Klimaschutz

Der Klimawandel und seine Folgen sind eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts, er beeinflusst bereits heute das Leben auf der Erde.

Als verantwortungsvolles Unternehmen ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Wir tun dies, indem wir unsere eigenen Treibhausgasemissionen senken und indem wir Produkte anbieten, die bei unseren Kunden zur Reduktion des Ausstoßes beitragen. Unseren Stakeholdern, insbesondere Kunden, NGOs und Anteilseignern, erstatten wir im Rahmen des „Carbon Disclosure Project“ schon seit mehreren Jahren ausführlich Bericht über unsere Maßnahmen und Leistungen. Darüber hinaus ist unser Engagement für das Klima auch wirtschaftlich von Nutzen: Dank verbesserter Energieeffizienz sparen wir Energiekosten. Handlungsdruck entsteht auch durch zunehmende gesetzliche Regulierungen zum Ausstoß von Treibhausgasen – beispielsweise in marktwirtschaftlichen Emissionshandelssystemen. Mehr und mehr erwarten auch unsere Kunden Aktivitäten beim Klimaschutz.

Zentrale Steuerung der Aktivitäten

Für die weltweite Steuerung aller Klimaschutzmaßnahmen ist die Konzernfunktion Environment Health Safety Security Quality (EQ) verantwortlich. An den Merck-Standorten sind operative Einheiten für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zuständig.

Strategisches Ziel und Maßnahmenprogramm EDISON

Ziel 2020

-20%

Treibhausgasemissionen

2009 hatten wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2006 um 20 % zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir das Programm „EDISON (Energy Efficiency and Climate Protection)“ ins Leben gerufen, das die Maßnahmen zum Klimaschutz in der Merck-Gruppe bündelt. 20 Standorte weltweit sind für rund 80 % der Treibhausgasemissionen bei Merck verantwortlich, auf ihnen liegt der Fokus von EDISON. Zu unseren wesentlichen Maßnahmen gehört die Reduktion unserer energiebedingten Emissionen. Zu diesem Zweck arbeiten wir daran, Emissionen von Treibhausgasen in der eigenen Energieerzeugung zu reduzieren und die Energieeffizienz der Prozesse in Forschung und Produktion zu verbessern. Außerdem wollen wir prozessbedingte Emissionen verringern, beispielsweise in einem Qualitätskontrollprozess bei Merck Millipore. Einen weiteren Hebel sehen wir in der Verbesserung unseres Gebäudemanagements unter Energiegesichtspunkten.

Bei der Erarbeitung und Umsetzung von Klimaschutzprojekten arbeitet EQ mit einer 2011 gegründeten spartenübergreifenden Arbeitsgruppe zusammen. Sie entwickelt selbst Maßnahmen und bewertet standortbezogene Projektvorschläge nach ihrer Wichtigkeit. Basis dafür ist eine eigens entwickelte Methode für die strukturierte Bewertung von Projekten. 2012 stellte die Geschäftsleitung 10 Mio € für Projekte zur Verfügung. Von den mehr als 130 genehmigten Projekten haben wir ungefähr die Hälfte begonnen oder bereits erfolgreich umgesetzt. Dazu gehört der Bau eines Biomassekraftwerks am indischen Standort Goa oder eines Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung in Gernsheim, Deutschland, das Mitte 2013 in Betrieb genommen wird.

Auch für das Jahr 2013 hat die Geschäftsleitung 10 Mio € bereitgestellt. Zum einen werden hiermit Projekte, die 2012 begonnen wurden, fortgeführt. Zum anderen werden damit 73 neue Projekte unterstützt, die im September 2012 von der EDISON-Arbeitsgruppe eingereicht und genehmigt wurden. Mit den nun rund 200 Einzelprojekten wollen wir mittelfristig 64.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen.

Energiemanagement ist ein weiterer Baustein von EDISON. 2012 wurden die beiden deutschen Merck-Produktionsstandorte Darmstadt und Gernsheim, die für rund 40 % des weltweiten Energieverbrauchs bei Merck verantwortlich sind, nach der ISO-Norm 50001 „Energiemanagementsysteme“ zertifiziert.

Auch der sparsame Einsatz und die Energieeffizienz von Dienstfahrzeugen sind Teil unserer Klimaschutzmaßnahmen. Die gruppenweite Dienstwagenrichtlinie wird in diesem Jahr überarbeitet und wird konkrete Grenzwerte für den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge festlegen.

Zahlen zum Klimaschutz 2011 und 2012

2011 und 2012 verursachte die Merck Gruppe 521.000 t beziehungsweise 516.000 t Treibhausgasemissionen. Zu den größten Emittenten gehörten im Jahr 2012 die deutschen Standorte Darmstadt und Gernsheim, die US-Standorte in Jaffrey und Savannah, der irische Standort Cork und der französische Standort in Molsheim. Die Treibhausgasemissionen werden nach dem „Greenhouse Gas (GHG) Protocol“ gemeldet, einem international genutzten Standard zur Berichterstattung über Treibhausgasemissionen. Derzeit deckt Merck den Scope 1 und 2 des GHG Protocol ab. Scope 1 umfasst direkte Emissionen, die das Unternehmen selbst durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern oder durch seine Prozesse freisetzt. Scope 2 bezieht sich auf zugekaufte Energien, etwa Strom und Fernwärme. Zu den Scope-3-Emissionen zählen beispielsweise die Emissionen, die im Zusammenhang mit Herstellung und Transport von Rohstoffen, Produkten und Abfällen oder durch die Geschäftsreisen unserer Mitarbeiter entstehen. Aufgrund der Komplexität bei der Erfassung der zu Scope 3 zählenden Emissionen werden derzeit bei Merck nur Scope-3-Emissionen aus Geschäftsreisen (Flug- und Bahnreisen, Mietwägen) erfasst.

Die deutschen Standorte Darmstadt und Gernsheim waren auch 2011 und 2012 die größten CO2-Emittenten der Merck Gruppe. Sie unterliegen mit dem Heizkraftwerk in Darmstadt und dem Heizwerk in Gernsheim dem EU-Emissionshandel. Die endgültigen Zuteilungsmengen an CO2-Zertifikaten für die dritte Handelsperiode (2013-2020) stehen derzeit noch nicht fest. Nach heutigem Stand wird Merck jedoch Zertifikate zukaufen müssen.

Sensibilisierung von Mitarbeitern

Wir wollen, dass Klimaschutz im gesamten Unternehmen gelebt wird. An einigen Standorten ruft Merck Mitarbeiter dazu auf, eigene Ideen zur Einsparung von Energie und Ressourcen einzubringen. Merck Millipore unterstützt in den USA auch privates Engagement der Mitarbeiter, beispielsweise die Installierung einer Solaranlage auf ihren Häusern. Mit weltweiten Kampagnen wie dem „Energy Month“ stärkt Merck Millipore das Umweltbewusstsein der Mitarbeiter.

Zur Information unserer Mitarbeiter stellen wir im Intranet eine Auswahl an Daten und Fakten zum Klimaschutz zur Verfügung. Weiterhin sind verschiedene Werkzeuge wie Energiechecklisten oder Best-Practice-Beispiele verfügbar, um den Informationsaustausch und das Lernen voneinander zu unterstützen. Auch in der Mitarbeiterzeitschrift und in einem Mitarbeiter-Newsletter informieren wir kontinuierlich über den Klimaschutz bei Merck. Darüber hinaus geben wir unseren Mitarbeitern Tipps, wie sie beispielsweise beim Autofahren durch ihr Fahrverhalten den Treibstoffverbrauch reduzieren können. Als Anreiz für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bietet Merck am Standort Darmstadt ein „Jobticket“ an, für das das Unternehmen einen Teil der Kosten übernimmt. Mehr als 3.000 Mitarbeiter nutzen dieses Angebot.

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Ziele: Klimaschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strategisches Ziel

Maßnahmen

Bis?

Fortschritt 2011 und 2012

Status

Reduktion der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) der Merck-Gruppe um 20 % (Basisjahr 2006)

Systematische Untersuchung des Energieverbrauchs an den Standorten

Ende 2020

Die systematische Untersuchung der Produktionsbetriebe auf Energieeinsparpotenziale wurde in Darmstadt und Gernsheim fortgeführt. Zudem fanden Energiechecks an den Standorten Altdorf, Semoy, Taicang, Savannah und Eppelheim statt.

 

Hebung von wirtschaftlichen Energieeinsparpotenzialen

Ende 2020

Fast 70 Projekte zur Einsparung von Energie bzw. zur Reduktion von Treibhausgasemissionen wurden begonnen und sind zum Teil bereits abgeschlossen.

 

Reduktion von prozessbedingten Emissionen

Ende 2020

Bei der Reduzierung der prozessbedingten Treibhausgasemissionen haben wir Fortschritte erzielt. Trotz gestiegenem Produktionsvolumen konnten wir die Emissionen leicht senken.

Legende: erreicht in Umsetzung nicht erreicht neues Ziel