Wir leuchten bunt. Performance Materials

Druckbare Elektronik der Merck-Sparte Performance Materials (Foto)

Eine Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten. Ob druckbare Elektronik oder kommunizierende Etiketten: Um neue Bedürfnisse zu verstehen, nimmt Merck seine Kunden auf die Reise mit.

Immer flacher, immer leistungsstärker, immer präsenter: Displays spielen schon heute eine Schlüsselrolle bei der digitalen Kommunikation. Und das ist erst der Anfang eines Wandels, der unsere Art zu kommunizieren grundlegend verändert. Durch unsere Innovationskraft treiben wir diese Entwicklung gemeinsam mit unseren Kunden maßgeblich voran.

  • Interview mit Walter Galinat und Roman Maisch
  • Auf einen Blick

Interview mit Walter Galinat und Roman Maisch

Nur Schauen war gestern, die Zukunft liegt in der Interaktion: Displays können heute weit mehr als bunt leuchten, dank innovativer Flüssigkristalle von Merck.

Walter Galinat, Leiter der Merck-Sparte Performance Materials und Roman Maisch, verantwortlich für Marketing & Sales des Liquid-Crystal-Geschäfts (Foto)

Walter Galinat, Präsident und CEO von Performance Materials, und Roman Maisch, verantwortlich für Marketing & Sales des Liquid-Crystal-Geschäfts.

„Die Zukunft ist eine Fläche.“

Herr Galinat, Herr Maisch: Die Erde ist eine Kugel, Ihre Welt hingegen ist eher flach, oder?

Galinat: Wenn Sie das beruflich meinen: ja.

Maisch: Und wenn Sie so wollen, wird sie immer flacher (lacht).

Warum?

Galinat: Weil Displays flach sind und sie immer stärker zu unserem wichtigsten Kommunikationsinstrument werden. Wir leben in einem Zeitalter der allgegenwärtigen Interaktion, was für uns eine Riesenchance, aber zugleich auch eine enorme Herausforderung ist. Wir haben die Möglichkeiten, mit Materialien für druckbare Elektronik, organische LEDs oder organische Fotovoltaik neue Anwendungen und neuen Nutzen zu schaffen. Aber wir müssen unsere Kunden auf diese Reise auch mitnehmen.

Und wohin geht die Reise?

Maisch: Zum Beispiel in die Stadt von morgen mit Smart Windows oder sprechenden Fassaden. In Richtung autonomes Fahren oder auch kommunizierende Etiketten auf Joghurtbechern. Bisher haben wir mit unseren Kunden im Wesentlichen über die technischen Aspekte von Displays gesprochen, haben also Themen wie ihre Krümmung, Flexibilität oder Schaltzeiten auf der Agenda gehabt. Aber technische Machbarkeit ist nur eine Seite der Medaille. Uns geht es darum, gemeinsam mit unseren Kunden in die Zukunft zu blicken und so noch genauer neue Bedürfnisse zu verstehen.

60 %

Weltmarktanteil als Lieferant von Flüssigkristallen

Also eine Weiterentwicklung mit dem Kunden?

Galinat: Ja, denn gerade als Markt- und Technologieführer müssen wir weiterdenken, neue Angebote auf den Markt bringen. Das beginnt bei innovativen Produkten, hört dort aber nicht auf. Es geht immer auch darum, unser technologisches wie gesellschaftliches Wissen zu erweitern.

Die Sparte Performance Materials wird also zu einer Art Think Tank?

Galinat: Richtig ist: Wir denken nach vorn. Aber das tun wir immer mit Blick darauf, was technisch möglich ist und was unserem Kunden nutzt. Wir holen immer mehr und immer spezielleres Experten-Know-how an Bord und geben dieses Wissen an unsere Kunden weiter. Unser Displaying Futures Symposium, das 2013 in Korea stattfand, folgte genau diesem Prinzip: mit unerwartetem Nutzen überraschen und dann gemeinsam mit dem Kunden genau das entwickeln, wonach er sucht. Dazu bringen wir Display-Hersteller mit Architekten, Designern und Zukunftsforschern zusammen und betrachten so die gesamte Wertschöpfungskette.

Und so schaffen Sie neue Märkte?

Maisch: Zumindest prägen wir damit die für uns entscheidenden Märkte mit. Nur ein Beispiel: Die Frage, was wir mit organischen LEDs, also OLEDs, in Zukunft umsetzen können, lässt sich nicht mehr nur allein im Labor beantworten. Dazu müssen wir raus, in den Dialog mit unseren Kunden kommen, außerhalb eingefahrener Muster denken und Inspirationen liefern.

Galinat: Märkte fallen nicht vom Himmel, sie werden geschaffen. Dazu braucht man Geduld, manchmal Jahre oder sogar Jahrzehnte. Für uns ist klar: Die Zukunft ist eine Fläche – und sie bringt Anwendungen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Voraussichtlicher Marktanteil von OLED- und LCD-Fernsehern

Voraussichtlicher Marktanteil von OLED- und LCD-Fernsehern 2017 (Grafik)

93 % LCD-Fernseher
7 % OLED-Fernseher

Voraussichtlicher Marktanteil von OLED- und LCD-Fernsehern 2020 (Grafik)

80 % LCD-Fernseher
20 % OLED-Fernseher

Auf einen Blick

Performance Materials

Die Sparte Performance Materials umfasst die drei Geschäftseinheiten Liquid Crystals, Pigments & Cosmetics sowie Advanced Technologies. Zu den marktführenden Produkten gehören Flüssigkristalle für LCD-Fernseher und andere Displays sowie funktionelle Füllstoffe und Effektpigmente.

Die Geschäftseinheiten

Pigments & Cosmetics

  • Pigmente und Additive für Druck, Kunststoffe & Lacke
  • Kosmetik, Food & Pharma

Advanced Technologies

  • OLED
  • Lighting & Photovoltaic
  • Electronic Materials
  • Performance Solutions

Liquid Crystals

  • Display-Materialien

Basierend auf der breitesten Produktpalette in der Industrie ist das Produktportfolio von Liquid Crystals darauf zugeschnitten, umfassend die individuellen Bedürfnisse im Bereich LCDs zu erfüllen, von kleinen Displays in Smartphones bis hin zu Displays in den größten TV-Geräten.

Geschäftszahlen

Umsatz

1.642.092.500 €

EBITDA vor Sondereinflüssen

779.704.313 €

Umsatzerlöse nach Regionen

Performance Materials – Umsatzerlöse nach Regionen (Grafik)

Mikrokosmos

OLED

Mit der Marke livilux® bietet Merck innovative Materialien für organische lichtemittierende Dioden, sogenannte OLEDs. Die OLEDs verhelfen Displays zu brillanten Farben, sehr guten Kontrasten, schnellen Schaltzeiten und geringem Energieverbrauch.

OLED – Aufbau (Grafik)

01 Aufbau
OLEDs bestehen z. B. aus organischen, halbleitenden kleinen Molekülen, die zwischen leitfähigen Elektroden auf einen Träger aus Glas aufgebracht werden.

OLED – livilux® (Grafik)

02 livilux®
OLED-Materialien der Marke livilux® gibt es zum Aufdampfen oder als druckbare Tinte.

OLED – Funktionsweise (Grafik)

03 Funktionsweise
Fließt Strom, bilden sich Paare aus Elektronen und Löchern, sogenannte Exitonen. Die Molekülstruktur der Emittermaterialien bestimmt dabei die Farbe.

OLED – Display (Grafik)

04 Display
Aufgrund der nur wenige Hundert Nanometer dünnen organischen Schichten ist eine Verwendung nicht nur als starres, sondern auch als biegsames Display möglich.