Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2015 die „Sustainable Development Goals“ (SDGs, deutsch: Ziele für nachhaltige Entwicklung) verabschiedet. Sie richten sich an alle Länder und Organisationen der Welt. Auch wir leisten Beiträge, um diesen Zielen näherzukommen. Im Rahmen unserer aktuellen Wesentlichkeitsanalyse haben wir die Ziele identifiziert, zu denen wir signifikant durch unsere tägliche Arbeit beitragen.
Unser Ansatz
Die internationale Gemeinschaft hat den 17 globalen Entwicklungszielen 169 Unterziele zugeordnet. Mithilfe dieser Unterziele sollen die konkreten Maßnahmen, die zur Zielerreichung notwendig sind, noch besser abgeleitet werden können. Uns ist bewusst, dass auch Unternehmen in der Pflicht sind, die Umsetzung der Sustainable Development Goals zu unterstützen. Im Jahr 2018 haben wir analysiert, zu welchen Unterzielen der SDGs wir durch unser unternehmerisches Handeln die größten direkten Beiträge leisten.
Unsere Beiträge im Detail
Im Fokus unseres CR-Engagements stehen die Ziele „Gesundheit und Wohlergehen“ (SDG 3), „Hochwertige Bildung“ (SDG 4) und „Bezahlbare und saubere Energie“ (SDG 7) (siehe Grafik). Die Beiträge unseres Unternehmens zu den SDGs gehen aber über die Handlungsfelder unserer Corporate-Responsibility-Strategie (CR-Strategie) hinaus. Wir tragen also nicht nur innerhalb der strategischen Handlungsfelder „Gesundheit“, „Nachhaltige Lösungen“ und „Kreativität und Inspiration“ dazu bei, globale Herausforderungen zu lösen. Auch darüber hinaus haben viele unserer Aktivitäten einen signifikanten positiven Einfluss. Dies ist bei sieben der 17 Ziele der Fall. Daher stellen wir im Corporate-Responsibility-Report 2018 zum ersten Mal dar, welche Unterziele der SDGs durch unsere Managementansätze und Projekte konkret unterstützt werden. Zu acht weiteren Zielen führen wir ebenfalls Aktivitäten durch, jedoch in geringerem Umfang, weshalb wir hier nicht auf Unterzielebene berichten.
SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
Weltweit haben zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Arzneimitteln. Schätzungen zufolge fehlt 400 Millionen Menschen der Zugang zu einer wirksamen und bezahlbaren medizinischen Grundversorgung. Das möchten wir mit unserer „Global Health Strategy“ ändern. Uns ist bewusst, dass wir die bestehenden Herausforderungen nicht im Alleingang lösen können, daher arbeiten wir auch mit starken Partnern zusammen.
Unterziel 3.3: Bis 2030 die Aids-, Tuberkulose- und Malariaepidemien und die vernachlässigten Tropenkrankheiten beseitigen und Hepatitis, durch Wasser übertragene Krankheiten und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen.
- Access to Medicine Index Ranking 2018
- Strategie zur Prävention und Behandlung von Infektionskrankheiten
- Allianzen für einen besseren Zugang zu Gesundheit
Unterziel 3.b: Forschung und Entwicklung zu Impfstoffen und Medikamenten für übertragbare und nichtübertragbare Krankheiten, von denen hauptsächlich Entwicklungsländer betroffen sind, unterstützen, den Zugang zu bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen gewährleisten, im Einklang mit der Erklärung von Doha über das TRIPS-Übereinkommen und die öffentliche Gesundheit, die das Recht der Entwicklungsländer bekräftigt, die Bestimmungen in dem Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums über Flexibilitäten zum Schutz der öffentlichen Gesundheit voll auszuschöpfen, und insbesondere den Zugang zu Medikamenten für alle zu gewährleisten.
- Zugang zu und Kontrolle von geistigem Eigentum
- Kooperation zur offenen Innovation: „WIPO Re:Search“
- Initiative „Drugs for Neglected Diseases“
- Global Health Institute forscht zu vernachlässigten Tropenkrankheiten
SDG 4: Hochwertige Bildung
Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern.
- Soziales Engagement in der Glimmer-Lieferkette
- Mit dem Freiwilligenprogramm SPARK Leidenschaft für Wissenschaft wecken
- Naturwissenschaftliche Juniorlabore an der TU Darmstadt
- Lehrerfortbildung und Schulpartnerschaften
SDG 5: Geschlechtergleichheit
Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen.
SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
Weltweit steigt die Anzahl der Gebiete, in denen Wasserknappheit herrscht. An unseren Standorten sind wir auf die Verfügbarkeit von Wasser angewiesen. Nachhaltiges Wassermanagement ist deshalb ein Schwerpunkt unseres betrieblichen Umweltschutzes.
Unterziel 6.3: Bis 2030 die Wasserqualität durch Verringerung der Verschmutzung, Beendigung des Einbringens und Minimierung der Freisetzung gefährlicher Chemikalien und Stoffe, Halbierung des Anteils unbehandelten Abwassers und eine beträchtliche Steigerung der Wiederaufbereitung und gefahrlosen Wiederverwendung weltweit verbessern.
- Gute Noten für unser Wassermanagement
- Antibiotikarückstände in Abwässern
- Wasserschutzmaßnahmen in Indien
- Sauberes Wasser für China
SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern.
- Investitionen in erneuerbare Energien
- Zuschüsse für unsere Mitarbeiter zu klimaschonenden Maßnahmen
- Entwicklung energieeffizienter Produkte
SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
Wir erwarten von allen Lieferanten und Dienstleistern, dass sie dieselben hohen Sozialstandards einhalten wie wir. Diese Standards leiten sich vor allem aus den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem Global Compact der Vereinten Nationen ab.
Unterziel 8.4: Bis 2030 die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion Schritt für Schritt verbessern und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben, im Einklang mit dem Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, wobei die entwickelten Länder die Führung übernehmen.
SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
Kontinuierlich halten wir Ausschau nach wegweisenden Entwicklungen und Trends. Wir entwickeln Produkte und Technologien, die das Leben von Menschen verbessern. Neue Technologien – vor allem Fortschritte in der Digitalisierung – ermöglichen es uns, innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Unterziel 9.4: Bis 2030 die Infrastruktur modernisieren und die Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse, wobei alle Länder Maßnahmen entsprechend ihren jeweiligen Kapazitäten ergreifen.
- Nachhaltigere Verpackungsmaterialien einsetzen
- Weiterentwicklung des Recyclingprogramms
- Einsatz von Biotechnologie zur Herstellung von Fleisch, das im Labor erzeugt wird (Clean Meat)
- Wesentliche Aufwände für Umweltschutzmaßnahmen und -investitionen
- Investitionen in erneuerbare Energien
- Ladeinfrastruktur an unseren Standorten
SDG 10: Weniger Ungleichheiten
Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern.
- Gemeinsame Datenplattform für Transparenz in der Lieferkette von Arzneimittelspenden
- Einrichtung von Gesundheitszentren zur medizinischen Grundversorgung (CURAFA)
- Niedrigpreis-Zweitmarken
- Markengenerika
SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen.
Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung – vor allem dort, wo wir über besondere Kompetenzen verfügen: Wir fördern vor allem Gesundheits-, Bildungs- und Kulturprojekte. Zudem leisten wir Katastrophenhilfe. Und wir unterstützen bedürftige Menschen in den Ländern, in denen wir geschäftlich tätig sind – insbesondere im direkten Umfeld unserer Standorte.
Unterziel 11.6: Bis 2030 die von den Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, unter anderem mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Luftqualität und der kommunalen und sonstigen Abfallbehandlung.
SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen.
Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur ist die Grundlage unseres nachhaltigen Handelns. Wir sehen uns in einer doppelten Pflicht: Erstens wollen wir bei unserer eigenen Produktentwicklung Ressourcen schonen. Zweitens unterstützen wir auch unsere Kunden dabei, die Nachhaltigkeit ihrer Produkte zu verbessern.
Unterziel 12.4: Bis 2020 einen umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus in Übereinstimmung mit den vereinbarten internationalen Rahmenregelungen erreichen und ihre Freisetzung in Luft, Wasser und Boden erheblich verringern, um ihre nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auf ein Mindestmaß zu beschränken.
- Unsere Prozesse für nachhaltiges Produktdesign
- Bewertungsinstrument für Grüne Chemie
- Registrierung von chemischen Stoffen
- Sicherheitsanalysen in der Produktentwicklung
Unterziel 12.5: Bis 2030 das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringern.
- Auszeichnung für das „Merck Waste Scoring System“
- Klares Ziel für weniger abfallbedingte Umweltauswirkungen
Unterziel 12.6: Die Unternehmen, insbesondere große und transnationale Unternehmen, dazu ermutigen, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen.
- Unsere Prozesse für nachhaltiges Produktdesign
- Bewertungsinstrument für Grüne Chemie
- Unsere CR-Strategie
- Jährliche Berichterstattung
SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
- Sinkende Emissionen trotz Wachstum
- Strategisches Programm zum Klimaschutz
- Mitarbeiter für den Klimaschutz sensibilisieren
- Transport auf Schiffe verlagern
SDG 14: Leben unter Wasser
Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
Unsere Abwässer können Spurenstoffe wie Schwermetalle oder pharmazeutische Wirkstoffe enthalten. Nachhaltiges Wassermanagement bedeutet für uns, den Status der Gewässer, aus denen wir Frischwasser beziehen oder in die wir gereinigte Abwässer einleiten, nicht negativ zu beeinflussen.
Unterziel 14.1: Bis 2025 alle Arten der Meeresverschmutzung, insbesondere durch vom Lande ausgehende Tätigkeiten und namentlich Meeresmüll und Nährstoffbelastung, verhüten und erheblich verringern.
- Gute Noten für unser Wassermanagement
- Antibiotikarückstände in Abwässern vermeiden
- Wasserschutzmaßnahmen in Indien
- Hautpflegeprodukte ohne Mikroplastik
SDG 15: Leben an Land
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen.
SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.
- Stakeholder-Dialog: unser Ansatz
- Stakeholder-Dialoge über Gesundheit für alle
- Diskussionen auf internationaler Ebene
- Stakeholder-Dialoge zu Compliance
- Stakeholder-Dialoge über betrieblichen Umweltschutz