Lieferanten

Fortschritte

Für mehr Transparenz in der Lieferkette: Branchen-Initiative „Together for Sustainability“

Die im Jahr 2011 von Unternehmen der chemischen Industrie ins Leben gerufene Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) hat das Ziel, globale Lieferketten hinsichtlich ökologischer und sozialer Gesichtspunkte systematisch zu bewerten und zu verbessern. Lieferanten werden entweder auf der Basis von Selbstauskünften, Originaldokumenten und öffentlich verfügbaren Informationen (CR-Assessments) oder im Rahmen von Audits (CR-Audits) bewertet. Die im TfS-Verband zusammengeschlossenen Unternehmen nutzen die Ergebnisse gemeinsam unter Einhaltung aller wettbewerbsrechtlichen Beschränkungen. Über die Bewertung der von uns im Rahmen des risikobasierten Ansatzes ausgewählten Lieferanten hinaus erhalten wir so Zugang zu Bewertungen und Audit-Ergebnissen weiterer Lieferanten, von denen wir Waren und Dienstleistungen beziehen.

Über TfS haben wir bisher Zugriff auf Bewertungen von mehr als 300 unserer wichtigsten Lieferanten. Rund 100 davon wurden im Jahr 2015 auf unsere Initiative hin erstmals erstellt, dabei haben wir zunächst einen Schwerpunkt auf Rohstoff- und Packmittellieferanten gelegt. Außerdem führten wir im Jahr 2015 mit neun Lieferanten TfS-Audits durch. Für das Jahr 2016 haben wir bereits mit mehr als 15 weiteren Lieferanten die Durchführung von TfS-Audits vereinbart.

Bei rund 50 Lieferanten zeigt das CR-Assessment ein deutlich unterdurchschnittliches Ergebnis. Eine Ursachenanalyse ergab, dass die meisten dieser Lieferanten keine Originaldokumente zur Verfügung gestellt hatten, was das Ergebnis negativ beeinflusste. Diese Lieferanten werden wir daher im Jahr 2016 noch einmal kontaktieren, um eine realistische Bewertung zu erhalten.

Strenge Überwachung der Arbeitsbedingungen in Glimmer-Minen

In der Effektpigment-Herstellung setzen wir unter anderem Glimmer aus dem Norden Indiens als Hauptrohstoff ein. In dieser Region, die von Armut und politischer Instabilität geprägt ist, ist Kinderarbeit weit verbreitet. Wir beziehen Glimmer ausschließlich aus genehmigten Minen. Nur in dieser formellen Arbeitsumgebung können die Minen und die Verarbeitungsbetriebe die Einhaltung sozialer Standards gewährleisten. Bei Glimmer, der ohne formelle Arbeitsbedingungen gesammelt wurde, könnten wir weder Kinderarbeit ausschließen noch die Einhaltung fundamentaler Arbeitsstandards überwachen.

Unsere Lieferkette ist so aufgestellt, dass wir Einfluss auf unsere Lieferanten nehmen können. Zudem führten wir eine Reihe von Kontrollmechanismen ein. So stellen wir sicher, dass sich unsere Lieferanten an die Prinzipien unserer Menschenrechtscharta und an die Anforderungen der „Merck Responsible Sourcing Principles“ halten.

Wir unterhalten direkte Geschäftsbeziehungen mit den Glimmer-Minen und den verarbeitenden Betrieben vor Ort. Wir haben in der Region ein Büro eingerichtet. Unsere dortigen Mitarbeiter stehen in engem Kontakt mit unseren Geschäftspartnern, die wir über unsere Werte sowie über unsere sozialen und ökologischen Anforderungen an Lieferanten unterrichtet haben. Außerdem installierten wir ein Kontrollsystem, mit dem wir die Herkunft unseres Glimmers überprüfen.

Die Einhaltung unserer sozialen und ökologischen Standards überwachen wir mithilfe eines Überwachungs- und Auditsystems. Die lokale Organisation IGEP Foundation (Indo-German Environment Partnership) überprüft monatlich unangekündigt die Arbeitsstandards in allen Vertragsminen − inklusive Arbeitssicherheit und Einhaltung des Verbots der Kinderarbeit. Zusätzlich führt das internationale Beratungsunternehmen „Environmental Resource Management“ (ERM) jährlich Audits bei den Minen und verarbeitenden Betrieben durch. Sie prüft sowohl die Arbeitsstandards als auch Umwelt-, Sicherheits- und Gesundheitsaspekte. Anfang 2016 führte ERM sechs Audits bei unseren Glimmer-Zulieferern durch. Rund 90 % der in diesen und den vorausgegangenen Audits definierten Korrekturmaßnahmen waren bereits umgesetzt oder befanden sich zum Zeitpunkt des Audits in der Umsetzung. Festgestellte Mängel betrafen hauptsächlich Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Lücken bei der Implementierung von Managementsystemen. Unsere Mitarbeiter in Indien kontrollieren die weitere Umsetzung dieser Maßnahmen bei ihren regelmäßigen Besuchen.

Gemeinsam mit IGEP arbeiten wir außerdem daran, die Lebensbedingungen der Familien in unserer Beschaffungsregion im Nordosten Indiens zu verbessern. Hierzu finanzieren wir drei Schulen mit angeschlossenem Kindergarten und zwei Berufsbildungszentren für das Schneider- und Schreinerhandwerk. Mehr als 500 Kinder und Jugendliche sind in diesen Einrichtungen eingeschrieben. An einer vierten Schule, die von einem unserer Glimmer-Lieferanten im Jahr 2014 eröffnet wurde, vergeben wir zudem Stipendien für 100 Kinder.

Die medizinische Versorgung verbessern wir durch ein Gesundheitszentrum in der Region, das die IGEP Foundation betreibt. Ein Arzt und eine Krankenschwester sind hier täglich anwesend und verbessern für die 20.000 Bewohner der Region den Zugang zu Gesundheitsversorgung. Der behandelnde Arzt und die Krankenschwester besuchen auch die Schulen und Dörfer in der Umgebung.

Glimmer-Lieferkette