
2011 war ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr für Merck. Mit einem Plus von knapp 11 % überschritten die Gesamterlöse erstmals in der Geschichte des Unternehmens die 10-Milliarden-Euro-Grenze. Unser 2007 ausgegebenes Etappenziel wurde damit erreicht.
» Merck hat sich in den vergangenen Jahren
stark verändert. «
Karl-Ludwig Kley

Gemäß unserer strategischen Vorgaben konnten wir insbesondere in Asien und Nordamerika zulegen. In beiden Regionen werden wir unsere Aktivitäten weiter intensivieren; sie bieten für unser Geschäft das größte Wachstumspotenzial.
Das operative Ergebnis erreichte 985 Mio € und ging damit um 11,5 % zurück. Gründe waren vorrangig Einmaleffekte im zweiten Quartal. Diese setzten sich im Wesentlichen aus der Wertminderung unserer Biotech-Produktionsanlage in Corsier-sur-Vevey (Schweiz) sowie aus Neubewertungen verschiedener Pharmaprojekte zusammen. Hinzu kamen Rückstellungen für die Kosten des Entwicklungsstopps der Cladribin-Tabletten. Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich daher um 2 % auf 629 Mio €.
Mit dieser Entwicklung des Ergebnisses sind wir natürlich nicht zufrieden. 2012 liegt unser Fokus deshalb auf der Verbesserung des operativen Ergebnisses.
Für unsere Aktionäre war 2011 ein erfreuliches Jahr. Mit einem Kursplus von 29 % war die Merck-Aktie Spitzenreiter im DAX®. Diese sehr gute Entwicklung – gepaart mit der erfreulich deutlichen Schuldenreduktion – möchten wir durch eine angemessene Dividendenausschüttung unterstreichen. Wir werden deshalb der Hauptversammlung am 20. April die Erhöhung der Dividende um 25 Cent auf 1,50 € je Aktie vorschlagen. Grundlage für diesen Vorschlag sind die insgesamt gute wirtschaftliche Entwicklung von Merck, das zugrunde liegende robuste operative Ergebnis sowie die positiven Zukunftsaussichten des Unternehmens.
Merck hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert:
- Durch die Übernahme von Serono konnten wir uns zu einem der weltweit führenden Hersteller biotechnologisch hergestellter Arzneimittel entwickeln.
- Mit dem Verkauf des Generikageschäftes fokussierten wir uns auf innovationsgetriebene Aktivitäten mit höheren Margen.
- Und mit der Akquisition von Millipore etablierten wir uns als führender Partner der globalen Life-Science-Industrie.
Mit der neuen Unternehmensstruktur befindet sich Merck in einer guten Ausgangsposition, um die Wachstumschancen der Pharma-, Chemie- und Life-Science-Branchen nachhaltig nutzen zu können.
Unser Augenmerk ist jetzt darauf gerichtet, das operative Ergebnis dauerhaft zu verbessern, denn zukünftiges Wachstum muss auch finanziert werden. Wir haben dazu das Programm „Fit für 2018“ ins Leben gerufen, das wir in zwei Phasen umsetzen werden.
In der ersten Phase, die bis 2013 reichen wird, konzentrieren wir uns auf die Steigerung unserer Effizienz und die Senkung von Kosten. Hierzu gehört unter anderem die Implementierung einer schlankeren Führungsstruktur.
Auf organisatorischer Ebene sind wir damit bereits gut voran gekommen. So trat mit Wirkung zum 1. Januar 2012 eine neue globale Führungsorganisation in Kraft. Sie ersetzt unsere bislang auf Landesgesellschaften zugeschnittene Struktur durch eine stringente Führung unserer globalen Geschäfte.
Prozesse und Strukturen optimieren wir vor allem dort, wo wir bislang noch nicht ausreichend erfolgreich waren. Dies gilt speziell für unsere Forschungs- und Entwicklungsorganisation im Pharmabereich, die wir bereits 2011 weitgehend neu strukturiert haben.
Um den laufenden Transformationsprozess zu beschleunigen und unser Know-how zu verstärken, haben wir parallel zu den organisatorischen auch personelle Änderungen vorgenommen.
Seit Mitte 2011 ist die Geschäftsleitung mit drei neuen Mitgliedern komplett. Im Januar übernahm Stefan Oschmann die Verantwortung für unser Pharmageschäft. Im April folgte Kai Beckmann als Leiter des Personalressorts. Und seit Juni verantwortet Matthias Zachert den Finanzbereich. Matthias Zachert trat die Nachfolge von Michael Becker an, der nach 13-jähriger erfolgreicher Arbeit für Merck in den Ruhestand gegangen ist. Ich danke Michael Becker für sein großes Engagement und erfolgreiches Wirken. Er hat sich um Merck große Verdienste erworben.
Nicht nur in der Geschäftsleitung, auch auf der zweiten Führungsebene haben wir zahlreiche Positionen neu besetzt. Hierfür konnten wir Führungspersönlichkeiten namhafter Unternehmen unserer Branchen gewinnen und auf diese Weise Kompetenz, Führungserfahrung sowie Diversität bei Merck sinnvoll verstärken.
Seit Anfang 2012 arbeiten wir intensiv an der Identifikation von Zielen und Maßnahmen, um uns in unseren Standorten in 67 Ländern rund um den Globus besser aufzustellen. Die eingeleiteten Veränderungen werden signifikant sein und alle Bereiche des Unternehmens einschließen.
Nach Abschluss der ersten Programmphase von „Fit für 2018“ wird es ab 2014 wieder stärker um Wachstum gehen – wobei das natürlich nicht bedeutet, dass wir dieses Ziel in der Zwischenzeit aus den Augen verlieren. Wir werden auch weiterhin attraktive Wachstumschancen nutzen; seien es kleinere Akquisitionen oder Einlizenzierungen von Entwicklungssubstanzen bei Pharma. Da das Effizienzprogramm weltweit mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgeschlossen wird, können einzelne Geschäfte oder Länder ihre Wachstumsziele zudem durchaus bereits vor 2014 anstreben.
Veränderungen wie die aktuelle sind nichts Neues für Merck. Im Gegenteil. Eines unserer Erfolgsrezepte, derentwegen wir 344 Jahre alt geworden sind, ist die Fähigkeit zur Veränderung. Nur so konnte Merck Kriege, Währungsreformen oder den Wechsel von Staatsformen überstehen und noch immer erfolgreich Geschäfte führen.
Bei allen Veränderungen können sich unsere Mitarbeiter darauf verlassen, dass Merck eine Wertegemeinschaft bleibt, die der Sozialpartnerschaft große Bedeutung zumisst und die Mitarbeitervertretungen in die einzelnen Prozessschritte angemessen einbezieht. Dies gilt selbstverständlich auch für die Umsetzung unseres geplanten Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogramms. „Fit für 2018“ zielt darauf ab, dass wir aus einer starken Marktposition heraus mit innovativen Produkten nachhaltig profitabel wachsen können. Diesem Anspruch werden wir gerecht werden.
Für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung, die Sie uns auf dem bisherigen Weg entgegengebracht haben, danken wir Ihnen herzlich. Wir würden uns freuen, wenn Sie Merck auch auf den vor uns liegenden „Wegen ins Morgen“ vertrauensvoll begleiten!
Darmstadt, im Februar 2012

Karl-Ludwig Kley
Vorsitzender der Geschäftsleitung
