Prinzip 1: Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte innerhalb ihres Einflussbereichs unterstützen und achten und
Prinzip 2: sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.
Bekenntnis, Grundsätze & Ziele
Unser Selbstverständnis als verantwortungsbewusstes Unternehmen beinhaltet ethisches Handeln und das Bekenntnis zur Einhaltung von Menschenrechten und internationalen Kernarbeitsnormen.
Zu unseren wesentlichen Grundsatzdokumenten gehören:
- Verhaltenskodex: Der Merck-Verhaltenskodex ist ein verbindliches Regelwerk für alle Mitarbeiter von Merck. Er erläutert die Grundsätze für den Umgang mit Geschäftspartnern, Gesellschaftern, Kollegen, Mitarbeitern und im gesellschaftlichen Umfeld. Damit unterstützt der Kodex alle Mitarbeiter dabei, ethisch einwandfrei zu handeln – nicht nur im Umgang miteinander, sondern auch außerhalb des Unternehmens.
- Menschenrechtscharta: Merck hat Ende 2013 eine konzernweite Menschenrechtscharta verabschiedet.
Die Charta unterstreicht unser Bekenntnis zur Achtung und Wahrung von Menschenrechten. Sie verknüpft und ergänzt bestehende Vorschriften und Richtlinien mit Bezug zu den Menschenrechten, wie beispielsweise unseren Verhaltenskodex, die Sozialcharta, die EHS-Policy oder die Access to Health-Charta. Ziel ist es, mithilfe der Menschenrechtscharta die Erwartungen des Unternehmens festzulegen, die Aufmerksamkeit für Menschenrechte auch im Unternehmen weiter zu steigern und gleichzeitig unternehmensspezifische Risiken genauer bestimmen zu können. Darüber hinaus wirken wir mit der Policy darauf hin, dass unsere Geschäftstätigkeit weltweit im Einklang mit unseren Werten steht.
Die Menschenrechtscharta beinhaltet Kernarbeitsnormen der International Labor Organization (ILO) und wird daher die Sozialcharta von Merck ersetzen. - Procurement Policy: Mit der im Jahr 2013 aktualisierten Einkaufsrichtlinie verankern wir CR-Standards in unseren Einkaufsprozessen: der Auswahl, der Bewertung und dem Management von Lieferanten. Die Einkaufsrichtlinie berücksichtigt zahlreiche interne und externe Regelwerke, wie den Merck Verhaltenskodex, unsere Sozialcharta, die EHS-Richtlinie oder die ISO 14001-Norm. Basierend auf der Einkaufsrichtlinie wurden Verfahrensanweisungen für die konzernweite Einkaufsorganisation angepasst.
- Merck Responsible Sourcing Principles: Als Ergänzung zur Einkaufsrichtlinie haben wir die „Merck Responsible Sourcing Principles “ entwickelt und im Jahr 2013 konzernweit in unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen integriert. Die „Merck Responsible Sourcing Principles“ konkretisieren und bündeln die Anforderungen an unsere Lieferanten bezüglich verantwortlichen Handelns und verweisen auf die Verantwortung der Lieferanten, unsere Corporate-Responsibility-Standards auf die vorgelagerten Lieferketten zu übertragen.
Als Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Materialwirtschaft Einkauf und Logistik e.V. (BME) unterstützt Merck die BME-Compliance-Initiative gegen Korruption, Kartelle und Kinderarbeit. - Access-to-Health-Charta: Wie in unserer Access to Health in Developing Countries Charter beschrieben, hat „Access to Health“ (A2H) einen hohen strategischen Stellenwert für die Merck-Gruppe. Unsere A2H-Strategie soll dazu beitragen, Zugangshürden für unterversorgte Bevölkerungsgruppen und Gemeinden in Entwicklungsländern zu überwinden. In der Erkenntnis, dass die Verbesserung des Zugangs eine komplexe und vielschichtige Herausforderung darstellt, für deren Bewältigung es kein Patentrezept gibt, haben wir unsere Programme und Initiativen auf globale, regionale und lokale Bedürfnisse zugeschnitten. Wir verfolgen einen ganzheitlichen bedarfsorientierten Ansatz und gehen Partnerschaften ein, um Ergebnisse zu erzielen. Unsere A2H-Arbeit betrifft unser gesamtes Unternehmen und ist Bestandteil unserer Corporate-Responsibility-Strategie.
Merck unterstützt die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen und arbeitet bei deren Umsetzung mit Partnern zusammen. Darüber hinaus soll die Gewährleistung von Gesundheit auch in der Post-2015-Agenda ein integraler Bestandteil bleiben. Durch unser Engagement, den Zugang zu Gesundheitslösungen auszuweiten, wollen wir Merck in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen als bevorzugten Gesundheitspartner etablieren und die Weiterentwicklung dieser Länder aktiv begleiten.
Unser solider, auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichteter Ansatz bei der Bewältigung der komplexen Herausforderung, Zugang zu Gesundheit zu ermöglichen, umfasst vier Komponenten, die so genannten „4 As für Zugang zu hochwertigen Gesundheitslösungen“: „Availability“ (Verfügbarkeit), „Affordability“ (Bezahlbarkeit), „Awareness“ (Bewusstsein) und „Accessibility“ (Erreichbarkeit).
Implementierung
- Compliance-Management: Die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmensinternen Regeln unterstützen wir durch organisatorische Maßnahmen. Die zentrale Konzernfunktion Compliance mit dem Group Compliance Officer (GCO) und weiteren Spezialisten ist für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Compliance-Programms verantwortlich.
In den Landesgesellschaften sind lokale Compliance-Beauftragte für die Umsetzung der Compliance-Maßnahmen zuständig. Sie werden von der zentralen Konzernfunktion beraten und werden z. B. mit Schulungsunterlagen ausgestattet. Die lokalen Compliance-Beauftragten berichten regelmäßig an den GCO. Der GCO berichtet mindestens einmal jährlich an die Geschäftsleitung und informiert über den Status der Compliance-Aktivitäten, Compliance-Risiken sowie schwerwiegende Compliance-Verstöße. Die Geschäftsleitung informiert die Aufsichtsgremien mindestens einmal jährlich über die wesentlichen Compliance-Sachverhalte. Das Compliance-Management wird kontinuierlich an aktuelle Anforderungen angepasst. - Compliance-Trainings: Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig in Präsenzveranstaltungen sowie durch Online-Trainings zu Compliance-Themen geschult. Mitarbeiter aller Hierarchieebenen werden zu Themen des Verhaltenskodex mit den Anforderungen des Unternehmens vertraut gemacht. 2013 wurden rund 108.000 Compliance-bezogene Kurse für 34.733 Mitarbeiter durchgeführt. Darüber hinaus wurden 24.168 Mitarbeiter (darunter 12.390 Mitarbeiter mit Global Grade 10+) zum Thema Anti-Korruption (35.003 Kurse) geschult.
Der Trainingsplan wird regelmäßig überarbeitet und neuen Entwicklungen angepasst. Außerdem werden die Präsenzschulungen an lokale Bedürfnisse angepasst. - Human Rights Risk Assessment: 2012 führte Merck ein gruppenweites Human Rights Risk Assessment auf Basis des Organisational Capacity Assessment Instrument (OCAI) durch. Ziel war die systematische Bestandsaufnahme und Bewertung der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Menschenrechte, potentieller Risiken sowie die Ableitung nächster Schritte.
- Lieferantenmanagement: Das Lieferantenmanagement stellt eine Kernaufgabe der Konzernfunktion Procurement dar und umfasst den gesamten Prozess der Beurteilung, Bewertung, Entwicklung und des Beendens von Lieferbeziehungen. Es zielt darauf ab, die Leistung der gesamten Zulieferbasis zu optimieren, um mittels Verfolgung eines transparenten, ganzheitlichen und global einheitlichen Ansatzes einen Mehrwert für Merck zu schaffen. Merck erwartet von seinen Lieferanten die Einhaltung von fundamentalen Regeln, wie beispielsweise zur Bekämpfung von Korruption und Kinderarbeit und stellt Mindestanforderungen an Arbeitsstandards.
In Ergänzung zu unserer Procurement Policy haben wir „Merck Responsible Sourcing Principles“ entwickelt. 2013 wurden sie in unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) integriert.
Die Verpflichtung unserer Lieferanten zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards dokumentieren wir mithilfe von Fragebögen zur Selbstbewertung. Rund 600 Fragebögen wurden 2013 von neuen und ausgewählten Lieferanten (anhand einer Risikoanalyse) ausgefüllt.
Der Gruppenstandard „Sustainability Audits in Supply Chain“ regelt die Durchführung von Audits zur Bewertung der Arbeitsbedingungen bei wichtigen Lieferanten der Merck-Gruppe sowie die Auswirkung der Lieferanten auf Umwelt und Gesellschaft. - Förderung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern: Mit unseren Programmen und unserer Access to Health in Developing Countries Charter streben wir nach Führung und Zusammenarbeit mit anderen, um den weltweiten Zugang zu Gesundheit zu verbessern. Die Charta umfasst die Themen Preisgestaltung von Produkten, geistiges Eigentum, Forschung und Entwicklung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten („Neglected Tropical Diseases", NTDs), Maßnahmen gegen Fälschungen sowie Arzneimittelspenden und Philanthropie.
Ein wichtiges Element unserer Access-to-Health-Maßnahmen ist das „Merck Praziquantel Donation Program“. Dabei unterstützen wir die WHO seit 2007 im Kampf gegen Bilharziose in Afrika, einer weit verbreiteten tropischen Wurmerkrankung. Seit dem Start des Programms wurden bisher rund 150 Millionen Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel gespendet und mehr als 38 Millionen Kinder behandelt. Im Jahr 2007 hat sich Merck dazu verpflichtet, 200 Millionen Tabletten Cesol® 600 mit dem Wirkstoff Praziquantel an die WHO zu spenden. Damit sollten bis zum Jahr 2017 rund 27 Millionen Kinder in den am stärksten betroffenen Ländern Afrikas gegen Bilharziose behandelt werden. Anfang 2012 haben wir angekündigt, dass wir unser Engagement im Kampf gegen Bilharziose nun unbefristet bis zur Ausrottung der Krankheit in Afrika fortsetzen. Dazu plant Merck, die Anzahl der jährlich gespendeten Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel auf mittelfristig bis zu 250 Millionen zu erhöhen. Unserer Engagement im Bereich Access-to-Health wurde im Access to Medicine (ATM) Index bewertet, der ATM-Maßnahmen von Pharmaunternehmen klassifiziert. Der nächste Index wird 2014 veröffentlicht.
Messung von Ergebnissen
- Compliance-Audits: Compliance-Audits werden als Teil allgemeiner Prüfungen durch die Konzernfunktion Interne Revision durchgeführt. Gegenstand der Überprüfungen sind das Vorhandensein und die Qualität von Compliance-Richtlinien, -Prozessen und -Strukturen. Daneben werden die Standorte auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex und die Sozialcharta überprüft. Das Thema Korruption und die Anforderungen der Sozialcharta sind integraler Bestandteil unseres Standard-Auditprogramms und werden im Rahmen der allgemeinen Audits an den Standorten auditiert. Im Jahr 2013 wurden insgesamt 30 Audits zum Thema Korruption durchgeführt. Darüber hinaus wurden insgesamt 27 Standorte in 27 Ländern in Hinblick auf Themen der Sozialcharta auditiert. Es wurden keine Verstöße gegen die Sozialcharta festgestellt.
- Zentrale Speak-up-line für Compliance-Verstöße: Jeder Mitarbeiter ist aufgerufen, Compliance-Verstöße beim Vorgesetzten, der Rechts- oder Personalabteilung oder anderen Fachstellen zu melden. Über ein zentrales Meldesystem, die „SpeakUp-Line“, können Mitarbeiter – telefonisch oder mittels einer webbasierten Anwendung – Verstöße kostenlos und in ihrer jeweiligen Landessprache melden, auch anonym.
Die eingegangenen Meldungen werden vom Group Compliance Office (GCO) geprüft und dem Compliance-Komitee zur Koordination der erforderlichen Ermittlung des Sachverhalts vorgelegt. Das Compliance-Komitee setzt sich aus leitenden Vertretern der Fachbereiche Interne Revision, Compliance, Konzernsicherheit, Datenschutz und Personalwesen zusammen. Es überwacht die Bearbeitung von gemeldeten Fällen und leitet, falls erforderlich, entsprechende Korrekturmaßnahmen ein. Gegebenenfalls werden auch disziplinarische Maßnahmen gegen den Mitarbeiter eingeleitet, der einen Compliance-Verstoß begangen hat. Diese können je nach Schwere des Verstoßes von der einfachen Ermahnung bis hin zur Entlassung des Mitarbeiters reichen. Im Jahr 2012 gingen 20 Compliance-relevante Meldungen über die Speak-up-Line ein. In fünf Fällen bestätigte sich 2012 der Vorwurf eines Verstoßes gegen unsere Verhaltensregeln. Diese Fälle wurden untersucht und gemeldet, Maßnahmenpläne wurden implementiert und von Group Compliance überwacht. Merck nimmt ein derartiges Fehlverhalten sehr ernst und ergreift entsprechende Maßnahmen, darunter auch Kündigungen gemäß geltenden Gesetzen.
Die Daten für 2013 werden im Juni 2014 in unserem Corporate Responsibility Bericht – Update 2013 veröffentlicht. - Lieferantenaudits: Um die Einhaltung von Sozial-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsstandards durch unsere Lieferanten zu bewerten, wurden 2013 insgesamt 22 Lieferantenaudits durchgeführt. Die auditierten Lieferanten wurden auf Basis einer Risikoanalyse ausgewählt. Bei vier Lieferanten haben wir kritische Mängel festgestellt, wesentliche Mängel haben wir bei 20 Lieferanten festgestellt. Von diesen Lieferanten haben wir einen „CAPA (Corrective action and preventive action)-Plan“ eingefordert, der beschreibt, mit welchen Maßnahmen die Mängel korrigiert werden. Dies wird von Auditoren überprüft. Insbesondere bei kritischen Mängeln ziehen wir bei nicht zufriedenstellenden Korrekturmaßnahmen auch eine Aufgabe der Geschäftsbeziehungen in Betracht.
- Evaluation des Merck Praziquantel Donation Program: Seit dem Start des Spendenprogramms hat Merck mehr als 150 Millionen Tabletten gespendet. Damit wurden insgesamt bisher mehr als 38 Millionen Patienten behandelt – vor allem Schulkinder. Im Jahr 2013 wurden 50 Millionen Tabletten für die afrikanischen Länder Angola, Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Kongo, Madagaskar, Mali, Nigeria, Senegal, Simbabwe, Sudan und Tansania bereit gestellt.
Im Rahmen eines Projekts der Bertelsmann-Stiftung zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen haben wir an der Entwicklung der „IOOI-Methode“ (Input, Output, Outcome, Impact) mitgearbeitet; sie dient der Messung und Bewertung gesellschaftlichen Engagements. Diese Methode haben wir auf unser Spendenprogramm zur Bekämpfung der Bilharziose angewendet; so können wir den Fortschritt des Projekts bewerten.

Fundstelle 02