Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Geprüft

2012 war erheblich von der Euro-Krise geprägt, die sich in einer Reihe von Euro-Ländern in einer Rezession niedergeschlagen hat. Die US-amerikanische Wirtschaft konnte zwar wieder zulegen, allerdings weniger stark, als dies noch vor Jahresfrist erwartet worden war. Wie schon im Jahr zuvor kamen die Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft ganz wesentlich aus den Schwellen- und Entwicklungsländern, jedoch auch hier mit nachlassender Dynamik.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) bilanziert 2012 mit einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,3 %. Während die Industrieländer lediglich einen Anstieg um 1,3 % erwirtschaften konnten, stieg das BIP in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 5,3 %. Die weltweit größte Volkswirtschaft, die USA, legte im Jahr 2012 um 2,2 % zu. Für die Eurozone notiert der IWF einen Rückgang des BIP um 0,4 %. Merck ist in den Branchen Pharma, Chemie und Life Science tätig.

Pharmamarkt

IMS Health, ein auf die Gesundheitswirtschaft spezialisierter Anbieter von Marktanalysen, sieht das Marktsegment der verschreibungspflichtigen Medikamente 2012 mit einem Umsatzplus zwischen 3 % und 4 % auf dem niedrigsten Wachstumsniveau seit Jahren angekommen. Die Zunahme entspricht einem weltweiten Wachstum um 30 Mrd US$ auf ein Marktvolumen von knapp 1 Billion US$ im Jahr 2012.

Rückläufig entwickelte sich der für forschende Pharmaunternehmen entscheidende Markt für rezeptpflichtige, patentgeschützte Medikamente (ohne Generika). Laut Evaluate Pharma, einem weiteren Pharmamarktbeobachter, erreichte dieser Markt ein weltweites Marktvolumen von 709 Mrd US$, was einen Rückgang um 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die weltweite pharmazeutische und Biotech-Industrie gaben nach einer Erhebung des Instituts im Jahr 2012 gut 134 Mrd US$ für Forschung und Entwicklung aus, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 0,3 % bedeutet.

Die Marktforscher von Nicholas Hall berichten von einem Anstieg des weltweiten Marktes für rezeptfreie Medikamente (over-the-counter, OTC-Markt) um 4,2 % auf eine Größe von 88 Mrd €. Europa dominiert bei den Marktanteilen, gefolgt von Asien (ohne Japan) und Nordamerika.

Chemiemarkt

Im Jahr 2012 ließ die Dynamik im Chemiegeschäft weltweit nach; in der Europäischen Union schrumpfte die Chemieproduktion sogar. Nach Daten verschiedenster Chemieverbände (American Chemistry Council, ACC/European Chemical Industry Council, CEFIC) legte die weltweite Herstellung von Chemikalien 2012 nur noch um 2 % zu, nach einem Plus von fast 5 % im Jahr zuvor.

In der deutschen chemischen Industrie ging die Produktion 2012 nach Angaben des Verbandes der chemischen Industrie (VCI) um 3 % zurück. Grund sei die Schuldenkrise in Europa. Auch der CEFIC korrigierte deswegen seine 2012er-Prognose nach unten. Der Chemieumsatz in Deutschland blieb konstant bei 184 Mrd €.

Life-Science-Markt

Nach dem Zukauf von Millipore im Jahr 2010 ist Merck im weltweiten Life-Science-Markt gut positioniert. Zur Life-Science-Branche zählen auch Produkte und Dienstleistungen im Laborbereich und Produkte für die Forschung und Produktion in der Pharma- und Biotechindustrie, die Merck Millipore anbietet.

Der Markt für Mercks Produkte stellt ein etwa 20 Mrd € großes Segment des weltweit auf etwa 50 Mrd € geschätzten Life-Science-Marktes (Quelle: Bank of America) dar. Die Märkte, auf denen Merck tätig ist, zeigen Wachstumsraten von über 5 %.