Wir fördern naturwissenschaftliche Bildung und Kultur. Dies hat in unserem Unternehmen eine lange Tradition und bildet einen Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements. Zugleich begünstigen wir so Eigenschaften, die für uns als Hightech-Unternehmen unabdingbar sind: Kreativität, Entdeckerfreude und Neugier sowie den Mut, Grenzen zu überschreiten. Deshalb unterstützen wir an vielen unserer Standorte Bildungs- und Kulturprojekte, vergeben Stipendien oder fördern ausgewählte Unterrichtseinheiten.
Wozu wir uns verpflichten: Grundsätze unseres gesellschaftlichen Engagements
Für unser gesellschaftliches Engagement im Bereich „Kreativität und Inspiration“ orientieren wir uns an unserer „Group Policy on Contributions to Society“. Diese ist im Kapitel „Gesellschaftliches Engagement“ beschrieben.
Weltweites Bildungsengagement
Besonders junge Menschen wollen wir für naturwissenschaftliche Themen begeistern. Daher unterstützen wir beispielsweise seit mehr als 35 Jahren den Wettbewerb „Jugend forscht“. 2018 waren wir zum dritten Mal Gastgeber des Bundesentscheids. Der Wettbewerb fand im Berichtsjahr unter dem Motto „Spring! #denkneu“ statt. 182 Jungforscher aus ganz Deutschland nahmen teil. Bereits seit 1996 richten wir zudem die hessischen Landeswettbewerbe von „Jugend forscht“ aus.
Juniorlabore an der TU Darmstadt
Wir laden Jugendliche ein, in unseren Juniorlaboren die Freude am Experimentieren zu entdecken. Diese Lernlabore verknüpfen Schulunterricht mit aktuellen Themen und modernen Forschungsmethoden. Das Juniorlabor für das Fach Chemie betreiben wir gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Im Laufe des Jahres 2018 forschten hier etwa 2.500 Schüler. Zudem bieten wir das Labor „livfe BioLab“ an. Hier führen Schüler unter professioneller Anleitung biologische Experimente durch. 2018 nutzen mehr als 1.000 Schülern dieses Labor.
Lehrer fortgebildet und Schulpartnerschaften erweitert
Durch unser Schulförderprogramm in Darmstadt und Umgebung unterstützten wir 2018 rund 70 Schulen bei der Durchführung von zumeist experimentbasierten, naturwissenschaftlichen Projekten. Etwa 1.500 Schüler besuchten unsere Forschungslabore sowie ausgewählte Produktionsstätten unseres Stammsitzes.
In Darmstadt unterstützen wir Lehrer mit pädagogischen Fortbildungen und didaktischen Konzepten. 2018 fand erneut eine naturwissenschaftliche Tagung (NaWi-Fachtagung) mit mehr als 100 Lehrkräften aus der Region statt.
Wir nutzen unsere Erfahrungen, die wir durch langjährige Schulpartnerschaften in der Region Darmstadt gewonnen haben, auch in anderen Ländern. Bereits 2017 initiierten wir ein Pilotprojekt in Indien. Darauf aufbauend starteten 2018 weitere Projekte in Chile, Kenia und Tansania. Wir konzentrieren uns dabei auf Lehrerfortbildungen: Mit spannendem Unterricht können die Lehrkräfte ihre Schüler auf Naturwissenschaften neugierig machen. Bis Ende 2018 nahmen rund 100 Personen an den Fortbildungen teil. Die Konzepte der Unterrichtseinheiten erstellen wir gemeinsam mit Partnerorganisationen. Diese unterstützen uns mit ihrer Bildungsexpertise und ihrem Wissen über die kulturellen Besonderheiten in den Ländern: So passen wir Experimente an lokale Gegebenheiten an. Außerdem bringen wir unsere Technologien und die unserer Partner ein. Wir führen unter anderem Projekte in Zusammenarbeit mit der Kenianischen Chemischen Gesellschaft durch. Diese wenden beispielsweise ein einfaches und mit wenig Vorbereitungsaufwand verbundenes didaktisches Konzept für Vier- bis Sechsjährige („Forschen mit Fred“) an: Es verbindet naturwissenschaftliche Bildung mit fantasievollen Geschichten. Die Experimente können mit kostengünstigen und in Kenia leicht beschaffbaren Materialien durchgeführt werden.
Leidenschaft für Wissenschaft wecken: SPARK
In unserem weltweiten Freiwilligenprogramm SPARK bringen Mitarbeiter aus dem Life-Science-Bereich ihre Zeit und ihr Know-how ein: Damit wollen sie Schüler zum praxisorientierten Lernen motivieren. Ziel ist es, ihre Leidenschaft für Naturwissenschaften zu wecken und sie zu einer Laufbahn in MINT-Berufen zu motivieren. Zu den SPARK-Aktivitäten zählt unter anderem unser Curiosity LabsTM-Programm. Es vermittelt den Schülern in spannenden Unterrichtsstunden naturwissenschaftliches Wissen. Wir stellen nicht nur Materialien für den praktischen Schulunterricht zur Verfügung, sondern arbeiten auch eng mit Bildungsexperten auf der ganzen Welt zusammen. So stellen wir sicher, dass SPARK jeweils auf den Bedarf vor Ort abgestimmt ist und die bestehenden Lehrpläne ergänzt. Zudem bieten wir auch Führungen durch unsere Produktionsstätten oder Karriereveranstaltungen an.
Im Jahr 2018 veranstaltete unser Life Science-Bereich im Rahmen von SPARK seine zweite Curiosity CubeTM-Tour durch Nordamerika. Der Curiosity CubeTM ist ein ehemaliger Frachtcontainer, der zu einem mobilen Wissenschaftslabor umgebaut wurde. Er bietet eine Lernumgebung, in der Besucher jeden Alters durch praktische Experimente und neueste Technologien in spezifische Wissenschaftsthemen eintauchen können. Das mobile Labor unterstützt die tägliche Arbeit der Lehrkräfte: Es bietet Instrumente und Materialien an, auf die die meisten Schulen keinen Zugriff haben. Die Tour konzentrierte sich 2018 auf den Besuch von Schulen, die von sozioökonomisch benachteiligten Schülern besucht werden. 94 % der teilnehmenden Schulen gehörten zu dieser Kategorie. 30.000 Kilometer legte der Curiosity CubeTM 2018 in Nordamerika zurück; es besuchten ihn Schüler aus 108 Gemeinden. Die Rückmeldungen zeigten, dass nach dem Besuch 94 % der Schüler ihr Verständnis für die Terminologie in der Life-Science-Branche verbesserten und 74 % der Schüler nach dem Curiosity CubeTM-Besuch Interesse bekundeten, einen naturwissenschaftlichen Beruf anzustreben.
Über das SPARK-Freiwilligenprogramm, einschließlich des Curiosity CubeTM, haben im Jahr 2018 mehr als 2.800 unserer Mitarbeiter über 19.000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Damit erreichten sie weltweit mehr als 66.000 Schüler.
Partnerschaft mit Seeding Labs
Wir unterstützen die Nichtregierungsorganisation Seeding Labs. Diese bietet Wissenschaftlern in Entwicklungsländern sowohl Laborzubehör und Trainings als auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Experten auf ihrem Gebiet. Bis heute statteten wir über diese Organisation 69 Universitäten in 34 Entwicklungsländern mit 209 Tonnen gebrauchter, aber voll funktionsfähiger Laborausrüstung aus. So ebnen wir Nachwuchswissenschaftlern den Zugang zur weltweiten wissenschaftlichen Gemeinschaft und unterstützen ihre naturwissenschaftliche Forschung.
Wir sind exklusiver Sponsor von TeleScience, der neuen Online-Plattform von Seedings Labs. Die TeleScience-Plattform bietet Lehrvideos und Trainingseinheiten, an denen auch unsere Life-Science-Mitarbeiter mitwirken: In den Videos vermitteln sie Techniken und geben Tipps zu zahlreichen wissenschaftlichen Themen. Seit ihrer Einführung im Jahr 2018 hat die TeleScience-Plattform mehr als 2.000 Nutzer aus 115 Ländern erreicht.
Wir leisten Pionierarbeit für praktisches Lernen
In der Schweiz pflegen wir eine Partnerschaft mit Technorama, dem drittgrößten Wissenschaftszentrum in Europa und einem Pionier für selbstbestimmtes Lernen. Im Jahr 2018 entwickelten unsere dortigen Wissenschaftler Experimente für Schüler öffentlicher Schulen. Diese führten sie an sogenannten Technorama-Tagen vor. Bei diesen Veranstaltungen zeigten über 50 unserer Mitarbeiter mehr als 650 Schülern, wie man Gerüche identifiziert und einfache Düfte synthetisiert. Wir unterstützen außerdem die Entwicklung und den Betrieb eines voll ausgestatteten Nasslabors auf dem neuesten Stand der Technik: Dieses ist für die Handhabung verschiedener Flüssigchemikalien und Reagenzien geeignet. Wir erwarten über 70.000 Besucher pro Jahr. Technorama wird dieses Labor für wissenschaftliche Lehrerfortbildungen in der Schweiz nutzen.
Sauberes Wasser für China
Bei der Feier zum 350-jährigen Jubiläum initiierte unser Unternehmen in China ein neues Partnerschaftsprogramm mit der gemeinnützigen One Foundation. Ziel ist es, Schulen sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen. Dies ist wichtig, da in China über 40 Millionen Schüler in 114.000 ländlichen Schulen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Wir spenden pro Tag einen chinesischen Renminbi, etwa 0,14 US-Dollar, für jeden unserer Mitarbeiter in China. Der Betrag kommt der Versorgung ländlicher Schulen mit sauberem Trinkwasser zugute. Mit der Spende von 2018 konnten an 15 ländlichen Schulen Trinkwasseraufbereitungsanlagen für rund 15.000 Schüler installiert sowie Wasserprüfanlagen bereitgestellt werden. Wir haben zudem 20 tragbare Systeme zur Prüfung der Wasserqualität an die Schulen gespendet.
18 Mitarbeiter engagierten sich auch persönlich an diesen Schulen und leisteten jeweils 16 Stunden Freiwilligenarbeit. Sie hielten Vorträge zu verschiedenen Themen wie Wasser oder Elektrizität und organisierten kleine naturwissenschaftliche Experimente für die Kinder. Für dieses Programm erhielten wir 2018 den CSR-Preis der EU-Handelskammer.
Musik und Literatur als Botschafter
Deutsche Philharmonie Merck
Was 1966 als Werksorchester begann, ist heute ein professionelles Sinfonieorchester. Die Deutsche Philharmonie Merck ist fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Darmstadt und der Region und unternimmt regelmäßig internationale Konzertreisen. Wir begeistern junge Menschen für klassische Musik in unserer Orchesterwerkstatt. Im Berichtsjahr konnten dadurch 37 Nachwuchsmusiker erste Erfahrungen in einem Profi-Orchester sammeln. Für Kinder ab vier Jahren führten wir unsere traditionelle Reihe der Sitzkissenkonzerte fort.
2018 fand das 30. Benefizkonzert der Deutschen Philharmonie Merck statt. Der Spendenerlös in Höhe von 50.000 € kam über die Initiative „Echo hilft!“ fünf sozialen Projekte in der Region um Darmstadt zugute. Die Philharmonie trat 2018 im Rahmen unserer 350-Jahre-Feierlichkeiten zudem in Darmstadt, sowie Boston und Saint Louis (USA), Shanghai und Peking (China) auf. In Peking führten die Musiker mit Musikstudenten der dortigen Universität einen Orchester-Workshop durch. Das anschließende Konzert vor rund 1.700 Zuhörern war ein großer gemeinsamer Erfolg. Außerdem gab die Deutsche Philharmonie Merck drei Filmmusik-Konzerte bei unserem Mitarbeiterfest in Darmstadt und gastierte bei den Musikwochen Millstatt in Österreich.
~31.000
Personen besuchten 2018 die Konzerte der Deutschen Philharmonie Merck.
Literaturpreise für Brückenbauer
Wie Musik ist auch Literatur eine wichtige Mittlerin zwischen Kulturen. Wir vergeben daher weltweit fünf Literaturpreise: jährlich den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay in Deutschland (seit 1964) und den italienischen Premio Letterario Merck (seit 2003) sowie alle zwei Jahre den japanischen Merck-Kakehashi-Literaturpreis (seit 2014), den Literaturpreis Merck-Tagore in Indien (seit 2012) und den russischen Merck-Übersetzerpreis (seit 2016). Wir zeichnen damit vor allem Autoren aus, die sich als Brückenbauer zwischen Kulturen, aber auch zwischen Literatur und Wissenschaft hervortun.
- Der mit 20.000 € dotierte Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ging 2018 an den österreichischen Autor und Übersetzer Martin Pollack.
- Den mit 10.000 € dotierte italienische Premio Letterario Merck vergaben wir 2018 an den amerikanischen Naturforscher, Autor und Professor Carl Safina. Den Ehrenpreis erhielt der italienische Physiker und Wissenschaftshistoriker Lucio Russo. In Italien widmen wir uns zudem dem literarischen Nachwuchs: Neben Workshops für kreatives Schreiben bieten wir auch einen Schreibwettbewerb für Jugendliche, den La Scienza Narrata, an. Die Gewinner werden gemeinsam mit den Preisträgern des Premio Letterario gekürt.
- Der mit 10.000 € dotierte Merck-Kakehashi-Literaturpreis ging 2018 an den österreichischen Autor Clemens J. Setz und seine japanische Übersetzerin Ayano Inukai.
- Der mit 4.000 € dotierte Merck-Übersetzerpreis in Russland ging 2018 an Nina Fedorowa, Ekaterina Aralova und Natalia Stillmark. Den Goethe-Förderpreis erhielt Tatiana Zborovskaja.
Übersetzungsprojekt in Asien
Im Jahr 2018 starteten wir zudem das „Merck Social Translating“-Projekt in Korea. Wir sponserten die Übersetzung des deutschen Romans „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle in zehn asiatische Sprachen. Im Rahmen des Projekts gaben wir dem Goethe-Institut zudem finanzielle Unterstützung für einen neuartigen Übersetzungsansatz: Über eine digitale Plattform arbeiteten zehn Übersetzer gleichzeitig an der Übersetzung des Romans und führten dabei einen regen Diskurs sowohl untereinander als auch mit dem Autor.