Mit unserem Fachwissen unterstützen wir Gesundheitsprojekte auf der ganzen Welt. Im Fokus stehen dabei vor allem die Förderung von Gesundheitsinfrastruktur vor Ort, die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal sowie die gesundheitliche Aufklärung.
Wozu wir uns verpflichten: Grundsätze unseres gesellschaftlichen Engagements
Wie auch in anderen Bereichen unseres gesellschaftlichen Engagements orientieren wir uns beim Thema „Gesundheit“ an unserer „Group Policy on Contributions to Society“. Für Gesundheitsinitiativen gelten zudem Richtlinien unseres Healthcare-Bereichs sowie unsere „Access to Health Charta“. Diese haben wir Ende 2018 aktualisiert. Den Wert unserer Arzneimittelspenden berechnen wir gemäß der Richtlinie für Medikamentenspenden der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Freiwilligenarbeit in Gesundheitsinitiativen
Im Rahmen unserer Kampagne „350 gute Taten“ entschlossen sich im Jahr 2018 viele unserer Mitarbeiter auf der ganzen Welt, Gesundheitsinitiativen und -einrichtungen zu unterstützen. Beispielsweise nahmen mehrere Hundert Mitarbeiter aus zehn Ländern an Lauf-, Rad-, Paddel- und Wanderveranstaltungen teil. Ihr Ziel: Das Bewusstsein für Krankheiten wie Brustkrebs und Multiple Sklerose schärfen und finanzielle Mittel für gemeinnützige Gesundheitsinitiativen sammeln.
Unsere Mitarbeiter beteiligten sich auch an der Renovierung von Gesundheitseinrichtungen. In Brasilien halfen 50 unserer Mitarbeiter beim Anstrich eines auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisierten Krankenhauses in São Paulo. Dieses ist auch Anlaufstelle für Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Unsere Mitarbeiter strichen die Wände in den Chemotherapie- und Ambulanzräumen – das Material finanzierte unser Unternehmen.
In Deutschland unterstützen wir das Eltern-Kind-Haus „Dr. Mildred Scheel“ in Greifswald durch Sachspenden und Arbeitskraft. In ihm finden Familien, deren Kinder an Krebs erkrankt sind, einen Ort, an dem sie sich während der schwierigen Behandlung gut aufgehoben fühlen. Im April 2018 halfen unsere Mitarbeiter bei der Gestaltung der Außenanlage. Zum Weltkindertag im Juni unterstützten wir zudem das vom Eltern-Kind-Haus ausgerichtete Sommerfest.
Bildungsinitiativen für medizinisches Fachpersonal
Wir setzen uns weltweit für eine verbesserte medizinische Versorgung ein. Jedes Jahr initiiert und unterstützt unser Bereich Global Medical Education and External Relations zahlreiche Weiterbildungsinitiativen für Gesundheitsfachkräfte. Dies umfasst die Finanzierung von Weiterbildungskursen durch unabhängige Drittanbieter sowie die Entwicklung wissenschaftlich und klinisch relevanter Programme. Auf diese Weise erweitern wir das Fachwissen medizinischer Fachkräfte: Wir sensibilisieren sie für verschiedene Krankheitsbilder und machen sie mit fortschrittlichen Behandlungsmethoden vertraut. All dies kommt letztendlich den Patienten zugute.
Im Jahr 2018 förderten wir mehr als 50 Weiterbildungsprogramme von 17 unabhängigen Bildungsträgern im medizinischen Bereich. Zudem haben wir 12 durch Merck organisierte medizinische Bildungsprogramme neu konzipiert. Mehr als 320.000 medizinische Fachkräfte nahmen an E-Learning-Angeboten und Weiterbildungsveranstaltungen vor Ort teil.
Gesundheitsbildung in Indien: gemeinsam gegen Anämie
In Indien leiden mehr als 50 % aller Frauen an Blutarmut, auch Anämie genannt. Aus diesem Grund haben wir im März 2018 zusammen mit der gemeinnützigen Organisation „Doctors for You“ das Programm „Swasth Nari Sashakt Parivar“ (gesunde Frau, gesunde Familie) ins Leben gerufen. Das Programm ist Teil unserer Initiative „Healthy Women, Healthy Economies“ (Gesunde Frauen, gesunde Ökonomien). Rund 4.800 Frauen in Mumbai im Alter zwischen 18 und 35 Jahren ließen sich auf Anämie testen. Bei Bedarf erhielten sie eine Ernährungsberatung und eine medizinische Behandlung. Die Initiative ist einzigartig: Die Nichtregierungsorganisation bietet neben der Behandlung von Anämie auch berufsbildende Kurse für Teilnehmerinnen dieses Programms an. Ab 2019 können rund 100 Frauen, die eine Verbesserung und Interesse an einem Fortbildungskurs gezeigt haben, eine Ausbildung als Kosmetikerin oder Schneiderin beginnen. Dies ermutigt alle Teilnehmerinnen, auf ihre Gesundheit zu achten und den Behandlungszyklus einzuhalten.
Gesundheitsbewusstsein in Brasilien schärfen
Seltene Krebsarten werden oft zu spät erkannt und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Daher möchten wir die Auseinandersetzung mit diesen Krankheiten fördern und die Aufmerksamkeit auf eine frühzeitige Diagnose und Behandlung lenken. Aus diesem Grund starteten wir 2018 mit dem brasilianischen Non-Profit-Institut „Vencer o Câncer“ eine Social-Media-Kampagne zur Sensibilisierung für seltene Hautkrebsarten. Darüber hinaus unterstützten wir eine Veranstaltung in der Hauptstadt Brasília, die über seltene Krebsformen informiert. Die Veranstaltung fand gleichzeitig mit einer öffentlichen Anhörung zu diesem Thema statt, an der mehr als 500 Gäste teilnahmen. Sie diente zudem medizinischen Fachkräften als Plattform für den Wissensaustausch. Ein Themenforum zu seltenen Krebserkrankungen im Juni 2018 ergänzte unsere Bemühungen, Gesundheitsfachkräfte und andere Interessengruppen zusammenzubringen.
Um das Bewusstsein für die Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) zu schärfen, organisierten rund 20 Kollegen in Brasilien eine Roadshow mit einem MS-Mini-Simulator und zusätzlichen interaktiven Informationen. Innerhalb von 30 Tagen bereisten sie vier Bundesstaaten. Die Roadshow-Besucher unternahmen eine virtuelle Reise durch das menschliche Gehirn eines Patienten: So konnten sie die Krankheit und die Alltagsprobleme der Patienten besser verstehen. Über 1.000 Besucher nutzten diesen MS-Mini-Simulator. Darüber hinaus reisten unsere Mitarbeiter mit einem MS-Koffer in drei brasilianischen Bundesstaaten. Der Koffer ermöglicht es den Angehörigen von MS-Patienten zu erfahren, wie es sich anfühlt mit der Krankheit zu leben. Er enthält zum Beispiel Handschuhe, die es erschweren, den Reißverschluss eines Kleidungsstücks zu öffnen, und Zahnbürsten, mit denen das Kribbeln von Körperteilen simuliert werden kann.
Um das Bewusstsein für Darmkrebs in Brasilien zu schärfen, präsentierten wir dort im März 2018 eine Ausstellung mit dem Exponat eines übergroßen Darms. Es handelte sich um ein aufblasbares und begehbares Modell des Organs, das Besucher mit audiovisuellen Informationen über den menschlichen Darm versorgte. Über 1.100 Menschen besuchten die Ausstellung.
Weitere gesundheitsbezogene Bildungsprojekte finden Sie im Kapitel „Gesundheitsbewusstein“.
Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung in Madagaskar und Indien
Mit der AR-MADA-Initiative in Madagaskar erreichen wir Patienten, die keinen oder nur unzureichenden Zugang zu wirksamer und bezahlbarer medizinischer Versorgung haben. Sechsmal im Jahr reisen Ärzte als Freiwillige in verschiedene Regionen der Insel, um kostenlose Medikamente zu verteilen und der Bevölkerung mit ihrem Fachwissen zu helfen. Wir fördern die Initiative mit Geld und Produktspenden. Zusätzlich reist jedes Jahr einer unserer Mitarbeiter nach Madagaskar, um diese Aktivitäten zu unterstützen. Im Jahr 2018 profitierten mehr als 30.000 Patienten von dem Projekt.
Die medizinische Notfallversorgung ist auch in einigen abgelegenen Teilen Indiens eine Herausforderung. Daher arbeiten wir mit mehreren lokalen Nichtregierungsorganisationen zusammen. 2018 spendete unsere indische Tochtergesellschaft 15 Motorradambulanzen an das Gesundheitsministerium im Bundesstaat Goa. Die Motorräder sind mit Notfallkits ausgestattet und befinden sich an strategischen Standorten in den großen Städten. Sie werden von GVK EMRI, dem gemeinnützigen Partner der Regierung von Goa, verwaltet und betrieben. Diese Motorräder können im hohen Verkehrsaufkommen schneller fahren als herkömmliche Krankenwagen und sorgen so für eine schnellere Behandlung der Patienten.
Seit 2014 führen wir zudem gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation „Narmada Samagra“ das River-Ambulance-Programm in Indien durch. Die River Ambulance ist ein Rettungsboot, dass die Menschen in der entlegenen Region entlang des Narmada-Flusses mit medizinischem Personal und Gesundheitslösungen unterstützt.
Info
Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung durch die Merck Foundation
Die Merck Foundation ist eine gemeinnützige Organisation mit beschränkter Haftung. Ihr Ziel ist es, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern und ihr Leben durch Wissenschaft und Technologie zu verbessern – insbesondere in sich entwickelnden und unterversorgten Regionen. Sie ist die einzige Stiftung der Merck KGaA und bündelt seit 2017 viele unserer Aktivitäten unter einem Dach. Ihre Ziele: Verbesserung des Zugangs zu innovativen Gesundheitslösungen in unterversorgten Regionen, Aufbau von Kapazitäten im Gesundheits- und Forschungsbereich sowie die Förderung von MINT-Programmen – mit einem Schwerpunkt auf Frauen und Jugendlichen.
Weitere Informationen über die Programme der Merck Foundation finden Sie unter www.merck-foundation.com.