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Risikobericht Geprüft

Risiken sind Teil unternehmerischen Handelns. Wir haben Instrumente installiert, Risiken früh zu erkennen und sie mit entsprechenden Maßnahmen zu minimieren. Derzeit sind uns keine Risiken bekannt, die den Fortbestand der Merck-Gruppe gefährden könnten.

Risiko- und Chancenmanagement

Merck ist Teil einer komplexen, globalen Geschäftswelt und daher einer Vielzahl von externen und internen Einflüssen ausgesetzt. Jede unternehmerische Entscheidung wird daher vor dem Hintergrund der damit verbundenen Risiken und Chancen getroffen. Mit Hilfe der Risikomanagementaktivitäten wollen wir Risiken frühzeitig erkennen, sie bewerten, steuern und mit entsprechenden Maßnahmen minimieren. Das Chancenmanagement wird auf Grundlage der Unternehmensstrategie in den operativen Geschäftseinheiten durchgeführt. Weitere Informationen dazu können dem Prognosebericht entnommen werden.

Im unternehmensweiten Risikomanagementprozess sind Spartenleiter, Geschäftsführer und Finanzleiter von Merck-Gesellschaften und Leiter der Konzernfunktionen als Risikoverantwortliche definiert. Diese Risikoverantwortlichen bewerten halbjährlich ihre aktive Risikolage neu und melden ihr gesamtes Risikoportfolio an das zentrale Risikomanagement. Die Bewertung der Risiken erfolgt dabei anhand ihres möglichen Einflusses auf EBIT und Cash Flow sowie ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit. Signifikante Veränderungen der Einschätzung bereits bekannter Risiken sowie neue signifikante Risiken werden jederzeit gemeldet und an die Gremien ad hoc berichtet. Für den Standardprozess ist eine Wertuntergrenze zur Meldung von 5 Mio €, für den Ad-hoc-Prozess eine Wertuntergrenze von 25 Mio € festgesetzt. Risiken unterhalb dieser Wertgrenzen werden in den Bereichen selbstständig gesteuert. Die interne Revision überprüft im Rahmen von Audits unter anderem die Funktionsfähigkeit der bereichsinternen Risikomanagementprozesse und gleichzeitig die Informationsweitergabe relevanter Risiken an das Konzernrisikomanagement. Zusätzlich zu den genannten Bottom-up-Prozessen adressiert das zentrale Risikomanagement mögliche Risiken und Risikofelder top-down. Grundlage für diesen Prozess bilden eigenständige Analysen von internen wie auch externen Informationen. Darüber hinaus hat mit 2012 die Bewertung der Effektivität von Minimierungsmaßnahmen weiter an Bedeutung gewonnen. Die wesentlichen Maßnahmen werden in Bezug auf die geplante zeitliche Umsetzung und den angenommenen Minimierungseffekt durch das zentrale Risikomanagement nachverfolgt. Das zentrale Risikomanagement ermittelt auf Basis dieser Informationen das aktuelle Risikoportfolio des Konzerns und stellt diese der Geschäftsleitung, dem Aufsichtsrat und dem Finanzausschuss in einem Bericht zweimal im Jahr zur Verfügung.

Internes Kontrollsystem für den Konzernrechnungslegungsprozess

Ziel des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess ist, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewähren, dass ein regelkonformer Abschluss erstellt wird. Dieses System umfasst Maßnahmen, die eine vollständige, richtige und zeitnahe Übermittlung und Darstellung von Informationen gewährleisten sollen, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Merck-Gruppe relevant sind.

Dabei unterliegt das System der Weiterentwicklung und ist Bestandteil der Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesse in allen relevanten lokalen Einheiten und Merck-Konzernfunktionen. Die Maßnahmen des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess sollen das Risiko einer materiellen Falschaussage im Konzernrechnungslegungsprozess der Merck-Gruppe minimieren.

Wesentliche Instrumentarien

Das interne Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, die Ordnungsmäßigkeit des Konzernrechnungslegungsprozesses zu gewährleisten und die Implementierung interner Kontrollen zur Erstellung eines regelkonformen Konzernabschlusses mit hinreichender Sicherheit zu erfüllen. Die Konzernfunktion Group Accounting & Subsidiaries steuert die Aufstellung des Konzernabschlusses der Merck KGaA als Muttergesellschaft der Merck-Gruppe zentral. Die Konzernfunktion gibt die Anforderungen an die Berichterstattungsinhalte vor, die für alle Gesellschaften als Mindestanforderungen verpflichtend sind. Zugleich steuert und überwacht sie die zeitlichen und prozessbezogenen Vorgaben im Konzernabschluss. Basis für die Erstellung der lokalen Abschlüsse der Muttergesellschaft sowie der Tochtergesellschaften bilden die konzernweiten Bilanzierungsrichtlinien, die zeitnah dem sich ändernden finanzregulatorischen Umfeld angepasst und gemäß den internen Berichterstattungsanforderungen aktualisiert werden. Teil der konzernweiten Richtlinien ist die Vorgabe, konzerninterne Geschäftsprozesse als Basis für eine korrekte Saldenabstimmung abzubilden. Zusätzliche Kontrollen sind im Konsolidierungsprozess implementiert.

Group Accounting & Subsidiaries verwaltet ebenfalls zeitnah Veränderungen der Beteiligungsstruktur und passt den Konsolidierungskreis der Merck-Gruppe entsprechend an. Die Einzelgesellschaften verfügen über ein lokales, internes Kontrollsystem. Sofern die Finanzprozesse über Shared-Service-Center abgedeckt sind, wird zudem ihr internes Kontrollsystem angewendet. Sie stellen die richtlinienkonforme Bilanzierung gemäß den Bilanzierungsrichtlinien nach IFRS (International Financial Reporting Standards) und der Bilanzierungsrichtlinie der Merck-Gruppe sicher.

Group Accounting & Subsidiaries steht den lokalen Ansprechpartnern unterstützend zur Verfügung und gewährleistet eine durchgängig hohe Qualität der Finanzberichterstattung.

Der Rechnungslegungsprozess ist über alle Ebenen so ausgerichtet, dass im Rahmen des durchgängigen Vier-Augen-Prinzips jederzeit eine klar definierte Aufgabentrennung und Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen den am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen gewährleistet sind.

Bei der Bewertung von Bilanzpositionen existiert eine enge Kooperation mit dem konzernweiten Risikomanagement, um eventuelle Risiken bilanziell korrekt abzubilden. Bei Sonderthemen, wie beispielsweise der Bewertung von immateriellen Gütern oder Pensionsverpflichtungen, werden – wenn erforderlich – externe Sachverständige hinzugezogen. Für den Konzernrechnungslegungsprozess setzt Merck in den meisten Ländern eine einheitliche Standardsoftware von SAP ein. Über ein detailliertes Berechtigungskonzept zur Sicherstellung aufgabengerechter Befugnisse und unter Beachtung von Funktionstrennungsprinzipien beinhaltet das System sowohl die Berichterstattung der Einzelgesellschaft als auch die Konsolidierung des Konzernabschlusses.

Die Bestätigung der Effektivität des internen Kontrollsystems bei Merck in Bezug auf die Rechnungslegung und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung der Einzelgesellschaften erfolgt durch den lokalen Geschäftsführer und Finanzleiter durch Unterzeichnung der Berichterstattung der Einzelgesellschaft. Alle beschriebenen Strukturen und Prozesse unterliegen der regelmäßigen Prüfung der internen Revision, basierend auf einem jährlichen Prüfungsplan, der durch die Geschäftsleitung festgelegt wird. Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden von Geschäftsleitung, Aufsichtsrat und Finanzausschuss behandelt.

Das interne Kontrollsystem bei Merck ermöglicht es, das Risiko von materiellen Falschaussagen in der Rechnungslegung auf ein Minimum zu reduzieren, jedoch kann kein internes Kontrollsystem, unabhängig von der Ausgestaltung, ein verbleibendes Restrisiko verhindern.

Einschätzung des Managements zur Gesamtrisikosituation

Derzeit sind uns keine Risiken bekannt, die den Fortbestand der Merck-Gruppe gefährden könnten. Dies stellt dieser in Anwendung des Deutschen Rechnungslegungsstandards 5 verfasste Risikobericht fest.