Consumer Health will mit innovativen Produkten im Bereich Gesundheitsvorsorge die Lebensqualität der Menschen verbessern. Das Marktforschungsunternehmen Nicholas Hall sieht für den globalen Selbstmedikationsmarkt im Jahr 2013 einen Volumenzuwachs um 4,6 % auf fast 92 Mrd US$ voraus und geht davon aus, dass im darauffolgenden Jahr mit einem weiteren Wachstum von 5,1 % auf rund 97 Mrd US$ zu rechnen sei.
Der Asien-Pazifik–Raum (ohne Japan) dürfte mit +7,7 % und +7,5 % in den Jahren 2013 bzw. 2014 den größten Wachstumsbeitrag leisten. Mit einem Wachstum von 6,4 % 2013 und rund 6,8 % 2014 wird sich auch Lateinamerika gut entwickeln. Für Europa gehen die Marktforscher von +3,6 % im Jahr 2013 und +4,1 % im darauffolgenden Jahr aus. Nordamerika dürfte bei den rezeptfreien Medikamenten 2013 ein Wachstum von 2,6 % und 2014 einen Zuwachs von 4,1 % verzeichnen.
Merck geht davon aus, dass die Umsätze der Sparte Consumer Health 2013 stabil bleiben und 2014 wieder wachsen werden. Die Umsatzentwicklung spiegelt die Entscheidung des Unternehmens wider, weniger Gewicht auf Marken, Produkte und Märkte mit niedriger oder negativer Profitabilität zu legen, den Produktionsstandort in Großbritannien stillzulegen und auf einen Teil des britischen Produktportfolios zu verzichten. Diese Neuausrichtung hat für das Geschäft zunächst niedrigere Umsätze insbesondere in Europa zur Folge, die sich mit dem Wachstum strategischer Marken in wichtigen Märkten aber wieder erholen werden. Sowohl 2013 als auch 2014 wird der Schwerpunkt in der Sparte auf der Steigerung der Profitabilität liegen. Daher dürfte das EBITDA vor Sondereinflüssen 2013 und 2014 leicht steigen. Ferner ist in diesem Zeitraum von einer verbesserten EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen (in % der Umsätze) in Höhe von 15 – 17 % auszugehen. Dies wird durch eine strenge Kostenkontrolle über alle Geschäftsbereiche sowie durch die Fokussierung auf profitable Elemente des Markenportfolios und der Märkte gewährleistet werden. Ein Großteil der Sonderaufwendungen fiel bereits 2012 an; rund 10 bis 15 Mio € dürften 2013 noch zu Buche schlagen. Parallel zur Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen wird in den nächsten zwei Jahren eine positive Entwicklung des Free Cash Flow erwartet.
In den kommenden zwei Jahren stehen Chancen und Risiken der Sparte Consumer Health in engem Zusammenhang mit der erfolgreichen Vermarktung des vorhandenen Produktportfolios und einer Stärkung der schneller wachsenden Regionen. Der Fokus liegt dabei sowohl auf unseren strategischen Marken mit globaler und regionaler Präsenz als auch auf einigen starken lokalen Marken. Die Steigerung der Profitabilität vorhandener Produkte und des Produktportfolios insgesamt steht im Vordergrund. Geografisch bleibt die Sparte Consumer Health weiterhin auf den Kernmarkt Europa konzentriert. Zugleich werden mehr Ressourcen dafür eingesetzt werden, die Präsenz in den Wachstumsmärkten Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas zu stärken. Risiken bestehen dabei insbesondere in den sich global ändernden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für Nahrungsergänzungsmittel, in Bezug auf wesentliche Wachstumsmärkte wie Venezuela, Mexiko und Brasilien sowie im Hinblick auf das Kaufverhalten der Konsumenten.
