Johannes Waltz:
Hallo, Wendy, gerade haben wir unsere Partnerschaft mit der NALA-Stiftung und dem äthiopischen Gesundheitsministerium gestartet.
8:05 PM
Wendy Harrison:
Hi, Johannes, das ist gut! Das wird in Äthiopien sicher für ein viel besseres Verständnis für Bilharziose sorgen. Ich komme gerade aus Malawi, wo wir mit dem Gesundheitsministerium diskutiert haben, wie wir unsere Programme optimieren können. Schau mal…
8:06 PM
Wendy Harrison sendet ein Foto.
Johannes Waltz:
Mit diesen Projekten können wir überprüfen, ob sich durch intensivere Aufklärung die Krankheit wirklich eindämmen lässt. Dieses Wissen können wir dann auch in anderen Ländern nutzen, um dort die Infektion mit Bilharziose zu verhindern.
8:08 PM
Wendy Harrison:
Das wäre prima. Und das bringt uns unserem Ziel – die Krankheit endlich auszurotten – wirklich ein Stück näher…
8:08 PM
Johannes Waltz:
Richtig! Entscheidend dafür ist die Logistik: Es ist immer noch eine echte Herausforderung, dass die gespendeten Tabletten auch wirklich verteilt und genutzt werden. Wir wollen, dass die 250 Millionen Stück vor Ort ankommen – bei den Kindern und anderen mit hohem Risiko.
8:09 PM
Wendy Harrison:
Ja, bei der Verteilung von Medikamenten in abgelegene Regionen Afrikas ergeben sich ganz praktische Probleme. Das darf man wirklich nicht unterschätzen! Vor allem auf der „letzten Meile“, also bis in die kleinen Dörfer, in denen die Tabletten gebraucht werden.
8:09 PM
Johannes Waltz:
Da haben wir noch etliches zu tun, unsere Arzneimittellieferketten zu verbessern. Schau mal was mein Kollege Christian Schröter auf die Beine gestellt hat: www.ted.com/talks
8:09 PM
Johannes Waltz sendet ein Video.
Johannes Waltz:
Welche Herausforderungen siehst du denn noch vor Ort?
8:09 PM
Wendy Harrison:
Da gibt es einige mehr! Zum Beispiel, dass die Leute anfangs oft ziemlich skeptisch sind, was es mit diesen bitter schmeckenden Tabletten auf sich hat…
8:10 PM
Johannes Waltz:
Ja, das kann ich mir vorstellen. Wir arbeiten auch schon an einer neuen Formulierung mit neutralem Geschmack. Hoffentlich sind wir bald soweit. Als Unternehmen fragen wir uns immer: Wie können wir die Verbreitung der Krankheit am besten stoppen? Trotz aller anderen Herausforderungen sind unsere Tabletten natürlich der erste entscheidende Schritt.
8:10 PM
Wendy Harrison:
Ja, ohne Tablettenbehandlung ist eine Ausrottung der Krankheit undenkbar. Für uns ist aber klar, dass wir die Infektion auf verschiedenen Wegen verhindern müssen. Denn wer erkrankt ist und nicht behandelt wird, kann Bilharziose weiterverbreiten.
8:11 PM
Johannes Waltz:
Absolut. Und bislang können beispielsweise Kinder unter sechs Jahren ja noch gar nicht mit Praziquantel behandelt werden. Das wollen wir unbedingt ändern und forschen schon seit einiger Zeit dazu. Gerade läuft unsere Phase-II-Studie: Merck CR-Bericht zu Infektionskrankheiten
8:11 PM
Wendy Harrison:
Genauso wichtig ist es, eine Infektion durch richtiges Verhalten zu verhindern. Deshalb schulen wir unsere Leute vor Ort, wie sie andere über Bilharziose aufklären können. Dafür braucht es kaum medizinisches Vorwissen. In der Elfenbeinküste haben wir einen Vater begleitet, der die Leidensgeschichte seiner Familie schildert.
8:12 PM
Wendy Harrison sendet ein Video.
Johannes Waltz:
Aufklärung ist sehr wichtig! Du kennst ja auch die Comic-Broschüren, die in den Ländern verteilt werden. Diese zeigen Kindern auf spielerische Weise, wie Bilharziose übertragen wird und wie man sich davor schützen kann.
8:12 PM
Wendy Harrison:
Das ist wirklich hilfreich! Das zeigt, wie vielfältig die Maßnahmen sein können. Eine zentrale Rolle spielen auch sanitäre Anlagen und Hygiene.
8:12 PM
Johannes Waltz:
Deshalb arbeiten wir in Äthiopien ja nun mit der NALA-Stiftung und dem Gesundheitsministerium zusammen. Die haben Erfahrung bei den Themen Hygiene, Wasser und sanitäre Anlagen.
8:13 PM
Wendy Harrison:
Wir schätzen den Einfluss, den ihr als großes Unternehmen habt, um hier echte Verbesserungen zu erzielen. Innerhalb der GSA, indem Partner aus den verschiedenen Disziplinen zusammenkommen, aber beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit der WHO oder den nationalen Regierungen. Da können wir gemeinsam viel bewirken!
8:13 PM
Johannes Waltz:
Stimmt! Und verschiedenste Akteure können einen Beitrag leisten, auch andere private Unternehmen. Ich hoffe, dass wir bald noch mehr Partner finden, die sich hier engagieren. Das Thema haben wir in der GSA jedenfalls auf der Agenda.
8:13 PM
Wendy Harrison:
Dann berichte doch bald mal, wie sich das Ganze entwickelt!
8:14 PM
Johannes Waltz:
Mache ich! Bis dahin viel Erfolg für eure Arbeit.
8:14 PM
Wendy Harrison:
Danke, bis bald.
8:15 PM
Wendy Harrison
Geboren in:
Dorking, Großbritannien
Bei der SCI seit:
2009
Ausbildung:
Bachelor in Veterinärmedizin, Royal Veterinary College, Universität London; PhD in Klinischer Pharmakologie, Universität London; Master in Public Health, London School of Hygiene and Tropical Medicine
Fokusthemen:
- Interdisziplinäre Ansätze zur öffentlichen Gesundheitsversorgung
- Kooperation mit öffentlichen Stellen
Johannes Waltz
Geboren in:
Wien, Österreich
Bei Merck seit:
2015
Ausbildung:
Promotion in Jura, Universitäten Wien und Salzburg
Fokusthemen:
- Partnerschaften zur Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheit Bilharziose
- Herausforderungen der Verteilung von Tablettenspenden