Konzernkosten und Sonstiges Geprüft

Das Segment Konzernkosten und Sonstiges besteht aus den Konzernverwaltungskosten, dem Finanzergebnis, Steuern sowie bestimmten Sondermaßnahmen, die nicht einzelnen Sparten zugeordnet sind.

Die Konzernverwaltungskosten betreffen vorwiegend die Merck KGaA und umfassen typische Holdingfunktionen. Dazu gehören beispielsweise die zentralen Finanz- und Rechnungswesen- sowie Steuerbereiche und zentrale Einkaufs-, Kommunikations- oder Personal-Abteilungen – sofern ihre Leistungen nicht den Sparten zugeordnet werden können. Zu den Konzernkosten zählen auch die Aufwendungen für zentrale, nicht zugeordnete IT-Funktionen und so genannte Corporate-IT-Projekte im Zusammenhang mit dem Ausbau und zur Harmonisierung von IT-Systemen innerhalb der Merck-Gruppe.

Das Operative Ergebnis des Segments Konzernkosten und Sonstiges belief sich im Jahr 2010 auf –90 Mio EUR im Vergleich zu –78 Mio EUR im Vorjahr. Im Zusammenhang mit dem Rechtsrisiko, für unsere frühere Tochtergesellschaft Dey Inc USA bestimmte Preisinformationen falsch berichtet zu haben, resultierten Aufwendungen von 67 Mio EUR und wurden als Sondermaßnahmen im Segment Konzernkosten und Sonstiges gebucht. Obwohl die Gesellschaft Dey Inc. im Rahmen des Verkaufs des Generika-Geschäftes 2007 an Mylan Inc., USA, übertragen wurde, haftet Merck gegenüber Mylan weiterhin für die Kosten dieses Rechtsstreites.

Weitere Aufwendungen in Höhe von 1 Mio EUR beziehen sich auf den Verkauf des Geschäfts mit Elektronikchemikalien im Jahr 2005 und beinhalten eine Kaufpreiserstattung an den damaligen Käufer für nachträglich entrichtete Steuern. Dieser Aufwand wird ebenfalls als Sondermaßnahme im Segment Konzernkosten und Sonstiges ausgewiesen. Das Finanzergebnis lag 2010 bei –252 Mio EUR und verschlechterte sich im Wesentlichen wegen der gestiegenen Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Millipore-Akquisition gegenüber dem Vorjahreswert um 118 Mio EUR von –134 Mio EUR.

Die Steueraufwendungen in Höhe von –220 Mio EUR umfassen die Körperschaft- und Gewerbesteuern der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der Gesellschaften im Ausland. Die Position enthält neben den effektiven Steuern auch latente Steuern, die die unterschiedlichen Wertansätze zwischen den Steuerbilanzen der Konzerngesellschaften und der Konzernbilanz berücksichtigen. Letztere resultieren überwiegend aus den Kaufpreisallokationen für Serono und Millipore.

Der Free Cash Flow lag 2010 bei –736 Mio EUR, der Vorjahreswert betrug –511 Mio EUR. Im Geschäftsjahr wurden insgesamt Zahlungen in Höhe von 241 Mio EUR (Vorjahr: 16 Mio EUR) geleistet, die im Zusammenhang mit bestehenden Rechtsrisiken aus dem Verkauf unserer früheren Generics-Tochtergesellschaft Dey Inc., USA, standen. Darin enthalten ist die Zahlung aus dem Vergleich mit dem US Department of Justice in Höhe von 215 Mio EUR. Die weiteren Zahlungen in Höhe von 26 Mio EUR beziehen sich auf Ausgleichszahlungen sowie Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit diesem Rechtsrisiko. Daneben sind im Free Cash Flow die Ausgaben für die Konzernverwaltung und die Zins- und Steuerzahlungen enthalten.

Der um die Einflüsse aus dem Verkauf des Generikageschäfts bereinigte Basis Free Cash Flow des Segments erreichte –496 Mio EUR und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Konzernkosten und Sonstiges | Kennzahlen

XLS

 

 

 

 

in Mio EUR

2010

2009

Δ in %

Gesamterlöse

Bruttoergebnis

F&E-Kosten

Operatives Ergebnis

–90

–78

14

Sondermaßnahmen

–68

Free Cash Flow

–736

–511

44

Basis Free Cash Flow

–496

–496