Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage hat sich im Geschäftsjahr 2010 sehr erfreulich entwickelt. Nach dem Kauf der Schweizer Serono im Jahr 2007 im Unternehmensbereich Pharma tätigten wir im Jahr 2010 mit dem Kauf der Millipore Corporation, USA, nun auch im Unternehmensbereich Chemie eine Großakquisition. Dieser Zukauf prägt den vorliegenden Konzernabschluss stark. In der Ergebnisrechnung sind die Millipore-Gesellschaften seit Juli für das zweite Halbjahr 2010 mit ihren Erlösen und Aufwendungen enthalten. Außerdem sind die Aufwendungen aus der Kaufpreisallokation sowie einmalige Transaktions- und Integrationskosten berücksichtigt.
Gesamterlöse
Die Produktumsätze der Merck-Gruppe haben sich im Geschäftsjahr um 21 % auf 8.929 Mio EUR erhöht. Die Lizenz- und Provisionserlöse liegen mit –2 % leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Gesamterlöse – also die Summe aus Produktumsätzen sowie Lizenz- und Provisionserlösen – erhöhten sich um 20 % auf 9.291 Mio EUR. Dieser starke Anstieg steht im Zusammenhang mit dem Kauf von Millipore. Aber auch organisch, d. h. um den Akquisitionseffekt und die Währungseinflüsse bereinigt, wuchs unser Geschäft um erfreuliche 7,9 %.
Gesamterlöse nach Unternehmensbereichen

Herstellungskosten
Die Herstellungskosten haben sich um 18 % erhöht. Die mit der Akquisition von Millipore übernommenen Vorräte wurden im Zuge der Kaufpreisallokation bereits mit dem Marktwert, basierend auf erzielbaren Verkaufserlösen, angesetzt und damit um 86 Mio EUR höher bewertet. Dieser Betrag wurde im 2. Halbjahr 2010 vollständig in den Herstellungskosten aufwandswirksam berücksichtigt und belastete damit die Bruttomarge einmalig. Insgesamt wuchs die Bruttomarge um 21 %. Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen mit 20 % relativ stark, da im Vergleich zum Vorjahr nun auch die Kosten der Millipore-Gesellschaften für ein halbes Jahr enthalten sind. Ohne die Akquisition und ohne Währungskurseinflüsse beliefe sich der Anstieg auf 7,9 %.
Lizenz- und Provisionsaufwendungen
Wegen der zunehmenden Bedeutung der Lizenz- und Provisionsaufwendungen weisen wir diese separat unterhalb der Marketing- und Vertriebskosten aus. Der Kostenanstieg um 15 % ist umsatzabhängig und steht im Zusammenhang mit der positiven Entwicklung bei unseren Merck-Serono-Produkten Rebif® und Erbitux®. Das Lizenz- und Provisionsergebnis fasst zum einen die in den Gesamterlösen enthaltenen Lizenz- und Provisionserträge und zum anderen auf der Aufwandsseite die für Vertriebslizenzen und in geringerem Umfang für Produktionslizenzen enthaltenen Beträge zusammen und stellt sich wie folgt dar:
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Lizenz- und Provisionsergebnis nach Sparten im Jahr 2010 |
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in Mio EUR |
Gesamt |
Merck Serono |
Consumer Health Care |
Merck |
Performance |
Konzern- |
|
Lizenzaufwand |
–183 |
–163 |
– |
–7 |
–13 |
– |
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Lizenzerlöse |
340 |
323 |
2 |
7 |
8 |
– |
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Gesamt |
157 |
160 |
2 |
– |
–5 |
– |
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Provisionsaufwand |
–297 |
–293 |
– |
–3 |
–1 |
– |
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Provisionserlöse |
22 |
22 |
– |
– |
– |
– |
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Gesamt |
–275 |
–271 |
– |
–3 |
–1 |
– |
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Lizenz- und Provisionsergebnis nach Sparten im Jahr 2009 |
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in Mio EUR |
Gesamt |
Merck Serono |
Consumer Health Care |
Merck |
Performance |
Konzern- |
|
Lizenzaufwand |
–172 |
–151 |
–1 |
–3 |
–17 |
– |
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Lizenzerlöse |
345 |
328 |
2 |
7 |
8 |
– |
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Gesamt |
173 |
177 |
1 |
4 |
–9 |
– |
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Provisionsaufwand |
–257 |
–253 |
– |
–3 |
–1 |
– |
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Provisionserlöse |
24 |
23 |
– |
1 |
– |
– |
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Gesamt |
–233 |
–230 |
– |
–2 |
–1 |
– |
Verwaltungskosten
Der deutliche Anstieg der Verwaltungskosten um 12 % beruhte hauptsächlich auf der erstmaligen Berücksichtigung der Millipore-Gesellschaften, die im Vorjahr noch nicht enthalten waren, sowie auf Währungskurseffekten. Organisch stiegen die Verwaltungskosten nur um 1,9 %. Die Position „Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge“ liegt mit einem Aufwandssaldo von 390 Mio EUR leicht
Forschungs- und Entwicklungskosten
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen um 3,9 % auf 1.397 Mio EUR. Dies entspricht einer auf die Gesamterlöse bezogenen Forschungsquote von 15 % (Vorjahr 17 %).
Forschung und Entwicklung nach Unternehmensbereichen

Immaterielle Vermögenswerte
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die bisher im Wesentlichen solche für die immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation für Serono enthielten, umfassen nun auch die Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation für Millipore identifizierten immateriellen Vermögenswerte. Dies sind hauptsächlich Kundenbeziehungen, Technologien und Namens- sowie Markenrechte, die über einen Zeitraum von 8 bis 17 Jahren planmäßig abgeschrieben werden. Die Abschreibungen stiegen dadurch deutlich an und belaufen sich für die Sparte Merck Millipore auf 96 Mio EUR. Die Position enthält aber auch Aufwendungen für Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte, die aus der früheren Kaufpreisallokation von Serono hervorgegangen sind. Wegen einer Neueinschätzung des Umsatzpotenzials für Safinamid haben wir eine Wertminderung in Höhe von 134 Mio EUR auf einen Restbuchwert von 63 Mio EUR vorgenommen. Grundlage der Neueinschätzung sind die Ergebnisse einer Phase-III-Studie, die von unserem Kooperationspartner Newron durchgeführt wurde. Sie führen zu einer Neueinschätzung des Marktpotentials insbesondere in Hinblick auf erreichbare Anwendungsgebiete. Zusätzlich berücksichtigt die Bewertung eine Verzögerung im Projektverlauf und einen Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten aufgrund von erhöhten Anforderungen der Zulassungsbehörden.
Operatives Ergebnis
Insgesamt beläuft sich das Operative Ergebnis der Merck-Gruppe auf 1.113 Mio EUR. Dies entspricht einem Anstieg um 72 % gegenüber dem Vorjahr.
Operatives Ergebnis nach Unternehmensbereichen

Sondermaßnahmen
In den Sondermaßnahmen wurde der Gewinn aus dem Verkauf von Théramex in Höhe von 69 Mio EUR ausgewiesen. Weitere Erläuterungen hierzu befinden sich im Anhang bei den Angaben zum Konsolidierungskreis.
Im Zusammenhang mit dem Rechtsrisiko, für unsere frühere Tochtergesellschaft Dey Inc. USA bestimmte Preisinformationen falsch berichtet zu haben, erfolgte im Geschäftsjahr eine Vergleichszahlung an das US Department of Justice. Die hieraus resultierenden Aufwendungen von 67 Mio EUR wurden als Sondermaßnahmen gebucht. Obwohl die Gesellschaft Dey Inc. im Rahmen des Verkaufs des Generika-Geschäftes 2007 an Mylan Inc., USA, übertragen wurde, haftet Merck gegenüber Mylan weiterhin für die Kosten dieses Rechtsstreits.
Weitere Aufwendungen in Höhe von 1 Mio EUR beziehen sich auf den Verkauf des Geschäfts mit Elektronikchemikalien im Jahr 2005 und beinhalten eine Kaufpreiserstattung an den damaligen Käufer für nachträglich entrichtete Steuern.
Ferner sind 1 Mio EUR Transaktionskosten für den geplanten Verkauf des Crop-BioscienceGeschäfts enthalten. Ein Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden für 2011 erwartet.
Ergebnis nach Steuern
Das Finanzergebnis wies einen Aufwandssaldo von 252 Mio EUR gegenüber 134 Mio EUR im Vorjahr aus. Der deutliche Anstieg war im Wesentlichen auf die Zinsaufwendungen für die Finanzierung der Millipore-Akquisition zurückzuführen.
Die um die Sondermaßnahmen bereinigte Steuerquote beträgt 25,3 % gegenüber 21,6 % im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr für die Steuerquote günstige Einmaleffekte aus der Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge gebucht wurden. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 642 Mio EUR und liegt damit 70 % über Vorjahr.
Ergebnis vor und nach Steuern

