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Ergebnisse

Wir entwickeln Produkte und Technologien, die das Leben von Menschen verbessern. Kontinuierlich halten wir Ausschau nach wegweisenden Entwicklungen und Trends. Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovation sind die Basis unseres Erfolges. 2018 haben wir circa 2,2 Mrd. € für F&E aufgewendet, das entspricht 15 % unserer Umsatzerlöse. Neue Technik – vor allem Fortschritte in der Digitalisierung – ermöglichen es uns, innovative Technologien, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Zugleich erhöht die Digitalisierung die Geschwindigkeit, mit der neue Ideen marktreif werden. Daraus ergeben sich Chancen, die wir nutzen wollen.

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen1 – 2018

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen – 2016 (Kreisdiagramm)
1 Nicht dargestellt: Konzernkosten und Sonstiges zugeordnete Forschungs- und Entwicklungskosten von 47 Mio. €.

Unser Ansatz für Innovation und Digitalisierung

Unsere drei Unternehmensbereiche Healthcare, Life Science und Performance Materials haben Strategien entwickelt, um zum Wohl der Patienten und unserer Kunden neue Produktentwicklungen voranzutreiben. Dank dieser drei unterschiedlichen Unternehmensbereiche haben wir Zugang zu einer breiten Palette von Technologien und tiefen Einblick in verschiedene Märkte. Beides verschafft uns bei der Entwicklung neuer Produkte einen Wettbewerbsvorteil.

Für die Auswahl der Schwerpunkte, analysieren wir aktuelle Megatrends. Anschließend ermitteln wir die Innovationsfelder, in denen wir Potenzial für neue Geschäfte sehen. Über das aktuelle Portfolio unseres Unternehmens hinaus wollen wir Innovationsprojekte von der ersten Idee bis zu einem funktionierenden Geschäftsmodell entwickeln. Dies kann nur gelingen, wenn unsere Unternehmensbereiche eng zusammenarbeiten und wir uns für Impulse von außen öffnen. Unser durchgängiger Innovationsprozess soll genau dies sicherstellen.

Unsere Konzernfunktion „Strategie und Transformation“ unterstützt bereichsübergreifende und über unser aktuelles Spektrum hinausgehende Innovationen während des gesamten Prozesses: Nachdem die grundsätzliche Innovationsrichtung festgelegt ist, geht es in die Ideenfindung. Es folgen die sogenannte Inkubation und das Wachsen der Projekte bis hin zur Etablierung langfristiger Geschäftsmodelle.

Wir möchten vielversprechende Projekte so schnell wie möglich umsetzen. Dazu stellen wir den Projektteams ein geeignetes Umfeld zur Verfügung, um ihre Geschäftsmodelle zu entwickeln und auszubauen. Den Verlauf der Projekte überprüfen wir in einem schlanken Prozess mit festgelegten Meilensteinen. An jedem dieser Entscheidungspunkte bewerten wir die Fortschritte anhand strenger Kriterien. Alle Aktivitäten werden von Experten begleitet; darunter sind Fachleute für das Design von Geschäftsmodellen, für Geschäftsentwicklung, Marktforschung und agile Methoden. Ziel ist es, dass die neuen Produkte oder Dienstleistungen nach der Markteinführung einen messbaren Beitrag zu unserem wirtschaftlichen Erfolg leisten.

Digitale Innovationen vorantreiben

Ein Schwerpunkt unserer Innovationsarbeit liegt auf der Digitalisierung. Wir wollen das Potenzial nutzen, das darin für unsere Geschäftsentwicklung steckt. Dazu gehen wir zunehmend neue strategische Kooperationen mit Organisationen ein, die andere Perspektiven zu diesem Thema einbringen. In den folgenden Bereichen wollen wir Fortschritte erzielen.

  • Forschung und Entwicklung: Digitale Technologien ermöglichen uns den Zugriff auf große Datenmengen und deren schnelle Auswertung. Das beschleunigt unsere Forschung und Entwicklung – vor allem in unserem Unternehmensbereich Healthcare. Hier treiben wir die Entwicklung neuer Arzneimittel voran, um Patienten schneller effektive Medikamente zur Verfügung stellen zu können.
  • Lieferkettenmanagement: Digitale Technologien helfen uns, unser Lieferkettenmanagement zu verbessern. Durch die zentrale Erfassung aller Daten erhalten wir wichtige Informationen in Echtzeit. So können wir beispielsweise weltweit Lieferengpässe von Arzneimitteln vorhersehen und schnell darauf reagieren. Das hilft, die Versorgungssicherheit zu verbessern.
  • Produktion: In allen Phasen unseres Produktionsprozesses richten wir eine Infrastruktur zur Datenerfassung ein; unsere Herstellungsverfahren optimieren wir nach modernen datenwissenschaftlichen Methoden.
  • Digitale Produktinnovationen: Die Digitalisierung ermöglicht es uns, unser bestehendes Produktportfolio beispielsweise um neue digitale Serviceleistungen zu erweitern. Außerdem fördern wir mit innovativen E-Health-Angeboten wie unserem „Diabetes Online Risk Assessment“ (DORA) das Gesundheitsbewusstsein; auch verbessern wir so das Wissen über Krankheiten sowie die Behandlung von Patienten.
  • Interaktion mit Kunden: Mithilfe moderner Methoden zur Datensammlung und -auswertung können wir kundenrelevante Daten effizienter nutzen. Dank dieser Informationen können wir unsere Produkte und Dienstleistungen gegebenenfalls anpassen.

Weitere Informationen zu unserer Forschung und Entwicklung finden Sie in unserem Geschäftsbericht 2018.

Wie wir Innovationen vorantreiben

Die Organisation unserer Forschung und Entwicklung entspricht der Gesamtstruktur unseres Konzerns mit seinen drei Unternehmensbereichen. Jeder Bereich betreibt eine eigene unabhängige Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die im Einklang mit der jeweiligen Innovationsstrategie steht. Unsere Konzernfunktion „Strategie und Transformation“ entwickelte im Berichtszeitraum einen neuen Prozess für bereichsübergreifende und über aktuelle Geschäftsfelder hinausgehende Innovationen. Sie ist auch für die Umsetzung des Prozesses verantwortlich und berichtet direkt an den CEO und Vorsitzenden der Geschäftsleitung.

Unser „Innovation Committee“ (IC) überwacht die Umsetzung unserer Innovationsprojekte. Das IC stellt sicher, dass bei der Auswahl von Innovationsprojekten ein transparenter und einheitlicher Entscheidungsprozess eingehalten wird. Außerdem überprüft es die Fortschritte der laufenden Innovationsprojekte. Das IC setzt sich aus leitenden Managern unserer Konzernfunktionen und der drei Unternehmensbereiche zusammen. Bei Projekten, an denen wir uns in einem größeren finanziellen Rahmen beteiligen, bindet das IC die Geschäftsleitung ein.

Info

Unsere drei Innovationsfelder im Innovationszentrum

Biosensorik und Schnittstellen
Dieses Innovationsfeld konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen der biologischen und der digitalen Welt. Datenanalysetools ermöglichen eine schnellere und genauere (Fern-)Überwachung und Behandlung zahlreicher Krankheiten.

 

Clean Meat
Hier liegt der Fokus auf Biotechnologie zur Herstellung von Fleisch, das aus gewonnen und im Labor erzeugt wird. Das Fleisch gilt als gesünder und soll effektiver, umweltfreundlicher und unter ethischen Bedingungen hergestellt werden.

 

-Technologien
In diesem Bereich geht es um nicht-invasive Alternativen zur konventionellen gewebebasierten Diagnostik, wie die . Diese Ansätze können zu einem Paradigmenwechsel in der Diagnose und Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen führen.

Wir sind offen für Innovationen aus aller Welt. Viele potenzielle Partner für diese Projekte sind derzeit im „Silicon Valley“ in Kalifornien (USA) ansässig – einer der weltweit bedeutendsten Standorte der Hightech-Industrie. Deshalb sind wir dabei, einen „Silicon Valley Innovation Hub“ aufzubauen, um den direkten Kontakt zu unseren dortigen Innovationspartnern zu erleichtern – seien es Unternehmen oder andere Institutionen. Der Hub hat das Ziel, neue Technologien zu erkunden und Partnerschaften sowie Projekte innerhalb unserer drei Innovationsfelder aufzubauen.

Mit vernetztem Arbeiten neue Technologien entdecken

Unser „Silicon Valley Innovation Hub“ hat 2018 unter anderem eine Partnerschaftsvereinbarung mit der Bao Group an der Stanford University getroffen. Mit unseren Flüssigkristallen als Grundlagentechnologie arbeitet Bao an -Elastomeren – oft auch als künstliche Muskeln bezeichnet. Sie stellen eine vielversprechende Lösung für tragbare haptische Sensor-Aktor-Systeme dar.

Unsere „China Strategy and Transformation Group“ ist dafür verantwortlich, unsere Strategie in diesem sich schnell wandelnden Markt voranzutreiben. Der „China Innovation Hub“ wurde 2018 mit dem Auftrag gegründet, Innovationen durch die Zusammenarbeit zwischen den aktuellen Geschäftsbereichen zu fördern. Außerdem soll der Hub mit chinesischen Start-ups, akademischen Einrichtungen, Geschäftspartnern und lokalen Regierungen kooperieren, um neue Innovationsfelder zu ergründen. Im Frühjahr 2019 nehmen wir die ersten Start-ups in unseren „China Innovation Hub“ auf.

M Ventures ist unsere strategische Corporate-Venture-Capital-Gesellschaft. Sie investiert in innovative Technologien und Produkte, die sich potenziell stark auf unsere Kerngeschäftsbereiche auswirken können. Ein Schwerpunkt von M Ventures liegt auf Investitionen in der Frühphase von Entwicklungen und Unternehmensgründungen. Zu den geförderten Unternehmen gehören auch Ausgründungen, die unsere wissenschaftlichen und technologischen Ansätze nutzen. Außerdem übernimmt M Ventures eine aktive Rolle in seinen Portfolio-Unternehmen. Der Fonds hat ein Gesamtvolumen von 300 Mio. €. Er hat das Mandat, in den Bereichen Healthcare, Life Science, Performance Materials sowie in neue Geschäftstätigkeiten zu investieren.

Wozu wir uns verpflichten: innovative Ideen schützen

Wir verpflichten uns dafür zu sorgen, dass sensible Informationen vertraulich gehandhabt werden. Dies gilt insbesondere auch beim Schutz von geistigem Eigentum im Rahmen von Digitalisierungsprojekten und von innovativen Ideen. Unsere Richtlinie zu Datenschutz und personenbezogenen Daten (Policy for Data Protection and Personal Data Privacy) definiert die Standards, nach denen wir Daten verarbeiten, speichern, nutzen und übermitteln. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie im Kapitel Compliance.

Innovationszentrum im Mittelpunkt

Anfang 2018 haben wir den Bau unseres neuen Innovationszentrums in Darmstadt abgeschlossen und die Räumlichkeiten bezogen. Die offizielle Einweihung fand am 3. Mai 2018 statt; zeitgleich feierten wir unser 350-jähriges Bestehen im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das Innovationszentrum bietet Mitarbeitern und externen Partnern ein optimales Umfeld, um ihre Ideen weiterzuentwickeln und zu neuen, tragfähigen Geschäftsmodellen auszubauen. Wir stellen ihnen die nötige Infrastruktur bereit, um zukunftsweisende Projekte voranzutreiben, und geben ihnen moderne Methoden und Instrumente an die Hand. Derzeit beherbergt das Innovationszentrum 22 Innovationsprojekte. Im September 2018 wurde es für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

Alle zwei Monate kommen in unserem Innovators‘ Club zahlreiche interne und externe Experten zusammen. Sie tauschen sich über ihre Erkenntnisse aus und diskutieren über breitgefasste Themen – von Forschung zu Neugier über neue Arbeitsabläufe bis hin zu Innovationsmethoden. Die Veranstaltungen stehen allen offen, die sich für Innovationen interessieren – von Start-ups über Innovationsexperten aus unserem Haus, interessierte Mitarbeiter bis hin zu externen Organisationen.

Zusammenarbeit mit Start-ups und anderen Branchen

Weltweit entwickeln zahlreiche Start-up-Unternehmen neue Technologien und innovative Geschäftsmodelle. Unser „Merck Accelerator“ fördert ausgewählte Start-ups in ihrer Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen dabei Projekte in den Geschäftsfeldern unserer Unternehmensbereiche sowie Projekte zu anderen aktuellen Trends. Im Gegenzug erhalten wir Einblick in die innovative Gründerszene und können Markttrends frühzeitig erkennen. Unser Ziel ist es außerdem, die Start-ups für eine zukünftige Zusammenarbeit zu gewinnen – entweder für unsere eigenen Innovationsprojekte oder für unsere Unternehmensbereiche. 2018 haben wir an unserem Stammsitz in Darmstadt zehn Start-ups in das Accelerator-Programm aufgenommen. Nach Ende dieses dreimonatigen Programms arbeiten wir mit einem Startup bereits in einem Innovationsprojekt zusammen, mit acht weiteren führen wir noch Gespräche zu einer zukünftigen Zusammenarbeit.

Im Jahr 2018 haben wir unser „Africa Satellites“-Programm in Nairobi (Kenia), Lagos (Nigeria) und Kapstadt (Südafrika) gestartet. Das Programm ermöglicht es uns, unser Netzwerk in der afrikanischen Gründerszene zu stärken und wegweisende Start-ups zu entdecken, die an unserem Accelerator teilnehmen können. Im Rahmen des Programms organisierten wir in Kapstadt einen . Außerdem nahmen wir 2018 erste Bewerbungen für unser Accelerator-Programm in China entgegen, das dort ab 2019 von unserem „China Innovation Hub“ durchgeführt werden wird.

Unseren Accelerator ergänzen wir durch Hackathons. Zwei solcher Hackathons veranstalteten wir 2018 im Innovationszentrum. Einer davon war der sogenannte Makerthon in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Ende 2018 entwickelten fast 80 Studenten und Experten innerhalb von drei Wochen Hardwarelösungen für verschiedene Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Healthcare und Technologie. Bei der Abschlussveranstaltung in unserem Innovationszentrum präsentierten die Teams den beiden veranstaltenden Unternehmen ihre Lösungen.

Im Berichtszeitraum unterstützten wir das Start-up-Programm „HIGHEST 1877“ der Technischen Universität Darmstadt: Wir waren Silber-Sponsor beim „Startup & Innovation Day“ im Oktober 2018 und Teil der Jury.

2018 setzten wir zudem unsere zweijährige Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) fort. Auf diese Weise wollen wir Synergieeffekte bei Innovation, Digitalisierung und Materialforschung nutzen. Wir hießen den Astronauten Thomas Reiter willkommen, der für unsere F&E-Mitarbeiter einen Vortrag über Forschungsmöglichkeiten im Weltraum hielt. Außerdem nahmen wir an der Podiumsdiskussion „Space Meets Non-Space“ auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin teil. Und schließlich waren wir auch Partner des Wettbewerbs „Space Exploration Masters“, initiiert von der ESA. Er belohnt jährlich die besten Geschäftsideen, die mithilfe von Produkten und Dienstleistungen die Vorteile der Weltraumforschung für die Gesellschaft nutzbar machen.

Interne Ideen: Innovationsprojekte sammeln

Wir wollen die große Innovationskraft in unserem Unternehmen noch besser ausschöpfen. Deshalb geben wir unseren Mitarbeitern in aller Welt die Möglichkeit, ihre Ideen über verschiedene Kanäle an uns heranzutragen. Unser Ziel ist es, Ideen mit Potenzial für tragfähige Geschäftsmodelle zu sammeln, die unsere Unternehmensbereiche verbinden oder über unsere derzeitigen Aktivitäten hinausgehen. Mit unserer Innovationsinitiative „Innospire“ (Innovation und Inspiration) rufen wir unsere Mitarbeiter dazu auf, Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle einzureichen. Die besten Ideen lassen wir dann in einem mehrstufigen Prozess zu Businessplänen ausarbeiten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter „Mitarbeiter einbeziehen“.

Die vielversprechendsten Ideen, die aus Ideenkanälen wie Innospire hervorgehen, werden zu Innovationsprojekten. Im Innovationszentrum geben wir Mitarbeitern die Möglichkeit, sich ganz auf ihr Innovationsprojekt zu konzentrieren. Neben finanzieller Unterstützung bieten wir ihnen ein geschütztes „Ökosystem“ mit gezielter Unterstützung, klarer Führung und geleiteter Entscheidungsfindung, um Innovationsprojekte effizient in tragfähige künftige Geschäfte zu verwandeln.

Unsere „Innovator Academy“ hat zum Ziel, das Potenzial von Ideengebern, internen Projektteams, Think-Tank-Teilnehmern und Start-ups freizusetzen. Sie bietet eine große Auswahl an Entwicklungsprogrammen, Methoden sowie Online- und Offline-Schulungen. Neben einer Online-Schulungsplattform bieten wir auch Webinare an. Diese stellen allen interessierten Mitarbeitern die Themen und Inhalte des Innovationszentrums anhand von praktischen Beispielen vor.

Dritter „Displaying Futures Award“ verliehen

Der Unternehmensbereich Performance Materials verleiht jährlich den „Displaying Futures Award“. Sein Ziel ist es, Teams mit einem universitären oder institutionellen Hintergrund zu fördern. 2018 lautete das Thema „smarte Medizinprodukte“. Die Anzahl der eingereichten Ideen stieg im Vergleich zum Vorjahr von 69 auf 97. Kreative Köpfe und Start-ups aus 19 Ländern reichten ihre Vorschläge ein. Eine Jury wählte die drei Gewinnerteams aus. Dabei berücksichtigte sie wichtige Kriterien wie Innovationsgrad, Geschäftspotenzial und Auswirkung auf die Gesellschaft. Die Gewinner gehen eine einjährige Partnerschaft mit unserem Unternehmen ein. Höhepunkt bildet eine Abschlussveranstaltung im Sommer 2019. Dort haben die drei Teams Gelegenheit, Investoren von ihren Ideen zu überzeugen.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Durch unsere strategische Partnerschaft mit dem kalifornischen Unternehmen Palantir Technologies können wir dessen Datenanalysefähigkeiten nutzen – etwa für eine verbesserte und beschleunigte Entwicklung, Vermarktung sowie Bereitstellung von neuen Arzneimitteln. So konnten wir Tools entwickeln, um die Patientenbindung zu verbessern und die Effizienz des Außendienstes zu steigern. Außerdem helfen uns die Tools bei der strategischen Ausrichtung und der effektiven Markteinführung unserer Produkte. Da wir damit große Datenmengen integrieren und analysieren können, lassen sich auch unsere betrieblichen Prozesse optimieren.

Syntropy

Syntropy ist ein Joint Venture von Merck und dem kalifornischen Software-Unternehmen Palantir Technologies. Die Partnerschaft soll Wissenschaftlern und Forschungszentren den Zugang zu einer Technologieplattform ermöglichen, die Datensätze verschiedener Forschungseinrichtungen an einem einzigen Zugangspunkt zusammenführt. Auf diese Weise können Experten bei der Erforschung von Krebs und vielen anderen Krankheiten effektiver zusammenarbeiten.

Die medizinische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten umfangreiches Wissen über Krankheiten und deren Behandlung gesammelt – zum Beispiel in Form biomedizinischer Daten. Doch viele dieser Daten werden in Silos innerhalb von und zwischen Institutionen gespeichert. Sie sind für Wissenschaftler und klinisches Personal nicht zugänglich und können somit nicht für die Forschung genutzt werden. Syntropy wird ein Netzwerk schaffen, das neue wissenschaftliche Erkenntnisse befördert und so das Leben von Menschen verbessert.

Kundenerlebnis mithilfe künstlicher Intelligenz verbessern

Derzeit entwickeln wir sogenannte . Das sind textbasierte Dialogsysteme, bei denen man einem Computersystem seine Fragen in normaler Sprache stellen kann – genauso, als würde man einem anderen eine Nachricht schreiben. Damit sind wir rund um die Uhr für die Fragen unserer Kunden erreichbar. Beispielsweise können Patienten mit Multipler Sklerose künftig über einen solchen Chatbot Nachschub für ihr Injektionsgerät RebiSmart® ordern. Zukünftige Formen des Bots könnten Patienten sogar daran erinnern, solchen Nachschub zu bestellen. Chatbots sind im Vergleich zu traditionellem Kundenservice für uns kostengünstiger.

Entwicklung eines Global-Data-Science-Teams

Wir haben im Berichtsjahr ein globales Data-Science-Team aus circa 30 Datenwissenschaftlern zusammengestellt. Damit wollen wir das große Potenzial von erweiterten Datenanalysen und maschinellem Lernen nutzen. Das Team arbeitet mit eCommerce-Daten, um Erkenntnisse über unsere Kunden und Geschäftsteams im Unternehmensbereich Life Science zu erlangen. Dabei kommen Bilderkennungstechniken zum Einsatz, um die Arbeit von Klinikärzten und Forschern im Bereich Healthcare zu unterstützen und den Forschungs- und Innovationsprozess bei Performance Materials zu fördern. Außerdem bauten wir ein konzernweites datenwissenschaftliches Netzwerk auf, unter dessen Dach wir mehr als 250 Analytik-Fachleute aus unserem Unternehmen vereinen. Ein Meilenstein dieser Entwicklung: Im Juni 2018 nahmen 120 Mitarbeiter an unserer ersten internen Data-Science-Konferenz teil.

Visionäre Forschung fördern

Im Jubiläumsjahr, anlässlich unseres 350-jährigen Bestehens, waren wir Hauptsponsor der „Curious2018 – Future Insight Conference“. Die Konferenz fand im Juli in Darmstadt statt. Wissenschaftler aus der ganzen Welt nahmen daran teil und diskutierten über die Zukunft von Wissenschaft und Technik. Mehr als 60 renommierte Sprecher, darunter sechs Nobelpreisträger, stellten rund 1.300 geladenen Gästen ihre Arbeit vor. Wir planen, „Curious Future Insight“ als Flaggschiff-Konferenz zu etablieren. Sie soll den klügsten Köpfen aus Wissenschaft und Unternehmen ein Forum bieten. Dort können sie sich über ihre Arbeit austauschen und visionäre Lösungen für weltweite Herausforderungen entwickeln. Die nächste Konferenz findet im Juli 2020 statt.

Während der Konferenz riefen wir außerdem den „Future Insight Prize“ ins Leben. Mit ihm fördern wir innovative Lösungen, die dank bahnbrechender Wissenschaft möglich sind. Damit möchten wir die Entwicklung von „Traumprodukten“ vorantreiben. Das sind noch nicht existierende Produkte, die einige der existenziellen Herausforderungen der Menschheit lösen können. Forschern, die helfen, solche Traumprodukte zu verwirklichen, wollen wir in den nächsten 35 Jahren jährlich bis zu 1 Mio. € zur Verfügung stellen. Den ersten „Future Insight Prize“ vergeben wir 2019 für Leistungen im Bereich der Pandemiebereitschaftsplanung.

2018 fand außerdem die Jubiläumsrunde des „Merck Innovation Cup“ statt. Unser Innovation Cup brachte einige der klügsten Studierenden weltweit mit sogenannten Professionals zusammen. Das Ziel: zusammen aus neuen Ideen überzeugende Businesspläne zu entwickeln. Eine Jury aus Spitzenwissenschaftlern und Unternehmern wählte den besten Businessplan und belohnte das Gewinnerteam mit 20.000 €. Außerdem haben wir 2018 eine Reihe von Wissenschaftswettbewerben gestartet und Forschungsstipendien zum 350. Jubiläum vergeben.

Integrative Innovation belohnen

Im September 2018 veranstalteten wir als exklusiver europäischer Partner in Darmstadt das europäische Finale der „Inclusive Innovation Challenge“. Die „Initiative on the Digital Economy“ des Massachusetts Institute of Technology rief diesen Wettbewerb ins Leben. Die Initiative will damit technologiegetriebene Lösungen unterstützen, die bessere wirtschaftliche Chancen für Arbeitnehmer weltweit ermöglichen. Der Wettbewerb ist mit mehr als einer Million US-Dollar Preisgeld dotiert. Organisationen und Unternehmen weltweit können daran teilnehmen und ihre technologischen Lösungen für die Zukunft der Arbeit vorstellen.

Stammzellen
Als Stammzellen bezeichnet man Zellen, die keine oder nur geringe Differenzierung aufweisen und damit noch nicht auf ihre Funktion im späteren Organismus festgelegt sind.
Liquid Biopsy
Die Probennahme und Analyse von nicht-festem biologischem Gewebe wie Blut.
Flüssigkeitsbiopsie
Die Probennahme und Analyse von nicht-festem biologischem Gewebe wie Blut.
Flüssigkristall
Als Flüssigkristall (engl. Liquid Crystal – LC) bezeichnet man eine Substanz, die sowohl Eigenschaften einer Flüssigkeit als auch von Kristallen aufweist. Normalerweise sind Moleküle nur in festen Kristallen perfekt geordnet, in Flüssigkeiten schwimmen sie chaotisch durcheinander. Flüssigkristalle entpuppten sich jedoch als Zwitter: Obwohl sie flüssig sind, zeigen sie eine gewisse kristalline Ordnung. Ihre stäbchenförmigen Moleküle richten sich aus wie Fische in einem Schwarm. Zudem reagieren sie wie winzige Antennen auf die elektromagnetischen Wellen des Lichts. Deshalb können solche Molekülschwärme speziell präpariertes, „polarisiertes“ Licht entweder durchlassen oder ausblenden. Das geschieht in den Pixeln der Flüssigkristall-Displays – ähnlich aber auch in Flüssigkristallfenstern, die Sonnenlicht abschatten können.
Hackathon
Wortschöpfung aus Hacking + Marathon. Ein Hackathon ist eine Veranstaltung, bei der Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenkommen. In wenigen Stunden oder Tagen entwickeln sie in Teams innovative Lösungen und Ideen für eine zuvor definierte Problemstellung oder Herausforderung.
Chatbot
Ein Chatbot ist ein Computerprogramm oder eine künstliche Intelligenz, die über Ton oder Text ein Gespräch führen kann.

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