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Arbeitsnormen

Prinzip 3: Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren sowie ferner für
Prinzip 4: die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit,
Prinzip 5: die Abschaffung der Kinderarbeit und
Prinzip 6: die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten.

Bekenntnis, Grundsätze & Ziele

Unser Selbstverständnis als verantwortungsbewusstes Unternehmen beinhaltet ethisches Handeln und das Bekenntnis zur Einhaltung von Menschenrechten und internationalen Kernarbeitsnormen.

Als wesentliches Grundsatzdokument zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen in der Merck-Gruppe ist die unter Prinzip 1 und 2 aufgeführte Menschenrechtscharta zu nennen.

Es ist für uns selbstverständlich, die Würde aller Arbeitnehmer zu achten und sie fair und unter Beachtung lokaler Gesetze und Richtlinien zu behandeln. Grundsätzlich richten wir uns nach den Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organization)-. Diesen Anspruch halten wir insbesondere bezüglich der folgenden Themen ein und unterziehen unsere Standorte regelmäßig Audits zu diesen Anforderungen: Vereinigungsfreiheit, keine Zwangsarbeit, keine Kinderarbeit, keine Diskriminierung und Chancengleichheit, Löhne und Gehälter, Arbeitszeit, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Verhinderung von Missbrauch und Belästigung.

Für die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gilt die bereits 1995 in Kraft gesetzte und gruppenweit gültige „EHS Policy“  („Principles and Strategies for Health, Safety and the Environment”). Die Policy wird durch interne, gruppenweit verbindliche EHS Standards sowie durch Richtlinien und Handlungsanweisungen auf Standortebene konkretisiert. Die Inhalte unserer Richtlinien orientieren sich an der „Responsible Care Global Charter“ , die von der internationalen chemischen Industrie ins Leben gerufen wurde. Ein wichtiges Ziel ist die Reduktion der Arbeitsunfälle auf eine jährliche LTIR (Lost Time Injury Rate) von 2,5 bis 2015. Diese Zielmarke haben wir seit 2011 bereits zum 3. Mal unterschritten.

Wir sind davon überzeugt, dass die Vielfalt (Diversity) unserer Belegschaft zu mehr Innovationen und besseren Teamleistungen führt. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen unterschiedlichen Kulturen, Nationalitäten und Altersgruppen sowie zwischen Frauen und Männern fördert unseren unternehmerischen Erfolg. Wir haben uns daher das Ziel gesetzt, die Vielfalt unserer Mitarbeiterschaft zu fördern und alle Mitarbeiter optimal in die Unternehmenstätigkeit einzubeziehen (Inklusion). Den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen ist ein wichtiges Anliegen von uns. So haben wir uns das Ziel gesetzt, den Frauenanteil im Management (globale Einstufung nach dem Global Grading System nach Towers Watson  14+) auf 25 bis 30 % bis 2016 zu erhöhen.

Implementierung

  • Rohstoff-Tracking und Bildungsprogramm: Im Rahmen einer Studie in der Lieferkette für Mica, einem Rohstoff für eine Produktgruppe unserer Pigmente, hatten wir im Jahr 2008 festgestellt, dass am Beginn der Lieferkette teilweise auch Kinder – in der Regel gemeinsam mit ihren Eltern – Glimmer sammeln. Dies ist nicht vereinbar mit unseren Unternehmenswerten und den Vorgaben unserer Menschenrechtscharta. In der Folge haben wir die Lieferkette neu ausgerichtet, um zu verhindern, dass weiterhin Kinder mitarbeiten und um sicherzustellen, dass die Prinzipien unserer Menschenrechtscharta eingehalten werden.

    Es war uns wichtig, unsere Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten in den Gebieten, aus denen der Glimmer kommt, aufrechtzuerhalten und dadurch Arbeitsplätze in Jharkhand, einer Region im Nordosten Indiens, die geprägt ist von Armut und politischer Unsicherheit, zu erhalten. Heute beziehen wir ausschließlich Glimmer aus Minen und nicht mehr aus Sammlungen. Basierend auf von unseren Lieferanten bereitgestellten Informationen haben wir ein System zur Nachverfolgung der Herkunft des Rohstoffs eingeführt. Es wird regelmäßig durch Mitarbeiter unseres neu in der Region eingerichteten Büros überprüft. Wir stehen in regelmäßigem und engem Kontakt mit unseren Geschäftspartnern in Jharkhand und haben sie umfassend über unsere Werte und unsere Erwartungen an die einzuhaltenden Sozial- und Umweltstandards informiert. Wir selbst und beauftragte Dritte führen zusätzlich Audits bei unseren Lieferanten und den Weiterverarbeitern durch.

    Ergänzend zur Umstellung des Mica-Bezugs arbeiten wir an einer Verbesserung der Bildungsangebote und der Gesundheitsversorgung in den Gebieten, aus denen der Rohstoff kommt. Zu diesem Zweck finanzieren wir drei Schulen mit angeschlossenem Kindergarten, die mittlerweile regelmäßig von rund 430 Kindern besucht werden, sowie ein Ausbildungszentrum für Schneiderei und Schreinerei. Die medizinische Versorgung verbessern wir durch ein Gesundheitszentrum vor Ort. Ein Arzt und eine Krankenschwester stehen täglich zur Verfügung, sie besuchen regelmäßig die umliegenden Dörfer und unsere Schulen. Außerdem unterstützen wir eine indische Nichtregierungsorganisation bei einem Projekt zur Entwicklung „kinderfreundlicher Dörfer“, das zum Ziel hat, das Verständnis für Kinderrechte und die Rahmenbedingungen für den regelmäßigen Schulbesuch zu verbessern.
  • EHS-Management: Arbeitssicherheit und Gesundheit in der Merck Gruppe sind integraler Bestandteil unseres „Environmental, Health & Safety Management“ (EHS-Management). Die oberste Verantwortung für Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheit trägt Bernd Reckmann, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung. Die Gruppenfunktion Environment Health Safety Security Quality (EQ) ist für die gruppenweite Steuerung der Themen verantwortlich, während operative Einheiten an den Merck-Standorten für die Umsetzung von Maßnahmen zuständig sind.

    Durch Schulungen und andere Aktionen wie Wettbewerbe werden Mitarbeiter und Vorgesetzte für potentielle Unfallrisiken und Gefährdungslagen sensibilisiert. Darüber hinaus tragen auch die Honorierung guter Leistungen an einzelnen Standorten, wie beispielsweise der „Safety Excellence Award“ für „Null Arbeitsunfälle“, sowie der Austausch in regionalen EHS-Foren zur Stärkung der Sicherheitskultur in der Merck Gruppe bei. Für die kontinuierliche Verbesserung der EHS Performance an den Produktionsstandorten setzen wir unser „Operation Excellence Program“ ein.

    Gruppenweit bieten wir unseren Mitarbeitern auch Maßnahmen zum präventiven Gesundheitsschutz. Die Bewertung der Ergonomie am Arbeitsplatz ist Teil unseres zentralen EHS-Managements. Andere Maßnahmen werden lokal gesteuert und durchgeführt. Dazu gehören Fitnessangebote, Informationen zu gesunder Ernährung, oder Maßnahmen zur Früherkennung von Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs.
  • Diversity-Management: Zur Förderung der Mitarbeitervielfalt haben wir 2011 die Position eines Chief Diversity Officer (CDO) geschaffen. Des Weiteren wurde das Diversity Council mit Vertretern aus Sparten und Funktionen formiert. Das Gremium wird die Diversity-Strategie weiterentwickeln, die Umsetzung vorantreiben und Fortschritte überprüfen. Mit zahlreichen konzernweiten und lokalen Aktivitäten wie Kommunikationsmaßnahmen und speziellen Weiterbildungsmaßnahmen, beispielsweise zu Führungskompetenzen und Selbstmarketing, fördern wir Vielfalt und Inklusion im Unternehmen. Dazu gehört auch die Unterstützung von Mitarbeitern initiierter, firmeninterner Netzwerke, wie die „International Community“ oder das Frauen-Netzwerk „Women at Merck“, die die Interessen verschiedener Gruppierungen vertreten.

    2013 haben wir ein neues Kompetenzmodell entwickelt, das die Verhaltensweisen beschreibt, die die strategische Ausrichtung und den Unternehmenserfolg von Merck unterstützen. Die in den sechs Kompetenzen dargelegten Verhaltensweisen unterstützen Vielfalt und Inklusion im Unternehmen. Sie sind bei uns die Basis für Rekrutierung, Beurteilung, Leistung und Lernangebote. Im Jahr 2013 haben wir einige Pilotprojekte eingeführt. 2014 wird das Modell in jedem Stadium des Personalmanagements eingesetzt.

Messung von Ergebnissen

Für die Überwachung und Auswertung der Einhaltung der Menschenrechtscharta innerhalb der Merck-Gruppe und bei unseren Lieferanten sind die unter Prinzip 1 und 2 dargestellten Audits in der Merck-Gruppe und bei Lieferanten sowie Meldungen über die Speak-up-Line zu Compliance-Verstößen zu nennen. Wir erfassen außerdem jährlich Kennzahlen, die wir in unserem Corporate Responsibility Bericht veröffentlichen.

  • EHS-Audits und Datenmanagement: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind Bestandteil des Environment, Health & Safety (EHS)-Managements. Die Einhaltung von lokalen Anforderungen, regulatorischen Vorgaben, Standards und Geschäftsanforderungen wird mithilfe von regelmäßigen EHS-Audits in der Merck Gruppe überprüft.

    Daten zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden monatlich erfasst und ausgewertet sowie im Merck-Intranet veröffentlicht. 2013 lag die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfallzeit bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden (engl. LTIR = Lost Time Injury Rate) bei 2,2. Es wurde kein Todesfall verzeichnet. 38 Standorte in der gesamten Merck Gruppe wurden mit dem internen „Safety Excellence Award“ ausgezeichnet, der honoriert, dass sich an diesen Standorten keine Arbeitsunfälle ereigneten.
  • Vielfalt in der Belegschaft: Merck hat im Jahr 2013 mit 25 Prozent sein strategisches Ziel erreicht, den Anteil weiblicher Führungskräfte auf 25 bis 30 Prozent zu steigern, und möchte ihn bis 2016 weiter erhöhen. Im Jahr 2013 hat zum ersten Mal eine Frau bei Merck die Leitung einer Konzernsparte übernommen. Insgesamt arbeiten Menschen aus 114 verschiedenen Nationen bei Merck. Lediglich 27 % der Mitarbeiter sind deutsche Staatsbürger; 72 % sind außerhalb von Deutschland tätig.
  • Audits in der Mica-Lieferkette: Ein Auditsystem, das auch unangekündigte Audits durch Merck und externe Partner sowie regelmäßige Besuche von Merck-Mitarbeitern umfasst, wurde entwickelt, um sicherzustellen, dass die Glimmerminen und Verarbeitungsbetriebe unsere Sozialstandards erfüllen. Außerdem kontrollieren wir, dass sie auch unsere Anforderungen in Bezug auf Umweltschutz, Sicherheit, Arbeitsstandards und Compliance einhalten. Zusätzlich zu den regulären Besuchen wurden 2013 sechs Audits von einem externen Anbieter durchgeführt. Die identifizierten Mängel wurden in Auditberichten festgehalten und Korrekturmaßnahmen zur Behebung dieser Mängel werden implementiert.