Pigments / Cosmetics Geprüft

Vom Nachfrageeinbruch erholt

Das Pigmentgeschäft hat sich von der weltweit schwachen Nachfrage im Jahr 2009 wieder kräftig erholt. Die Gesamterlöse der Geschäftseinheit Pigments lagen 2010 mit 325 Mio EUR um 37 % höher als im vorangegangenen Krisenjahr. Besonders hoch fielen die Gesamterlöse im 3. Quartal aus. Dieser Aufschwung ist der deutlich gestiegenen Nachfrage in der Automobilindustrie zu verdanken, die wieder auf das Niveau von vor der Wirtschaftskrise zurückkehrte oder dieses sogar übertraf. Mit Effektpigmenten für Autolacke ist Merck ein wichtiger Zulieferer der Branche.

Die nach längerer Zurückhaltung wieder erstarkte Nachfrage nach Konsumgütern und ein allgemein belebtes Konsumklima wirkten sich auch positiv auf das Geschäft mit Pigmenten für Kunststoffe, Druckerzeugnisse und Kosmetikprodukte aus. Positive Währungseffekte bescherten der Geschäftseinheit zusätzlichen Rückenwind.

Zudem konzentrieren wir unsere Innovationsanstrengungen weiterhin auf ertragsstarke Pigmente wie beispielsweise die Candurin®-Pigmente als Farbüberzug für Lebensmittel und Medikamente. Dazu kommt die Pyrisma™-Produktfamilie, die einen breiten Farbraum abdeckt und dabei intensive Effekte bietet.

Produktionskapazitäten unter voller Auslastung

Die allgemein starke Auftragslage führte dazu, dass unsere Produktionskapazitäten seit März 2010 wieder unter voller Auslastung arbeiten. So haben wir einen Teil der klassischen Pigment-Produktion von Onahama in Japan nach Gernsheim in Deutschland verlagert, um am japanischen Standort die Kapazitäten für die Xyrallic®-Pigment-Produktion ausbauen zu können. Grund dafür ist die starke Nachfrage nach diesen Pigmenten aus Aluminiumoxidplättchen – speziell aus der Automobilindustrie.

Zudem haben wir am japanischen Standort Onahama im Oktober den Grundstein für den Bau einer neuen Anlage zur Herstellung von Meoxal™ gelegt. Die kommerzielle Produktion soll 2012 aufgenommen werden. Meoxal™ ist ein Effektpigment auf der Basis von mit Metalloxid beschichteten Aluminiumflocken. Es besitzt eine besondere Farbsättigung und hohe Deckkraft sowie ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit. Insbesondere aus der Auto- und Kosmetikindustrie wird eine hohe Nachfrage nach Meoxal™ erwartet.

Mit der abgeschlossenen Integration des führenden Anbieters von Effektpigmenten in China, der Suzhou Taizhu Technology Development, konnten wir zudem unsere Position auf dem schnell wachsenden chinesischen Markt weiter ausbauen. Durch die Übernahme im Jahr 2009 haben wir uns die Möglichkeit erschlossen, mit einer erweiterten Produktpalette verstärkt in das mittlere Preissegment vorzustoßen.

Neue kosmetische Anwendungen

Im Jahr 2010 hat Merck sein Portfolio sowohl bei funktionellen Füllstoffen für die Kosmetik als auch im Kerngeschäft Perlglanzpigmente signifikant erweitert. So hat Merck mit RonaCare® Cyclopeptid-5 das weltweit erste zyklische Peptid für die Kosmetikindustrie vorgestellt. Dank seines ringförmigen Designs weist der Wirkstoff eine hohe Stabilität auf und bewirkt eine gezielte, biologische Wirkung in der Haut. Das Peptid ist in der Lage, verlangsamte Reparatur-Prozesse der reiferen Haut wieder in Gang zu setzen und ihre natürliche Regeneration zu stimulieren. Linien und Falten werden bereits nach kurzer Anwendung reduziert. Geschmeidigkeit, Elastizität und Festigkeit nehmen deutlich zu. Dank seiner ringförmigen, molekularen Struktur garantiert das Peptid hohe Stabilität sowie eine optimale Aufnahme und gezielte, biologische Wirkung in der Haut.

Kratzfeste Autolacke dank Nanotechnologie

Für zusätzliche Belebung sorgte das innovative Additiv Tivida™, das auf Nanotechnologie-Basis die Kratzfestigkeit von Autolacken erhöht. Das Additiv kann perfekt in die Struktur des Bindemittels eingebaut werden und so dessen Gerüst verändern: Das lösemittelbasierte Lacksystem wird durch die Nanopartikel härter und gleichzeitig durch die Vernetzung der polymeren Hülle mit dem Bindemittel elastischer. Der gewünschte Kratz-Schutz wird nicht nur bei neuen Lackschichten erzielt, sondern bleibt auch im Laufe der Benutzung erhalten. So können mit dem ersten Produkt der Markenfamilie, Tivida™ AS 1010, hochglänzende Oberflächen viel länger als bisher gegen leichte Alltagsverkratzungen geschützt werden – beispielsweise die meisten Klarlacke in der Automobilindustrie.

Für die Lasermarkierung von Kunststoffen bietet Merck mit Micabs®C 431 und Micabs®C 411 zwei neue Additive in Granulatform an. Sie sind schwermetallfrei und damit für die Laserbeschriftung von Lebensmittelverpackungen wie auch für die Herstellung von Spielzeugen zugelassen.