Performance Materials Geprüft

429

Anzahl Mitarbeiter F&E

143,0 Mio €

Forschungs- und Entwicklungskosten 2013

Merck ist unangefochtener Markt- und Technologieführer bei Flüssigkristallen („liquid crystals“), die vor allem in Fernsehgeräten und in der mobilen Kommunikation Anwendung finden, sowie einer der führenden Anbieter von funktionellen und dekorativen Effektpigmenten. Kunden aus den Branchen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Coatings, Drucktechnik, Kunststoffanwendungen und Kosmetik nutzen unsere Hightech-Materialien und -Lösungen. Auch im Bereich Performance Materials setzt Merck auf die Wachstumsdynamik der Schwellenländer.

Liquid Crystals

Neben der Weiterentwicklung unserer Produkte für Fernseh- und mobile Anwendungen durch neue LC-Einzelsubstanzen und neue Flüssigkristallmischungen geht es in der Geschäftseinheit Liquid Crystals um echte dreidimensionale Darstellung von Information, zum Beispiel mit Holografie-Displays. Zudem arbeitet die Sparte an der Entwicklung von Technologien, auf deren Basis Flüssigkristall-Bildschirme möglich sind, die Zuschauern einen realitätsnahen 3D-Eindruck vermitteln. Im Unterschied zu aktuellen 3D-Fernsehgeräten kann er ohne Sehhilfe erreicht werden. Einen ersten Prototyp dieser neuen Generation von Fernsehgeräten entwickelte Merck 2013. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die sich mit den Flüssigkristallen der Zukunft beschäftigen, wurde in der Initiative LC2021 gebündelt.

Darüber hinaus entwickelt Merck Flüssigkristalle für völlig neue Anwendungen. Flüssigkristalle können dabei in schaltbaren Fenstern die Licht- und Wärmetransmission durch Gebäudefassaden regeln. Merck arbeitet mit Architekten und Glasherstellern an den Fenstern der Zukunft. Neben der Steuerung per Fernbedienung ermöglichen Flüssigkristalle Flexibilität bei Farbwahl und Integration der Fenster in bestehende Fassaden und helfen, Energie zu sparen. Flüssigkristalle bieten sowohl bei Neubauten als auch beim Austausch bestehender Fenster eine nachhaltige und innovative Lösung für die Zukunft.

OLED

Organische lichtemittierende Dioden – kurz OLED – werden in neuen Beleuchtungsanwendungen und Display-Technologien verwendet. Sie stehen für brillante Farben und scharfe Bilder aus jedem Blickwinkel, eine lange Lebensdauer und höchste Energieeffizienz. OLEDs ermöglichen zudem, Displays auch in runden Formen oder flexibel zu gestalten – damit sind sie für den Einsatz in neuesten technischen Anwendungen prädestiniert. Ein Beispiel sind sogenannte „smart watches“, Armbanduhren mit zusätzlichen Computerfunktionalitäten und Internetzugriff.

Die Merck-Produktlinie für diese Art der Anwendungen heißt livilux®. Auf Basis seiner mehr als zehnjährigen Erfahrung hat Merck ein starkes Portfolio an weltweiten Patenten entwickelt.

Entwicklungspartnerschaften mit Kunden sind dabei ein Weg, neue Technologien zu erproben und zur Marktreife zu führen. So hat die Sparte gemeinsam mit dem Druckerhersteller Seiko Epson eine Technologie etabliert, mit der sich OLED-Displays drucken lassen. Während Merck sein Know-how aus der Vakuumforschung und in der Entwicklung von Tinten in die Kooperation einbrachte, steuerte Seiko Epson seine Kompetenzen für Druckköpfe mit Mikro-Piezo-Inkjet-Technologie bei. Der Vorteil der gemeinsam entwickelten Technologie: geringere Kosten und höhere Materialeffizienz. Denn im Vergleich zu aufgedampften OLED-Displays werden gedruckte OLED-Displays bei Raumtemperatur und in ungiftiger Atmosphäre hergestellt. Zudem wird bei diesem Verfahren Material nur dort abgeschieden, wo auch tatsächlich Dioden entstehen.

Hochwertige Pigmente und funktionale Materialien

Hinter diesem weiten Begriff verbergen sich neben hochwertigen dekorativen Effektpigmenten auch funktionale Materialien, die zum Beispiel Anwendung finden in der Lasermarkierung, in leitfähigen Beschichtungen sowie in der Wärmereflexion von Gewächshäusern.

Die jüngste Entwicklung auf dem Gebiet der Effekte sind Pigmente der Marke Meoxal®. Diese bestechen durch eine brillante Farbsättigung und hervorragende Performance. Der Grund ist eine innovative Schichttechnologie, bei der Aluminium-Flakes als Substrat eingesetzt werden. Die Produkte sind für vielfältige High-Performance-Anwendungen geeignet, insbesondere für Automobil- und Kunststofflackierungen. Der Launch der ersten Pigmente der neuen Marke – Meoxal Wahiba Orange und Taklamakan Gold – fand im 2. Quartal 2013 statt. Erste Anwendungen konnten bereits im Rahmen der Internationalen Automobilausstellung 2013 in Frankfurt am Main gezeigt werden.

Aber auch aktive Substanzen für die Kosmetik gehören zum Portfolio. So wurde im Jahr 2013 das innovative Produkt RonaCare® Poppy SE, ein natürlicher Mohnsamenextrakt zur Hautstraffung, neu eingeführt. Neben der Straffung der Haut ist auch der Schutz beziehungsweise die Farbanpassung der Haut ein großes Thema. Die westliche Welt ist nach wie vor vom Schönheitsideal der Bräune geprägt. Für diesen Bedarf wurde das Produkt RonaCare® Bronzyl™ entwickelt, das den natürlichen Bräunungsprozess, die Melaninbildung, anregt. Eine umgekehrte Wirkung kann man mit RonaCare® Pristine Bright™ erzielen. Es unterstützt einen hellen Hautton, was vor allem in asiatischen Kulturen sehr hoch geschätzt ist.