Gesellschaft

Fortschritte

Bilharziose bis zur Ausrottung bekämpfen

Mehr als 235 Millionen Menschen in Afrika leiden an der tropischen Wurmerkrankung Bilharziose (Schistosomiasis). Schätzungsweise mehr als 200.000 der Betroffenen sterben jedes Jahr an den Folgen dieser parasitären Erkrankung.

In den 1970er-Jahren entwickelten wir im Rahmen einer Forschungskooperation den Wirkstoff Praziquantel. Es ist der einzige Wirkstoff mit dem alle Formen der Bilharziose behandelt werden können. Seit 2007 spenden wir jährlich Praziquantel-Tabletten an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Im Jahr 2015 waren es mehr als 100 Millionen Stück. Um unser Ziel zu erreichen, Bilharziose in Afrika auszurotten, wollen wir in Zukunft jährlich bis zu 250 Millionen Tabletten an die WHO spenden. Außerdem arbeiten wir an der Weiterentwicklung des Praziquantel-Wirkstoffs, damit auch Kinder unter sechs Jahren behandelt werden können – dies ist bisher nicht möglich.

Ende 2014 riefen wir zudem die „Global Schistosomiasis Alliance“ (GSA) ins Leben, um noch verbleibende Lücken im Kampf gegen die Krankheit zu schließen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die „Bill & Melinda Gates Foundation“, die „Schistosomiasis Control Initiative“, die US-Behörde für Internationale Entwicklung und „World Vision International“. Die Allianz startete 2015 beispielsweise die digitale Kampagne „Something in the Water“, mit der ein größeres Bewusstsein für die Krankheit geschaffen werden soll.

Anzahl gespendeter Praziquantel-Tabletten an die WHO

In Millionen

* Im Jahr 2014 hat Merck rund 75 Millionen Tabletten produziert. 72,2 Millionen davon hat das Unternehmen in Absprache mit der WHO bis Jahresende in 20 afrikanische Länder geliefert.

Hilfe für Darmkrebs-Patienten

Das Gesundheitssystem in China hat sich nach einer Reform im Jahr 2009 spürbar verbessert. Nach wie vor können sich viele Menschen jedoch innovative Medikamente wie Erbitux®, das wir zur Behandlung von Darmkrebs anbieten, nicht leisten. Die Krankenkassen erstatten es bisher nicht. Hier setzen unser Biopharma-Geschäft am Standort in China und die China Charity Federation (CCF) gemeinsam an: mit dem Programm „Erbitux China Patient Assistance Program“ (ECPAP). Patienten mit guten Heilungschancen können durch das ECPAP rund 90 % der Kosten für die Behandlung mit Erbitux® erstattet bekommen. Darüber hinaus bieten wir kostenlose Serviceleistungen an: Wir stehen zum Beispiel beratend zur Seite, informieren über die Krankheit oder sorgen dafür, dass das Medikament sicher gekühlt bei den Patienten ankommt. Seit 2012 profitierten 5.160 Personen von dem Programm. Für dieses Engagement erhielten wir bei den fünften „Capital Philanthropy Awards“ in Peking eine Auszeichnung.

Schneller Nachweis für gefälschte Arzneimittel

Die kriminalpolizeiliche Organisation Interpol schätzt, dass bis zu 30% aller Medikamente in Entwicklungsländern illegal, gefälscht oder von minderer Qualität sind – eine mitunter tödliche Gefahr. Der von Merck getragene gemeinnützige Verein „Global Pharma Health Fund“ (GPHF) hat sich dem Kampf gegen Arzneimittelfälschungen verschrieben: Mit dem vom GPHF entwickelten Minilab – einem mobilen Kompaktlabor in einem tropentauglichen Koffer – können gefälschte Medikamente schnell, einfach und preiswert nachgewiesen werden. Mit den Testmethoden werden Arzneimittel auf äußerliche Auffälligkeiten sowie Identität und Konzentration der Arzneimittelwirkstoffe geprüft. 2015 entwickelte der GPHF fünf neue Methoden – damit können nun insgesamt 80 Arzneimittelwirkstoffe getestet werden – vom Malaria-Mittel über Antibiotika bis zu Schmerz- und Fiebermitteln.

Der GPHF stellt die Minilabs zum Selbstkostenpreis zur Verfügung und spendete 2015 sieben Kompaktlabore in verschiedene Länder Afrikas. Merck spendete 2015 ebenfalls sieben GPHF-Minilabs® nach Afrika. In Kooperation mit internationalen Partnern schult der GPHF zudem vor Ort Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen in der Durchführung dieser Tests. Er engagiert sich auch in Projekten, die sich dem Kampf gegen Arzneimittelfälschungen widmen. Merck und der GPHF unterstützen beispielsweise das Partnerschaftsprojekt DeveloPPP.de der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) für eine Verbesserung der Qualität der pharmazeutischen Ausbildung in Tansania. Vier der 2015 vom GPHF gespendeten Minilabs gingen an dieses Projekt. Außerdem erreichten wir, dass der Umgang mit dem Minilab in das Ausbildungsprogramm für Apothekenhelfer in Tansania integriert wurde.

Völkerverständigung durch Musik

Kulturelles Engagement hat bei uns Tradition. Vor fast 50 Jahren wurde die Deutsche Philharmonie Merck als Werksorchester gegründet. Heute ist sie als professionelles Ensemble fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Darmstadt, im Umfeld unserer deutschen Unternehmenszentrale. Mit jährlich mehr als 26.000 Besuchern und internationalen Gastauftritten ist sie ein wichtiger Botschafter für unsere Werte. 2015 gastierte die Deutsche Philharmonie Merck in Lateinamerika (Mexiko-Stadt, Rio de Janeiro und São Paulo), Großbritannien (Cambridge) und Israel (Tel Aviv). Bei der Organisation der Tour in Lateinamerika kooperierten wir mit drei sozialen Organisationen vor Ort, denen wir auch die Erlöse aus dem Verkauf der Eintrittskarten spendeten: der mexikanischen und der brasilianischen Krebshilfe sowie der „School of Music and Citizenship“ in Rio. Dank unseres Engagements konnten hier bereits rund 400 sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein Musikinstrument erlernen.

Wie in den Jahren davor, lud die Deutsche Philharmonie Merck auch 2015 wieder 50 Kinder und Jugendliche zur Orchesterwerkstatt nach Darmstadt ein. Bei gemeinsamen Proben und einem gemeinsamen Abschlusskonzert konnten die jungen Musiker hier Erfahrungen in einem Profi-Orchester sammeln.

Jährliche Benefizkonzerte gehören ebenfalls zum Programm der Deutschen Philharmonie Merck. Der Erlös des Konzerts im Januar 2016 ging an die Aktion „Echo hilft!“, die Spenden für den Verein „Menschenskinder – Werkstatt für Familienkultur e. V.“ in Darmstadt sammelt.

Tatkräftige Hilfe für Flüchtlinge

Im Dezember 2015 spendeten wir 50.000 EUR an das Deutsche Rote Kreuz für den Betrieb medizinischer Notfallstationen in libanesischen Flüchtlingslagern. Die Mehrheit der Flüchtlinge aus Syrien bleibt in der Region und ist dort auf humanitäre Hilfe angewiesen. Allein der Libanon hat mehr als eine Million Menschen aufgenommen, das sind rund 25% der Gesamtbevölkerung. Mit unserer Spende wollen wir dazu beitragen, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen und den Menschen nahe ihrer Heimat zu helfen.

Zudem engagieren wir uns im Umfeld unseres Stammsitzes Darmstadt mit zahlreichen Maßnahmen und Aktionen für Flüchtlinge und binden dabei auch unsere Auszubildenden ein. Im November 2015 renovierten 88 Auszubildende unseres Unternehmens ein Gebäude, das als Flüchtlingsunterkunft dienen soll. Außerdem stellen wir Vereinen und Schulen, die Flüchtlinge in ihren Sporthallen unterbringen, unsere unternehmenseigene Sporthalle als Ausweichstätte zur Verfügung. Wir planen zudem, zehn Flüchtlinge in einen unserer zehn- bis zwölfmonatigen berufsvorbereitenden Kurse aufzunehmen, die wir Start in die Ausbildung nennen. Zuvor müssen die Flüchtlinge aber sprachlich fit gemacht werden. Dies geschieht bei Berufsschulen der Stadt Darmstadt sowie bei externen Bildungsträgern in speziellen Klassen. Von dort planen wir dann, die zehn Flüchtlinge in den Kurs zu übernehmen.

Unsere Landesgesellschaft in Österreich spendete im Herbst 2015 Medikamente im Wert von rund 19.000 € für die medizinische Versorgung in drei österreichischen Flüchtlingslagern. 

Merck Thailand für sein CR-Engagement ausgezeichnet

Merck Thailand erhielt 2015 für seine transparenten und messbaren Ziele im Bereich CR den „Asia Corporate Excellence and Sustainability Award“ (ACES) in der Kategorie Nachhaltigkeit. Auch die Integration von CR-Themen in die Führungskräfte-Entwicklung verläuft vorbildlich: Hierfür erhielt Merck Thailand bereits 2014 den „Top Multinational Company in Southeast Asia Award“.

Eine langjährige Partnerschaft verbindet Merck Thailand mit der Raks-Thai-Stiftung, einer Unterorganisation der weltweit tätigen Entwicklungs- und Hilfsorganisation „CARE International“. Die Raks-Thai-Stiftung setzt nachhaltige Entwicklungsprogramme in den ärmsten Regionen Nord- und Südthailands um. Ziel ist es, die Bewohner vor Ort dabei zu unterstützen, sich langfristig ein Einkommen zu erwirtschaften und ihre natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Merck Thailand fördert verschiedene Projekte der Stiftung wie beispielsweise ein Projekt zur Vermittlung nachhaltiger Methoden für den Reis-Anbau.

Merck Thailand startet außerdem regelmäßig Freiwilligen-Kampagnen und ruft die Mitarbeiter zur Teilnahme auf. 2015 wurden beispielsweise im Rahmen des Wiederaufforstungsprojekts „Together We Grow“ unter Beteiligung von 300 Beschäftigten rund 10.000 Bäume gepflanzt. Bei einem Spendenprojekt sammelten die Mitarbeiter 100.000 Baht (rund 2.560 EUR), die sie an drei Wohltätigkeitsorganisationen verteilten.