Solide Geschäftsentwicklung in herausforderndem Umfeld Geprüft

In einem herausfordernden Umfeld konnte Merck im Geschäftsjahr 2011 eine solide Entwicklung des Geschäfts verzeichnen. Alle vier Sparten trugen zu dieser Entwicklung bei. Die Gesamterlöse der Merck-Gruppe stiegen im Geschäftsjahr 2011 um 986 Mio € bzw. 11 % auf 10.276 Mio €. Hauptverantwortlich für diesen Zuwachs war die im Juli 2010 abgeschlossene Akquisition der Millipore Corporation, einem führenden US-amerikanischen Life-Science-Unternehmen. Im Saldo trugen die Akquisitionen und Veräußerungen insgesamt 6,4 % zur Steigerung der Gesamterlöse im Jahr 2011 bei, aber auch organisch, das heißt um Akquisitions- und Veräußerungseffekte sowie Währungseinflüsse bereinigt, wuchs unser Geschäft um 4,8 %. Negative Währungseffekte schmälerten die Gesamterlöse im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 %.

Grundsätzlich ist die Vergleichbarkeit der Gewinn- und Verlustrechnung des abgelaufenen Geschäftsjahres mit dem Vorjahr durch die erwähnte Akquisition von Millipore beeinflusst. Während im Vorjahr das Millipore-Geschäft lediglich ab Juli 2010 enthalten ist, beinhaltet das Geschäftsjahr 2011 die gesamten Aufwendungen und Erträge von Millipore für zwölf Monate.

Die Lizenz- und Provisionserlöse, die als Teil der Gesamterlöse ausgewiesen werden, liegen mit 370 Mio € leicht über dem Vorjahr.

Gesamterlöse nach Unternehmensbereichen

Gesamterlöse nach Unternehmensbereichen (ohne Konzernkosten und Sonstige) (Balkendiagramm)

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten erhöhten sich um 17 % auf 2.788 Mio € und sind damit etwas stärker angestiegen als die Gesamterlöse. Beim Vorjahresvergleich der Herstellungskosten ist zu beachten, dass 2010 eine einmalige Belastung in Höhe von 86 Mio € erfolgte, die auf die Marktbewertung der übernommenen Vorräte von Millipore im Rahmen der Kaufpreisallokation zurückzuführen war. Organisch ergibt sich ein Anstieg der Herstellungskosten von 7,0 %. Das Bruttoergebnis stieg um 8,4 % auf 7.488 Mio € für das Geschäftsjahr 2011.

Marketing- und Vertriebskosten

Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen von 2.235 Mio € um 7,1 % auf 2.393 Mio € im Berichtsjahr. Der Anstieg hängt überwiegend damit zusammen, dass 2010 die Kosten der Millipore-Gesellschaften lediglich für ein halbes Jahr enthalten sind. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseinflüsse belief sich der Anstieg auf 2,0 %. Die Quote der Marketing- und Vertriebskosten bezogen auf die Gesamterlöse fiel im Jahr 2011 leicht von 24 % auf 23 %.

Lizenz- und Provisionsaufwendungen

Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen sind insgesamt von 480 Mio € auf 512 Mio € gestiegen. Sie fallen für Umsatzerlöse von Produkten an, die wir mit Partnern gemeinschaftlich vermarkten oder für deren Vermarktung wir Lizenzgebühren zahlen. Dies ist insbesondere für unsere Merck-Serono-Produkte Rebif® und Erbitux® der Fall. Das Lizenz- und Provisionsergebnis fasst zum einen die in den Gesamterlösen enthaltenen Lizenz- und Provisionserträge sowie zum anderen auf der Aufwandsseite die für Vertriebslizenzen und in geringerem Umfang für Produktionslizenzen enthaltenen Beträge zusammen und stellt sich wie folgt dar:

XLS

Lizenz- und Provisionsergebnis nach Sparten im Jahr 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio €

Gesamt

Merck Serono

Consumer Health Care

Merck Millipore

Performance Materials

Konzern-
kosten und Sonstiges

Lizenzaufwand

–216

–187

–2

–13

–14

Lizenzerlöse

354

340

2

10

2

Gesamt

138

153

–3

–12

 

 

 

 

 

 

 

Provisionsaufwand

–296

–291

–2

–3

Provisionserlöse

16

16

Gesamt

–280

–275

–2

–3

 

 

 

 

 

 

 

Lizenz- und Provisionsergebnis nach Sparten im Jahr 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio €

Gesamt

Merck Serono

Consumer Health Care

Merck Millipore

Performance Materials

Konzern-
kosten und Sonstiges

Lizenzaufwand

–183

–163

–7

-13

Lizenzerlöse

340

323

2

7

8

Gesamt

157

160

2

–5

 

 

 

 

 

 

 

Provisionsaufwand

–297

-293

–3

–1

Provisionserlöse

22

22

Gesamt

–275

–271

–3

–1

Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten stiegen um 5,6 % auf 505 Mio €. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf Konsolidierungskreisveränderungen zurückzuführen; der organische Anstieg belief sich lediglich auf 0,3 %.

Sonstige Aufwendungen und Erträge

Der Posten „Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge“ liegt mit einem Aufwandssaldo von 582 Mio € um 49 % über dem Vorjahresaufwand in Höhe von 390 Mio €. Dieser starke Anstieg ist überwiegend auf die Wertminderung der Large-Scale-Biotech-Produktionsanlage (LSB) im Merck Serono Biotech Center in der Schweiz zurückzuführen. Aufgrund voraussichtlicher Überkapazitäten wurde 2011 die LSB-Anlage in Höhe von 165 Mio € wertgemindert. Bedingt durch die Neueinschätzung des Geschäftspotenzials für Cladribin-Tabletten und der damit verbundenen Entscheidung, den weltweiten Zulassungsprozess nicht weiter zu verfolgen, sind im Berichtsjahr einmalige Aufwendungen in Höhe von 13 Mio € enthalten. Zusätzlich wurden Rückstellungen für noch ausstehende Forschungsleistungen in diesem Zusammenhang gebildet. Während im Vorjahr 87 Mio € Transaktions- und Integrationskosten für Millipore angefallen waren, ist das Geschäftsjahr 2011 mit Transaktions- und Integrationskosten in Höhe von 38 Mio € belastet. Wertberichtigungen auf Forderungen mussten – vor allem für ausstehende Forderungen gegen staatliche Krankenhäuser und Gesundheitsorganisationen in Italien, Spanien, Griechenland und Portugal – angesetzt werden.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F & E) lagen mit 1.517 Mio € im Berichtsjahr um 8,6 % höher als im Vorjahr. Entscheidend hierfür waren zum einen kostenintensive Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung von Arzneimittelkandidaten der Sparte Merck Serono. Zum anderen wurden Aufwendungen in Höhe von 42 Mio € für ausstehende Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Zusammenhang mit der Rückgabe der Safinamid-Rechte an Newron Pharmaceuticals S.p.A., Mailand, Italien, erfasst. Trotz der Entscheidung, die Entwicklung und Vermarktung von Safinamid zur Behandlung der Parkinson-Krankheit nicht weiter zu betreiben, wird das laufende Programm klinischer Studien mit Safinamid von uns eingehalten. Zur Sicherung und zum Ausbau unserer Marktpositionen in den Sparten Merck Millipore und Performance Materials haben wir zusammen 269 Mio € (Vorjahr: 205 Mio €) für Forschung und Entwicklung aufgewandt. Die auf die Gesamterlöse bezogene Forschungsquote blieb mit 15 % auf Vorjahresniveau.

Forschung und Entwicklung nach Unternehmensbereichen

Forschung und Entwicklung nach Unternehmensbereichen (Balkendiagramm)

Immaterielle Vermögenswerte

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 von 819 Mio € auf 1.005 Mio € stark. In dieser Summe sind im Wesentlichen Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte aus den Kaufpreisallokationen für Serono und für Millipore enthalten. Der Anstieg ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation der Sparte Merck Millipore für ein volles Jahr enthalten sind, während das Vorjahr lediglich die Abschreibungen für das zweite Halbjahr 2010 umfasste. Zum anderen wurde im zweiten Quartal 2011 – bedingt durch den zunehmenden Markteinfluss von oralen Behandlungsformen der Multiplen Sklerose - die Restnutzungsdauer von Rebif® um zwei Jahre verkürzt. Dies führte im Berichtsjahr zu höheren planmäßigen Abschreibungen von 51 Mio €. Die Position beinhaltet auch Aufwendungen für Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte, die aus der Kaufpreisallokation von Serono hervorgegangen sind. Aufgrund unserer Entscheidung, den weltweiten Zulassungsprozess für Cladribin-Tabletten nicht weiter zu verfolgen, wurde der Restbuchwert von 50 Mio € in voller Höhe wertgemindert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte zur Fokussierung unserer Forschungsaktivitäten eine intensive Bewertung aller laufenden Forschungsprojekte. Im Zusammenhang mit einem geänderten Entwicklungsplan für die Parkinson-Begleittherapie Safinamid haben wir eine Wertminderung des gesamten Restbuchwertes in Höhe von 63 Mio € vorgenommen. Weitere Wertminderungen in Höhe von 35 Mio € ergaben sich aufgrund der Entscheidung, die Entwicklung von IMO-2055, einem Kandidaten für die Krebstherapie, nicht weiterzuführen. Außerdem wurde aufgrund der Beendigung eines weiteren Forschungsprojekts der Sparte Merck Serono ein immaterieller Vermögenswert in Höhe von 9 Mio € wertgemindert. Für Patente in der Sparte Performance Materials wurde im Berichtsjahr ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 9 Mio € erfasst.

Operatives Ergebnis

Insgesamt beläuft sich das operative Ergebnis der Merck-Gruppe im Jahr 2011 auf 985 Mio €. Dies entspricht einem Rückgang um 12 % gegenüber dem Vorjahr, der insbesondere auf die oben beschriebenen Einmalaufwendungen zurückzuführen ist.

Operatives Ergebnis nach Unternehmensbereichen

Operatives Ergebnis nach Unternehmensbereichen (Balkendiagramm)

Sondermaßnahmen

Im Geschäftsjahr 2011 sind in den Sondermaßnahmen insgesamt Gewinne in Höhe von 152 Mio € ausgewiesen. Hierbei handelt es sich insbesondere um den Gewinn aus dem Abgang des Crop-BioScience-Geschäfts in Höhe von 157 Mio €. Weitere Erläuterungen hierzu befinden sich im Anhang bei den Angaben zum Konsolidierungskreis. Des Weiteren sind im Jahr 2011 nachgelagerte Gewinne aus dem Verkauf von Vertriebsrechten in Zusammenhang mit der Veräußerung von Théramex im Jahr 2010 in Höhe von 19 Mio € sowie Erträge in Höhe von 9 Mio € aus der Anpassung früherer Sondermaßnahmen enthalten. Ferner sind Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von 29 Mio € sowie Aufwendungen in Höhe von 4 Mio € im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten mit Dey Inc., USA, in den Sondermaßnahmen ausgewiesen.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis wies einen Aufwandssaldo von 286 Mio € gegenüber 252 Mio € im Vorjahr aus. Der deutliche Anstieg in Höhe von 14 % war im Wesentlichen auf Aufwendungen aus Kursdifferenzen zurückzuführen.

Ergebnis nach Steuern

Die um die Sondermaßnahmen bereinigte Steuerquote von Merck betrug 26,1 % gegenüber 25,3 % im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 2011 aufgrund eines geändert anzuwendenden Steuersatzes eine Umbewertung einer latenten Steuerschuld vorgenommen wurde, wodurch ein einmaliger latenter Steuerertrag realisiert wurde, der sich günstig auf die Steuerquote auswirkte.

Das Ergebnis nach Steuern beträgt 629 Mio € und liegt damit 2,0 % unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Ergebnis vor und nach Steuern

Ergebnis vor und nach Steuern (Balkendiagramm)

Dividendenvorschlag

Wir schlagen der Hauptversammlung am 20. April 2012 vor, die Dividende von 1,25 € auf 1,50 € je Aktie zu erhöhen.