Marktschwankungen von Währungen und Zinsen stellen signifikante Ergebnis- und Cash-Flow-Risiken für Merck dar. Merck aggregiert diese konzernweiten Risiken und steuert sie zentral, unter anderem durch Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten. Zur Abschätzung von bestehenden Risiken aus Währungs- und Zinsschwankungen sowie Kreditausfällen verwendet Merck Szenarioanalysen. Merck ist keiner wesentlichen Risikokonzentration aus Finanztransaktionen ausgesetzt. Weitere Informationen zum Management von Finanzrisiken enthält der Risikobericht im Lagebericht.
Fremdwährungsrisiken
Aufgrund internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten währungsbedingten Transaktionsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder zu eliminieren, werden unterschiedliche Strategien angewendet. Währungsrisiken aus gebuchten Transaktionen werden so weit wie möglich durch den Einsatz von Devisentermingeschäften eliminiert. Währungsrisiken aus geplanten Transaktionen werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls durch Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen unter Anwendung des Hedge-Accountings reduziert.
In der folgenden Tabelle ist das Nettowährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen im Jahr 2012 in den wichtigsten Währungen und Wechselkursschwankungen zum Euro dargestellt:
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in Mio € Stand 31.12.2012 |
CHF |
JPY |
TWD |
USD | ||||
| ||||||||
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Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen |
–107,8 |
125,4 |
28,4 |
2.082,1 | ||||
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Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2013 |
–375,1 |
304,3 |
235,7 |
1.410,1 | ||||
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Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition |
–482,9 |
429,7 |
264,1 |
3.492,2 | ||||
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Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position |
177,4 |
–216,0 |
–163,8 |
–2.855,5 | ||||
|
Offene Fremdwährungsrisikoposition |
–305,5 |
213,7 |
100,3 |
636,7 | ||||
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Veränderung der Fremdwährungsposition1 durch eine 10%ige Aufwertung des Euro2 |
30,6 |
–21,4 |
–10,0 |
–63,7 | ||||
|
davon im Ergebnis |
–7,0 |
–1,4 |
– |
6,2 | ||||
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davon im Eigenkapital |
– |
10,5 |
13,6 |
71,2 | ||||
Weitere wesentliche Währungsrisiken bestanden darüber hinaus aus gebuchten Transaktionen in den Währungen Taiwan-Dollar, Hongkong-Dollar sowie venezuelanischer Bolivar, bedingt durch Wechselkursschwankungen zum US-Dollar. Die Veränderungen der Fremdwährungsposition durch eine 10 %ige Aufwertung des US-Dollar würden hier für die Taiwan-Dollar Position nach Absicherung bei 0,0 Mio € (Vorjahr: 0,0 Mio €), für die venezuelanische Bolivar Position bei 4,1 Mio € (Vorjahr: 2,5 Mio €) und für die Hongkong-Dollar Position bei –0,9 Mio € (Vorjahr: 1,6 Mio €) liegen und vollständig im Ergebnis abgebildet werden. Des Weiteren bestanden Derivate zur Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2013 hinaus. Die Veränderung des Eigenkapitals würde bei einer 10%igen Aufwertung des Euro gegenüber dem japanischen Yen 14,5 Mio €, gegenüber dem Taiwan-Dollar 9,8 Mio € und gegenüber dem US-Dollar 65,4 Mio € betragen. Aufgrund der Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2012 hinaus, hätte die Veränderung im Eigenkapital im Vorjahr aufgrund einer 10%igen Aufwertung des Euro gegenüber dem japanischen Yen 21,5 Mio €, gegenüber dem Taiwan-Dollar 0 Mio € und gegenüber dem US-Dollar 60,5 Mio € betragen.
Die entsprechenden Vorjahreswerte für das Nettofremdwährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen stellten sich wie folgt dar:
| XLS |
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in Mio € Stand 31.12.2011 |
CHF |
JPY |
TWD |
USD |
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Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen |
–119,0 |
191,0 |
62,4 |
2.462,3 |
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Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2012 |
–471,7 |
322,0 |
459,0 |
843,5 |
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Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition |
–590,7 |
513,0 |
521,4 |
3.305,8 |
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Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position |
201,4 |
–437,4 |
–203,9 |
–2.991,0 |
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Offene Fremdwährungsrisikoposition |
–389,3 |
75,6 |
317,5 |
314,7 |
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Veränderung der Fremdwährungsposition durch eine 10%ige Aufwertung des Euro |
38,9 |
–7,6 |
–31,7 |
–31,5 |
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davon im Ergebnis |
–4,7 |
2,3 |
0,1 |
1,8 |
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davon im Eigenkapital |
–3,5 |
22,3 |
14,0 |
51,1 |
Neben den zuvor beschriebenen Transaktionsrisiken unterliegt die Merck-Gruppe auch Translationsrisiken, da viele Merck-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums agieren. Die Abschlüsse dieser Gesellschaften werden in Euro überführt. Durch Währungsschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital abgebildet.
Zinsrisiken
Zinsrisiken standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Finanzschulden in Höhe von 4.453,5 Mio € (Vorjahr: 5.539,3 Mio €) und Geldanlagen in Höhe von 2.624,7 Mio € (Vorjahr: 2.115,2 Mio €). Ziel ist, das Zinsergebnis zu optimieren und die Zinsrisiken zu minimieren. Gegebenenfalls werden durch Einsatz derivativer Instrumente variable Zinszahlungen in Festzinszahlungen gedreht.
Eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +100 oder –100 Basispunkte hätte bezogen auf die Nettozinsschulden zum Stichtag aufgrund des großen Anteils an festverzinslichen Finanzinstrumenten keinen wesentlichen Effekt. Unter der Annahme einer Refinanzierung sowie einer Wiederanlage in gleicher Höhe der in 2013 auslaufenden Geschäfte hätte eine parallele Verschiebungen der Zinskurve um +100 Basispunkte einen Ertrag von 12,5 Mio € (Vorjahr: 10,3 Mio €) zur Folge, eine entsprechende parallele Bewegung der Zinskurve um –100 Basispunkte würde zu einem Aufwand von 9,6 Mio € (Vorjahr: 9,7 Mio €) führen. Dies entspricht einer Veränderung des Zinsertrags von 14,1 Mio € (Vorjahr: 15,7 Mio €) bzw. –11,2 Mio € (Vorjahr: –14,8 Mio €) auf finanzielle Vermögenswerte und einem zusätzlichen Zinsaufwand von 1,6 Mio € (Vorjahr: 5,4 Mio €) bzw. verringerten Zinsaufwand von 1,6 Mio € (Vorjahr: 5,1 Mio €) auf Finanzschulden. Die resultierende Marktwertveränderung von zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerten und derivativen Finanzinstrumenten zum Stichtag würden das Eigenkapital ergebnisneutral um 31,6 Mio € erhöhen (Vorjahr: um 51,3 Mio € erhöhen) bzw. um 41,5 Mio € verringern (Vorjahr: um 52,9 Mio € verringern). Bei den hier durchgeführten Simulationsrechnungen wurde davon ausgegangen, dass der Zinssatz nicht unter 0 % sinken kann.
Aktienkursrisiken
Die an börsennotierten Unternehmen gehaltenen Aktien in Höhe von 6,9 Mio € (Vorjahr: 8,7 Mio €) unterliegen grundsätzlich einem Marktwertrisiko. Eine Veränderung des allgemeinen Aktienmarktniveaus um 10 % hätte damit eine Auswirkung von 0,7 Mio € (Vorjahr: 0,9 Mio €) im Eigenkapital zur Folge. Diese Wertveränderungen würden zum Zeitpunkt der Veräußerung ergebniswirksam.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko, das heißt das Risiko, dass Merck seinen Zahlungsverpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann, wird sowohl durch die Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. So standen Merck neben liquiden Mitteln in Höhe von 2.527,6 Mio € (Vorjahr: 2.054,9 Mio €) eine Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € mit einer verbleibenden Laufzeit von zwei Jahren sowie bilaterale Kreditzusagen in Höhe von 338,2 Mio € (Vorjahr: 389,8 Mio €) zur Verfügung. Es lagen keine Anzeichen vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt waren.
Des Weiteren bestehen ein Commercial Paper Programm über 2 Mrd € und ein in 2009 aufgelegtes Debt Issuance Program über 10 Mrd €. Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet. In den Kreditverträgen wurden keine Financial Covenants vereinbart.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.288,3 Mio € (Vorjahr: 1.100,8 Mio €) hatten eine Laufzeit kleiner einem Jahr. Bei den Verbindlichkeiten aus operativen Derivaten in Höhe von 15,0 Mio € (Vorjahr: 101,1 Mio €) waren 12,2 Mio € (Vorjahr: 64,5 Mio €) kurzfristig. Von den übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 522,9 Mio € (Vorjahr: 532,9 Mio €) waren 520,1 Mio € (Vorjahr: 529,1 Mio €) innerhalb eines Jahres fällig.
In den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus Finanzschulden und derivativen Instrumenten mit negativem Marktwert dargestellt:
| XLS |
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Cash Flows |
Cash Flows |
Cash Flows | |||
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in Mio € Stand 31.12.2012 |
Buchwert |
Zins |
Tilgung |
Zins |
Tilgung |
Zins |
Tilgung |
|
Anleihen und Commercial Paper |
3.895,0 |
166,5 |
750,0 |
403,2 |
1.738,2 |
188,2 |
1.420,0 |
|
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
68,0 |
1,9 |
51,5 |
1,5 |
14,8 |
0,2 |
1,9 |
|
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen |
233,1 |
0,1 |
233,1 |
– |
– |
– |
– |
|
Darlehen von Dritten |
88,1 |
6,3 |
21,5 |
11,3 |
62,2 |
– |
4,4 |
|
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen) |
159,5 |
2,5 |
37,1 |
26,3 |
64,2 |
32,3 |
– |
|
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing |
9,8 |
0,2 |
2,5 |
0,1 |
6,2 |
– |
1,1 |
|
|
4.453,5 |
177,5 |
1.095,7 |
442,4 |
1.885,6 |
220,7 |
1.427,4 |
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Cash Flows |
Cash Flows |
Cash Flows | |||
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in Mio € Stand 31.12.2011 |
Buchwert |
Zins |
Tilgung |
Zins |
Tilgung |
Zins |
Tilgung |
|
Anleihen und Commercial Paper |
4.898,4 |
179,1 |
1.000,0 |
518,2 |
2.490,5 |
141,3 |
1.420,0 |
|
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
127,2 |
1,4 |
110,0 |
2,0 |
16,4 |
– |
1,0 |
|
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen |
199,2 |
0,2 |
199,2 |
– |
– |
– |
– |
|
Darlehen von Dritten |
83,2 |
4,9 |
15,3 |
8,0 |
63,0 |
– |
4,4 |
|
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen) |
219,5 |
– |
63,9 |
– |
155,6 |
– |
– |
|
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing |
11,8 |
0,4 |
2,5 |
0,8 |
7,6 |
– |
1,7 |
|
|
5.539,3 |
186,0 |
1.390,9 |
529,0 |
2.733,1 |
141,3 |
1.427,1 |
Kreditrisiken
Merck ist nur einem relativ geringen Kreditrisiko, das heißt dem unerwarteten Verlust von Zahlungsmitteln oder Erträgen ausgesetzt. Zum einen werden Finanzkontrakte nur mit Banken und Industrieunternehmen guter Bonität abgeschlossen, zum anderen bestehen für die Merck-Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich der Kunden noch für einzelne Länder besonders hohe Konzentrationen von Kreditrisiken. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden wird durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kontinuierlich betrachtet. Die Finanzkrise führte zu einem erhöhten Ausfallrisiko einzelner Länder im Euro-Raum. Merck überprüft und überwacht kontinuierlich die offenen Positionen gegenüber allen Handelspartnern in den betroffenen Ländern und führt, sofern erforderlich, kreditreduzierende Maßnahmen sowie Buchwertanpassungen zur Vorsorge für Kreditausfälle durch. Das theoretisch maximale Ausfallrisiko entsprach den Buchwerten.

Fundstelle 09