Nachhaltige Produkte

Verantwortung für unsere Produkte ist der Kern unserer Unternehmensverantwortung. Deshalb tragen wir dafür Sorge, dass wir die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bei der Entwicklung, der Herstellung, der Distribution, aber auch während und nach Ende der Nutzungsphase unserer Produkte minimieren. Dazu gehört, umfassende Informationen für ihre verantwortungsvolle, sichere und sachgerechte Nutzung bereitzustellen. Wichtig ist aber auch, Ressourcen zu schonen und die Entstehung von schädlichen Emissionen und Abfällen zu minimieren.

Mit unseren Produkten leisten wir einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Energieknappheit. Unsere Spezialchemikalien helfen unseren Kunden, Energie zu sparen. Flüssigkristalle  (Liquid Crystals, LC) sorgen in Computerbildschirmen und Fernsehgeräten für eine hohe Bildqualität und verbrauchen wenig Energie. Unsere Materialen für die PS-VA-Technologie (Polymer-Stabilized Vertical Alignment) tragen dazu bei, dass die Hintergrundbeleuchtung, der größte Stromverbraucher, wesentlich reduziert werden kann. Neue Anwendungsmöglichkeiten für LCs sind intelligente Fenster: Im Winter lassen sie mehr Sonnenwärme ins Innere, im Sommer weniger. Organische Leuchtdioden (OLEDs) ermöglichen energieeffiziente Displays mit leuchtenden Farben und gestochen scharfer Bildqualität. Im Oktober 2012 haben wir unsere Kooperation mit dem japanischen Druckerhersteller Epson auf eine neue Basis gestellt. Unser gemeinsames Ziel: die Massenproduktion großflächiger OLED-Bildschirme. Moderne Lichtquellen  wie LEDs (lichtemittierende Leuchtdioden) und OLEDs sind Schlüsseltechnologien zur Senkung des Energieverbrauchs in der Beleuchtung. Mit unseren druckbaren Strukturierungsmaterialien kann die Fotovoltaik industrie Solarzellen umweltfreundlicher herstellen und ihre Leistung verbessern.

20%

weniger Energie* verbrauchen Bildschirme dank der innovativen Flüssigkristalle von Merck für die PS-VA-Technologie (*im Vergleich zur VA-Technologie).

Wir streben eine kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz unserer Produkte an und entwickeln dafür geeignete Produkt- und Prozessinnovationen. Und wir arbeiten daran, unseren Kunden Produkte anzubieten, die ihnen helfen, die Auswirkungen ihrer eigenen Tätigkeit zu reduzieren und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Beispiel ist das Programm „Green3  in der Sparte Performance Materials, mit dem wir unseren Kunden helfen, energieeffiziente LCDs, OLEDs und LEDs zu entwickeln. Das Konzept wurde auf unser Portfolio der kosmetischen Pigmente und Wirkstoffe ausgedehnt und beinhaltet unterschiedliche Bereiche: die nachhaltige Gewinnung und Herstellung von kosmetischen Inhaltsstoffen, die Optimierung der damit verbundenen Produktionsvorgänge und – im Dialog mit unseren Kunden aus der Kosmetikindustrie – die Erarbeitung von Vorschlägen für kosmetische Formulierungen, die strenge Nachhaltigkeitsaspekte erfüllen und mit dem aktuellen Trend zu mehr Natürlichkeit in der Kosmetik einhergehen. Für einige unserer Produkte haben wir ein Zertifikat von Ecocert erhalten, einer Organisation, die nach hohen internationalen Standards für naturfreundliche Produkte bewertet.

Analysen als Voraussetzung für Verbesserungen

Eine Voraussetzung dafür, ungewollte Auswirkungen unserer Produkte weiter reduzieren zu können, ist, den Lebenszyklus unserer Produkte zu kennen. Deshalb führen wir entsprechende Analysen durch.

In einigen Fällen untersuchen wir den vollständigen Lebenszyklus („Cradle to Grave“); in anderen Fällen konzentrieren wir uns mit dem „Cradle to Gate“-Ansatz auf Teile davon, das heißt, wir analysieren die Phase von der Forschung und Entwicklung eines Produkts bis zur Auslieferung an die Kunden oder wir fokussieren uns auf spezielle Auswirkungen wie Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch oder Verpackung. Die Ergebnisse der Analysen geben uns Aufschluss über Verbesserungspotenziale. Unsere Experten aus Forschung und Entwicklung, Produktmanagement, Qualität, Einkauf und anderen Fachabteilungen können auf dieser Basis spezifische Maßnahmen und Initiativen im gesamten Produktlebenszyklus entwickeln und stehen darüber im Austausch. Wir teilen die Ergebnisse unserer Analysen auch mit unseren Kunden.

Für Flüssigkristallmischungen und Perlglanzpigmente haben wir den „Product Carbon Footprint“ und für Flüssigkristallmischungen den „Product Water Footprint“ mit dem „Cradle to Gate“-Ansatz ermittelt. Unsere Kunden nutzen diese Daten, um damit Footprints für ihre Produkte zu berechnen. Da unsere Performance Materials nur in geringen Mengen im Endprodukt vorhanden sind, ist unser Beitrag an den Product Footprints der Endprodukte in der Regel nur sehr gering.

Merck Millipore hat im Berichtszeitraum eine durch Experten begutachtete vergleichende Lebenszyklusanalyse vorgenommen, eine Methodik zur Bewertung verschiedener Entsorgungslösungen entwickelt und mehr als 20 Carbon Footprints für einzelne Produkte ermittelt.

Nachhaltigkeit bereits in der Produktentwicklung

Den Grundstein für die Nachhaltigkeit unserer Produkte legen wir bereits in der Produktentwicklung. Um mögliche negative Auswirkungen zu reduzieren, haben wir verschiedene Leitlinien implementiert. Im Chemiegeschäft gehört dazu beispielsweise unsere gruppenweit gültige „Policy Product Safety Chemicals“. In der Sparte Performance Materials befolgen wir die „Halogen-free Policy“ unserer Kunden und haben die „Green Product Policy“ in Kraft gesetzt. Diese verbietet unter anderem die Verwendung von akut toxischen, mutagenen oder anderweitig ernsthaft gefährlichen Stoffen, die im Endprodukt verbleiben. Wir stellen außerdem die Übereinstimmung unserer Produkte sowohl mit internationalen und länderspezifischen Regularien wie REACH und RoHS als auch mit weiteren branchen- oder kundenspezifischen Anforderungen sicher.

Darüber hinaus haben wir in der Merck-Gruppe Systeme entwickelt, die Nachhaltigkeitskriterien im Produktentwicklungsprozess berücksichtigen. In der Sparte Performance Materials haben wir in der Geschäftseinheit Advanced Materials für Produkte in der Entwicklungsphase mit dem sogenannten Innosessment eine strukturierte Bewertung eingeführt, bei der beispielsweise die ökologischen Auswirkungen der Produkte betrachtet werden. In den Jahren 2011 und 2012 haben wir damit über 100 Produkte im Hinblick auf Toxizität, die Substitution kritischer Reagenzien und weitere Aspekte analysiert.

Im Rahmen des Programms „Design for Sustainability“ hat die Sparte Merck Millipore eine Reihe von Systemen entwickelt, um Nachhaltigkeitsaspekte in den Produktentwicklungsprozess einzubeziehen. Ein Beispiel ist eine Scorecard, mithilfe derer wesentliche Auswirkungen der Produkte auf Gesundheit und Umwelt in verschiedenen Produktlebensphasen sowie Verbesserungspotenziale identifiziert werden. Das Programm „Design for Sustainability“ zielt vor allem darauf ab, die Umweltauswirkungen auf Kundenseite, z. B. den Carbon Footprint und den Wasserverbrauch, zu reduzieren.

Um die Ressourceneffizienz zu verbessern, prüfen wir, welche Materialien für die Verpackung unserer Produkte in dieser Hinsicht am besten geeignet sind.

Wir unterstützen unsere Kunden bei der Vermeidung von Abfällen und bieten Rücknahme- und Recyclingprogramme an.

Verantwortungsbewusstsein im Produktionsprozess

Effiziente Prozesse sind wirtschaftlich sinnvoll und gut für die Umwelt. In unseren operativen Prozessen stellen konzernweit verbindliche Standards den sparsamen Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von schädlichen Umweltauswirkungen sicher. Um Treibhausgasemissionen während der Herstellung unserer Produkte zu reduzieren, haben wir uns ein Konzernziel zum Klimaschutz gesetzt; wir sind auf gutem Wege, es zu erreichen.