Daten & Fakten

Arbeitsnormen

Prinzip 3: Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren, sowie ferner für
Prinzip 4: die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit,
Prinzip 5: die Abschaffung der Kinderarbeit und
Prinzip 6: die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten.

Bekenntnis, Grundsätze, Ziele

Unser Selbstverständnis als verantwortungsbewusstes Unternehmen beinhaltet ethisches Handeln und das Bekenntnis zur Einhaltung von Menschenrechten und von internationalen Kernarbeitsnormen.

Das wesentliche Grundsatzdokument zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen innerhalb des Merck-Konzerns ist die unter den Prinzipien 1 und 2 aufgeführte Menschenrechtscharta.

Es ist für uns selbstverständlich, die Würde aller Arbeitnehmer zu achten und unsere Beschäftigten fair und unter Beachtung lokaler Gesetze und Richtlinien zu behandeln. Grundsätzlich richten wir uns nach den Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organization). Diesen Anspruch halten wir vor allem im Hinblick auf folgende Themen ein: Vereinigungsfreiheit, Verzicht auf Zwangsarbeit Kinderarbeit sowie Diskriminierung, Chancengleichheit, Löhne und Gehälter, Arbeitszeit, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Verhinderung von Missbrauch und Belästigung. Außerdem führen wir zu diesen Anforderungen an unseren Standorten regelmäßig Audits durch.

Für die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gilt die konzernweite EHS-Policy (Environment, Health and Safety Policy). Die Policy wird durch interne, konzernweit verbindliche EHS-Standards sowie durch Richtlinien und Handlungsanweisungen auf Standortebene konkretisiert. Unsere Richtlinien orientieren sich an der „Responsible Care Global Charter“, die von der internationalen chemischen Industrie ins Leben gerufen wurde. Unser Hauptziel ist es, Arbeitsunfälle zu reduzieren. 2010 hatten wir uns zum Ziel gesetzt, die „Lost Time Injury Rate“ (LTIR, Anzahl der Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfallzeit bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden) bis zum Jahr 2015 auf 2,5 zu senken. Nachdem wir dieses Ziel Ende 2014 mit einer LTIR von 1,8 erneut unterschritten hatten, haben wir uns ein neues ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2020 wollen wir die LTIR auf 1,5 senken.

Wir sind davon überzeugt, dass die Vielfalt (Diversity) unserer Belegschaft zu mehr Innovationskraft und besseren Team-Leistungen führt. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen unterschiedlichen Kulturen, Nationalitäten und Altersgruppen sowie zwischen Frauen und Männern fördert unseren unternehmerischen Erfolg. Wir möchten daher die Vielfalt unserer Belegschaft fördern und alle Mitarbeiter optimal in die Unternehmenstätigkeit einbeziehen (Inclusion). Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. So haben wir uns das Ziel gesetzt, den Frauenanteil im Management (globale Einstufung gemäß dem Global-Grading-System nach Towers Watson 14+) bis Ende 2016 auf 25 bis 30 % zu erhöhen. Die Unterzeichnung der „Charta der Gleichstellung“ der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) im Jahr 2015 unterstreicht unser Engagement für Gerechtigkeit, Fairness und Toleranz im Arbeitsleben.

Implementierung und Messung von Ergebnissen

Um die Einhaltung der Menschenrechtscharta innerhalb unseres Konzerns und bei unseren Lieferanten auszuwerten und zu überwachen, dienen die unter den Prinzipien 1 und 2 dargestellten Audits und Meldungen zu Compliance-Verstößen über unsere „Speak-Up Line“. Wir erfassen außerdem jährlich Kennzahlen, die wir in unserem Corporate Responsibility Bericht veröffentlichen.

  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Arbeitssicherheit und Gesundheit sind im Merck-Konzern integraler Bestandteil unseres „Environmental, Health & Safety Management System“ (EHS-Management). Die oberste Verantwortung für Umwelt, Arbeitssicherheit und Gesundheit trägt Kai Beckmann, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung. Die Konzernfunktion Environment, Health, Safety, Security, Quality (EQ) ist für die konzernweite Steuerung der Themen sowie die strategische Ausrichtung verantwortlich, während operative Einheiten an unseren einzelnen Standorten für die Umsetzung der Maßnahmen zuständig sind. 2015 haben wir damit begonnen, für die Produktionsstandorte des Unternehmensbereichs Performance Materials ein Gruppenzertifikat nach OHSAS 18001 einzuführen. Ende 2015 beinhaltete es bereits neun von 23 Standorten, darunter zwei Standorte des im November 2015 akquirierten Unternehmens Sigma-Aldrich. Darüber hinaus existieren Einzelzertifikate für vier weitere Standorte des Merck-Konzerns nach OHSAS 18001 oder nach gleichwertigen Regelwerken. Für 2016 ist angestrebt, weitere Standorte nach OHSAS 18001 zu zertifizieren.

    Durch regelmäßige Schulungen sensibilisieren wir Mitarbeiter und Vorgesetzte für potenzielle Unfallrisiken und Gefährdungslagen. Darüber hinaus trägt auch die Honorierung guter Leistungen an den einzelnen Standorten zur Stärkung unserer Sicherheitskultur bei – wie beispielsweise der „Safety Excellence Award“, wenn es keinen einzigen Arbeitsunfall gab. Auch der Austausch in regionalen EHS-Foren stützt unser Sicherheitsbewusstsein. Für die kontinuierliche Verbesserung der EHS-Leistung führen wir neben Schulungs- und Qualifikationsprogrammen auch weltweit EHS-Audits durch. Sowohl Verbesserungsmaßnahmen als auch Unfälle und andere Ereignisse berichten wir an alle Produktionsstandorte. Die EHS-Leistung messen wir monatlich anhand von spezifischen Indikatoren.

    Wir bieten unseren Mitarbeitern Gelegenheit zum präventiven Gesundheitsschutz. Die jeweiligen Maßnahmen werden überwiegend lokal gesteuert und durchgeführt. Dazu zählen Fitnessangebote, Informationen zu gesunder Ernährung oder Maßnahmen zur Früherkennung von Diabetes oder Krebs.

    Daten zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz erfassen und bewerten wir monatlich und veröffentlichen sie intern. 2015 lag die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfallzeit bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden (Lost Time Injury Rate, LTIR) bei 1,5. Trotz unserer Anstrengungen, Unfälle zu verhindern, hatten wir im Jahr 2015 zwei Arbeitsunfälle mit Todesfolge zu beklagen: In den USA verstarb ein Mitarbeiter bei einem Verkehrsunfall. In Deutschland verunglückte eine Mitarbeiterin tödlich bei einem Unfall mit einem Gabelstapler.

    Konzernweit wurden 41 von 61 Produktionsstandorten mit dem internen „Safety Excellence Award“ ausgezeichnet, der honoriert, dass sich an diesen Standorten keine Arbeitsunfälle ereigneten.
  • Diversity-Management: Für die Förderung der Mitarbeitervielfalt ist der Chief Diversity Officer (CDO) verantwortlich. Des Weiteren besteht ein Diversity Council mit Vertretern aus allen Unternehmensbereichen. Dieses Gremium entwickelt unsere Diversity-Strategie weiter, treibt die Umsetzung voran und überprüft die Fortschritte. Mit zahlreichen konzernweiten und lokalen Aktivitäten wie Kommunikationstrainings und Weiterbildungen – beispielsweise zu Führungskompetenzen und Selbstmarketing – fördern wir Vielfalt und Inklusion im Unternehmen. Dazu gehört auch die Unterstützung der, von Mitarbeitern initiierten, firmeninternen Netzwerke, wie die „International Community“, das „Rainbow Network“ der homo-, bi- und transsexuellen Mitarbeiter oder das Frauen-Netzwerk „Women at Merck“.

    Merck hat im Jahr 2013 mit 25 % und 2014 mit 26 % sein strategisches Ziel erreicht, den Anteil weiblicher Führungskräfte mit Global Grade 14+ auf 25 bis 30% zu steigern. Bis Ende 2016 möchten wir diesen Anteil weiter erhöhen. Derzeit liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen (GG 14+) weltweit bei 27 % (Stand: 31.12.2015). Insgesamt arbeiten Menschen aus 122 verschiedenen Nationen bei Merck. Lediglich 26 % der Mitarbeiter sind deutsche Staatsbürger; 72 % sind außerhalb von Deutschland tätig.
  • Überwachung der Glimmer-Lieferkette: Wir verwenden Glimmer, den wir aus dem indischen Bundesstaat Jharkhand beziehen, als Hauptrohstoff für die Herstellung von Effektpigmenten. Jharkhand ist eine Region, in der Kinderarbeit weit verbreitet ist. Als Unterzeichner des „UN Global Compact“ setzen wir uns für die Abschaffung von Kinderarbeit ein. Wir verlangen von unseren Lieferanten, dass sie entsprechend handeln, und verbieten ihnen vertraglich, Kinder zu beschäftigen. Gemäß unserer allgemeinen Lieferketten-Strategie haben wir alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass alle Lieferanten unsere Anforderungen bei der Beschaffung von Glimmer einhalten. Zudem unterstützen wir Gesundheits- und Bildungsprojekte, um die soziale Lage und die Lebensbedingungen von Familien in den Glimmer-Abbaugebieten zu verbessern.

    Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Lieferanten.