
Merck hat 2012 erfolgreich „Wege ins Morgen“ beschritten. Nicht nur haben wir eines der umfangreichsten Veränderungsprogramme der 345-jährigen Unternehmensgeschichte weit vorangetrieben. Es ist uns auch gelungen, unser Geschäft in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld weiter auszubauen.
Das belegen die Zahlen. Die Gesamterlöse kletterten um 8,7 % auf 11,2 Mrd €. Gewachsen sind wir vor allem in den Schwellenländern sowie in Nordamerika. Unsere Strategie, uns auf diese Wachstumszentren zu fokussieren, zahlt sich also aus.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen, mit dem wir die operative Ertragskraft messen, konnten wir ebenfalls kräftig steigern – um 8,9 % auf 3,0 Mrd €. Aufgrund von Einmaleffekten im Zusammenhang mit dem Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramm „Fit für 2018“ ging das Ergebnis nach Steuern um 6,3 % auf 579 Mio € zurück.
Die Nettoverschuldung, die im Wesentlichen aus der Millipore-Übernahme resultiert, haben wir 2012 um knapp 1,6 Mrd € auf 1,9 Mrd € zurückgeführt. Den Entschuldungskurs behalten wir 2013 bei.
Der Hauptversammlung am 26. April werden wir die Erhöhung der Dividende um 20 Cent auf 1,70 € je Aktie vorschlagen. Die Höhe der Dividendenausschüttung reflektiert die robuste Finanzkraft und die gute Geschäftsentwicklung von Merck.
Bei der internen Neuausrichtung von Merck sind wir 2012 ebenfalls gut vorangekommen. Wir haben unsere Organisationsstruktur vereinfacht, Prozesse beschleunigt und damit begonnen, Kosten deutlich zu senken:
- So haben wir eine neue globale Führungsorganisation bei Merck etabliert. Dies ging auch mit zahlreichen personellen Veränderungen auf den oberen Managementebenen einher. Mit der neuen Struktur sind wir in der Lage, noch schneller und zielgerichteter die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden zu adressieren.
- Bei Merck Serono haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsorganisation vereinfacht und gleichzeitig damit begonnen, unsere Entwicklungspipeline neu auszurichten. Dies beinhaltete neben der Konzentration auf die vielversprechendsten internen Projekte auch Einlizenzierungen.
- Und schließlich haben wir den Grundstein gelegt, um unsere Kosten dauerhaft und spürbar zu senken. Die geplante Schließung des Merck-Serono-Standortes in Genf und die Rahmenvereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern in Deutschland waren dabei nur zwei Bausteine von vielen. Fast alle Länder und Konzernbereiche waren und sind in diesen Prozess einbezogen, mit dem wir Ressourcen für künftiges Wachstum freisetzen.
2013 wird es zunächst darum gehen, das im Vorjahr begonnene Effizienzsteigerungsprogramm weltweit abzuschließen. An seine Stelle wird anschließend ein Programm zur kontinuierlichen Verbesserung treten, das auf dem Erreichten aufbauen und Merck auch künftig Stück für Stück besser machen soll.
Gleichzeitig stellen wir die Weichen für langfristig profitables Wachstum unserer Geschäfte, indem wir Strategie, Portfolio und regionale Aufstellung unserer Sparten sukzessive weiterentwickeln:
- Bei Merck Serono arbeiten wir daran, unsere Pipeline weiter zu verbessern – auch durch Einlizenzierungen – und unsere regionale Präsenz insbesondere in den USA, Japan und China zu stärken. Gleichzeitig setzen wir unverändert auf Kooperationen mit externen Forschungs- und Entwicklungspartnern.
- Die Stärkung der Profitabilität und die Fokussierung auf strategische Marken stehen bei Consumer Health im Vordergrund.
- Bei Performance Materials wollen wir zum einen unsere globale Marktführerschaft bei den Flüssigkristallen verteidigen. Zum anderen positionieren wir uns in der OLED-Technologie als zuverlässiger Lieferant und ganzheitlicher Lösungsanbieter. Unser Pigment-Geschäft richten wir neu aus.
- Um künftig noch stärker mit innovativen Produkten im Life-Science-Bereich zu wachsen, investieren wir bei Merck Millipore umfangreich in Forschung und Entwicklung sowie in ausgewählte Zukäufe.
Über die Sparten-Strategien hinaus haben wir zudem strategische Initiativen in Bereichen definiert, die für die künftige Entwicklung von Merck von übergeordneter Bedeutung sind. Ein Beispiel ist die Optimierung unseres internen Talentprozesses, durch die wir angehende Führungskräfte noch besser fördern und auf künftige Aufgaben im Unternehmen vorbereiten wollen.
Unser Ziel bleibt, Merck zu einem schnelleren und effizienteren Unternehmen zu machen, das mit innovativen Pharma-, Chemie- und Life-Science-Geschäften profitabel wächst.
Dabei bleiben wir auch in Zukunft unseren bewährten Unternehmenswerten Mut, Leistung, Verantwortung, Respekt, Integrität und Transparenz verpflichtet. Sie bilden unverändert das Koordinatensystem, an dem wir unser unternehmerisches Handeln ausrichten.
Wir wollen 2018 ein Unternehmen sein, das ein Synonym für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit ist. Ein Unternehmen, das weithin anerkannt wird für Leistung, Effizienz und die Karrieremöglichkeiten, die es rund um die Welt bietet. Und ein Unternehmen, das respektiert wird für seine Werte, seine Kultur und dafür, dass es stets verantwortlich handelt. Kurz: Es ist unser Anspruch, bei Merck Großes möglich zu machen. Dafür arbeiten unsere etwa 39.000 Mitarbeiter Tag für Tag.
Die „Wege ins Morgen“, die wir 2011 und 2012 begonnen haben zu beschreiten, werden wir auch in den kommenden Jahren fortführen. Ganz im Sinne Theodor Fontanes: „Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.“
Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung, die Sie uns bis zu dieser Etappe entgegengebracht haben. Bleiben Sie Merck auch auf dem weiteren Weg gewogen.

Karl-Ludwig Kley
Vorsitzender der Geschäftsleitung

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