Die Sparte Performance Materials konnte in einem herausragenden zweiten Quartal 2013 die Umsatzerlöse um 1,2% auf 431 Mio € (Q2 2012: 426 Mio €) steigern. Die organische Wachstumsrate belief sich auf 5,4%, während Wechselkursveränderungen zu einer Reduzierung der Umsätze um –4,3% führten. Hier ist im Wesentlichen der Japanische Yen zu nennen, der zu diesen Effekten führte.
Gestiegene Absatzmengen von Flüssigkristallmaterialien, die in der Geschäftseinheit Liquid Crystals erfasst werden und mehr als 70% zu den Umsatzerlösen von Performance Materials beitragen, waren die Haupttreiber des organischen Wachstums. Insbesondere Materialien auf der Basis der PS-VA-Technologie (Polymer-Stabilized Vertical Alignment), die vor allem in größeren und hochwertigen Fernsehbildschirmen zum Einsatz kommen, verzeichneten eine sehr starke Nachfrage. Hierdurch konnten die moderaten Umsatzerlöse bei den typischerweise in Monitoren und Notebook-Displays verwendeten Materialien der TN-TFT-Technologie ausgeglichen werden. Weiterhin ist anzumerken, dass die Materialien der IPS-Technologie (In-Plane Switching, welche u. a. in sogenannten Tablet-Computern Anwendung findet) zu Lasten der TN-TFT-Technologie profitieren konnten. Die hohe Nachfrage nach Flüssigkristallmaterialien von Performance Materials dokumentiert einmal mehr die technische Überlegenheit, die sich Merck in diesem von hohen Qualitäts- und Innovationsanforderungen getriebenen Geschäft erarbeitet hat. Gleichwohl sind seit längerem Anzeichen für einen Aufbau von Lagerbeständen in der Wertschöpfungskette innerhalb der Display-Industrie zu erkennen, der sich gegebenenfalls im Verlauf der zweiten Jahreshälfte abbauen könnte. Daher erwartet Merck für die Sparte Performance Materials eine schwächere Umsatzdynamik in der zweiten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics verzeichnete ein mittleres einstelliges organisches Wachstum im zweiten Quartal des Jahres 2013. Haupttreiber war die gestiegene Nachfrage nach dekorativen Pigmenten, vor allem der Xirallic®-Familie, die insbesondere in Automobillacken zum Einsatz kommen.
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Performance Materials | Kennzahlen | ||||||
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in Mio. € |
Q2 – 2013 |
Q2 – 2012 |
Veränderung |
Jan.–Juni |
Jan.–Juni |
Veränderung |
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Gesamterlöse |
431,8 |
426,6 |
1,2% |
853,9 |
812,8 |
5,0% |
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Umsatzerlöse |
431,1 |
426,1 |
1,2% |
852,4 |
812,5 |
4,9% |
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Operatives Ergebnis (EBIT) |
170,1 |
180,5 |
–5,7% |
342,7 |
312,9 |
9,5% |
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Marge (in % der Umsatzerlöse) |
39,5% |
42,4% |
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40,2% |
38,5% |
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EBITDA |
205,1 |
207,5 |
–1,1% |
408,4 |
370,3 |
10,3% |
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Marge (in % der Umsatzerlöse) |
47,6% |
48,7% |
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47,9% |
45,6% |
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EBITDA vor Sondereinflüssen |
208,9 |
192,8 |
8,4% |
416,3 |
356,2 |
16,9% |
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Marge (in % der Umsatzerlöse) |
48,5% |
45,2% |
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48,8% |
43,8% |
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Trotz des Anstiegs der Umsatzerlöse fielen die Herstellungskosten der Sparte um –12,5% auf 160 Mio € (Q2 2012: 183 Mio €). Dies ist vor allem auf Effizienzsteigerungen in der Produktion sowie auf einen veränderten Produktmix zurückzuführen. Die gestiegenen Umsätze auf der einen Seite und die verbesserten Herstellungskosten auf der anderen Seite ergaben eine deutliche Erhöhung des Bruttoergebnisses um 11,5% auf 271 Mio € (Q2 2012: 243 Mio €). Gemessen an den Umsatzerlösen resultierte daraus eine Steigerung der Bruttomarge auf 63,0% (Q2 2012: 57,1%), zu der beide Geschäftseinheiten – Liquid Crystals und Pigments & Cosmetics – beitrugen.
Die Marketing- und Vertriebskosten verzeichneten eine leichte Erhöhung im zweiten Quartal 2013 um 4,3% auf 37 Mio € (Q2 2012: 35 Mio €), während die Verwaltungskosten mit 8 Mio € auf Vorjahresniveau blieben. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erhöhten sich um 4,6% auf 33 Mio € (Q2 2012: 32 Mio €), wovon der weitaus größte Teil in die Geschäftseinheit Liquid Crystals floss. Der Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten an den Umsatzerlösen, beläuft sich damit auf 7,8% (Q2 2012: 7,5%). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge wiesen im Saldo für das Vorjahresquartal einen Ertrag in Höhe von 13 Mio € und im Berichtsquartal einen Aufwand von 19 Mio € aus. Die Entwicklung dieses Postens ist wesentlich durch die darin enthaltenen Sondereinflüsse geprägt. Während im Vorjahr ein Gewinn in Höhe von 16 Mio € aus dem Verkauf des Geschäfts mit Batterieelektrolyten enthalten war, beinhaltet das zweite Quartal 2013 Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 3 Mio €. Des Weiteren beinhalteten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Berichtsjahr Wertminderungen in Höhe von 9 Mio €.
Aufgrund dieser Sachverhalte verzeichnete das ausgewiesene EBIT einen Rückgang von –5,7% auf 170 Mio € (Q2 2012:181 Mio €). Das EBITDA ging leicht um –1,1% auf 205 Mio € (Q2 2012: 207 Mio €) zurück. Bereinigt um die Einmaleffekte verbesserte sich das EBITDA vor Sondereinflüssen um 8,4% auf 209 Mio € bzw. auf 48,5% des Umsatzes (Q2 2012: 193 Mio € bzw. 45,2% des Umsatzes). Damit stieg die Profitabilität der Sparte aufgrund der erfreulichen operativen Geschäftsentwicklung mit Flüssigkristallen, insbesondere mit der PS-VA-Technologie, und der verbesserten Kostenstruktur der Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics auf ein herausragendes Niveau.
Performance Materials | Umsatzerlöse nach Regionen – Q2 2013

Umsatzentwicklung nach Regionen
Regional betrachtet generierte die Region Emerging Markets im zweiten Quartal 2013 75% des Umsatzes der Sparte Performance Materials, woraus sich die Konzentration der Flüssigkristallkunden in Asien ablesen lässt. In dieser Region wurde mit 5,9% auch das höchste organische Wachstum der Spartenumsätze erzielt. Unter Berücksichtigung der negativen Wechselkurseffekte ergab sich damit ein Anstieg der Umsatzerlöse um 3,6% auf 323 Mio € (Q2 2012: 311 Mio €). Größter Wachstumstreiber war dabei erneut China, wo die Nachfrage nach Flachbildschirmen insbesondere aufgrund staatlicher Förderungen, die allerdings im zweiten Quartal 2013 endeten, sehr stark gewachsen ist.
Mit Umsatzerlösen in Höhe von 42 Mio € trug Europa 10% zu den Spartenumsätzen bei (Q2 2012: 40 Mio €). Das dortige organische Wachstum in Höhe von 5,5% wurde dabei hauptsächlich von Pigmenten für Automobillacke und von kosmetischen Wirkstoffen generiert.
Die Region Übrige Welt, mit Japan als bedeutendstem Land, verzeichnete ebenfalls einen organischen Anstieg der Umsatzerlöse um 2,9%. Durch hohe negative Währungseffekte von –19,7% ergaben sich Umsatzerlöse von 43 Mio € (Q2 2012: 52 Mio €). Damit errechnete sich ein Umsatzanteil der Region Übrige Welt von 10% (Q2 2012: 12%).
Nordamerika schließlich steuerte mit 23 Mio € (Q2 2012: 22 Mio €) 5% zu den Umsatzerlösen der Sparte bei. Das dortige organische Wachstum in Höhe von 4,6% war Ausdruck der besonderen regionalen Stärke des Xirallic®-Geschäfts.
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Performance Materials | Komponenten des Wachstums nach Regionen – Q2 2013 | |||||
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in Mio. € / Veränd. in % |
Umsatzerlöse |
Organisches Wachstum |
Währungs- |
Akquisitionen/ |
Umsatz- |
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Europa |
42,3 |
5,5% |
–0,4% |
– |
5,1% |
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Nordamerika |
23,0 |
4,6% |
–1,9% |
– |
2,7% |
|
Emerging Markets |
322,5 |
5,9% |
–2,3% |
– |
3,6% |
|
Übrige Welt |
43,3 |
2,9% |
–19,7% |
– |
–16,9% |
Entwicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013
In den ersten sechs Monaten 2013 war für die Sparte Performance Materials ein Umsatzwachstum von 4,9% auf 852 Mio € zu verzeichnen (Jan.–Juni 2012: 813 Mio €), das zu 7,5% von organischem Umsatzwachstum getragen wurde. Negative Währungseffekte von –2,6% waren insbesondere auf den Japanischen Yen zurückzuführen. Die Absatzmengen von Flüssigkristallen entwickelten sich in den beiden abgelaufenen Quartalen dank der gestiegenen Nachfrage seitens der Display-Hersteller gut. Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics konnten in den ersten sechs Monaten 2013 ebenfalls gesteigert werden: eine stärkere Nachfrage nach Xirallic®-Pigmenten in Nordamerika sowie ein Wachstum bei Wirkstoffen für kosmetische Anwendungen waren die Hauptursachen dieser erfreulichen Entwicklung.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg in den ersten sechs Monaten um 16,9% und belief sich auf 416 Mio € (Jan.–Juni 2012: 356 Mio €), was die starke Performance des Flüssigkristall-Geschäfts aber auch die Ergebnissteigerung der Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics seit Jahresbeginn widerspiegelt. Entsprechend verzeichnete die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen einen kräftigen Anstieg auf 48,8% (Jan.–Juni 2012: 43,8%).

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