schwerpunkt werden wir dabei auf die USA und auf Wachstumsmärkte Asiens und Lateinamerikas legen. Ziel ist es, uns als weltweit bevorzugter biopharmazeutischer Partner zu etablieren, der innovative Spezialmedikamente, führende Marken und hochwertige Lösungen anbietet.
  • Wir haben die Profitabilität von Consumer Health erfolgreich gesteigert und neues Wachstum generiert. Dabei haben wir uns auf die wichtigsten Marken und Länder konzentriert, Kosten kontrolliert und neue Mitarbeiter eingestellt. Jetzt gilt es, nachhaltiges Wachstum durch Innovationen und eine überzeugende Positionierung unserer strategischen Marken in schnell wachsenden Märkten sicherzustellen.
  • Bei Performance Materials wollen wir unsere globale Markt- und Technologieführerschaft bei den Flüssigkristallen verteidigen. Durch die stetige Weiterentwicklung unserer Produkte und unsere gute Positionierung in der OLED-Technologie wollen wir auch weiterhin Innovationsmaßstäbe für Display-Technologien setzen. Im Pigment-Geschäft konzentrieren wir uns darauf, unsere führenden Marktpositionen bei hochwertigen Effektpigmenten zu stärken und auszuweiten.

    Zur Stärkung unseres Materialgeschäfts wollen wir darüber hinaus AZ Electronic Materials übernehmen, einen führenden Premiumanbieter von Hightech-Materialien für die Elektronikindustrie. Die Akquisition würde uns zusätzliche Wachstumsfelder in der Elektronikindustrie erschließen, um über Displays hinaus noch stärker von der steigenden Nachfrage nach elektronischen Geräten wie Smartphones oder Tablet-PCs zu profitieren. Der Abschluss der Transaktion steht allerdings noch unter anderem unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben.
  • Um den Wünschen unserer Kunden in Zukunft noch besser gerecht zu werden, stellen wir bei Merck Millipore die Erweiterung und strategische Ausrichtung unseres Portfolios in den Mittelpunkt. Schwerpunktregionen sind dabei Nordamerika, Asien und Lateinamerika. Mit Nachdruck verfolgen wir das Ziel, weitere innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

Über die Sparten-Strategien hinaus haben wir vier sogenannte Kompetenz-Initiativen definiert. Sie adressieren grundlegende Themen, die für die Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens von hervorgehobener Bedeutung sind:

  • Wir wollen unsere Marke Merck stärken, um weltweit noch besser als innovatives Unternehmen und als „Merck – das Original“ erkennbar zu sein.
  • Leistung und Potenzial wollen wir noch besser fördern, um unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Neben der gezielten Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Mitarbeiter setzen wir auf Vielfalt in unserer Belegschaft.
  • Wir wollen Prozesse weiter harmonisieren und verschlanken, um Merck schneller, wendiger und leistungsfähiger zu machen.
  • Um für Kunden, Partner sowie die Gesellschaft offener zu sein und um Raum für Kreativität zu eröffnen, entwickeln wir unsere Konzernzentrale in Darmstadt weiter. Im Mittelpunkt wird ein Innovationszentrum stehen, das zu einem Knotenpunkt für zukunftsweisende Projekte bei Merck avancieren soll.

Im Fokus aller unserer Anstrengungen stehen Kunden und Patienten. Denn nur wenn wir ihre Wünsche und Bedürfnisse mit den besten Produkten und den höchsten Qualitätsstandards erfüllen, werden wir unseren selbst gesteckten Zielen gerecht. Getreu unseres neuen Mission Statements: „Unser Anspruch ist es, Großes möglich zu machen. Mit unseren forschungsbasierten Spezialitätengeschäften helfen wir Patienten, Kunden, Partnern und unserem Umfeld überall auf der Welt, ein besseres Leben zu leben. Wir schaffen unternehmerischen Erfolg durch Innovationen.“

Dafür brauchen wir das richtige Team – und das haben wir. Unsere rund 38.000 Mitarbeiter suchen in 66 Ländern täglich aufs Neue nach innovativen Lösungen für Kunden, Patienten und Partner und zeigen deutlich: Wir bei Merck leben Innovation. Ihnen allen gebührt mein Dank für ihren Einsatz und ihr Können.

Wir haben uns ambitionierte Ziele gesteckt, die wir mit Merck bis zu unserem 350. Jubiläum im Jahr 2018 erreichen wollen. Verdichtet sind diese Ziele in neun Ambitionen: Wir wollen weltweit bekannt sein für Innovation, Qualität sowie für Leistung und Effizienz. Wir wollen geschätzt werden für unsere Kundenorientierung, die Karrieremöglichkeiten, die wir bieten, und für den unternehmerischen Geist bei Merck. Und schließlich wollen wir respektiert werden für unsere Werte, unsere Verantwortung und unser Bekenntnis zur Nachhaltigkeit sowie für unsere Unternehmenskultur, die über Generationen hinweg denkt statt nur im Quartalsrhythmus.

Merck ist gut aufgestellt, um diese Ziele zu erreichen. Wir werden auch weiterhin hart daran arbeiten, eine langfristig erfolgreiche und nachhaltige Zukunft für Merck zu schaffen. Und daran, dass wir auch 2014 und 2015 das liefern, was wir versprechen.

Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie Merck entgegenbringen, und freue mich, wenn Sie uns auch weiterhin begleiten.

Unterschrift "Karl-Ludwig Kley" – Vorsitzender der Geschäftsleitung (Handschrift)

Karl-Ludwig Kley
Vorsitzender der Geschäftsleitung

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 06.03.2014