Verpackungen spielen in zweierlei Hinsicht eine wichtige Rolle für unsere Produkte: Zum einen schützen sie sie vor äußeren Einflüssen und sorgen dafür, dass sie unbeschadet beim Kunden ankommen. Zum anderen gewährleisten Verpackungen, dass die Umwelt nicht durch austretende Stoffe beeinträchtigt wird. Die Verpackungen müssen über den gesamten Lebenszyklus der Produkte sicher sein – während des Transports und der Lagerung, bei der Anwendung und der Entsorgung.
Die Entwicklung geeigneter Verpackungen ist deshalb Teil unserer Produktentwicklung, die Verpackungen leisten einen Beitrag zur Produktsicherheit. Ein Beispiel sind unsere Safebreak-Flaschen, bei denen eine Kunststoffummantelung verhindert, dass Chemikalien im Falle von Glasbruch austreten.
Neben der Sicherheit spielt auch der effiziente Einsatz von Ressourcen eine entscheidende Rolle. Wir identifizieren Optimierungspotenziale, um den Materialeinsatz bei der Herstellung von Verpackungen unter Wahrung gleichbleibend hoher Qualität und Sicherheit zu reduzieren und den Anteil von Materialien zu erhöhen, die geringere Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Verpackungen für Merck-Millipore-Produkte
Mit diesem Ansatz entwickelt Merck Millipore derzeit seine Verpackungsstrategie weiter. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Strategie ist, dass wir unsere Produkte in Verpackungen ausliefern wollen, die für unsere Kunden einfach zu entsorgen sind und die ihnen helfen, die Auswirkungen ihrer eigenen Tätigkeiten auf die Umwelt zu reduzieren. Deshalb arbeiten wir daran, wiederverwendbare Verpackungssysteme zu entwickeln und die Verwendung von Schaumteilen zu reduzieren. Hier einige Beispiele:
- Reagenzienflaschen aus Glas werden für den Versand in den Paketen eigens gesichert, sodass sie nicht aneinanderstoßen und zerbrechen. Dafür haben wir bislang EPS(Styropor)-Formteile verwendet. An den Standorten Deutschland, USA und Indien haben wir eine Initiative gestartet, um die EPS-Formteile durch Faserformteile aus Cellulose- und Recyclingpapier-Materialien zu ersetzen. In Darmstadt, Deutschland, werden wir den Austausch bis Ende 2013 weitgehend umgesetzt haben, damit ersetzen wir mehr als 600.000 EPS-Formteile. Für die Umstellung auf Cellulose- und Recyclingpapier-Materialien in Indien führen wir wegen der klimatischen Bedingungen noch weitere Untersuchungen durch. In den USA prüfen wir außerdem eine Alternative aus Wellpappe.
- Ein Großteil der Kartonagen, die an den US-Standorten von Merck Millipore zum Verpacken von Produkten genutzt werden, ist gemäß den Standards der Initiative für Nachhaltige Forstwirtschaft (Sustainable Forestry Initiative, SFI ) zertifiziert.
- Das Geschäftsfeld Lab Water von Merck Millipore hat eine neue Verpackung für die Laborwasseraufbereitungssysteme Smart and Milli-Q Integral entwickelt. Dabei werden Formteile aus PE(Polyethylen)-Schaumstoff durch Wellpappe ersetzt, es wird weniger Material eingesetzt und die Verpackungskosten werden gesenkt. Für den Versand der Zubehörteile Q-POD and E-POD haben wir die Styroporverpackung ebenfalls durch Wellpappe ersetzt. Durch das verbesserte Verpackungsdesign sparen wir 18 Tonnen Wellpappe im Jahr ein.
- 2012 untersuchte Merck Millipore in einer Lebenszyklusanalyse den Materialeinsatz bei Mehrwegbehältern aus Plastik im Vergleich zu Kartonverpackungen aus Wellpappe für die Millistak+®-Pod-Produkte, die in der Produktion von Impfstoffen verwendet werden. Es zeigte sich, dass mit einem wiederverwendbaren Behälter der Materialeinsatz um bis zu 95 % je ausgeliefertes Einzelprodukt verringert wird. Darüber hinaus wurden weitere Möglichkeiten zur Reduzierung der Umweltauswirkungen bei der Distribution sichtbar.
- Für BioMonitoring-Produkte haben wir im Berichtszeitraum ein Evaluationsinstrument, eine sogenannte Scorecard, für Verpackungen entwickelt, um Umweltauswirkungen, Kosten und Qualität verschiedener Verpackungsdesigns miteinander vergleichen zu können. Beispielsweise wurden bei der Entwicklung der Verpackung für die Vakuum-Pumpe EZ-Stream™, die zur Qualitätskontrolle in der Getränkeindustrie eingesetzt wird, drei verschiedene Verpackungsszenarien verglichen. Ausgewählt wurde die Verpackung mit den geringsten Umweltauswirkungen, die die erforderlichen Qualitätskriterien bei vergleichbaren Kosten erfüllt. Das Verpackungsdesign wurde daraufhin weiterentwickelt, sodass das Gewicht im Vergleich zur ursprünglichen Verpackung um 28 % und das Volumen um 18 % reduziert wurde. Die Anzahl der Produkte pro Palette konnte damit um bis zu 30 % erhöht werden. Bei zwei weiteren Biomonitoring-Produkten, dem EZ-Fit™ Manifold und dem EZ-Pak® Dispenser Curve, die ebenfalls zur Qualitätskontrolle in der Getränkeindustrie eingesetzt werden, haben wir den bislang verwendeten EPS-Schaum ersetzt, sodass die Verpackung nun komplett recycelbar ist.
- Die Verpackung der Milliflex®-Quantum-Sets, die für die Qualitätskontrolle in der pharmazeutischen und biopharmazeutischen Produktion eingesetzt werden, wurde hinsichtlich mehrerer Aspekte verbessert. Zum einen haben wir die Verpackungsgröße verringert, sodass der Kartonverbrauch um 15 % reduziert und dadurch die Anzahl der Sets auf den Paletten um 26 % gesteigert werden konnte. Zum anderen haben wir den Anteil an recyceltem Verpackungsmaterial von 45 % auf 90 % erhöht. Diese Änderungen führen auch dazu, dass unsere Kunden in einer engen Laborumgebung Platz sparen können.
Geschlossener Kreislauf für Verpackungen von Flüssigkristallen
In Südkorea setzt die Sparte Performance Materials auf ein patentiertes System von Edelstahlkanistern, die im Werk Poseung mit Flüssigkristallmischungen befüllt und an die südkoreanischen Display-Hersteller geliefert werden. Die sogenannten Merck-Standard-Kanister (MSC) können direkt an den Produktionslinien ohne Umfüllen genutzt werden. Anschließend gehen die leeren Behälter an Merck zurück und werden unter validierten Bedingungen gereinigt. Die MSC werden über mehrere Jahre im geschlossenen Kreislauf genutzt. Als Umverpackung dient eine wiederverwendbare Polypropylen-Box. Ähnliche Systeme sind an den anderen asiatischen Produktionsstandorten für Flüssigkristallmischungen im Einsatz.

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