Ergebnisse – Q3

Der Bruttoergebnis stieg um 10,8% und erreichte 2.053 Mio. € (Q3 2011: 1.852 Mio. €) bzw. 75,4% des Umsatzes (Q3 2011: 76,1%). Die höheren Anlaufkosten für den Produktionsstandort für Biopharmazeutika von Merck Serono in Vevey (Schweiz), sowie Leerlaufkosten im Produktionsbereich infolge von Initiativen zur Senkung der Lagerbestände in der Sparte Performance Materials ließen die Bruttomarge knapp unter den Wert des Vorjahres sinken. Das robuste Wachstum in der Region Emerging Markets, in der das Preisniveau in der Regel niedriger ist, trug zu einem geringfügigen Rückgang der Bruttomarge bei.

Die konzernweiten Marketing- und Vertriebskosten verzeichneten mit einem Plus von 2,3% einen moderaten Anstieg auf 598 Mio. € (Q3 2011: 585 Mio. €), der jedoch deutlich unter dem Umsatzwachstum lag und Ausdruck reduzierter und zielgerichteterer Ausgaben ist. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen stiegen um 20,7% und beliefen sich auf 162 Mio. € (Q3 2011: 134 Mio. €), was auf die gute Umsatzentwicklung von Rebif® zurückzuführen ist.

Am 14. August 2012 gab Merck aktuelle Zahlen im Zusammenhang mit dem Effizienzsteigerungsprogramm „Fit für 2018“ bekannt und kündigte an, dass im Zeitraum 2012 bis 2014 für die Sparten Merck Serono und Consumer Health mit Sondereinflüssen von rund 640 Mio. € gerechnet wird, von denen im Jahr 2012 voraussichtlich rund 430 Mio. € anfallen werden. Im 3. Quartal 2012 wies Merck Sondereinflüsse in Höhe von 104 Mio. € aus (Q3 2011: 6 Mio. €). Diese schließen Restrukturierungsaufwendungen (Wertminderungen und Restrukturierungskosten) in Höhe von 45 Mio. € für das Programm „Fit für 2018“ ein. Zusammen mit Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von insgesamt 94 Mio. € sowie Verlusten aus Sicherungsgeschäften von 21 Mio. € haben sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 245 Mio. € im 3. Quartal 2012 beinahe verdreifacht (Q3 2011: 86 Mio. €).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) haben sich gegenüber dem 3. Quartal des Vorjahres kaum verändert. Nach einem leichten Anstieg von 0,2% beliefen sich diese auf 371 Mio. € (Q3 2011: 370 Mio. €); als Anteil am Umsatz ausgedrückt sanken sie jedoch deutlich auf 13,6% (Q3 2011: 15,2%). Aufgrund der geringeren Anzahl von Phase-III-Studien in der Pipeline von Merck Serono sanken die F&E-Kosten in dieser Sparte; höhere Investitionen in der Sparte Merck Millipore wogen diese Einsparungen jedoch zum Teil wieder auf.

Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte stiegen im 3. Quartal 2012 um 2,5% auf 218 Mio. € (Q3 2011: 213 Mio. €), dem gegenwärtig üblichen Quartalsniveau für die Merck-Gruppe.

Die Gruppe wies einen Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) von 4,1% auf 318 Mio. € im 3. Quartal 2012 aus (Q3 2011: 332 Mio. €); das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg jedoch um 2,3% auf 661 Mio. € (Q3 2011: 646 Mio. €). Bereinigt um Sondereinflüsse in Höhe von insgesamt 93 Mio. € (Q3 2011: 6 Mio. €) erhöhte sich das EBITDA vor Sondereinflüssen um 15,6% auf 754 Mio. € oder 27,7% des Umsatzes (Q3 2011: 653 Mio. € oder 26,8% des Umsatzes). Die höhere Marge zeugt vom starken Umsatzwachstum und der effizienteren Ressourcenallokation in der gesamten Unternehmensgruppe.

Im 3. Quartal 2012 verbesserte sich das Finanzergebnis der Gruppe um 19,6% auf –58 Mio. € (Q3 2011: –72 Mio. €). Diese Verbesserung ist auf geringere Zinsaufwendungen auf Finanzschulden infolge der Tilgung einer Anleihe im Wert von 500 Mio. € im März diesen Jahres sowie gesunkener Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen zurückzuführen. Ferner wirkten sich Gewinne in Verbindung mit dem Zeitwert von Devisenoptionen günstig auf das Finanzergebnis im Berichtzeitraum aus. Merck greift seit dem vierten Quartal 2011 zu Sicherungszwecken auf Devisenoptionen zurück und weist Veränderungen der entsprechenden Zeitwerte im Finanzergebnis aus. Dementsprechend unterliegt dieser Posten weiterhin der Volatilität von Wechselkursen.

Die Ertragsteuern beliefen sich auf –71 Mio. € (Q3 2011: –32 Mio. €). Im Gegensatz zum 3. Quartal des Vorjahres, in dem in den Ertragsteuern einmalige Erträge aus latenten Steuern enthalten waren, beeinflussten in diesem Berichtszeitraum Sondereinflüsse den ausgewiesenen Steuersatz nur moderat. Auf bereinigter Basis liegt der Ertragsteuersatz von 25,5% jedoch weiterhin in der Mitte der Spanne von 25 bis 26% des Basissteuersatzes des Unternehmens.

Die Erhöhung der Sondereinflüsse um 98 Mio. € lasteten auf dem ausgewiesenen Konzernergebnis, d. h. dem den Aktionären von Merck zurechenbaren Ergebnis nach Steuern, das sich im 3. Quartal 2012 auf 185 Mio. € (Q3 2011: 224 Mio. €) bzw. ein Ergebnis je Aktie von 0,85 € (Q3 2011: 1,03 €) belief. Unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse stieg das Ergebnis je Aktie jedoch um 22,2% auf 1,98 € (Q3 2011: 1,62 €).

Dank der starken operativen Tätigkeit der Merck-Gruppe im 3. Quartal 2012 und der effizienten Steuerung des Nettoumlaufvermögens erreichte der Free Cash Flow (Mittelfluss aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Akquisitionen/Veräußerungen, Kauf/Verkauf von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, langfristigen Finanzanlagen und marktfähigen Wertpapieren) ein Rekordniveau in Höhe von 815 Mio. € (Q3 2011: 482 Mio. €), was einem Anstieg um 69% entspricht. Als Folge verringerte sich der Anteil des Nettoumlaufvermögens am Umsatz auf 23,9% zum 30. September 2012 (29,5% zum 31. Dezember 2011).