Herausforderung
Es gibt eine Krankheit, an der jährlich etwa 200.000 Menschen sterben. Doch viele haben noch nie von ihr gehört. Manyazewal ist einer von ihnen. Er ist acht Jahre alt und lebt in einer ländlichen Gegend Äthiopiens. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, zusammen mit den anderen Kindern seines Dorfes in den örtlichen Seen und Flüssen zu spielen. Das Wasser ist gefährlich, aber aus ganz anderen Gründen wie die Kinder vermuten: In den Seen leben Schnecken, die den Erreger der Krankheit Bilharziose in sich tragen.
Wie wir helfenJedes Kind zählt
SkipLösung
Wir arbeiten mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen, um die vernachlässigte Tropenkrankheit Bilharziose zu bekämpfen. Wir spenden regelmäßig große Mengen unseres Bilharziose-Medikaments – vornehmlich für die Behandlung von Schulkindern in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Für Vorschulkinder sind diese Tabletten nicht geeignet. Wir entwickeln deshalb ein sicheres und effektives Medikament, mit dem Kinder unter sechs Jahren behandelt werden können. Bis 2030 planen wir, die Bilharziose als öffentliches Gesundheitsproblem in einigen Ländern auszurotten.
Mehr erfahrenMillionen von Menschen wie Manyazewal wissen nichts über die Risiken der Bilharziose. Fast 240 Millionen Menschen in 78 Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas sind von der Krankheit betroffen. Unsere Vision ist es, eine Welt ohne diese verheerende Krankheit zu schaffen. Daher riefen wir als Gründungsmitglied die Global Schistosomiasis Alliance ins Leben.
Eine Welt ohne Bilharziose
Bei allem, was wir gegen Bilharziose unternehmen, geht es uns darum, die Krankheit als öffentliches Gesundheitsproblem auszurotten. Letztendlich wollen wir die weltweite Infektionsrate auf unter 1 % senken. Konkret bedeutet das: Wir wollen die Häufigkeit schwerer Infektionen bei Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren auf weniger als 1 % reduzieren. Und wir machen dabei auch nennenswerte Fortschritte. Um unser Ziel zu erreichen, verfolgen wir eine umfassende Strategie. Wir konzentrieren uns auf fünf Bereiche:
Medikamente bereitstellen:
Wir spenden jährlich bis zu 250 Millionen Tabletten zur Behandlung der Bilharziose an die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
An neuen Lösungen forschen:
Unsere Experten arbeiten mit einem Konsortium von Partnern zusammen. Gemeinsam sind sie dabei, ein Bilharziose-Medikament zu entwickeln, das für Kinder unter sechs Jahren geeignet ist – und wollen es den jungen Patienten einfach zugänglich machen. Wir engagieren uns zudem in Forschungskooperationen, die zum Ziel haben, weitere Wirkstoffe gegen Bilharziose zu finden. Außerdem arbeiten wir an neuen, sensitiven Diagnosemethoden sowie an Technologien zur Kontrolle von Bilharziose-Überträgern – beispielsweise der Süßwasserschnecke.
Mit Partnern zusammenarbeiten:
Unter anderem sind wir Gründungsmitglied der Global Schistosomiasis Alliance. Hier arbeiten viele Partner branchenübergreifend zusammen. Gemeinsam können wir Bilharziose schneller und effizienter bekämpfen – und hoffentlich ausrotten.
Wasser-, Sanitär- und Hygieneprojekte unterstützen:
Um die Übertragung von Bilharziose zu verhindern, unterstützen wir Projekte, die die entsprechende Infrastruktur rund ums Wasser verbessern. Wir helfen vor allem durch finanzielle Mittel und unsere weitreichende Expertise bezüglich der Krankheit.
Die Öffentlichkeit informieren:
Unsere Experten beteiligen sich an verschiedenen Initiativen zur Gesundheitsaufklärung. Zum einen stärken wir die Forschungskompetenz vor Ort in den Ländern. Zum anderen wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, wie Bilharziose entsteht, welche Gefahren sie birgt und wie einer Infektion vorgebeugt werden kann.
Integrierte Bilharziose-Strategie
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Die drei Stadien der Bilharziose-Infektion
Kennen Sie Bilharziose?
Ein Mensch infiziert sich mit Bilharziose, wenn er mit Wasserquellen in Kontakt kommt, die durch eine bestimmte Art von freischwimmenden Parasiten verunreinigt sind. Diese gelangen durch die Haut in den Körper. Sie entwickeln sich zu Würmern, legen Eier und verursachen Schäden an Blase, Nieren und Leber. In einigen Fällen kann die Bilharziose zum Tod führen – dies geschieht vor allem, wenn sie unentdeckt und unbehandelt bleibt. Bei Kindern führt diese Erkrankung oft zu Blutarmut, hemmt das Wachstum und schränkt die Lernfähigkeit ein. All das kann das Leben der infizierten Kinder auf verheerende Weise beeinflussen. In Gegenden mit schlechter sanitärer Versorgung und mangelnder Hygiene können die vom Menschen ausgeschiedenen Eier des Parasiten leicht zurück in Bäche, Flüsse und Seen gelangen. Dort schlüpfen sie und infizieren bestimmte Schneckenarten. In solchen Wirten entwickeln sie sich weiter, bevor sie die Schnecke als freischwimmende Parasiten verlassen und wieder Menschen befallen können. Und so setzt sich der Kreislauf der Infektion fort.
Erfahren Sie in diesem Video (englisch) noch mehr über die Bilharziose
VideoWie gelangt unser Medikament zu denen, die es benötigen?
Wir spenden jährlich bis zu 250 Millionen Tabletten unseres Bilharziose-Medikaments an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). 2019 erreichten wir einen Meilenstein: Über einen Zeitraum von zwölf Jahren stellten wir eine Milliarde Tabletten zur Verfügung. In afrikanischen Ländern südlich der Sahara, die besonders unter der Krankheit leiden, verteilt die WHO das Medikament kostenlos.
Wir liefern die Tabletten über die WHO an nationale Lager in den betroffenen Ländern. Von dort aus übernehmen die WHO und ihre Partner vor Ort die weitere Auslieferung bis zur sogenannten letzten Meile. Aber unser Engagement hört hier nicht auf. Wir wollen herausfinden, was mit unseren Tabletten passiert. Deshalb entwickelten wir eine Software, die die Lieferungen der Arzneimittelspenden elektronisch erfasst. Sie ist derzeit bereits in Kenia im Einsatz. Die Empfänger der Medikamente bestätigen schnell und einfach über ihr Handy, dass sie die neuen Tablettenlieferungen erhalten haben. Außerdem melden sie, wie viele Kinder behandelt wurden. So verfolgen wir, wie viele Medikamente die Schulen erreichen und wie viele übrig bleiben. Dies ist besonders für die sogenannte letzte Meile wertvoll. Das ist der Transportschritt, bei dem die Medikamente in abgelegene, ländliche Gebiete geliefert werden. Wir nutzen die Software auch dazu, die WHO und unsere Partner über Lagerbestände und Verfallsdaten zu informieren. So können wir gemeinsam einen effizienten Weg finden, um ungenutzte Medikamente wieder einzusammeln und für den zukünftigen Gebrauch zentral zu lagern.
Eine Milliarde Tabletten für 47 afrikanische Länder
Eine Milliarde von uns gespendeter Tabletten markierten einen wichtigen Meilenstein im Jahr 2019. Untersuchungen der WHO zeigten, dass im Jahr 2017 in Subsahara-Afrika 72 % aller behandlungsbedürftigen Kinder im Schulalter behandelt wurden. Unser Spendenprogramm hat wesentlich zum Rückgang der Krankheit beigetragen.
Empfängerländer in Afrika
Woher wissen wir, wer behandelt werden muss?
Die Bilharziose ist eine der häufigsten parasitären Krankheiten in Subsahara-Afrika. Und sie ist gefährlich. Sie kann zu tödlichen chronischen Entzündungen der Organe führen. Sie kann aber auch Blutarmut, Wachstumsstörungen und eingeschränkte Lernfähigkeit hervorrufen. All diese Symptome können verheerende Folgen für die Infizierten haben. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Krankheit sind erheblich.
Deshalb ist es wichtig, die Bilharziose nicht nur zu behandeln, sondern auch infizierte Patienten frühzeitig zu erkennen. Stuhlproben und Urin-Filtration sind die beiden derzeit verfügbaren Methoden, um Bilharziose zu diagnostizieren. Sie sind jedoch oft unzuverlässig. Neue, zuverlässige Diagnoseverfahren sind daher dringend erforderlich. Im Jahr 2019 starteten wir unsere Zusammenarbeit mit der Foundation of Innovative New Diagnostics (FIND) und der Bill and Melinda Gates Foundation. Gemeinsam wollen wir empfindliche Schnell-Diagnosetests entwickeln, die dabei helfen, die Kartierung und Feststellung von Bilharziose-Fällen zu verbessern. Unser Forschungsschwerpunkt liegt auf Tests, die sogenannte zirkulierende anodische Antigene nachweisen.
Damit die Bilharziose endlich Geschichte wird
David Rollinson
Leiter der Global Schistosomiasis Alliance
David Rollinson ist Leiter der Global Schistosomiasis Alliance, Wissenschaftler am Natural History Museum in London und Leiter des WHO-Kollaborationszentrums für Bilharziose. Er verfügt über beträchtliche Erfahrung bei der Arbeit in endemischen Gebieten Afrikas. Er setzt sich leidenschaftlich für die Verringerung des durch Bilharziose verursachten Leidens ein und fördert aktiv eine starke Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren, um eine bessere Gesundheit für alle zu erreichen.
| Ausbildung: | BSc Hons, PhD, DIC |
|---|---|
| Bei der GSA seit: | 2017 |
| Schwerpunktbereiche: | Methoden zur Erfassung und Kartierung von Bilharziose, Versorgung mit Medikamenten, Krankheitspathologie, neue Diagnosemethoden, Verhaltensänderung und neue Methoden zur Schneckenbekämpfung. |
Unser Engagement für die SDGs
Epidemien beenden
Die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) haben für uns einen hohen Stellenwert. Weit oben steht dabei SDG 3 – die Gewährleistung eines gesunden Lebens und die Förderung des Wohlbefindens für alle Menschen in jedem Alter. Insbesondere arbeiten wir an der Entwicklung von Medikamenten für Krankheiten, die vorwiegend Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen betreffen (Unterziel 3.b). Zudem unterstützen wir das Ziel einer universellen Gesundheitsversorgung, den Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen und den Zugang zu sicheren, wirksamen, hochwertigen und erschwinglichen Medikamenten der Grundversorgung für alle (Unterziel 3.8). Wir gehen weltweit starke Partnerschaften ein, um Gesundheit für alle voranzutreiben. Vor allem wollen wir die regionale und internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft sowie bei der Entwicklung von Technologien und Innovationen intensivieren sowie den Zugang zu diesen Bereichen verbessern (Unterziel 17.6).
Eine Welt ohne Bilharziose: Dies ist unsere Vision. So helfen wir dabei, die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen.
Wir sind dazu entschlossen, unseren Kampf gegen die Bilharziose bis zum Ende zu führen und die Krankheit als öffentliches Gesundheitsproblem auszurotten.”