Christa Jansen:
Hallo, Amitabh! Seid ihr nicht heute von eurer Projektreise nach Indien zurückgekommen? Wie war es denn? Ich bin schon sehr gespannt.
2:10 PM
Amitabh Banerji:
Hallo, Christa, heute Morgen bin ich wieder in Köln gelandet. Es war super! Die Fortbildung kam bei den Lehrkräften sehr gut an.
2:11 PM
Christa Jansen:
Das freut mich! Was hat ihnen denn besonders gefallen?
2:12 PM
Amitabh Banerji:
Ganz viele fanden es toll, dass der Materialkoffer so „hands-on“ ist… Damit können sie ihren Schülern Wissen rund um organische Leuchtdioden ganz praktisch vermitteln. Die Lehrer haben sich selbst auch richtig gefreut, als die OLEDs angefangen haben zu leuchten! Viele von ihnen haben zum ersten Mal gesehen, wie diese Technologie eigentlich funktioniert. Ich schicke dir gleich mal ein Video. Darin beschreibt ein Teilnehmer, wie er die Fortbildung erlebt hat.
2:12 PM
Amitabh Banerji sendet ein Video.
Christa Jansen:
Super! Das klingt nach einer erfolgreichen Reise. Das waren Lehrer aus Mumbai, richtig?
2:13 PM
Amitabh Banerji:
Nicht nur aus Mumbai. Manche kamen aus dem 150 km entfernten Pune angereist. Die Truppe war bunt gemischt: Highschool-Lehrer und College-Dozenten, Physiker, Chemiker, Materialwissenschaftler…
2:13 PM
Christa Jansen:
Das war vermutlich eine Herausforderung, die verschiedenen Vorkenntnisse unter einen Hut zu bringen. Und wart ihr nicht auch in einer Dorfschule?
2:14 PM
Amitabh Banerji:
Genau! 2,5 Stunden außerhalb von Mumbai. Das war eine ganz andere Welt. In dieser Schule gibt es eigentlich nur Frontalunterricht, einfach weil die Räumlichkeiten gar nichts anderes hergeben.
2:14 PM
Christa Jansen:
Da wäre so etwas wie unser OLED-Experimentierkasten dann wohl eher ungeeignet. Da ist die Lebenswirklichkeit der Schüler doch eine andere.
2:14 PM
Amitabh Banerji:
Das stimmt! Für die Großstadt-Schüler sind OLEDs spannend und alltagsnah, denn die Technologie steckt ja auch in Smartphones oder Fernsehern, die sie zu Hause haben.
2:15 PM
Christa Jansen:
Ja, der Alltag der Lernenden ist ja ein ganz wichtiger Punkt, wenn wir Lehrerfortbildungen konzipieren. Da orientieren wir uns immer daran, womit sie jeden Tag zu tun haben. Was waren denn für dich jetzt die wichtigsten Erkenntnisse der Reise? Glaubst du, sie werden die zehn Koffer, die wir vor Ort gelassen haben, fleißig ausleihen?
2:15 PM
Amitabh Banerji:
Was toll war: Alle Lehrkräfte haben uns bestätigt, wie wertvoll diese Weiterbildung und die Unterstützung für sie sind. Denn in Indien gibt es kaum Förderprogramme und das Budget der Schulen ist sehr knapp. Die ersten Lehrer haben sich schon bei mir gemeldet, um die Koffer auszuleihen.
2:15 PM
Christa Jansen:
Das war auch einer der Gründe, warum wir dort ein Projekt starten wollten. Gab es denn auch etwas, wo du Verbesserungsbedarf siehst?
2:16 PM
Amitabh Banerji:
Ja, klar. Den gibt es immer. Was wir sehr deutlich gemerkt haben, sind die Unterschiede zwischen dem indischen und dem deutschen Schulsystem. Die indischen Lehrkräfte sagten uns beispielsweise, das OLED-Experiment sei in Indien eher für Uni-Studenten in den ersten Semestern geeignet als für Highschool-Schüler.
2:16 PM
Christa Jansen:
Verstehe. Das ist wohl Teil unseres Lernprozesses. Ursprünglich war das Experiment ja für die deutsche Oberstufe konzipiert. Es ist klar, dass man so ein Konzept nicht 1:1 exportieren kann. Umso besser, dass ihr das Projekt wissenschaftlich begleitet und auswertet. So können wir es anschließend weiterentwickeln: Merck CR-Bericht zum Bildungsengagement
2:16 PM
Christa Jansen:
Wie hat es denn eigentlich den Studierenden gefallen, die mit dir in Indien waren?
2:17 PM
Amitabh Banerji sendet ein Foto.
Amitabh Banerji:
Für die war es eine tolle Erfahrung! In der Lehramtsausbildung in Deutschland bekommen sie ja sonst nur selten die Möglichkeit, im Ausland Erfahrungen zu sammeln.
2:17 PM
Christa Jansen:
Das stimmt – wirklich schade.
2:17 PM
Amitabh Banerji:
Vielleicht können wir so etwas bald ja noch mal machen? Es wäre echt toll, wenn Unternehmen wie Merck noch mehr Programme für Lehramtsstudenten anbieten würden. Da gibt es noch wenig Angebote speziell für den MINT-Bereich.
2:17 PM
Christa Jansen:
Gute Idee! Wir haben ja schon ein Schülerlabor an der TU Darmstadt. Das ist ein Lehr- und Lernlabor, also auch eingebunden in die Lehramtsausbildung. So etwas wäre auf jeden Fall auch an anderen Unis denkbar.
2:17 PM
Amitabh Banerji:
Was wir auch nicht vergessen dürfen: Wie finden wir immer wieder spannende neue Themen, die wir Lehrkräften für ihre Unterrichtsgestaltung anbieten können?
2:17 PM
Christa Jansen:
Hast du schon neue Ideen? Immer her damit
2:17 PM
Amitabh Banerji:
Ich finde es als Fachdidaktiker ja prima, wenn ich mit Wissenschaftlern aus der Praxis über ihre aktuelle Forschung sprechen kann. Daraus entwickeln sich immer tolle neue Ideen für die Unterrichtsgestaltung. Aber an solche Unternehmenskontakte kommt man leider nur schwer ran… Und ihr lasst euch natürlich auch nicht so gern in die Karten gucken, woran ihr gerade forscht.
2:17 PM
Christa Jansen:
Du hast recht, da sollten Unternehmen offener werden. Ich bin auch davon überzeugt, dass beide Seiten von so einem Austausch profitieren könnten. Denn gute Fachdidaktik bedeutet für uns langfristig auch gut qualifizierte Nachwuchskräfte!
2:17 PM
Amitabh Banerji:
Ganz genau! Und ihr nutzt die Koffer ja mittlerweile selbst im Unternehmen für die Ausbildung. So, ich muss jetzt los zur Uni – trotz Jetlag. Ich melde mich bei dir, sobald unsere Auswertung vorliegt.
2:18 PM
Christa Jansen:
Alles klar, dann bis bald!
2:18 PM
Amitabh Banerji
Geboren in:
Chittaranjan, Indien
An der Universität Köln seit:
2014
Ausbildung:
Promotion in der Fachdidaktik Chemie; Universität Wuppertal
Fokusthemen:
- Motivation für naturwissenschaftliche Fächer schaffen
- Aktuelle Forschungsthemen für Lehrende und Lernende aufbereiten
Christa Jansen
Geboren in:
Trier, Deutschland
Bei Merck seit:
1989
Ausbildung:
Promotion in Biochemie; Universität Mainz
Fokusthemen:
- Konzepte zur Förderung der Naturwissenschaften entwickeln
- Außerschulische Lernorte, Bildungsentwicklung und Berufsorientierung in der Schule voranbringen