Merck Millipore

Die Sparte Merck Millipore verzeichnete in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld auch im dritten Quartal 2013 einen starken organischen Umsatzzuwachs von 5,9%, dem negative Wechselkursänderungen von –7,2% entgegen standen. Die letztjährige Akquisition der Biochrom AG, Berlin, trug 0,7% zum Wachstum bei. Insgesamt gingen damit die Umsatzerlöse leicht um –0,6% auf 639 Mio € (Q3 2012: 643 Mio €) zurück. Für die umrechnungsbedingten Wechselkurseffekte waren hauptsächlich der Japanische Yen und der US-Dollar verantwortlich. Die erzielten Lizenzerlöse, die in den beiden Geschäftseinheiten Bioscience und Process Solutions anfielen, blieben mit 6 Mio € auf Vorjahresniveau.

Die beiden umsatzstärksten Geschäftseinheiten der Sparte, Lab Solutions und Process Solutions, konnten aufgrund von Preis- und Mengensteigerungen die schwächere organische Umsatzentwicklung der dritten Geschäftseinheit Bioscience überkompensieren, sodass trotz der Schwäche im nordamerikanischen Markt ein erfreuliches organisches Wachstum erreicht werden konnte. Das unterstreicht das ausgewogene Produktportfolio der Sparte, das im Berichtsquartal Nachfrageschwankungen in einzelnen Marktsegmenten erfolgreich ausgleichen konnte.

Einen wichtigen Beitrag zum Umsatzwachstum der Sparte im dritten Quartal 2013 leistete die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte für den Einsatz in der Arzneimittelherstellung anbietet. Sie erreichte aufgrund höherer Preise und gestiegener Absatzmengen ein organisches Umsatzwachstum von 7,4% und erzielte unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte Umsätze in Höhe von 267 Mio € (Q3 2012: 259 Mio €). Damit trug die Geschäftseinheit 42% zum Spartenumsatz (Q3 2012: 40%) bei. Der Zuwachs ergab sich zum einen aus der gestiegenen Nachfrage nach Produkten für die Herstellung biologischer Arzneimittel, insbesondere in asiatischen Ländern, die der Region Emerging Markets zugeordnet sind. Zum anderen entwickelten sich im dritten Quartal 2013 auch die Umsätze mit der Pharmaindustrie sehr erfreulich.

In der Geschäftseinheit Lab Solutions erzielte Merck Millipore mit seinem breiten Spektrum an Produkten für Forscher und wissenschaftliche Labore ebenfalls ein starkes organisches Wachstum von 7,5%. Unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte von –8,2% beliefen sich die Umsatzerlöse auf 269 Mio € (Q3 2012: 271 Mio €). Neben Preissteigerungen war für das organische Wachstum auch die gestiegene Nachfrage nach Biomonitoring-Produkten, vor allem von Kunden der Pharmaindustrie, auschlaggebend.

Die Geschäftseinheit Bioscience, die hauptsächlich Produkte und Dienstleistungen für akademische und pharmazeutische Forschungslabors anbietet, verzeichnete einen organischen Rückgang der Umsatzerlöse von –1,3% sowie negative Währungseffekte von –7,1% und erzielte Umsätze in Höhe von 104 Mio € (Q3 2012: 113 Mio €). Hier wirkten sich weiterhin die flächendeckenden Ausgabenkürzungen im Gesundheitswesen der USA dämpfend auf die Nachfrage aus.

XLS

Merck Millipore | Kennzahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

Q3 – 2013

Q3 – 2012

Veränderung

Jan.–Sept.
2013

Jan.–Sept.
2012

Veränderung

Gesamterlöse

645,5

648,2

–0,4%

1.988,8

1.958,9

1,5%

Umsatzerlöse

639,0

642,7

–0,6%

1.974,0

1.944,7

1,5%

Operatives Ergebnis (EBIT)

66,6

68,1

–2,2%

211,3

221,2

–4,5%

Marge (in % der Umsatzerlöse)

10,4%

10,6%

 

10,7%

11,4%

 

EBITDA

144,7

144,5

0,1%

444,4

449,2

–1,1%

Marge (in % der Umsatzerlöse)

22,6%

22,5%

 

22,5%

23,1%

 

EBITDA vor Sondereinflüssen

157,2

152,0

3,4%

475,0

470,9

0,9%

Marge (in % der Umsatzerlöse)

24,6%

23,7%

 

24,1%

24,2%

 

Die im dritten Quartal 2013 angefallenen Herstellungskosten beliefen sich auf 263 Mio € (Q3 2012: 269 Mio €) und gingen im Vergleich zum Vorjahr um –2,4% zurück. Die Sparte erzielte damit ein Bruttoergebnis von 383 Mio € (Q3 2012: 379 Mio €), dies entspricht 59,9% des Umsatzes (Q3 2012: 59,0%). Die Steigerung der Bruttomarge ist sowohl auf Preiserhöhungen als auch auf höhere Kapazitätsauslastungen zurückzuführen.

Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen um 3,1% auf 171 Mio € (Q3 2012: 166 Mio €). Bei den Verwaltungskosten, die sich im dritten Quartal 2013 um –4,2% auf 25 Mio € (Q3 2012: 26 Mio €) reduzierten, sind die positiven Auswirkungen der Maßnahmen des Effizienzsteigerungsprogramms „Fit für 2018“ erkennbar. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 21 Mio € auf 26 Mio € ist hauptsächlich auf die darin enthaltenen Sondereinflüsse in Höhe von 12 Mio € (Q3 2012: 7 Mio €) zurückzuführen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der Sparte Merck Millipore reduzierten sich unter anderem aufgrund von Währungseffekten leicht auf 40 Mio € (Q3 2012: 43 Mio €). Der Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten an den Umsatzerlösen betrug damit im Berichtsquartal 6,3% (Q3 2012: 6,7%). Der größte Teil des Forschungs- und Entwicklungsbudgets entfällt auf die Geschäftseinheit Process Solutions.

Die leichte Verringerung des operativen Ergebnisses (EBIT) um –2,2% auf 67 Mio € (Q3 2012: 68 Mio €) war hauptsächlich auf die höheren Aufwendungen aus Sondereinflüssen zurückzuführen. Nach Hinzurechnung der Abschreibungen ergab sich ein im Vergleich zum Vorjahresquartal unverändertes EBITDA in Höhe von 145 Mio €. Bereinigt um einmalige Aufwendungen verzeichnete das EBITDA vor Sondereinflüssen einen Anstieg um 3,4% auf 157 Mio € oder 24,6% der Umsatzerlöse (Q3 2012: 152 Mio €, 23,7% der Umsatzerlöse). Die Steigerung der Marge konnte trotz der ungünstigen Wechselkursentwicklungen sowie der schwierigen Marktbedingungen in Nordamerika erreicht werden und spiegelt das erfreuliche organische Wachstum, die Widerstandsfähigkeit des Produktportfolios sowie die strikte Kostenkontrolle wider.

Merck Millipore | Umsatzerlöse nach Regionen – Q3 2013

Merck Millipore | Umsatzerlöse nach Regionen – Q3 2013 (Tortendiagramm)

Umsatzentwicklung nach Regionen

Im dritten Quartal 2013 waren in allen Regionen positive organische Wachstumsraten sowie negative Währungseffekte zu verzeichnen.

Europa, mit einem Umsatzanteil von 38% (Q3 2012: 36%) der größte geographische Markt der Sparte, verzeichnete bei einem organischen Wachstum von 2,7% Umsatzerlöse von 241 Mio € (Q3 2012: 233 Mio €). Der Umsatzanstieg war vor allem auf die gute Nachfrage nach Produkten der Geschäftseinheiten Process Solutions und Lab Solutions zurückzuführen.

In Nordamerika konnte ein leichtes organisches Wachstum von 1,3% erreicht werden, das allerdings durch negative Währungseffekte von –5,3% überkompensiert wurde, sodass sich die Umsatzerlöse insgesamt um –4,0% auf 175 Mio € (Q3 2012: 182 Mio €) verringerten. Das organische Wachstum nach Produkten der Geschäftseinheiten Process Solutions und Lab Solutions konnte die schwächere Nachfrage nach Labormaterialien aus der Geschäftseinheit Bioscience, in der sich weiterhin staatliche Haushaltskürzungen in den USA bemerkbar machten, ausgleichen.

Bei einem organischen Wachstum von 17,4% und gegenläufigen Währungseffekten von –10,8% verzeichnete die Region Emerging Markets Umsatzerlöse in Höhe von 164 Mio € (Q3 2012: 153 Mio €). Dies war auf eine gute Nachfrageentwicklung nach Produkten aller Geschäftseinheiten der Sparte zurückzuführen. Damit stieg der Anteil der Region Emerging Markets an den Umsatzerlösen der Sparte von 24% im Vorjahresquartal auf 26% im Berichtsquartal.

Aufgrund erheblicher Währungseffekte von –23,3% , die im Wesentlichen auf den Japanischen Yen zurückzuführen waren, reduzierte sich der Umsatz in der Region Übrige Welt auf 60 Mio € (Q3 2012: 74 Mio €). Bei einem leichten organischen Wachstum von 3,6% ging der Anteil dieser Region am Gesamtumsatz der Sparte auf 9% zurück (Q3 2012: 12%).

XLS

Merck Millipore | Komponenten des Wachstums nach Regionen – Q3 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. € / Veränd. in %

Umsatzerlöse

Organisches Wachstum

Währungs-
effekte

Akquisitionen/
Veräußerungen

Umsatz-
wachstum

Europa

240,7

2,7%

–1,1%

1,8%

3,4%

Nordamerika

175,0

1,3%

–5,3%

–4,0%

Emerging Markets

163,6

17,4%

–10,8%

0,1%

6,7%

Übrige Welt

59,7

3,6%

–23,3%

–19,6%

Merck Millipore

639,0

5,9%

–7,2%

0,7%

–0,6%

Entwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres 2013

Die Gesamterlöse von Merck Millipore wuchsen in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 um 1,5% auf 1.989 Mio € (Jan.-Sept. 2012: 1.959 Mio €), einschließlich der Lizenzerlöse in Höhe von 15 Mio € (Jan.-Sept. 2012: 14 Mio €). Der Umsatz verzeichnete ein Plus von 1,5% und belief sich auf 1.974 Mio € (Jan.-Sept. 2012: 1.945 Mio €). Die gute Entwicklung der beiden Geschäftseinheiten Process Solutions und Lab Solutions sorgten insgesamt bei Merck Millipore für ein organisches Wachstum von 5,0%, das durch negative Währungseffekte in Höhe von –4,1% größtenteils kompensiert wurde. Die letztjährige Akquisition der Biochrom AG trug mit 0,6% zum ausgewiesenen Umsatzanstieg bei.

Während das EBITDA leicht um –1,1% auf 444 Mio € (Jan.-Sept. 2012: 449 Mio €) zurückging, erzielte die Sparte bei der Kennzahl EBITDA vor Sondereinflüssen eine leichte Steigerung um 0,9% auf 475 Mio € (Jan.-Sept. 2012: 471 Mio €). Bezogen auf die Umsatzerlöse ergab sich in den ersten neun Monaten des Berichtsjahres eine EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen von 24,1% (Jan.-Sept. 2012: 24,2%).