Ihre Suche: Mitarbeiter

Forschung und Entwicklung bei Merck

Merck erforscht und entwickelt weltweit Lösungen, um die Lebensqualität von Patienten und Kunden zu verbessern. Das Unternehmen fokussierte sich auch im vergangenen Quartal darauf, Relevanz und Rentabilität seiner Forschungen und Entwicklungen weiter zu optimieren und ging verstärkt Kooperationen mit Dritten ein.

Knapp 4.000 Mitarbeiter forschen weltweit für Merck an Innovationen, mit denen das Unternehmen die langfristigen Gesundheits- und Technologietrends sowohl in den etablierten Märkten als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern bedienen kann.

Merck hat im dritten Quartal 2014 rund 504 Mio € für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das Unternehmen setzt außerdem auf einen neu abgestimmten Mix aus Eigenforschung und kapitalsparenden Kooperationen. Damit erhöht sich die Produktivität der Forschung und zugleich verringert sich der finanzielle Aufwand.

Die organisatorische Aufstellung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten folgt dem Spartenansatz von Merck. In der Geschäftsleitung zeichnen Stefan Oschmann für die Sparten Merck Serono und Consumer Health und Bernd Reckmann für die Sparten Performance Materials und Merck Millipore verantwortlich.

Neben den Informationen, die unten speziell mit Blick auf das dritte Quartal 2014 folgen, finden Sie weitere Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens im Merck-Geschäftsberichts 2013.

Merck Serono

Mit Wirkung vom 21. Juli 2014 wurde Dr. Luciano Rossetti zum Executive Vice President und weltweiten Leiter Forschung und Entwicklung ernannt. In seiner letzten Position war Rossetti Senior Vice President Late Stage Development bei Merck Sharp & Dohme (MSD). Vor seinem Eintritt 2006 bei MSD arbeitete er 18 Jahre lang als international anerkannter akademischer Wissenschaftler.

Immunologie

Als neuestes Entwicklungsprogramm in der klinischen Pipeline von Merck ist ein kleinmolekularer BTK-Inhibitor (MSC 2364447) in die Phase I der klinischen Prüfung an gesunden Probanden eingetreten. Bei dieser Forschungssubstanz handelt es sich um einen hochselektiven Hemmer der Brutontyrosinkinase (BTK), die für die Entwicklung und Funktionsweise von unterschiedlichen Immunzellen einschließlich von B-Lymphozyten und Makrophagen wichtig ist. Die präklinische Forschung deutet auf einen möglichen Therapienutzen bei bestimmten Autoimmunerkrankungen hin.

Neurologie

Nach Abschluss einer klinischen Phase-I-Studie, die bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose nach intradermaler Behandlung mit ATX- MS-1467, einem Immuntoleranz-Wirkstoff aus der Forschung, ermutigende MRT-Ergebnisse gezeigt hatte, wurde eine Phase-II-Studie in derselben Indikation gestartet. Die ersten Teilnehmer sollen noch vor Jahresende behandelt werden. Nach umfassender Prüfung aller wissenschaftlichen und kommerziellen Aspekte hat Merck entschieden, die weitere Entwicklung von Plovamer-Acetat, einem Peptidcopolymer der zweiten Generation aus der Forschung zur Behandlung von schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (MS), einzustellen. Als Konsequenz hieraus wird die laufende Phase II-Studie vorzeitig beendet. Merck hält an seinem Engagement fest, Innovationen im Bereich MS voranzutreiben und das Leben von Menschen mit dieser Erkrankung zu verbessern.

Onkologie

Zu TH-302, derzeit in der klinischen Prüfung in zwei Phase-III-Studien, wurde eine planmäßige Interimsanalyse der Phase-III-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit bei metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem inoperablem Weichteilsarkom (STS) durchgeführt. Die unabhängige Datenüberwachungskommission (IDMC), die die Auswertung durchführte, empfahl die planmäßige Weiterführung der Studie bis zu ihrem natürlichen Ende. Aktuelle Hochrechnungen gehen davon aus, dass die für die Endauswertung erforderliche Anzahl von Ereignissen in der zweiten Jahreshälfte 2015 erreicht werden müsste. Die primäre Analyse des Gesamtüberlebens wird für 2016 erwartet. In der zweiten Phase-III-Studie bei fortgeschrittenem Pankreaskarzinom wurde die Aufnahme von 660 Patienten im Oktober 2014 abgeschlossen.

Im Berichtsquartal haben Merck Serono und Sutro Biopharma, ein privates Biotechunternehmen mit Sitz in San Francisco (USA), den Abschluss einer Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation für mehrere nicht näher spezifizierte onkologische Ziele bekannt gegeben. Des Weiteren veröffentlichte Merck Serono den Abschluss einer Entwicklungskooperations- und Lizenzvereinbarung mit dem Institute of Cancer Research (ICR) in London und dem ebenfalls in London ansässigen Wellcome Trust zur Identifizierung von Inhibitoren des Enzyms Tankyrase, dem man eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung zuschreibt. Sowohl Merck Serono als auch die Forschungsgruppe am ICR arbeiten bereits auf dem Gebiet der Tankyrase-Inhibitoren und versprechen sich von der Zusammenarbeit eine Beschleunigung der Fortschritte in diesem Bereich.

Immunonkologie

Eine japanische Phase-I/II-Studie zu Tecemotide, die mit dieser Krebsimmuntherapie aus der Forschung an Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im Stadium III durchgeführt wurde, zeigte keine Auswirkung auf den primären Endpunkt des Gesamtüberlebens oder auf einen der sekundären Endpunkte. Aufgrund dieser Ergebnisse hat Merck entschieden, sein weltweites klinisches Entwicklungsprogramm zu Tecemotide als Monotherapie zur Behandlung von NSCLC im Stadium III einzustellen, um sich auf andere vielversprechende Kandidaten aus seiner Entwicklungspipeline zu konzentrieren.

Die Phase-I-Studie zu MSB 0010718C, einem in der Entwicklung befindlichen, rein humanen, monoklonalen IgG1-Antikörper, der an den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) bindet, macht schnelle Fortschritte und konnte bereits Antitumorwirkung bei vielen Patienten vor allem mit NSCLC und Ovarialkarzinom nachweisen. Merck Serono hat einen wettbewerbsintensiven Prozess gestartet, um einen Partner für die globale Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Vermarktung von MSB 0010718C zu finden. Bis Jahresende soll eine Einigung erzielt werden.

Endokrinologie

Zu Kuvan® (Sapropterindihydrochlorid) wurden Anfang September auf dem Jahressymposium der Society for the Study of Inborn Errors of Metabolism (SSIEM) in Innsbruck detaillierte Ergebnisse der Phase-IIIb-Studie SPARK zum Zeitpunkt nach 26 Wochen vorgestellt. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Verabreichung von Kuvan® in einer Dosis von 10 oder 20 mg/kg/Tag zusätzlich zu einer Diät mit eingeschränkter Phenylalaninaufnahme die Toleranz gegenüber Phenylalanin bei Kindern unter 4 Jahren, die unter Phenylketonurie (PKU) leiden und auf Kuvan® ansprechen, im Vergleich zu Patienten mit alleiniger Diät signifikant erhöht. Die SPARK-Studie wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zum Zeitpunkt der Zulassung als Folgemaßnahme verlangt. Aufgrund des positiven Ergebnisses der Studie hat Merck Serono bei der EMA einen Antrag auf Erweiterung der Zulassung eingereicht.

Fruchtbarkeit

Bei der ESPART-Studie, einer randomisierten, einfach verblindeten Phase-III-Studie zum Nachweis der Überlegenheit von Pergoveris® (r-hLH plus r-FSH) im Vergleich zu Gonal-f® (r-FSH) zur Entwicklung multipler Follikel im Rahmen der assistierten Reproduktionsbehandlung (ART) bei Frauen mit ungenügendem Ansprechen auf ovarielle Stimulation, wurde mit dem Einschluss von 946 Teilnehmerinnen die Patientenaufnahme abgeschlossen.

Weitere Highlights

Auf dem Analyst & Investor Day am 18. September hat Merck den Kapitalmarktteilnehmern einen aktualisierten Überblick über seine geplanten Aktivitäten im Bereich Biosimilars gegeben. Neben dem bekannten Investitionsplan über 100 Mio € für dieses Jahr will die Geschäftseinheit, abhängig von den Ergebnissen laufender Phase-I-Studien, nächstes Jahr weitere 130 bis 150 Mio € investieren. Die bestehenden Partnerschaften mit dem indischen Unternehmen Dr. Reddy›s und Bionovis aus Brasilien sollen um eine noch ungenannte Einlizenzierungsvereinbarung für ein Biosilimar der Spätphase erweitert werden. Diese soll sich anfänglich auf kleinere Wachstumsmärkte beziehen. Für die Jahre 2015 und 2016 plant Merck, zwei bis fünf klinische Studien der Phase III zu starten.

Merck Serono hat die Einführung des mit einer jährlichen Gesamtsumme von 20 Mio € ausgestatteten Förderprogramms „Merck Global Grants“ bekannt gegeben und unterstreicht damit das Engagement des Unternehmens, wissenschaftliche Innovationen und unabhängige medizinische Bildung weltweit finanziell zu unterstützen. Mit den „Grants for Innovation in Research“ werden die für am vielversprechendsten erachteten Forschungsprojekte in Spezialgebieten über das gesamte biopharmazeutische Spektrum weltweit identifiziert und gefördert. Zu den Nutznießern zählen akademische Einrichtungen, Forschungszentren, kleinere Start-ups und unabhängige Wissenschaftler. Im dritten Quartal wurden Stipendien aus diesem Förderprogramm in den Bereichen Multiple Sklerose, Wachstum und Onkologie vergeben.

Merck Serono und das Institut für experimentelle Neurologie (INSPE) des Universitäts- und Forschungsklinikums San Raffaele in Mailand haben die Fortsetzung ihrer strategischen Allianz zur Entwicklung von präklinischen und klinischen Forschungsprojekten im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen bekannt gegeben. Die translationale Forschung wird sich auf die Entwicklung von innovativen Therapien für schwerwiegende und invalidisierende neurologische Erkrankungen, von denen vorwiegend junge Erwachsene betroffen sind, konzentrieren. Ein Beispiel hierfür ist Multiple Sklerose. Diese Vereinbarung verlängert die bereits seit 2004 bestehende Partnerschaft zwischen den beiden Parteien um weitere zwei Jahre.

Consumer Health

Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Consumer Health liegt auf der stetigen Verbesserung bewährter Rezepturen in Einklang mit den Bedürfnissen der Kunden. Zugleich entwickelt die Sparte ihre etablierten Markenprodukte neben einem Angebot an begleitenden Services weiter, um sie z. B. durch neue Anwendungsformen einfacher in der Handhabung zu gestalten.

Im dritten Quartal haben diverse Produkteinführungen der strategischen Marken in wichtigen Märkten die Innovationskraft der Sparte unterstrichen: Neben dem neuen Bion® Equilibre in Frankreich sind hier unter anderem Nasivin® Mentholfrisch in Deutschland sowie die Markteinführung der Marke Bion® in Brasilien zu nennen.

Performance Materials

Merck ist unangefochtener Markt- und Technologieführer bei Flüssigkristallen („liquid crystals“), die vor allem in Fernsehgeräten und in der mobilen Kommunikation Anwendung finden, sowie einer der führenden Anbieter funktioneller und dekorativer Effektpigmente. Kunden aus den Branchen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Lack, Drucktechnik, Kunststoffanwendungen und Kosmetik nutzen unsere Hightech-Materialien und -Lösungen. Auch im Bereich Performance Materials setzt Merck auf die Wachstumsdynamik der Schwellenländer. Als neuer Bestandteil der Sparte bringt AZ Electronic Materials (AZ) zusätzliche Geschäftsfelder in das Merck-Portfolio ein. AZ bedient zwei Hauptmärkte: den Bereich der Integrated Circuit (IC)-Chemikalien zur Chip-Herstellung und Chemikalien für den Display-Bereich (Optronics).

Liquid Crystals

Im Bereich der mobilen LC-Displays hat Merck einen neuen LC-Schaltmodus – die so genannte UB-FFS-Technologie (Ultra-Brightness Fringe Field Switching) – entwickelt. Der neue LC-Schaltmodus hat das Potenzial, die Lichtdurchlässigkeit des Displays um 20 Prozent zu steigern, und die Markeinführung entwickelt sich schneller als angenommen. Erste Produkte, die auf diesem neuen Schaltmodus basieren, sind bereits auf dem Markt. Vorteile der neuen Technik: Zum einen verbrauchen sie weniger Strom und die Batterie-Lebensdauer der mobilen Endgeräte wird erhöht, zum anderen steigt die Qualität der mobilen Displays und stärkt den Trend zu höheren Auflösungen.

Die strategische Merck-Initiative LC 2021 bündelt zukünftige LC-Aktivitäten – mit besonderem Fokus auf Anwendungen außerhalb von Displays. So können Flüssigkristalle beispielsweise die Licht- und Wärmedurchlässigkeit von Fenstern in Gebäudefassaden regulieren. Nach Übernahme aller Anteile des niederländischen Spezialisten für Smart-Window-Technologie Peer+ wurde das Unternehmen inzwischen vollständig integriert. Damit kann Merck schneller LC-Materialien für diese Anwendungen entwickeln und Kooperationen mit Partnern in der Glas- und Fassadentechnologie eingehen.

OLED

Organische lichtemittierende Dioden – kurz OLED – werden in neuen Beleuchtungsanwendungen und Display-Technologien verwendet. Sie stehen für brillante Farben und scharfe Bilder aus jedem Blickwinkel, eine lange Lebensdauer und höchste Energieeffizienz. OLEDs ermöglichen es zudem, Displays auch in runden Formen oder flexibel zu gestalten – damit sind sie für den Einsatz in neuesten technischen Anwendungen prädestiniert. Ein Beispiel sind sogenannte „smart watches“, Armbanduhren mit zusätzlichen Computerfunktionalitäten und Internetzugriff.

Die Merck-Produktlinie für diese Art der Anwendungen heißt livilux®. Auf Basis seiner mehr als zehnjährigen Erfahrung hat Merck ein starkes Portfolio an weltweiten Patenten aufgebaut. Entwicklungspartnerschaften mit Kunden sind dabei ein Weg, neue Technologien zu erproben und zur Marktreife zu führen. So hat die Sparte gemeinsam mit dem Druckerhersteller Seiko Epson eine Technologie etabliert, mit der sich OLED-Displays drucken lassen. Während Merck sein Know-how aus der OLED-Materialentwicklung und in der Entwicklung von Tinten in die Kooperation einbrachte, steuerte Seiko Epson seine Kompetenzen für Druckköpfe mit Mikro-Piezo-Inkjet-Technologie und das Prozess-Know-how bei. Der Vorteil der gemeinsam entwickelten Technologie: geringere Kosten und höhere Materialeffizienz. Denn im Gegensatz zu aufgedampften OLED-Displays erfolgt das Aufbringen der Materialien bei gedruckten OLED-Displays bei Raumtemperatur unter Normaldruck. Zudem wird bei diesem Verfahren Material nur dort abgeschieden, wo auch tatsächlich Dioden entstehen sollen.

Hochwertige Pigmente und funktionelle Materialien

Neben hochwertigen dekorativen Effektpigmenten bietet Merck auch funktionelle Materialien an, die zum Beispiel in der Lasermarkierung von Kunststoffen, in leitfähigen Beschichtungen sowie in der Wärmereflexion für Gewächshäuser Anwendung finden. Die jüngste Entwicklung auf dem Gebiet der Effekte sind Pigmente der Marke Meoxal®. Diese bestechen durch eine außergewöhnlich hohe Farbsättigung und hervorragende Performance. Der Grund ist eine innovative Schichttechnologie, bei der Aluminium-Flakes als Substrat eingesetzt werden. Die Produkte sind für vielfältige High-Performance-Anwendungen geeignet, insbesondere für Automobil- und Kunststofflackierungen.

Der Launch der neue Generation von Xirallic® Pigmenten unter dem Namen Xirallic® NXT ist mit dem Produkt Xirallic® NXT Panthera Silver bereits im zweiten Quartal erfolgreich verlaufen. Im Zuge der Erweiterung dieser Produktserie wurde nun im dritten Quartal die Einführung von Xirallic® NXT Leonis Gold vorbereitet – ein neuartiges Goldpigment, das in seinen visuellen Eigenschaften sehr nahe an metallisch glänzendes Gold herankommt. Unser Pigment Lava Red wurde als Variante für den Automobilmarkt unter dem Label Colorstream® Lava Red SW bei unseren Automobilkunden lanciert. Im Rahmen einer „Red Emotions Automobil Kampagne“ wird es in Kürze einem breiten Publikum vorgestellt. Im Bereich der Pigmente für kosmetische Anwendungen wurde soeben das Produkt Ronastar® Diamond Black IQ eingeführt, das den wachsenden regulatorischen Bedürfnissen in der Kosmetikindustrie gerecht wird.

AZ Electronic Materials

Im Geschäftsbereich IC Materials (Integrated Circuit Materials), der Produkte für integrierte Schaltkreise liefert, hat AZ für die Halbleiterindustrie eine Produkt-Palette für Anwendungen der „Extreme UV Lithography“ (EUV) entwickelt, die bereits bei mehreren Kunden für deren Prozesse qualifiziert ist.

Die erhöhte Komplexität der lithographischen Prozesse für die am weitesten fortgeschrittenen Chip-Generationen eröffnet Chancen für neuartige Prozessmaterialien, die vom AZ-Geschäftsbereich Integrated Circuit Materials neu oder weiter entwickelt werden. Die bereits im letzen Quartalsbericht erwähnte Shrink-Technologie fand auch in diesem Quartal hohes Kundeninteresse, insbesondere für Resistprozesse mit Negativ-Ton. Weitere Kunden haben den Prozess der Materialqualifizierung begonnen. Inzwischen finden sogenannte Rinse-Materialien Einsatz, um den durch Kapillarkräfte hervorgerufenen Kollaps feiner Resiststrukturen während der Resistentwicklung zu verhindern. Mit fortschreitender Struktur-Verkleinerung wird der Einsatz dieser Materialien für eine steigende Zahl von Prozessen erforderlich, und AZ entwickelt diese Produktreihe zu diesem Zweck weiter. Erhöhte Anforderungen an Ätzprozesse können mit neuartigen metallischen Hardmasken erfüllt werden, die ältere Silizium-basierende Prozesse ablösen. In enger Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt AZ entsprechende Produkte, z.B. auf Zirkonium- oder Wolfram-Basis.

Im AZ-Geschäftsbereich Optronics befinden sich die im letzten Quartalsbericht angesprochenen neuen Silazan-Materialien inzwischen im Pilot-Produktionsstadium als Dünnschicht-Barriere für OLED-Beleuchtungen.

Merck Millipore

Merck Millipore beschäftigt fast 800 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung und arbeitet bei der Entwicklung innovativer Lösungen für Forschung, Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika und Biotech-Verfahren weltweit mit seinen Kunden zusammen.

Im September hat Merck Millipore die Auszeichnung mit zwei R&D Magazine 100 Awards für innovative Produkte, die 2013 auf den Markt gebracht wurden, bekannt gegeben. Mit der 52. Vergabe der jährlichen R&D Awards wurden die 100 technisch fortschrittlichsten Produkte prämiert, die im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht wurden. Die Auszeichnung erhielt Merck Millipore zum einen für das SmartFlare™-Nachweisreagenz, einen neuartigen Sensor, der in der Lage ist, spezifische mRNA und miRNA in lebenden, intakten Zellen nachzuweisen. Diese Technologie ermöglicht die trägerfreie zelluläre Endozytose des Reagenz, gefolgt vom Nachweis und einer relativen quantitativen Analyse der RNA-Spiegel. Da das Reagenz die Zelle nach dem Nachweis verlässt, kann dieselbe Zellprobe auch für beliebige Folgeanalysen verwendet werden. Das bedeutet, dass in denselben Zellen mehrere Biomarker oder nachgeschaltete Funktionen ausgewertet werden können. Zum anderen erhielt Merck Millipore die Auszeichnung für Clarisolve®-Tiefenfilter, die spezifisch auf die Korngrößenverteilung diverser Vorbehandlungsmethoden abgestimmt sind und dadurch die schnellste und effizienteste Klärung hochdichter Ströme und den problemlosen Verfahrenstransfer von vor- zu nachgeschalteten Stufen ohne Zentrifugieren ermöglichen. Clarisolve®-Tiefenfilter wurden für Zulaufströme von Säugetierzellkulturen mit großer Zelldichte und hohem Produkttiter zur Produktion monoklonaler Antikörper konzipiert. Auch bei mikrobiellen und Impfstoffanwendungen kam das Produkt bereits erfolgreich zum Einsatz.

Im dritten Quartal 2014 hat Merck Millipore außerdem die Eröffnung seines neuen Biomanufacturing Sciences Training Center (BSTC) in Tokio bekannt gegeben. In diesem modernen Forschungs- und Trainingszentrum sollen Merck-Millipore-Ingenieure biopharmazeutische Unternehmen bei der Entwicklung von Produktionsprozessen und der Suche nach Lösungen für Prozessherausforderungen unterstützen. Das Ziel von Merck Millipore ist es, mit dem neunten Zentrum dieser Art seinen Kunden Innovationen, hochwertige Produkte und umfassende technologische Unterstützung bereitzustellen – allesamt Hauptkomponenten des Produkt- und Dienstleistungsangebots von Merck Millipore.