Die Merck-Gruppe erforscht und entwickelt weltweit Lösungen, um die Lebensqualität von Patienten und Kunden zu verbessern. Das Unternehmen fokussierte sich auch im vergangenen Quartal darauf, Relevanz und Rentabilität seiner Forschungen und Entwicklungen weiter zu optimieren und ging verstärkt Kooperationen mit Dritten ein.
Knapp 4.000 Mitarbeiter forschen weltweit für Merck an Innovationen, mit denen das Unternehmen die langfristigen Gesundheits- und Technologietrends sowohl in den etablierten Märkten als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern bedienen kann.
Die Merck-Gruppe hat im zweiten Quartal 2014 rund 394 Mio € für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das Unternehmen setzt außerdem auf einen neu abgestimmten Mix aus Eigenforschung und kapitalsparenden Kooperationen. Damit erhöht sich die Produktivität der Forschung und zugleich verringert sich der finanzielle Aufwand.
Die organisatorische Aufstellung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten folgt dem Spartenansatz der Merck-Gruppe. In der Geschäftsleitung zeichnen Stefan Oschmann für die Sparten Merck Serono und Consumer Health und Bernd Reckmann für die Sparten Performance Materials und Merck Millipore verantwortlich.
Neben den Informationen, die unten speziell mit Blick auf das zweite Quartal 2014 folgen, finden Sie weitere Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens im Merck-Geschäftsberichts 2013.
Merck Serono
Immunologie
In der FORWARD-Studie, eine Studie der Phase II zu Sprifermin bei Patienten mit primärer Kniegelenksarthrose, die in Zusammenarbeit mit dem strategischen Partner von Merck, Nordic Bioscience Clinical Development, durchgeführt wird, wurde mit der Aufnahme von 549 Studienteilnehmern die Rekrutierungsphase abgeschlossen.
Neurologie
Merck und Ono Pharmaceutical haben im zweiten Quartal bekannt gegeben, in gegenseitigem Einvernehmen ihre Lizenzvereinbarung zu Ceralifimod (ONO-4641) zu beenden, da das Projekt nicht die Kriterien des Unternehmens für weitere Investitionen erfüllt. Der Arzneimittelkandidat befindet sich derzeit in Phase II der klinischen Entwicklung in der Indikation schubförmig remittierende Multiple Sklerose (MS).
Opexa Therapeutics, ein Biotechnologie-Unternehmen, das mit Tcelna® eine neuartige T-Zellen-Immuntherapie für MS entwickelt, gab den erfolgreichen Abschluss der Rekrutierung für seine klinische Studie (Abili-T) der Phase IIb bei sekundär progredienter MS bekannt. Merck Serono besitzt eine Option auf die Exklusivlizenz für Tcelna®.
Onkologie
Im zweiten Quartal gab es mehrere Veränderungen, die Mercks Onkologieprojekte betreffen. Auf der Jahrestagung 2014 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden neue Biomarkerergebnisse aus einer retrospektiven Analyse der abgeschlossenen Phase-III-Studie CRYSTAL vorgestellt. In dieser Studie wurde die Kombinationsbehandlung Erbitux® plus FOLFIRI mit alleiniger FOLFIRI-Chemotherapie verglichen. In die Analyse wurde eine Untergruppe von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) vom KRAS-Wildtyp (Exon 2) einbezogen. Eine signifikante klinische Verbesserung wurde bei Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp (definiert als fehlende Mutationen in den Exons 2, 3 oder 4 des KRAS-Gens und/oder den Exons 2, 3 oder 4 des NRAS-Gens) unter Hinzunahme von Erbitux zur Standardchemotherapie FOLFIRI im Vergleich zu alleiniger FOLFIRI-Therapie als Erstlinienbehandlung beobachtet. Die Verbesserung zeigte sich in einer Steigerung der Ansprechrate um 27,7%, einer Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens um 3,0 Monate und des medianen Gesamtüberlebens um 8,2 Monate. Diese Analyse der CRYSTAL-Studie sowie ähnliche Analysen der OPUS-Studie zum Vergleich von Erbitux® plus FOLFOX zu alleiniger FOLFOX-Therapie bestätigen, dass die Testung auf den RAS-Biomarker für die individualisierte Patientenversorgung essenziell ist und einen wirklich personalisierten Ansatz bei der Behandlung von metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) darstellt. Diese Ergebnisse stehen in Einklang mit dem aktualisierten EU-Label.
Die chinesische Zulassungsbehörde (SFDA) erteilte eine negative Stellungnahme bezüglich der Zulassung von Erbitux® in der Indikation Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (SCCHN), da sie die vergleichende Studie (bridging study) mit chinesischen Patienten für die Erteilung der Zulassung in ihrem Land als unzureichend einschätzte. Merck Serono erwägt deshalb die Möglichkeit, eine kontrollierte randomisierte klinische Studie in China in der Indikation SCCHN durchzuführen. Erbitux® ist für dieses Anwendungsgebiet bereits in mehr als 90 anderen Ländern zugelassen.
Im Berichtsquartal wurde eine Phase-II-Studie mit TH-302, einer Hypoxie-aktivierten Arzneimittelvorstufe aus der Entwicklung, in Kombination mit Pemetrexed als potenzielle Zweitlinientherapie für Patienten mit nicht-plattenepithelialem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) initiiert. Der primäre Endpunkt dieser Studie mit 440 Teilnehmern ist das Gesamtüberleben; zu den sekundären Endpunkten gehören die Sicherheit und Bewertung der Antitumorwirkung quantifiziert als progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate.
Mit Abituzumab, einem monoklonalen Anti-Integrin-Antikörper, der bestimmte Integrine, die von Tumor- und Endothelzellen exprimiert werden, zum Ziel hat, wurden jüngst zwei Phase-II-Studien beendet. Die Ergebnisse der PERSEUS-Studie zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom wurden auf der ASCO-Jahrestagung 2014 vorgestellt. Beim progressionsfreien Überleben wurde keine signifikante Verbesserung beobachtet, weshalb die Entwicklung in dieser Indikation nicht weiterverfolgt wird. Die Ergebnisse der POSEIDON-Studie zur Kombination von Abituzumab mit Erbitux® und Irinotecan bei mCRC vom KRAS-Wildtyp wurden auf dem 16. Weltkongress der ESMO in der Kategorie gastrointestinale Tumoren vorgestellt. Der primäre Endpunkt eines verlängerten progressionsfreien Überlebens wurde nicht erreicht. Der Zusatz von Abituzumab zu Erbitux® und Irinotecan erzielte ein tendenziell verbessertes Gesamt-überleben; eine hohe Exprimierung des Integrins αvβ6 wurde als potenzieller prädiktiver Marker einer erhöhten Ansprechrate und eines verlängerten Gesamtüberlebens in den Behandlungsarmen mit Abituzumab identifiziert. Weitere Biomarkeranalysen sind erforderlich, um die aktuellen Ergebnisse zu bestätigen und weiter zu validieren sowie über die zukünftige klinische Entwicklung von Abituzumab in dieser Indikation Auskunft zu geben.
Die Entwicklung von Sym004 in SCCHN (Phase II) wurde eingestellt, zugunsten des strategischen Fokus auf die derzeit laufenden Studien von Sym004 in späteren Anwendungslinien des mCRC (Phase II) und metastasiertem NSCLC (Phase I).
BGB-290 (ein Inhibitor der Poly[ADP-ribose]-Polymerase oder kurz PARP) wird derzeit zusammen mit BeiGene entwickelt. Die Prüfsubstanz ist in die Phase I der Prüfung bei Patienten mit soliden Tumoren eingetreten.
Die weitere Entwicklung von Pimasertib in der Indikation Pankreaskarzinom wurde eingestellt, da die Phase-II-Studie ihren primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens nicht erreichte. Die Phase-I-Studie von Pimasertib mit dem PI3K/mTOR-Inhibitor von Sanofi (SAR245409) wurde beendet. Diese Kombination wird in einer bereits laufenden randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie der Phase II mit zwei Behandlungsarmen bei geringgradigem serösem Ovarialkarzinom untersucht.
Merck Serono und Mersana Therapeutics, Inc., sind eine Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten eingegangen. In derartigen Konjugaten wird ein Antikörper mit einem zytotoxischen Wirkstoff gekoppelt. Hierbei steuert die Antikörper-Komponente gezielt spezifische Krebszellen an und bringt damit das Therapeutikum direkt zum Zielorgan, wodurch höhere Wirkstoffkonzentrationen an der Tumorlokalisation erreicht werden sollen. Die Unternehmen wollen die Fleximer®-Technologie von Mersana zur Entwicklung von Immunkonjugaten für verschiedene Zielmoleküle einsetzen. Beide Parteien sind übereingekommen, eine Reihe von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten auf Basis der von Mersana entwickelten Plattformen in Kombination mit verschiedenen Antitumor-Wirkstoffen zu prüfen.
Immunonkologie
Erste Daten einer Dosistitrationsstudie der Phase I bei soliden Tumoren mit MSB0010718C, einem in der Entwicklung befindlichen mononklonalen Anti-PD-L1-Antikörper, wurden auf der ASCO 2014 vorgestellt. Eine Dosis zur weiteren Ermittlung der Wirksamkeit wurde identifiziert und Patienten werden aktuell in erweiterten Kohorten von sieben verschiedenen Tumortypen aufgenommen. MSB 0010718C wird außerdem in einer kürzlich gestarteten Phase-II-Studie in der Indikation metastasierendes Merkelzellkarzinom untersucht. Hierbei handelt es sich um einen seltenen, aber an Häufigkeit zunehmenden aggressiven Typ von Hautkrebs, für den es derzeit nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt. In diese multizentrische, einarmige, offene Studie werden Patienten eingeschlossen, die bereits eine Chemotherapie erhalten haben.
Merck und MorphoSys sind eine strategische Kooperationsvereinbarung im Bereich Immunonkologie eingegangen, um gemeinsam therapeutische Antikörper gegen Immun-Checkpoints zu identifizieren und entwickeln. Im Rahmen der Vertragsbedingungen wollen die Unternehmen gemeinsam Therapien entwickeln, die die natürlichen Tumorabwehrkräfte des Immunsystems modulieren sollen. MorphoSys, ein führendes Unternehmen im Bereich der rein humanen Antikörpertechnologien, wird seine geschützte Antikörperphagenbibliothek Ylanthia® und weitere Technologie-Plattformen einsetzen, um Antikörper gegen die ausgewählten Zielmoleküle zu identifizieren. Merck Serono bringt ein breites Portfolio und Expertise im Bereich der Immunonkologie und klinischen Entwicklung ein und wird die Projektverantwortung ab Phase I der klinischen Entwicklung komplett übernehmen.
Weitere Highlights
Am 1. Juli gab Merck die umfangreiche finanzielle Unterstützung des GFI-Programms (Grant for Fertility Innovation) bekannt. Die Fördergelder für 2014 und 2015 werden sich auf insgesamt bis zu 2 Mio € belaufen. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der 30. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für humane Reproduktion und Embryologie (ESHRE). Das 2009 eingeführte GFI-Förderprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, innovative translationale Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Fertilität in konkrete Gesundheitslösungen umzuwandeln, um die Erfolgsrate der assistierten Reproduktionstechnologie (ART) zu verbessern. 640 Anträge aus über 50 Ländern in aller Welt gingen in den vergangenen fünf Jahren beim GFI-Förderprogramm ein. Bei der diesjährigen Preisverleihung erhielten neun Projekte aus acht Ländern Fördergelder.
Anlässlich der 67. Jahrestagung der Weltgesundheitsversammlung (WHA) hat Merck im Mai die Gründung einer globalen Allianz vorgeschlagen, um die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei ihrem ehrgeizigen Ziel zu unterstützen, die parasitäre Wurmerkrankung Bilharziose auszurotten. Merck selbst wird zu den Gründungsmitgliedern dieser neuen globalen Initiative zählen. Merck ruft unterschiedliche Interessensgruppen, die sich bei der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) engagieren, zum gemeinsamen Handeln auf, um verbleibende Lücken zu schließen und Herausforderungen auf dem Weg zur Ausrottung der Krankheit zu meistern. Merck selbst hat sich verpflichtet, die Anzahl der gespendeten Praziquantel-Tabletten, die gegen Bilharziose wirken, bis 2016 auf jährlich bis zu 250 Millionen zu erhöhen.
Consumer Health
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Consumer Health liegt auf der stetigen Verbesserung bewährter Rezepturen in Einklang mit den Bedürfnissen der Kunden. Zugleich entwickelt die Sparte ihre etablierten Markenprodukte neben einem Angebot an begleitenden Services weiter, um sie z. B. durch neue Anwendungsformen einfacher in der Handhabung zu gestalten.
Performance Materials
Merck ist unangefochtener Markt- und Technologieführer bei Flüssigkristallen („liquid crystals“), die vor allem in Fernsehgeräten und in der mobilen Kommunikation Anwendung finden, sowie einer der führenden Anbieter funktioneller und dekorativer Effektpigmente. Kunden aus den Branchen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Lack, Drucktechnik, Kunststoffanwendungen und Kosmetik nutzen unsere Hightech-Materialien und -Lösungen. Auch im Bereich Performance Materials setzt Merck auf die Wachstumsdynamik der Schwellenländer. Als neuer Bestandteil der Sparte bringt AZ Electronic Materials (AZ) zusätzliche Geschäftsfelder in das Merck-Portfolio ein. AZ bedient zwei Hauptmärkte: den Bereich der Integrated Circuit (IC)-Chemikalien zur Chip-Herstellung und Chemikalien für den Display-Bereich (Optronics).
Liquid Crystals
Im Bereich der mobilen LC-Displays hat Merck einen neuen LC-Schaltmodus entwickelt, der das Potenzial hat, die Lichtdurchlässigkeit des Displays um 20 Prozent zu steigern. Erste Produkte, die auf diesem neuen Schaltmodus basieren, werden im Laufe des Jahres 2014 auf den Markt kommen. Vorteile der neuen Technik: Zum einen verbrauchen sie weniger Strom und die Batterie-Lebensdauer der mobilen Endgeräte wird erhöht, zum anderen steigt die Qualität der mobilen Displays und stärkt den Trend zu höheren Auflösungen.
Die strategische Merck-Initiative LC 2021 bündelt zukünftige LC-Aktivitäten – mit besonderem Fokus auf Anwendungen außerhalb von Displays. So können Flüssigkristalle beispielsweise die Licht- und Wärmedurchlässigkeit von Fenstern in Gebäudefassaden regulieren. Um diese strategische Ausrichtung zu stärken, hat Merck zum 1. Juli 2014 die verbleibenden 30% des niederländischen Spezialisten für Smart-Window-Technologie Peer+ übernommen, wie Merck am 30. Juni mitgeteilt hat. Mit dieser Akquisition kann Merck schneller LC-Materialien für diese Anwendungen entwickeln und Kooperationen mit Partnern in der Glas- und Fassadentechnologie eingehen.
OLED
Organische lichtemittierende Dioden – kurz OLED – werden in neuen Beleuchtungsanwendungen und Display-Technologien verwendet. Sie stehen für brillante Farben und scharfe Bilder aus jedem Blickwinkel, eine lange Lebensdauer und höchste Energieeffizienz. OLEDs ermöglichen es zudem, Displays auch in runden Formen oder flexibel zu gestalten – damit sind sie für den Einsatz in neuesten technischen Anwendungen prädestiniert. Ein Beispiel sind sogenannte „smart watches“, Armbanduhren mit zusätzlichen Computerfunktionalitäten und Internetzugriff.
Die Merck-Produktlinie für diese Art der Anwendungen heißt livilux®. Auf Basis seiner mehr als zehnjährigen Erfahrung hat Merck ein starkes Portfolio an weltweiten Patenten aufgebaut. Entwicklungspartnerschaften mit Kunden sind dabei ein Weg, neue Technologien zu erproben und zur Marktreife zu führen. So hat die Sparte gemeinsam mit dem Druckerhersteller Seiko Epson eine Technologie etabliert, mit der sich OLED-Displays drucken lassen. Während Merck sein Know-how aus der OLED-Materialentwicklung und in der Entwicklung von Tinten in die Kooperation einbrachte, steuerte Seiko Epson seine Kompetenzen für Druckköpfe mit Mikro-Piezo-Inkjet-Technologie und das Prozess-Know-how bei. Der Vorteil der gemeinsam entwickelten Technologie: geringere Kosten und höhere Materialeffizienz. Denn im Vergleich zu aufgedampften OLED-Displays erfolgt das Aufbringen der Materialien bei gedruckten OLED-Displays bei Raumtemperatur unter Normaldruck. Zudem wird bei diesem Verfahren Material nur dort abgeschieden, wo auch tatsächlich Dioden entstehen.
Hochwertige Pigmente und funktionelle Materialien
Neben hochwertigen dekorativen Effektpigmenten bietet Merck auch funktionelle Materialien an, die zum Beispiel in der Lasermarkierung von Kunststoffen, in leitfähigen Beschichtungen sowie in der Wärmereflexion für Gewächshäuser Anwendung finden. Die jüngste Entwicklung auf dem Gebiet der Effekte sind Pigmente der Marke Meoxal®. Diese bestechen durch eine außergewöhnlich hohe Farbsättigung und hervorragende Performance. Der Grund ist eine innovative Schichttechnologie, bei der Aluminium-Flakes als Substrat eingesetzt werden. Die Produkte sind für vielfältige High-Performance-Anwendungen geeignet, insbesondere für Automobil- und Kunststofflackierungen. Der Launch des dritten Pigments der neuen Pigmentserie – Meoxal® Atacama Red – fand im zweiten Quartal 2014 statt. Mit Xirallic® NXT bringt Merck eine neue patentgeschützte Produktgeneration der bekannten High-Tech-Effektpigmente auf den Markt, die den Kunden einen außergewöhnlichen „Living-Sparkle-Effekt“, hohes Styling-Potenzial und konsistente Qualität bietet. Das erste Produkt der neuen Generation – Xirallic® NXT Panthera Silver – ist ein dunkelgraues, metallisch wirkendes Effektpigment, das Merck seit April anbietet.
AZ Electronic Materials
Im Geschäftsbereich IC Materials (Integrated Circuit Materials), der Produkte für integrierte Schaltkreise liefert, hat AZ für die Halbleiterindustrie eine Produkt-Palette für Anwendungen der „Extreme UV Lithography“ (EUV) entwickelt, die bereits bei mehreren Kunden für ihre Prozesse qualifiziert ist. Die erhöhte Komplexität der Strukturerzeugung schafft Möglichkeiten für neue Materialien. Die „Shrink“-Technologie erlaubt es, lithographisch erzeugte Strukturen nachträglich zu verkleinern, und so Auflösungsbeschränkungen der Belichtungstechnologie kostengünstig zu umgehen. Neue Produkte stehen kurz vor dem Produktionseinsatz. AZ ist führend in Directed Self Assembly (DSA), eine wegweisende Technologie, die von allen Herstellern fortgeschrittener Halbleiter intensiv verfolgt wird. Bei DSA ist die Information für kleinste Strukturen bereits in der chemischen Natur des Beschichtungsmaterials enthalten. Darüber hinaus forscht AZ intensiv auf dem Gebiet dicker Perhydropolysilazan-Produkte für die 3D-Chip-Technologie sowie neuartiger Isolationsmaterialien.
Die Weiterentwicklung der Flachbildschirm-Technologie zu größeren Formaten und höheren Taktfrequenzen erfordert inzwischen Strukturgrößen an der Grenze der Auflösungsfähigkeit der Belichtungsgeräte. AZ konnte im Geschäftsbereich Optronics die sogenannte Tandem-Harz-Technologie mit einer besonderen Molekulargewichts-Verteilung aus dem IC-Bereich übertragen und somit eine Photoresist-Auflösung nahe der theoretischen Grenze erreichen. Bei der Silizium-Technologie befinden sich neue Siloxan-Materialien in fortgeschrittenen Test-Stadien: als Planarisierungs-Schichten für hochauflösende Bildschirme und als Dünnschicht-Barriere für OLED-Beleuchtungen.
Merck Millipore
Merck Millipore hat im zweiten Quartal 2014 begonnen, 12 Mio € in sein Werk im französischen Molsheim zu investieren, um die Produktionskapazitäten für gebrauchsfertige Nährmedien zu erweitern, die Liefersicherheit der Produkte für Kunden in der Region zu verbessern und die Hycon-Produktlinien von Heipha weiterzuführen. Mit der gesteigerten Produktionskapazität kann die Nachfrage am globalen Markt bedient werden und es wird eine ausreichende Kapazität für weiteres Marktwachstum sichergestellt.
In der Geschäftseinheit Bioscience wurde die RNA-Reprogrammierungstechnologie Simplicon™ eingeführt. Hierbei kommt synthetische, sich selbst replizierende RNA zum Einsatz, um humane induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) mittels eines einzigen Transfektionsschritts in großen Mengen zu erzeugen. Diese effiziente Reprogrammierung somatischer Zellen stellt ein besser definiertes und sichereres System für die Erzeugung von iPSC dar.
Die Geschäftseinheit Process Solutions stellte ihr neues Formulierungslabor in Indien vor. Es ist das erste außerhalb Europas. Das Labor ist strategisch in Nerul im Bezirk Neu-Mumbai angesiedelt und damit von den großen Produktionszentren für Arzneimittel in Ahmedabad, Goa und Hyderabad aus leicht zu erreichen. Das Formulierungslabor mit seinen Einrichtungen bietet Kunden der Pharmabranche Dienstleistungen und Anwendungsunterstützung für feste Darreichungsformen. Die Geschäftseinheit Process Solutions hat ihr Provantage®-Serviceangebot rund um biotechnologische Upstreamprozesse auf den nordamerikanischen Markt ausgeweitet. Kunden in Nordamerika haben jetzt ebenfalls Zugang zu Medien- und Feed-Screening, Materialherstellung in kleinem Maßstab und Optimierung der Bedingungen für Scale-up und Technologietransfer..
Im zweiten Quartal feierte Merck Millipore außerdem das 40-jährige Jubiläum des Steritest™-Systems, des ersten geschlossenen Filtrationsgeräts für die Sterilitätsprüfung. Seit der Einführung des Steritest™-Systems im Jahr 1974 hat Merck Millipore die Standards bei der Sterilitätsprüfung verbessert und damit das Risiko von falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen verringert, die Verlässlichkeit gesteigert und Arbeitsabläufe für Mikrobiologen in der ganzen Welt optimiert. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Sterilitätsprüfung bringt Merck Millipore dieses Jahr drei neue Pumpen auf den Markt.

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