[39] Management von Finanzrisiken Geprüft

Preisschwankungen von Währungen und Zinsen können signifikante Gewinn- und Cash Flow-Risiken für Merck zur Folge haben. Merck zentralisiert daher diese Risiken soweit wie möglich und steuert diese dann vorausschauend, auch unter Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten.

Fremdwährungsrisiken

Transaktionsrisiken: Aufgrund seiner internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten Währungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder auszuschalten, werden unterschiedliche Strategien angewendet.

Währungsrisiken aus Finanzierungstätigkeit werden grundsätzlich so weit wie möglich durch den Einsatz von Devisentermingeschäften eliminiert. Währungsrisiken aus operativer Tätigkeit werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls durch Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen unter Anwendung des Hedge-Accountings reduziert.

In der folgenden Tabelle ist das Nettofremdwährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen im Jahr 2009 in den wichtigsten Währungen dargestellt:

XLS

in Mio € per 31.12.2008

CHF

GBP

JPY

TWD

USD

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–464,6

136,3

185,4

6,6

–329,4

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen

–234,4

70,0

241,0

176,4

722,4

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–699,0

206,3

426,4

183,0

393,0

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

674,5

–193,3

–370,4

–75,6

–169,4

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–24,6

13,0

56,0

107,4

223,6

Veränderung der Fremdwährungsposition durch eine 10%ige Aufwertung des Euro

2,5

–1,3

–5,6

–10,7

–22,4

Translationsrisiken: Viele Merck-Gesellschaften sind außerhalb des Euro-Währungsraums. Die Abschlüsse dieser Gesellschaften werden in Euro überführt. Durch Währungsschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte dieser Gesellschaften werden im Eigenkapital abgebildet.

Zinsrisiken

Zinsrisiken stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Finanzschulden in Höhe von 1.301,4 Mio € und Geldanlagen in Höhe von 756,4 Mio €. Gegebenenfalls werden durch Einsatz derivativer Instrumente Festzinszahlungen in variable Zinszahlungen gedreht. Ziel ist, das Zinsergebnis zu optimieren und die Zinsrisiken zu minimieren. Eine parallele Verschiebung der Zinskurve um 100 Basispunkte hätte bezogen auf die Nettozinsschulden zum Stichtag einen Ergebniseffekt von –1,0 Mio € zur Folge. Dies entspricht einem erhöhten Zinsertrag um 5,9 Mio € auf finanzielle Vermögenswerte und einem zusätzlichen Zinsaufwand von 6,9 Mio € auf Finanzschulden.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko, d.h. das Risiko, dass Merck seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, wird durch Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. So steht Merck neben liquiden Mitteln in Höhe von 869,5 Mio € eine Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € mit einer verbleibenden Laufzeit von 6 Jahren zur Verfügung sowie bilaterale Kreditzusagen in Höhe von 476,7 Mio €. Es liegen keine Anzeichen vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt sind. Des weiteren besteht ein Commercial Paper Programm über 2 Mrd €. Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet.

In der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus bilanzierten, finanziellen Verbindlichkeiten und derivative Instrumente mit negativem Marktwert dargestellt:

XLS

 

Buchwert
31.12.2008

Cash Flows
2009

Cash Flows
2010 – 2014

Cash Flows
2015 – 2020

in Mio €

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Papers

997,7

42,5

76,2

1.000,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

121,7

8,5

101,9

3,1

12,7

0,6

7,9

Sonstige Finanzschulden

67,1

3,5

17,0

6,2

40,0

10,1

Sonstige übrige Verbindlichkeiten

105,4

105,4

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

9,5

0,1

5,1

0,2

4,4

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

44,9

1,7

40,9

4,9

3,4

 

1.346,3

56,3

270,3

90,6

1.060,5

0,6

18,0

Kreditrisiken

Merck ist nur einem geringen Kreditrisiko, d.h. dem unerwarteten Verlust von Zahlungsmitteln oder Erträgen ausgesetzt. Zum einen werden Finanzkontrakte nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen, zum anderen bestehen für die Merck-Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich der Kunden, noch für einzelne Länder besondere Konzentrationen von Kreditrisiken.

Das Kreditrisiko gegenüber Kunden wird durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kontinuierlich betrachtet.