Steuerungskennzahlen für die Merck-Gruppe und ihre Sparten Geprüft

Die drei Steuerungskennzahlen für die Merck-Gruppe und ihre Sparten, nämlich Umsatzerlöse, EBITDA vor Sondereinflüssen und Business Free Cash Flow, sind die bedeutsamsten Leistungsindikatoren für die Bewertung der Geschäftsentwicklung der Merck-Gruppe und ihrer Sparten. Deshalb wird im Wirtschaftsbericht, dem Risiko- und Chancenbericht und dem Prognosebericht auf diese Steuerungskennzahlen Bezug genommen. Aufgrund ihrer Bedeutung für den finanziellen Geschäftserfolg sind die Steuerungskennzahlen auch ein wesentlicher Bestandteil des Performance-Management- und Anreiz-Systems von Merck.

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse sind definiert als Erlöse aus Warenverkäufen und erbrachten Leistungen an externe Kunden, abzüglich Mehrwertsteuer und Erlösminderungen, zum Beispiel Rabatte oder Skonti. Umsatzerlöse sind der Hauptindikator für das Geschäftswachstum der Merck-Gruppe und deshalb ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des externen wie auch des internen Geschäftserfolgs.

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Merck-Gruppe | Umsatzerlöse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio €/Veränderung in %

2013

2012

Veränderung in %

Umsatzerlöse

10.700,1

10.740,8

–0,4

EBITDA vor Sondereinflüssen

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ist die wichtigste interne und externe Bewertungskennzahl in Hinblick auf die laufende operative Tätigkeit. Um ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Entwicklung des operativen Geschäfts der Merck-Gruppe und ihrer vier Sparten zu vermitteln, werden hier Abschreibungen und Wertberichtigungen beim operativen Ergebnis nicht berücksichtigt, ebenso wie bestimmte Einmalerträge und -aufwendungen. Diese Sondereinflüsse beschränken sich auf fünf Kategorien: Integrationskosten, IT-Kosten, Restrukturierungsaufwendungen, Gewinne/Verluste aus abgegangenen Geschäften, Akquisitionskosten und Sonstige Sondereinflüsse. Die Klassifizierung bestimmter Erträge oder Aufwendungen als Sondereinflüsse unterliegt klaren Definitionen und einer strengen Governance auf Gruppenebene. So werden IT-Kosten, die nicht im Zusammenhang mit der Integration eines akquirierten Geschäftsbereichs stehen, nur dann als Sondereinflüsse geführt, wenn sie im Rahmen einer fundamentalen Veränderung der globalen IT-Landschaft der Merck-Gruppe oder einer Sparte entstanden sind. Ebenso werden in der Kategorie Restrukturierungsaufwendungen nur solche Einmalaufwendungen geführt, die im Rahmen eines globalen und zentral genehmigten Restrukturierungsprogramms angefallen sind. Die in den Jahren 2012 und 2013 angefallenen Sondereinflüsse in der Kategorie Restrukturierungsaufwendungen sind gänzlich dem gruppenweiten Transformations- und Wachstumsprogramm „Fit für 2018“ zuzuordnen.

Im Rahmen des internen Performance Management ermöglicht das EBITDA vor Sondereinflüssen, Effizienzsteigerungen in den Prozessen durchzuführen, ohne das Ergebnis des operativen Geschäfts durch notwendige Veränderungen oder Restrukturierungsmaßnahmen zu schmälern.

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Merck-Gruppe | Überleitung EBIT zum EBITDA vor Sondereinflüssen

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio €/Veränderung in %

2013

2012

Veränderung in %

Operatives Ergebnis (EBIT)

1.610,8

963,6

67,2

Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen

1.458,4

1.396,6

4,4

EBITDA

3.069,2

2.360,2

30,0

Restrukturierungsaufwendungen

130,5

503,8

–74,1

Integrationskosten/IT-Kosten

49,0

36,7

33,5

Gewinne/Verluste aus abgegangenen Geschäften

2,3

60,1

–96,2

Akquisitionskosten

0,0

1,0

–100,0

Sonstige Sondereinflüsse

2,3

3,1

–25,8

EBITDA vor Sondereinflüssen

3.253,3

2.964,9

9,7

Business Free Cash Flow (BFCF)

Neben dem EBITDA vor Sondereinflüssen und den Umsatzerlösen ist der Business Free Cash Flow (BFCF) die dritte wichtige Steuerungsgröße für die Merck-Gruppe und ihre Sparten. Er wird deshalb auch zur Vereinbarung interner Zielvorgaben und zur Bemessung individueller Boni eingesetzt. Der Business Free Cash Flow umfasst die wesentlichen zahlungswirksamen Posten, die von den einzelnen Geschäftseinheiten beeinflusst werden können und ihrer vollständigen Kontrolle unterliegen. Aufgegliedert nach Sparten setzt er sich zusammen aus dem EBITDA vor Sondereinflüssen, abzüglich Investitionen in Sachanlagen, Software und geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie Veränderungen der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zur Steuerung des Nettoumlaufvermögens auf regionaler und lokaler Ebene verwenden unsere Geschäftseinheiten die beiden Indikatoren „durchschnittliche Forderungslaufzeiten“ (Days Sales Outstanding) und „Lagerreichweite“ (Days of Sales in Inventories). Durch die Einführung des Business Free Cash Flow konnten wir das Bewusstsein für die Wichtigkeit von flüssigen Mitteln deutlich erhöhen und gleichzeitig das Nettoumlaufvermögen reduzieren.

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Merck-Gruppe | Business Free Cash Flow

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio €/Veränderung in %

2013

2012

Veränderung in %

EBITDA vor Sondereinflüssen

3.253,3

2.964,9

9,7

Investitionen in Sachanlagen und Software sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte

–446,2

–366,5

21,7

Veränderungen der Vorräte gemäß Bilanzausweis

59,7

157,2

–62,0

Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß Bilanzausweis

93,2

213,7

–56,4

Business Free Cash Flow

2.960,0

2.969,3

–0,3

Investitionen und Wertmanagement

Nachhaltige Wertschöpfung ist für die Sicherung des langfristigen Erfolgs unseres Unternehmens unverzichtbar. Um die Zuweisung finanzieller Mittel zu optimieren, nutzen wir klar definierte Parameter, die uns als Kriterien bei der Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten und Entscheidungen zu unserem Portfolio dienen.

Kapitalwert

Hauptkriterium für die Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten ist der Kapitalwert. Er stützt sich auf die Barwertrechnung und errechnet sich als die Summe der abgezinsten Free Cash Flows über den Projektionszeitraum eines Projekts. Gemäß der Definition des Free Cash Flows werden die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten, die den gewichteten Durchschnitt der Eigenkapitalkosten sowie der Fremdkapitalkosten wiedergeben, als Kapitalisierungszinsfuß herangezogen. Je nach Art und Standort eines Projekts können verschiedene Aufschläge zu den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten hinzugerechnet werden.

ROCE (Return on Capital Employed)

Neben dem Kapitalwert ist die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) eine wichtige Messgröße zur Bewertung von Investitionsprojekten. Sie errechnet sich aus dem Operativen Ergebnis (EBIT) ohne Sondereinflüsse, dividiert durch die Summe aus Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräten.

Amortisationszeit

Ein weiterer Parameter zur Beurteilung von Investitionen in Sachanlagen ist die Amortisationszeit, also die Zahl der Jahre, nach denen eine Investition einen Nettomittelzufluss erbringen wird.

MEVA (Merck Value Added)

Der MEVA gibt Auskunft über die in einem Zeitraum erzielte Wertschöpfung. Ein Mehrwert wird dann geschaffen, wenn die Rendite des vom Unternehmen oder den Sparten eingesetzten Kapitals (ROCE) höher ist als die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten. Mit dem MEVA verfügt Merck über ein leistungsfähiges Instrument, um Beschlüsse über Investitionen und Ausgaben gegenüber dem Kapitalbedarf und den Erwartungen der Investoren abzuwägen.