Die Sparte Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Arzneimittel sowohl chemischen als auch biotechnologischen Ursprungs. Als größte Sparte der Merck-Gruppe steuerte sie im 2. Quartal 58 % der Gesamterlöse des Unternehmens bei.
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Merck Serono | Kennzahlen |
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in Mio € |
Q2 – 2011 |
Veränd. |
Jan.–Juni |
Veränd. |
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Gesamterlöse |
1.479,9 |
2,0 |
2.907,1 |
1,7 |
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Bruttoergebnis |
1.186,9 |
–2,6 |
2.408,5 |
0,1 |
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F&E-Kosten |
-301,3 |
1,7 |
–606,9 |
1,1 |
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Operatives Ergebnis |
-146,6 |
– |
1,8 |
–99,5 |
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Sondermaßnahmen |
5,8 |
– |
6,8 |
– |
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Free Cash Flow |
155,1 |
–39,8 |
693,3 |
54,4 |
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Basis Free Cash Flow |
149,8 |
–41,8 |
423,0 |
–5,8 |
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ROS in % |
-9,9 |
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0,1 |
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Geschäftsentwicklung
Im Berichtsquartal erzielte die Sparte einen Zuwachs der Gesamterlöse um 2,0 % von 1.451 Mio € im Vorjahresquartal auf 1.480 Mio €. Im 1. Halbjahr 2011 stiegen die Gesamterlöse um 1,7 % auf 2.907 Mio €.
Das organische Umsatzwachstum der Sparte betrug 8,0 %. Negative Währungseffekte wirkten sich hier um 2,9 Prozentpunkte und Veräußerungen um weitere 1,6 Prozentpunkte reduzierend aus. Das nominale Umsatzwachstum belief sich dementsprechend auf 3,4 %. Die Wachstumsrate der Sparte wurde allerdings auch von dem niedrigen Vorjahreswert begünstigt. Im 1. Quartal 2010 wurden bereits zusätzliche Umsatzerlöse in einer Höhe von ca. 50 Mio € gebucht, da die Bestände in den USA für das 2. Quartal wegen möglicher Lieferengpässe aufgestockt werden mussten.
Die Veräußerung des Théramex-Geschäfts mit Produkten im Bereich Frauengesundheit bedingte den leichten Rückgang der Umsatzerlöse in Europa. In Nordamerika fielen die Umsatzzahlen vor allem im Vergleich zu den niedrigeren Umsätzen im Vorjahresquartal höher aus. Die Regionen Lateinamerika und Australasien warteten mit soliden Umsatzzuwächsen auf. Deutliche Steigerungen wurden vor allem in China mit einem Umsatzplus von 21 % und in Indien mit 19 % erzielt.
Lizenz- und Provisionserlöse fielen im Berichtsquartal mit 84 Mio € um 17 % niedriger aus. Im 1. Halbjahr 2011 wurden Lizenz- und Provisionserlöse in Höhe von 167 Mio € realisiert, was einem Rückgang von 3,1 % entspricht.
Merck Serono | Umsatzerlöse nach Regionen – Q2

Die Arzneimittel der Sparte Merck Serono für die Allgemeinmedizin trugen weiterhin erheblich zu den Gesamtumsatzerlösen der Sparte bei. Die Umsatzerlöse der Betablocker der Marke Concor® (Wirkstoff Bisoprolol) wie Lodoz® und Concor®COR verbesserten sich im 2. Quartal 2011 um 7,6 % auf 106 Mio €. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 92 Mio € erzielte die Glucophage®-Produktfamilie der oralen Antidiabetika (Wirkstoff Metformin) im 2. Quartal dank des hohen Absatzniveaus in Lateinamerika und Asien ein deutliches Plus von 22 %. Bei den Schilddrüsenpräparaten wie Euthyrox® stiegen die Umsatzerlöse im 2. Quartal um 10 % auf 52 Mio €.
Die Herstellungskosten der Sparte, in denen einmalige Vorratsanpassungen in Höhe von –13 Mio € enthalten waren, erhöhten sich im Berichtsquartal um 26%. Das Bruttoergebnis verringerte sich dementsprechend um 2,6 % auf 1.187 Mio €. Die Marketing- und Vertriebskosten beliefen sich auf 367 Mio €, was einem Rückgang um 3,2 % entsprach. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen blieben im Prinzip konstant.
Im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung ihres Portfolios ermittelte die Sparte einmalige Belastungen in Höhe von 292 Mio € im 2. Quartal.
Von dieser Summe entfallen 161 Mio € auf die Wertminderung der Large-Scale-Biotech (LSB)-Produktionsanlage am Schweizer Standort in Corsier-sur-Vevey aufgrund von Überkapazitäten. Diese Neubewertung der Auslastung wurde durch die Fertigstellung des Neubaus und den Beginn der Testphase in der Anlage angestoßen.
Im Berichtsquartal fielen folgende weitere einmalige Belastungen an: 63 Mio € in Zusammenhang mit dem geänderten Entwicklungsplan für die Parkinson-Begleittherapie Safinamid; 35 Mio € in Zusammenhang mit der Entscheidung, die Entwicklung von IMO-2055, einem Kandidaten für die Krebstherapie in Kombination mit Chemotherapie und Erbitux® als Erstlinienbehandlung bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN), nicht weiterzuführen. Des Weiteren gab es eine Rückstellung in Höhe von -20 Mio € für die noch anfallenden Kosten in Zusammenhang mit dem Entwicklungsstopp bei Cladribin, einem Arzneimittelkandidaten für die orale Behandlung der Multiplen Sklerose, sowie von -13 Mio € für Vorratsanpassungen. Die Verkürzung der Abschreibungsdauer bei Rebif® um zwei Jahre in Reaktion auf den zunehmenden Markteinfluss von oralen Behandlungsformen für Multiple Sklerose führte außerdem im Berichtsquartal zu einer Mehrbelastung durch Abschreibungen in Höhe von –17 Mio €.
Im Zuge der oben erwähnten einmaligen Wertminderungen und weiteren Aufwendungen belief sich das Operative Ergebnis der Sparte im 2. Quartal auf –147 Mio € gegenüber 164 Mio € im Vorjahresquartal. Das bereinigte Operative Ergebnis, das Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte ausschließt, verschlechterte sich von 307 Mio € im Vorjahresquartal auf 116 Mio € im Berichtsquartal. Im 1. Halbjahr 2011 belief sich das Operative Ergebnis auf 1,8 Mio € im Vergleich zu 342 Mio € in 2010. Das bereinigte Operative Ergebnis lag im 1. Halbjahr 2011 bei 464 Mio € in 2011 verglichen mit 622 Mio € im 1. Halbjahr 2010. Die Umsatzrendite (ROS) von Merck Serono betrug im 2. Quartal 2011 -9,9% gegenüber 11,3% im Vorjahresquartal.
Die bereinigte Umsatzrendite (Core ROS) ohne Serono-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte belief sich im Berichtsquartal auf 7,8 %. Im Vorjahresquartal hatte sie 21,1% betragen.
Im Juli gab die Sparte Merck Serono die Verstärkung ihres Management-Teams durch zwei Neuberufungen bekannt: Dr. Belén Garijo wurde zum Chief Operating Officer ernannt. Dr. Annalisa Jenkins übernimmt die weltweite Leitung von Drug Development & Medical. Beide Damen werden im September zu Merck wechseln.
Therapiegebiete
Die weltweiten Umsatzerlöse von Rebif® zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) wuchsen im 2. Quartal um 5,2 % auf 423 Mio €. Die organische Wachstumsrate betrug 11%. Dieser Zuwachs basiert hauptsächlich auf den um 13 % höheren Umsatzerlösen in Nordamerika. Hier waren im Vorjahresquartal niedrigere Umsatzerlöse als üblich erzielt worden, da Großhändler in den USA im 1. Quartal einen Extravorrat an Produkten für 20 weitere Tage erhalten hatten. Hiermit wollte man mögliche Lieferengpässe im April verhindern, als die US-Tochtergesellschaft auf ein neues Computersystem umgestellt wurde.
Die Umsatzerlöse des zielgerichteten Krebstherapeutikums Erbitux® gingen im 2. Quartal um 3,0 % auf 204 Mio € zurück. Für dieses Minus war ein Umsatzrückgang in Japan maßgeblich verantwortlich. Dieser Rückgang steht in Zusammenhang mit der langsamer als erwarteten Einführung der KRAS-Biomarker-Bestimmung, die im Zuge der Erweiterung der Zulassungsindikation von Dritt- zu Erstlinienbehandlung bei metastasiertem Kolorektalkarzinom erforderlich wurde, und starkem Wettbewerbsdruck. In Asien – mit Ausnahme von Japan – und Lateinamerika setzten die Umsätze ihren Aufwärtstrend fort, blieben in Europa aufgrund von Kostendämpfungsmaßnahmen seitens der Kostenträger dagegen konstant.
Gonal-f®, ein rekombinantes Hormon zur Therapie von Unfruchtbarkeit, erzielte im 2. Quartal aufgrund der starken Nachfrage in Asien, Afrika und Australasien ein Umsatzplus von 7,2 % auf 130 Mio €. Diese Umsatzsteigerung drückt sich in einer organischen Wachstumsrate von 11 % aus.
Die Umsatzerlöse des rekombinanten Wachstumshormons Saizen® gegen Wachstumshormonmangel verzeichneten im 2. Quartal 2011 ein Minus von 5,4 % auf 55 Mio €. Der organische Wachstumsrückgang bezifferte sich auf 1,3 %.
Forschung & Entwicklung
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Merck Serono stiegen im 2. Quartal 2011 um 1,7 % auf 301 Mio € und im 1. Halbjahr um 1,1 % auf 607 Mio €.
Im 2. Quartal gab Merck den Abschluss der Patientenaufnahme in die CENTRIC-Studie, einer globalen, zulassungsrelevanten klinischen Studie der Phase III, bekannt. Ziel dieser Studie ist die Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit des noch in der Forschung befindlichen Integrininhibitors Cilengitide bei zusätzlicher Verabreichung zu einer Standardtherapie in einer Biomarker-definierten Untergruppe von Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom. Über 500 Patienten wurden rekrutiert. Primärer Endpunkt der Studie ist das Gesamtüberleben.
Ende Juni reichte Merck bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) einen Antrag auf Indikationserweiterung für Rebif® ein. Ziel ist der Einsatz bei Patienten, die ein einzelnes demyelinisierendes Ereignis erlitten haben, was ein frühes Zeichen der Erkrankung darstellt, und für die ein hohes Risiko besteht, Multiple Sklerose zu entwickeln.
