Mit unserem Fachwissen unterstützen wir Gesundheitsprojekte auf der ganzen Welt. Besonders fördern wir die Gesundheitsinfrastruktur vor Ort, die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal sowie die gesundheitliche Aufklärung.
Wozu wir uns verpflichten: Grundsätze unseres gesellschaftlichen Engagements
Unser gesellschaftliches Engagement im Bereich „Gesundheit“ orientiert sich an unserer 2019 überarbeiteten „Group Policy on Contributions to Society“. Mehr Informationen dazu finden sich im Kapitel „Gesellschaftliches Engagement“.
Für Gesundheitsinitiativen gelten zudem Richtlinien unseres Unternehmensbereichs Healthcare sowie unsere „Access to Health Charter“. Diese aktualisierten wir zuletzt Ende 2018. Den Wert unserer Arzneimittelspenden berechnen wir gemäß der Richtlinie für Medikamentenspenden der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Bildungsinitiativen für medizinisches Fachpersonal
Wir setzen uns weltweit für eine verbesserte medizinische Versorgung ein. Jedes Jahr initiiert und unterstützt unser Bereich „Global Medical Education and External Relations“ zahlreiche Weiterbildungsinitiativen für Gesundheitsfachkräfte. Dies umfasst die Finanzierung von Weiterbildungskursen durch unabhängige Drittanbieter sowie die Entwicklung wissenschaftlich und klinisch relevanter Programme. Auf diese Weise erweitern wir die Expertise medizinischer Fachkräfte: Wir sensibilisieren sie für verschiedene Krankheitsbilder und machen sie mit aktuellen Behandlungsmethoden vertraut. All dies kommt letztendlich den Patienten zugute.
Im Jahr 2019 förderten wir mehr als 87 Weiterbildungsprogramme von 22 unabhängigen Bildungsträgern im medizinischen Bereich. Zudem konzipierten wir 17 neue, durch uns organisierte medizinische Bildungsprogramme (Merck Medical Education Programs). Mehr als 100.000 medizinische Fachkräfte nahmen an E-Learning-Angeboten und Weiterbildungsveranstaltungen vor Ort teil.
Die Bildungsinitiativen unseres Global Health Institute tragen dazu bei, die Gesundheitssysteme vor Ort zu stärken. Wir setzen vor allem auf die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Afrika. Gemeinsam mit diesen Institutionen konzipieren wir Forschungsprogramme zu Bilharziose und Malaria und führen diese durch. Im Berichtsjahr setzten wir diese Initiativen fort. Dazu zählen beispielsweise unsere Kooperation für Wirkstoffforschung in Kapstadt (Südafrika) und unser Masterprogramm an der Makerere University in Uganda. Dort bewerten Studenten die Resistenz von identifizierten bakteriellen Erregern und unterstützen die Entwicklung eines Infektionskontrollprogramms.
Wir unterstützen außerdem das „National Malaria Control Program“ des Ghana Health Service mit Mikroskop Stationen sowie Schulungen für Mitarbeiter im Gesundheitswesen. So soll die Diagnose von Malaria und Koinfektionen verbessert werden. Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler untersuchen in unserem Forschungsprogramm die Epidemiologie des Malariaerregers.
Wir arbeiten „mit der European & Developing Countries Clinical Trials Partnership“ (EDCTP) zusammen. In diesem Rahmen betreiben wir ein Fellowship-Programm, um leitende afrikanische Forscher in klinischem Management und Methoden klinischer Studien zu schulen.
Gesundheitsbildung in Indien: gemeinsam gegen Anämie
In Indien leiden mehr als 50 % aller Frauen an Blutarmut, auch Anämie genannt. 2019 unterstützten wir weiterhin das Programm „Swasth Nari Sashakt Parivar“ (gesunde Frau, gesunde Familie). Dieses Programm ist Teil unserer Initiative „Healthy Women, Healthy Economies“.
Im Rahmen der Initiative „Swasth Nari Sashakt Parivar“ stellten wir der gemeinnützigen Organisation Doctors For You weiterhin Finanzmittel zur Verfügung. Bis zum Ende des Jahres ließen sich in Mumbai rund 4.800 Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren auf Anämie testen. Bei Bedarf erhielten sie eine Ernährungsberatung und eine medizinische Behandlung. Die Initiative ist einzigartig: Doctors For You bietet neben der Behandlung von Anämie auch berufsbildende Kurse für Teilnehmerinnen dieses Programms an.
Als Teil des Programms „Swasth Nari Sashakt Parivar“ starteten wir ein neues Projekt im indischen Bundesstaat Maharashtra, um Frauen über Schilddrüsenunterfunktion aufzuklären. In erster Linie werden Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren angesprochen und dazu motiviert, sich auf Schilddrüsenunterfunktion untersuchen zu lassen. Außerdem soll das Bewusstsein für dieses Krankheitsbild geschärft werden, indem wir Frauen über Präventionsmaßnahmen und Diagnosemöglichkeiten informieren.
Gesundheitsbewusstsein in Brasilien schärfen
Seltene Krebsarten werden oft zu spät erkannt und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Daher möchten wir die Auseinandersetzung mit diesen Krankheiten fördern und die Aufmerksamkeit auf eine frühzeitige Diagnose und Behandlung lenken.
Um in Brasilien das Bewusstsein für Darmkrebs zu schärfen, präsentierten wir im März 2019 in São Paulo unsere Ausstellung mit einem begehbaren Modell des Darms. Das Exponat bot Besuchern audiovisuelle Informationen über das menschliche Organ. Über 1.000 Menschen besuchten die Ausstellung. Wir zeigten außerdem Lehrvideos und medizinische Fachkräfte hielten Vorträge.
In zwei Krankenhäusern organisierten wir gemeinsam mit der „Brazilian Association of the Personal Hygiene, Perfumery and Cosmetics Industry“ Veranstaltungen für Patienten und Angehörige. Dabei wollten wir über Darmkrebs und die Betreuung während der Krebsbehandlung informieren. Die Angebote umfassten beispielsweise Workshops unseres medizinischen Teams und einen Vortrag über die Bedeutung von Hautpflege während einer Krebstherapie.
Auch 2019 organisierten wir eine Roadshow in Brasilien, mit der wir an unseren Erfolg im Vorjahr anknüpften. Ziel war es, das Bewusstsein für die Krankheit Multiple Sklerose (MS) zu fördern. Dabei setzten wir ein MS-Mini-Simulator ein und gaben zusätzliche interaktive Informationen. Über 500 Besucher unternahmen eine virtuelle Reise durch das Gehirn eines Patienten: So konnten sie die Krankheit und die Alltagsprobleme der Betroffenen besser verstehen. Darüber hinaus unterstützte unsere lokale Gesellschaft in Brasilien die Kunstausstellung „My invisible MS“ im „Museu da Imagem e do Som de São Paulo“. Dort präsentierte das audiovisuelle Museum Kunstwerke von Patienten aus der ganzen Welt, die unsichtbare Symptome von MS darstellen. Diese besondere Sammlung von Kunstwerken wurde in insgesamt 16 Ländern gezeigt.
Weitere gesundheitsbezogene Bildungsprojekte finden sich im Kapitel „Gesundheitsbewusstsein“.
Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in Madagaskar
Wir beteiligen uns an der AR-MADA-Initiative, die nachhaltige Gesundheitsversorgung für Menschen in abgelegenen, ländlichen Gebieten Madagaskars bietet, die gar keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Mindestens sechsmal im Jahr reisen Ärzte als Freiwillige in verschiedene Regionen der Insel, um kostenlos Medikamente zu verteilen und der Bevölkerung mit ihrem Fachwissen zu helfen. Außerdem unterstützen sie den Aufbau von Kompetenzen bei den lokalen Arbeitskräften. Seit der Geburtsstunde des Projekts im Jahr 1999 konnten bereits knapp 360.000 Patienten versorgt werden. Wir sponsern die Initiative und beraten sie strategisch.
Info
Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung durch die Merck Foundation
Die Merck Foundation ist eine gemeinnützige Organisation. Sie will die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen fördern und ihr Leben durch Wissenschaft und Technologie verbessern – insbesondere in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen und unterversorgten Gebieten. Ihre Ziele: Verbesserung des Zugangs zu innovativen Gesundheitslösungen in unterversorgten Regionen, Aufbau von Kapazitäten im Gesundheits- und Forschungsbereich sowie die Förderung von MINT- Programmen – mit einem Schwerpunkt auf Frauen und Jugendliche.
Weitere Informationen über die Programme der Merck Foundation finden Sie unter www.merck-foundation.com.