Geschäftsbezogene Risiken Geprüft

Merck integriert sein Risikomanagement in die Prozesse der kontinuierlichen Geschäftsplanung. Mögliche negative Entwicklungen, beispielsweise Änderungen der Kundennachfrage oder geänderte politische Rahmenbedingungen, werden im Risikobericht beschrieben und bewertet. Somit können wir bei von der Planung abweichenden Ereignissen frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Risiken bei Investitionsvorhaben werden durch die Anwendung detaillierter Richtlinien gemindert.

Politische und regulatorische Risiken

Als global operierendes Unternehmen sieht sich Merck politischen und regulatorischen Veränderungen in vielen Ländern und Märkten gegenüber. 2010 wurden im Arzneimittelumfeld zunehmend restriktive Vorgaben betreffend Preisbildung, Kostenerstattung und Zulassung für Arzneimittel getroffen. Wir gehen davon aus, dass in Zukunft weitere Veränderungen folgen werden. Diese können die Rentabilität unserer Produkte negativ beeinflussen sowie den Erfolg von Markteinführungen und Neuzulassungen gefährden. Eine enge Kommunikation mit Gesundheits- und Zulassungsbehörden dient als Maßnahme zur präventiven Risikoabwehr. Die Destabilisierung politischer Systeme und die mögliche Errichtung von Handelsschranken können zusammen mit währungspolitischen Veränderungen zu Absatzrückgang in bestimmten Ländern und Regionen führen. Durch Diversifikation hinsichtlich Produkten, Branchen und Regionen ist eine Abschwächung potenzieller negativer Auswirkungen möglich.

Risiken der Forschung und Entwicklung

Innovation ist für Merck wesentlicher Bestandteil der Strategie der Unternehmensbereiche Pharma und Chemie. Forschungs- und Entwicklungsprojekte können sich verzögern, erwartete Budgets überschreiten oder anvisierte Ziele nicht erreichen. Für den Unternehmensbereich Pharma ist Forschung und Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden daher durch Portfoliomanagement permanent überwacht. Im Zuge des Portfoliomanagements bewerten wir die Forschungsgebiete und alle Projekte in der Entwicklungs-Pipeline regelmäßig und richten sie gegebenenfalls neu aus. Mitunter werden Entwicklungsprojekte erst nach hohen Investitionen in einer späten klinischen Phase abgebrochen. Entscheidungen – etwa beim Übergang in die nächste Phase der klinischen Entwicklung – werden so getroffen, dass Risiken so gering wie möglich gehalten werden. Es besteht weiterhin das Risiko, dass Zulassungsbehörden eine Zulassung nicht oder nur verzögert erteilen, welches Auswirkungen auf die Ertragslage haben kann. Derzeit befindet sich zum Beispiel unser orales Produkt zur Behandlung von Multipler Sklerose in der Endphase des Zulassungsprozesses durch die US-Zulassungsbehörde. Im September 2010 hatte die europäische Zulassungsbehörde die Zulassung abgelehnt. Gegen diese Entscheidung hatte Merck Widerspruch eingelegt, der im Januar 2011 negativ beschieden wurde. Weiterhin besteht die Gefahr, dass unerwünschte Nebenwirkungen unserer pharmazeutischen Produkte erst nach der Zulassung beziehungsweise Registrierung entdeckt werden und eine Einschränkung der Zulassung oder Rücknahme vom Markt zur Folge haben.

Risiken der Qualität und Verfügbarkeit von Produkten

Merck ist Produkthaftungsrisiken ausgesetzt, doch Qualitätskontrollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimieren diese Risiken. Dies beginnt bereits bei der Qualifikation unserer Lieferanten. Umfassende Qualitätsanforderungen für Rohstoffe, fremdbezogene Halbfertigprodukte und auch Anlagen sind hier ebenso zu erwähnen wie langfristige strategische Partnerschaften bei versorgungs- oder preiskritischen Vorprodukten. Überbevorratung und damit verbundene mögliche Haltbarkeitsrisiken werden durch bedarfsgerechte Produktion vermieden. Aufgrund von zum Teil erheblichen Vorlaufzeiten in der Produktion kann dieses Risiko nicht völlig ausgeschlossen werden. Gesamterlöse und Ergebnis der Merck-Gruppe stützen sich auf eine Vielzahl pharmazeutischer und chemischer Produkte für verschiedene Branchen. Diese Diversifikation trägt zu einer Risikominderung bei, da sich die Märkte in ihrer Struktur und ihren Konjunkturzyklen unterscheiden. Sie ist auch Ausdruck der Merck-Strategie, ein integriertes Pharma- und Chemieunternehmen bleiben zu wollen.