Prinzip 7: Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen einen vorsorgenden Ansatz unterstützen,
Prinzip 8: Initiativen ergreifen, um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu erzeugen, und
Prinzip 9: die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien fördern.
Bekenntnis, Grundsätze, Ziele
Wir bekennen uns zu einem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und zum Schutz der Umwelt. Unsere Verantwortung für die Umwelt leitet sich aus unseren Unternehmenswerten ab. Die Beachtung der Unternehmenswerte ist wesentlicher Bestandteil des Merck-Verhaltenskodex, der unter den Prinzipien 1 und 2 beschrieben ist.
Als Grundsatzdokument für den betrieblichen Umweltschutz ist die unter den Prinzipien 3, 4, 5 und 6 beschriebene EHS-Policy zu nennen.
Wir wollen kontinuierlich besser werden, indem wir Energie, Wasser sowie Materialien sparsam und effizient einsetzen. Außerdem wollen wir durch verbesserte Energieeffizienz weniger CO2 emittieren und damit zum weltweiten Klimaschutz beitragen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen (Scope 1 und 2) bis 2020 um 20 % zu reduzieren – gemessen am Stand von 2006. Die Geschäftsleitung wird 2016 – wie in den vier Jahren zuvor – finanzielle Mittel speziell für Maßnahmen zur Energieeinsparung und Treibhausgas-Reduktion zur Verfügung stellen.
Wir streben eine fortlaufende Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz unserer Produkte an und entwickeln dafür geeignete Produkt- und Prozessinnovationen. Gleichzeitig ist es unser Ziel, dass unsere Produkte nicht nur unsere eigene Umweltbelastung, sondern auch die unserer Kunden minimieren. Die Sicherheit und ethische Konformität unserer Produkte hat dabei stets oberste Priorität.
Implementierung und Messung der Ergebnisse
Die Implementierung des Umweltschutzes in unseren Produktionsprozessen erfolgt über das zu den Prinzipien 3, 4, 5 und 6 geschilderte EHS-Management.
- Programm „EDISON“ zu Klimaschutz und Energieeffizienz: Unsere Maßnahmen zu Klimaschutz und Energieeffizienz koordinieren und bündeln wir mit dem Programm „EDISON“ (Energy Efficiency and Climate Protection). So werden zum Beispiel Energie-Audits an verschiedenen Standorten durchgeführt und Energiesparprozesse implementiert. Seit 2012 haben wir konzernweit bereits mehr als 400 EDISON-Projekte angestoßen; etwa 60 % davon sind bereits eingeführt oder in der Umsetzung.
Mittelfristig wollen wir damit rund 90.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Im Jahr 2015 senkten wir unsere Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 2006 um rund 8 % – obwohl das operative Geschäft im gleichen Zeitraum wuchs. - EHS-Audits: Die Einhaltung der spezifischen regulatorischen Vorgaben, Standards und Geschäftsanforderungen im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes werden mithilfe der bereits genannten internen EHS-Audits im Merck-Konzern überprüft.
Unser Gruppenzertifikat für das Umwelt-Managementsystem nach ISO 14001 wurde 2015 erneut im Rahmen des jährlichen externen Audits bestätigt.
Außerdem wird die Einhaltung von Umweltstandards bei unseren Lieferanten in den unter den Prinzipien 1 und 2 genannten Lieferantenaudits überprüft. - EHS-Daten-Management: Über ein konzernweites EHS-Daten-Managementsystem werden regelmäßig umweltrelevante Daten an den Standorten erfasst und an die Konzernfunktion EQ übermittelt. 2015 emittierte Merck insgesamt 518.000 Tonnen CO2. Dies entspricht einer Senkung von 8 % gegenüber den Werten von 2006.
- Product-Safety-Management: Mit der konzernweit gültigen Richtlinie „Product Safety Chemicals“ haben wir weltweite Prozesse zur Definition, Steuerung und Umsetzung von Produktsicherheit und die entsprechenden Managementstrukturen etabliert. Diese Richtlinie umfasst alle relevanten nationalen und internationalen Chemikalienverordnungen. Dazu gehören zum Beispiel das globale Einstufungssystem für Chemikalien GHS und seine Umsetzung in regionalen Gesetzgebungen (beispielsweise CLP-Verordnung in der EU, HazCom in den USA), die EU-Chemikalienverordnung REACH, die US-amerikanische Chemikaliengesetzgebung TSCA (Toxic Substances Control Act) und das bundesdeutsche Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (ChemG). Ebenso umfasst die Policy Rechtsnormen, die sich auf den Transport von Gefahrstoffen, Bioziden, Kosmetika, Chemikalien für Lebensmittel und Futtermittel beziehen.
Das Group Product Safety Committee (GPSC), dem unter anderen das für die Produktsicherheit von Chemikalien verantwortliche Mitglied der Geschäftsleitung angehört, initiiert und steuert die Maßnahmen, mit denen wir auf Änderungen der behördlichen Anforderungen weltweit reagieren. Für die Einhaltung relevanter regulatorischer Anforderungen im Bereich Produktsicherheit sind die Abteilung Corporate Regulatory Affairs innerhalb der Konzernfunktion Environment, Health, Safety, Security, Quality (EQ) sowie lokale Einheiten verantwortlich. - Produktentwicklung: Im Rahmen des Green3-Konzepts bietet unser Unternehmensbereich Performance Materials seinen Kunden Produkte an, die die Nachhaltigkeit ihrer Produkte verbessert, beispielsweise mit unseren innovativen Materialien für energieeffiziente Bildschirme. Außerdem unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre Produktionsabläufe umweltfreundlicher zu gestalten. Zur Umsetzung der WEEE-Direktive (EU Waste Electrical and Electronic Equipment Directive) entwickelten wir ein Verwertungsverfahren für gebrauchte LC-Displays (Flüssigkristall-Bildschirme). Wir haben das Green3-Konzept auch auf Kosmetikprodukte unseres Unternehmensbereichs Performance Materials ausgeweitet. Dabei arbeiten wir an der nachhaltigen Gewinnung und Herstellung von kosmetischen Inhaltsstoffen sowie an der Optimierung der damit verbundenen Produktionsvorgänge.
Mit der „Green Product Policy“ verpflichten wir uns zur Einhaltung aller internationalen und länderspezifischen Gesetze und Regulierungen (REACH, RoHS-Richtlinie der EU) für die Produkte im Unternehmensbereich Performance Materials. Weitere Bestandteile dieser Richtlinie sind freiwillige Substanzverbote und Selbstbeschränkungen, wie die „Halogen-free Policy“. Unsere freiwillige Sicherheitspolitik verbietet außerdem die Verwendung akut toxischer, mutagener oder anderweitig gefährlicher Stoffe, die im Endprodukt verbleiben.
Im Rahmen des Programms „Design for Sustainability“ hat unser Unternehmensbereich Life Science einen Prozess entwickelt, um Nachhaltigkeitsaspekte bereits in den Produktentwicklungsprozess einzubeziehen. Das Programm zielt auch darauf ab, die Umweltauswirkungen auf Kundenseite, wie beispielsweise den sogenannten Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck) und den Wasserverbrauch, zu reduzieren. Eine Analyse im Jahr 2015 hat ergeben, dass bereits 12 % der Produkte des Unternehmesbereichs Life Science (nur ehemaliges Merck Millipore Geschäft, ohne Geschäft des im November 2014 akquirierten Unternehmens Sigma-Aldrich) einen oder mehrere unserer definierten Nachhaltigkeitsaspekte aufweist.