Produktspenden und philanthropische Aktivitäten zum Wohle der Menschen sind keine alleinstehenden Initiativen. Für uns sind sie Elemente eines ganzheitlichen Ansatzes. Wir unterstützen Aufklärungs- und Bildungsprogramme sowie den Aufbau von Kapazitäten und Infrastruktur in Entwicklungsländern, um einen nachhaltigen Zugang zu Arzneimitteln und eine bessere Verteilung und Anwendung von Arzneimitteln sicherzustellen.
Arzneimittelspenden von Merck
Das größte Spendenprogramm von Merck ist das „Merck Praziquantel Donation Program (MPDP)“. 2007 beschloss Merck in Zusammenarbeit mit der WHO ein Programm zur Bekämpfung der Wurmerkrankung Bilharziose, der zweithäufigsten Tropenkrankheit in Afrika nach Malaria. Ursprünglich war unser Programm bis zum Jahr 2017 begrenzt. Ende 2011 hat Merck jedoch beschlossen, sein Engagement unbefristet fortzusetzen.. Das gemeinsam mit der WHO formulierte Ziel ist es, die Wurmkrankheit in Afrika auszurotten. Dazu wird Merck die Anzahl der jährlich gespendeten Tabletten mittelfristig auf bis zu 250 Millionen erhöhen. Mit ihnen können jährlich rund 100 Millionen Kinder behandelt werden.
Arzneimittelspenden sollten vorhandene Gesundheitssysteme der Empfängerländer nicht untergraben. Oft stellen sie keine langfristige Lösung zur Erreichung des Zugangs zu Arzneimitteln dar. Arzneimittel spenden wir daher nur in Reaktion auf gezielte Anfragen und wenn dies von den Regierungen der Empfängerländer befürwortet wird. Die Entscheidungen über unsere Arzneimittelspenden treffen wir in Absprache mit unseren Partnern, sie beruhen auf einer Bewertung des Bedarfs und des möglichen Einflusses eines Produkts zum Wohle der Patienten und zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit.
Grundsätzlich spenden wir unsere Arzneimittel in Entwicklungsländer. Aufgrund von Notsituationen oder bei bestimmten einmaligen Anfragen können Arzneimittel aber auch an Industrienationen gespendet werden, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Japan.
Bei Spendenkampagnen, die in Entwicklungsländern einen Zugang zu Gesundheitslösungen ermöglichen, arbeiten wir mit Partnern sowohl des privaten als auch des öffentlichen Sektors zusammen. Der größte Teil unserer Arzneimittelspenden wird über globale Institutionen wie die WHO oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gesteuert. Nur ein kleiner Teil unserer Spenden wird von unseren Landesgesellschaften in Reaktion auf Notsituationen oder aufgrund gezielter Anfragen von Gesundheitsministerien oder gemeinnützigen Organisationen arrangiert.
Alle Arzneimittelspenden von Merck stehen in Einklang mit den Richtlinien der WHO Guidelines for Medicine Donations“ ) und unseren eigenen Regeln für die Genehmigung und Mitteilung von Sachspenden und Dienstleistungen („Policy and Procedure for Approval and Notifications of Donations and Support“), sowie unserem Verhaltenskodex und den entsprechenden lokalen Vorschriften. Wo Merck seine Produkte direkt vertreibt, ist die lokale Geschäftsführung für den Vertrieb und die Verwendung innerhalb der etikettierten Verfallsdaten und für die Gewährleistung, dass die Produkte an die beabsichtigten Empfänger geliefert werden, verantwortlich. Sie muss außerdem die beabsichtigte Lieferung und die sichere Entsorgung von abgelaufenen Produkten gemäß den lokalen Vorschriften dokumentieren. Bei einem Vertrieb durch externe Partner verfolgen wir den Abgabeprozess, um sicherzustellen, dass die Richtlinien zu Arzneimittelspenden der WHO eingehalten werden.
In China legte Merck das „Erbitux® China Patients Aid Program“ auf. Es richtete sich vor allem an einkommensschwache Patienten mit Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium, denen bis Ende 2012 in Zusammenarbeit mit der Roten Kreuz Stiftung Peking das Medikament kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Das Programm erreichte 510 Patienten in 97 Krankenhäusern in 35 chinesischen Städten.
Ausbau von Gesundheitsinfrastruktur und Aufklärung
Wir verpflichten uns zur Unterstützung von gesundheitsbezogenen Aufklärungs- und Bildungsprogrammen in Entwicklungsländern, die der Bewusstseinsbildung bei Patienten, medizinischen Fachkräften und Regierungen dienen und die Vorteile und richtige Anwendung von Behandlungen erklären.
Eine weitere Priorität von Merck ist der Aufbau von Fähigkeiten und Infrastruktur in Entwicklungsländern, um einen nachhaltigen Zugang zu Arzneimitteln und/oder ihre bessere Verteilung und Anwendung sicherzustellen.
Beispiele hierfür sind ein von Merck betriebenes Krankenhaus in Karachi, Pakistan, unsere Unterstützung des Mutter-Kind-Gesundheitsprogramms von Terre des Hommes in Sri Lanka oder unsere Unterstützung des bislang größten Programms zur Aufklärung über Schilddrüsenerkrankungen in China. Im Rahmen des Praziquantel-Spendenprogramms von Merck werden Schulungsunterlagen erstellt und verteilt, um die Bilharziose-Prävention weiter zu fördern.
In Kenia unterstützen wir die Arbeit einer Patientenorganisation, die eine Sensibilisierungskampagne zu Diabetes führt. Die dort begonnene Kampagne soll auf weitere afrikanische Länder ausgeweitet werden. Sie richtet sich an die Gemeinden und arbeitet mit lokalen Stakeholdern wie Diabetes-Stiftungen, den Gesundheitsministerien, lokalen Krankenhäusern, Medizinstudenten und Partnern aus dem lokalen Umfeld wie Supermärkten zusammen.Sie ist Teil unseres dreijährigen „Capacity-Advancement-Programms (CAP)“ in Afrika zur Förderung der eigenen Leistungsfähigkeit.
Ziel der Kampagne ist es, Bewusstsein zu schaffen, um
- die Ausbreitung von Diabetes zu verhindern oder aufzuhalten
- die frühzeitige Diagnosestellung bei Diabetes zu verbessern
- die Lebensqualität zu verbessern und Komplikationen der Krankheit zu verringern.
Die Kampagne hat in Kenia bereits 1.000 Einwohner mit Informationen versorgt, in ihrem Rahmen konnten sich die Angesprochenen kostenfreien Screenings und Gesundheitschecks unterziehen. Patienten, bei denen Diabetes diagnostiziert wurde, wurden beraten und behandelt. Sie erhalten künftig Gesundheitstipps zu Diabetes per SMS. Im Rahmen der Kampagne wurden auch Einkaufsführer für Diabetiker in den größten Supermarktketten des Landes verteilt.
Hilfe zur Selbsthilfe
In Afrika bauen wir derzeit das „Capacity Advancement Program (CAP)“ auf. Gemeinsam mit lokalen Stakeholdern wollen wir den Aufbau von medizinischen Kenntnissen und Fähigkeiten vor Ort fördern. Ziel der Initiative ist es, die Ausbildung von Akteuren im Gesundheitswesen zu verbessern und die Entwicklung von Gesundheitssystemen zu fördern. Dazu gehört einerseits universitäre Bildung, zum anderen der Aufbau von Forschungskompetenzen sowohl in der angewandten als auch in der klinischen Forschung inklusive klinischer Studien.
Das Programm soll zunächst in Kenia und Namibia eingeführt werden und wird vor allem die Themen Forschung und Entwicklung, klinische Forschung, Integrität in der Lieferkette, Pharmakovigilanz und wissenschaftliche Bildung einbeziehen.
Darüber hinaus finanzieren wir in Südafrika über „Tomorrows Trust“ drei Stipendien im medizinischen oder pharmazeutischen Bereich für unterprivilegierte Studenten.

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