Das wirtschaftliche Umfeld, in dem sich Merck bewegt, wird von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und dem Internationalen Währungsfond (IWF) für 2011 unterschiedlich eingeschätzt. Merck orientiert sich an den Vorhersagen der OECD.
Gemäß OECD-Prognose wächst in den 34 Mitgliedsstaaten im Jahr 2011 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,3 % und 2012 um 2,8 %. Für die USA rechnet die Organisation dabei mit einem BIP-Wachstum im Jahr 2011 von 2,2 % und mit 3,1 % für 2012. Für den Euro-Währungsraum prognostiziert sie eine Zunahme des BIP um 1,7 % für 2011 bzw. um 2,0 % für 2012. Für Japan fallen die Prognosen etwas geringer aus. Sie liegen für das Jahr 2011 bei einem BIP-Anstieg von 1,7 % und für 2012 bei einem Plus von 1,3 %.
Die OECD sieht eine wirtschaftliche Erholung, die aber mit Risiken behaftet ist. Für eine nachhaltige Erholung von der Krise fordert die OECD, dass Regierungen sich umgehend mit der Konsolidierung der Staatsfinanzen beschäftigen müssen, um mehr Stabilität an den Finanzmärkten zu erreichen. Des Weiteren müsse der Ausstieg aus den unterschiedlichen Konjunkturprogrammen zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Die OECD erwartet die Rückkehr auf ein normales Zinsniveau erst ab der ersten Hälfte 2012, da sie von einem schwachen Wachstum in den USA und der Euro-Währungszone ausgeht. Ferner regt die OECD an, dass sich die Wirtschaftspolitik weg vom Krisenmanagement hin zu Krisenprävention ausrichten sollte. Die Wachtumsaussichten für Schwellenländer wie Brasilien, China oder Indien seien deutlich besser. Allerdings gebe es in Brasilien wie in China inflationären Druck, wohingegen Indien sein Steuerdefizit bekämpfen müsse.
Der IWF geht von einer BIP-Zunahme im Jahr 2011 für die Welt von 4,4 % aus, warnt aber vor zu geringer Nachfrage der Endverbraucher. Für entwickelte Länder nimmt er an, dass das BIP um 2,5 % im Jahr 2011 zunimmt (darunter USA: +3,0 %, Deutschland: +2,2 %, Japan: +1,6 %). Für aufstrebende Länder und Entwicklungsländer wird ein BIP-Wachstum im Jahr 2011 von 6,5 % vorhergesagt, darunter China mit 9,6 %, Indien mit 8,4 % und Russland mit 4,5 %. Das weltweite Wachstum für 2012 soll den IWF-Daten zufolge bei 4,5 % liegen. Die USA werden laut dieser Prognose mit 2,7 % geringer wachsen als in 2011, Deutschland mit 2,0 % ebenfalls geringfügig weniger als im Vorjahr und Japan mit 1,8 % ein wenig über 2011 zulegen. Russland (+4,4 %) und China (+9,5 %) blieben fast genau auf dem Niveau von 2011. Indien wird den vorliegenden Daten nach ein BIP-Anstieg von 8,0 % verzeichnen, was etwas weniger Wachstum bedeutet als im Jahr 2011. Risiken für 2011 sieht der IWF in der hohen Staatsverschuldung, der Volatilität und den nicht abgeschlossenen Reformen der Finanzmärkte und in der Finanzierung der Banken sowie auch in schwachen Immobilienmärkten in einigen Ländern. Zudem verharrt, bedingt durch das vergleichsweise langsame Wachstum, in den Industrieländern die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau.
Wir gehen davon aus, dass wir auch zukünftig in bestimmten Ländern mit Unsicherheiten bei der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen haben, und haben solche Unwägbarkeiten in unseren Prognosen berücksichtigt.
