Zum Jahresende 2011 haben wir das umfassende Transformationsprogramm „Fit für 2018“ angekündigt, mit dem wir auf bedeutende Marktveränderungen, zunehmenden Wettbewerb in wichtigen Produktbereichen und Effizienzmängel in der Organisation eingehen. Ziel ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Merck. „Fit für 2018“ betrifft alle Unternehmensbereiche und Regionen von Merck und besteht aus zwei Phasen: In den Jahren 2012 und 2013 stehen der Aufbau einer weltweiten Organisation, die Umsetzung von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und die Entwicklung einer langfristigen Wachstumsstrategie im Vordergrund. In der zweiten Phase ab 2014 wird der Schwerpunkt auf der Erschließung künftiger Wachstumschancen liegen.
Um eine neue, globale Organisation aufzubauen, stärken und ergänzen wir unser Management-Team. Im Jahr 2011 haben wir insgesamt 51 Schlüsselpositionen neu besetzt: Darunter waren 32 Positionen, die nun von nichtdeutschen Mitarbeitern, und acht Positionen, die von Frauen eingenommen werden. Zudem haben wir das Verhältnis von Sparten, Konzernfunktionen und Landesorganisationen neu definiert. So wollen wir unsere Organisationsstruktur straffen und Entscheidungsprozesse beschleunigen.
Anfang 2012 haben wir unseren Mitarbeitern und der Öffentlichkeit unsere Pläne für ein Effizienzsteigerungsprogramm vorgestellt. Sie umfassen neben Umstrukturierungen auch Personalabbau in allen Unternehmensbereichen und Regionen. Ohne vorab detaillierte Pläne zu Kostensenkungen oder Personalabbau bekannt zu geben, haben wir Beratungen mit den Arbeitnehmervertretungen in den betroffenen Ländern geführt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war dabei, dass wir ergebnisoffene Gespräche geführt haben. So konnten wir gemeinsam die jeweils optimale Lösung für unsere Ziele erreichen. Ziel hierbei war es, soweit möglich, sozialverträgliche Lösungen zu finden und sie gegenüber unseren Mitarbeitern offen und fair zu vertreten.
Die wichtigsten Entwicklungen im Jahr 2012
Schweiz
Im April 2012 haben wir die Effizienzsteigerungsmaßnahmen für das operative Geschäft bekannt gegeben. Sie umfassen die Schließung der Standorte Genf und Coinsins in der Schweiz. Gemäß den für derartige Planungen einschlägigen Regelungen in der Schweiz hat Merck die Mitarbeiter dazu aufgerufen, bis Juni 2012 Alternativvorschläge zur Vermeidung oder Verringerung des geplanten Arbeitsplatzabbaus einzureichen. Währenddessen hat Merck Gespräche mit kurzfristig eingerichteten Mitarbeitervertretungen für die Standorte Genf und im Kanton Waadtland sowie mit der Gewerkschaft UNIA in Genf und im Waadtland geführt.
Mitte Juni informierte Merck die zuständige Kantonsbehörde und die Mitarbeiter über die endgültige Entscheidung: Obwohl Merck Serono verschiedene Vorschläge aufgenommen hat, beispielsweise bezüglich des Sozialplans, konnten keine Vorschläge berücksichtigt werden, die sich auf den Erhalt des Standorts in Genf bezogen. Sie ließen sich nicht mit dem Ziel vereinbaren, Doppelfunktionen abzubauen, um die langfristige Zukunftsfähigkeit von Merck zu sichern.
Im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen fasst Merck alle Konzernfunktionen am Stammsitz von Merck in Darmstadt zusammen. Die Pharma-Forschung und -Entwicklung soll an den Standorten in Darmstadt, Deutschland, Boston, USA, Peking, China, und Tokio (Japan) gebündelt werden. Dazu verlagern wir rund 750 der Arbeitsplätze vom Standort Genf an andere Standorte. Etwa 500 Arbeitsplätze werden abgebaut, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Rund 80 Arbeitsplätze fallen an den Standorten im Waadtland (Aubonne, Coinsins und Corsier-sur-Vevey) weg. Die Produktion in Coinsins wird nach Aubonne verlagert. Der Standort Genf wird voraussichtlich Mitte 2013 geschlossen, der Standort Coinsins im Jahr 2014.
Zur Abfederung der Veränderungen hat sich Merck mit der Gewerkschaft UNIA und den Mitarbeitervertretungen auf einen umfassenden Sozialplan für betroffene Mitarbeiter geeinigt, der unter anderem Abfindungszahlungen, Vorruhestandsregelungen und Unterstützungsleistungen bei Versetzungen ins Ausland oder beim Schritt in die Selbstständigkeit beinhaltet. Zusätzlich hat Merck 2 Mio CHF bereitgestellt, um die Auswirkungen der Schließung des Standorts Genf auf den Arbeitsmarkt vor Ort zu mildern. Die Summe wird von einem gemeinsamen Gremium verwaltet, das aus der Mitarbeitervertretung und einem vom Genfer Staatsrat benannten Rechtsanwalt besteht. Eine weitere Maßnahme ist das „Entrepreneur Partnership Program (EPP)“, das Mitarbeiter mit guten Geschäftsideen beim Schritt in die Selbstständigkeit unterstützt. Wir haben für das EPP 30 Mio € zur Verfügung gestellt.
Deutschland
Im September 2012 hat sich die Unternehmensleitung mit den Arbeitnehmervertretern auf ein Effizienzsteigerungsprogramm für unsere Standorte in Deutschland geeinigt. Die vorangehende Konsultationsphase mit Mitarbeitervertretern hatte im Februar begonnen. Ziel ist es, bis Ende 2015 rund 1.100 Arbeitsplätze sozialverträglich abzubauen – hauptsächlich über Freiwilligen- und Altersteilzeitprogramme. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2017 weitgehend ausgeschlossen.
Das Programm umfasst rund 100 Einzelinitiativen mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und die Produktion auf wertsteigernde Kernaktivitäten zu fokussieren: Zur Stärkung des Standorts Darmstadt werden hier und an den anderen deutschen Standorten in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt mindestens 250 Mio € investiert. Darmstadt soll als weltweite Konzernzentrale weiter ausgebaut werden und als moderner Produktions- und Forschungsstandort höchsten Wettbewerbsanforderungen genügen. Die Produktion von Industriesalzen in Lehrte wird aufgegeben.
