Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss der Merck-Gruppe zum 31. März 2011

Der vorliegende Konzernabschluss ist auf die das operative Geschäft der Merck-Gruppe führende Merck KGaA, Darmstadt, als Obergesellschaft aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der ungeprüfte Zwischenabschluss der Merck-Gruppe zum 31. März 2011 entspricht den Vorschriften des IAS 34. Er wurde gemäß den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. In Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 wurde ein verkürzter Berichtsumfang gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 gewählt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten. Die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss 2010 der Merck-Gruppe, insbesondere im Hinblick auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, gelten entsprechend.

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerpositionen ausgewiesen. Die Ertragsteuern im Zwischenabschluss werden auf Basis der Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften und des jeweils gültigen Steuersatzes als bestmögliche Schätzung ermittelt.

Die Aufstellung des Zwischenabschlusses erfordert es, dass in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden müssen. Die Annahmen und Schätzungen basieren auf dem aktuellen Kenntnisstand und den aktuell verfügbaren Daten.

Folgende Änderungen von Standards, folgende Interpretation und folgende Änderung einer Interpretation gelten ab dem Geschäftsjahr 2011 verbindlich:

  • Überarbeitete Fassung des IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“
  • Änderung des IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung – Einstufung von Bezugsrechten“
  • Änderung des IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards: Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7“
  • “Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards” (in der Fassung des IASB vom Mai 2010)
  • IFRIC 19 „Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente“
  • Änderung des IFRIC 14 „IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung“

Die neuen Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Zwischenabschluss.

Konsolidierungskreis

Zum 31. März 2011 sind 234 (31. Dezember 2010: 236) Gesellschaften voll konsolidiert. Anteilig werden derzeit keine Unternehmen einbezogen. Zwei assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Seit Jahresbeginn 2011 ergaben sich folgende Änderungen: Zum 1. Januar 2011 erfolgte die Erstkonsolidierung der Beijing Skywing Technology Co. Erstmals in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurden drei neu gegründete Gesellschaften. Im Rahmen des Verkaufs des Crop-Bioscience-Geschäfts wurden zwei Gesellschaften entkonsolidiert. Aufgrund von Liquidation sind vier Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.

Verkauf Crop-Bioscience-Geschäft

Im 1. Quartal 2011 erfolgte der angekündigte Verkauf unseres Crop-Bioscience-Geschäfts an Novozymes A/S, Dänemark. In der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 waren die entsprechenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in den Positionen „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ beziehungsweise „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte“ ausgewiesen. Die Sparte Performance Materials erzielte im Jahr 2010 mit diesem Geschäft einen Umsatz von rund 46 Mio EUR. Der Verkaufspreis in Höhe von 208,2 Mio EUR ist uns im 1. Quartal 2011 zugeflossen. Merck erzielte aus dem Verkauf einen Gewinn in Höhe von 157,0 Mio EUR, der in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Sondermaßnahmen ausgewiesen ist.

Der Verkauf des Crop-Bioscience-Geschäfts hat sich auf Basis der Werte zum Veräußerungszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:

XLS

in Mio EUR

Q1 – 2011

Kurzfristige Vermögenswerte

 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

1,2

Vorräte

5,0

Forderungen

10,3

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

0,6

 

17,1

Langfristige Vermögenswerte

 

Immaterielle Vermögenswerte

13,3

Sachanlagen

4,2

Sonstige langfristige Vermögenswerte

2,0

 

19,5

 

 

Vermögenswerte

36,6

 

 

Kurzfristige Verbindlichkeiten

1,4

Langfristige Verbindlichkeiten

0,3

Verbindlichkeiten

1,7

 

 

Nettovermögen

34,9

Verkaufspreis

208,2

Zwischensumme

173,3

Realisierte Währungsumrechungsdifferenzen

-3,5

Transaktionskosten / Rückstellungen

-12,8

Gewinn aus der Veräußerung

157,0

Erstkonsolidierung der Beijing Skywing Technology

Ende Dezember 2010 hat Merck 100 % der Anteile an der Beijing Skywing Technology Co., Ltd., Peking, China, übernommen. Bei dieser zur Sparte der Merck Millipore gehörenden Akquisition handelt es sich um einen führenden Zulieferer für die Biopharmazeutika-Branche in China. Der Kaufpreis von insgesamt 14,5 Mio EUR wurde noch nicht an den Verkäufer gezahlt. Die Erstkonsolidierung der Beijing Skywing Technology Co. erfolgte zum 1. Januar 2011.

Angekündigter Erwerb des Mikrobiologie-Geschäfts der Biotest AG

Am 22. März 2011 hat Merck angekündigt, das Mikrobiologie-Geschäft der Biotest AG übernehmen zu wollen. Der Abschluss der Transaktion und damit die Erstkonsolidierung dieses Geschäfts wird für das zweite Halbjahr 2011 erwartet.

Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte

Diese Position der Gewinn- und Verlustrechung beinhaltet im 1. Quartal 2011 Wertminderungen in Höhe von 50,4 Mio EUR im Zusammenhang mit der Neueinschätzung des Geschäftspotenzials für Cladribin-Tabletten.

Sondermaßnahmen

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Sondermaßnahmen beinhalten den Gewinn aus dem Abgang des Crop-Bioscience-Geschäfts in Höhe von 157,0 Mio EUR sowie einen nachgelagerten Gewinn in Höhe von 1,0 Mio EUR aus dem letztjährigen Verkauf von Théramex.

Segmentbericht

Vermögens- und Ertragszahlen sowie weitere Kenngrößen sind nach Tätigkeitsgebieten im Segmentbericht aufgegliedert. Die Segmentierung erfolgt in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung für die Merck-Gruppe. Die Tätigkeitsfelder beschreiben wir im Einzelnen im Zwischenlagebericht in den Kapiteln zu den Sparten. Aufwendungen und Erträge sowie Vermögen und Cash Flows werden vollständig den berichteten Sparten zugeordnet – soweit es Konzernfunktionen anbelangt, dem Segment Konzernkosten und Sonstiges. Das Finanzergebnis und die Ertragsteuern sowie daraus resultierende Cash Flows werden ausschließlich dem Segment Konzernkosten und Sonstiges zugewiesen. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsätze legen wir marktorientiert fest. Zwischen den Segmenten bestanden keine wesentlichen Innenbeziehungen.

Mit der im Juli 2010 erfolgten Akquisition von Millipore wurde der Unternehmensbereich Chemie neu strukturiert. Die Vorjahreszahlen zum 31. März 2010 wurden entsprechend an die neue Spartenstruktur angepasst. Im Geschäftsjahr 2011 wird erstmals das Geschäftsfeld Cosmetic Actives in der Sparte Performance Materials geführt. Zum 31. Dezember 2010 beziehungsweise im Geschäftsjahr 2010 war dieses Geschäftsfeld noch Teil der Sparte Merck Millipore.

Für das Betriebsvermögen im Segmentbericht galt folgende Überleitung:

XLS

in Mio EUR

30. März
2011

31. Dezember
2010

Vermögenswerte

22.217,8

22.388,0

Monetäre Aktiva (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
Ausleihungen, Wertpapiere)

–1.634,9

–1.042,4

Finanzanlagen zur Unterlegung von Pensionsverpflichtungen

–216,6

–216,9

Nicht operative Forderungen, Steuererstattungsansprüche, latente Steuern und Rückerstattungsansprüche aus Planvermögen

–721,7

–723,1

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

–36,7

Betriebsvermögen (brutto)

19.644,5

20.368,9

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

–1.066,7

–1.200,1

Sonstige operative Verbindlichkeiten

–721,2

–698,3

Betriebsvermögen (netto)

17.856,6

18.470,5

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Zinsausgaben beliefen sich im 1. Quartal 2011 auf 124,0 Mio EUR (Vorjahresquartal: 16,2 Mio EUR). Der starke Anstieg dieser Ausgaben ist auf den Zinstermin im März 2011 bei wesentlichen Anleihen, die im Vorjahr zur Finanzierung der Millipore-Akquisition aufgelegt wurden, zurückzuführen.

Durch den Verkauf des Crop-Bioscience-Geschäfts hat sich der Free Cash Flow um 201,0 Mio EUR erhöht. Des Weiteren hat sich die im 1. Quartal 2011 erhaltene Kaufpreiszahlung für unser ehemaliges Pharmaunternehmen Théramex, das im Geschäftsjahr 2010 veräußert wurde, in Höhe von 265,1 Mio EUR positiv auf den Free Cash Flow des 1. Quartals 2011 ausgewirkt.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus dem Ergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der theoretisch ausstehenden Aktien. Die theoretische Aktienzahl berücksichtigt, dass das Komplementärkapital nicht in Aktien verbrieft ist. Entsprechend der Unterteilung des Grundkapitals in Höhe von 168,0 Mio EUR in 64.621.126 Aktien ergibt sich eine theoretische Aktienzahl von 152.767.813 Stück für das Komplementärkapital in Höhe von 397,2 Mio EUR. Insgesamt resultieren somit 565,2 Mio EUR beziehungsweise 217.388.939 Stück theoretisch ausstehender Aktien.

XLS

 

Q1 – 2011

Q1 – 2010

Ergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen (Mio EUR)

341,1

191,4

Gewichtete durchschnittliche Anzahl
theoretisch ausstehender Aktien (Mio Stück)

217,4

217,4

Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)

1,57

0,88

Zum Stichtag 31. März 2011 existieren keine potenziell verwässernd wirkenden Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Angaben zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Zum 31. März 2011 bestanden Verbindlichkeiten der Merck KGaA, der Merck Financial Services GmbH und der Merck & Cie, Altdorf, gegenüber der E. Merck KG in Höhe von 422 Mio EUR. Ferner bestanden zum 31. März 2011 Forderungen der Merck KGaA gegenüber der E. Merck KG in Höhe von 7,3 Mio EUR und gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG in Höhe von 2,1 Mio EUR. Die Salden resultieren im Wesentlichen aus den Ergebnisabführungen der Merck & Cie an die E. Merck KG sowie den gegenseitigen Ergebnisabführungen zwischen Merck KGaA und E. Merck KG. Sie enthielten Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 100 Mio EUR, die zu marktüblichen Konditionen verzinst werden. Von Januar bis März 2011 erbrachte die Merck KGaA Dienstleistungen für die E. Merck KG im Wert von 0,3 Mio EUR. Gesellschaften der Merck-Gruppe lieferten von Januar bis März 2011 Waren im Wert von 0,5 Mio EUR an assoziierte Gesellschaften. Zum 31. März 2011 bestanden Forderungen von Gesellschaften der Merck-Gruppe an assoziierte Gesellschaften in Höhe von 0,6 Mio EUR.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Merck hatte keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.