Als Wissenschafts- und Technologieunternehmen suchen wir fortlaufend nach neuen Lösungen und müssen uns kontinuierlich weiterentwickeln. Motivierte und neugierige Mitarbeiter sind entscheidend für unsere Innovationsfähigkeit – und damit auch für unseren Erfolg. Wir brauchen eine Unternehmenskultur, die das Wissen und die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter erweitert, ihnen spannende Perspektiven eröffnet und sie dazu motiviert, die Entwicklung unseres Unternehmens aktiv mitzugestalten. Das ehrliche Feedback jedes Einzelnen zeigt uns, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern können.
Unser Ansatz, um Mitarbeiter einzubeziehen
Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das aus unseren Mitarbeitern echte Querdenker macht. Ein Umfeld, das sie einlädt, Ideen zu entwickeln, innovative Lösungen zu finden und neue Marktchancen zu entdecken. Dies fördern wir durch konkret definierte Ziele und geeignete Maßnahmen.
Wir wollen die Bedürfnisse der Menschen verstehen, die für uns arbeiten. Daher führen wir regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch – konzernweit oder bezogen auf einzelne Länder, Geschäftsbereiche oder bestimmte Projekte. Diese Befragungen fördern den Austausch zwischen Führungskräften und Mitarbeitern und geben uns Hinweise, wo Verbesserungsbedarf besteht. Sie sind für uns wichtiger Baustein einer Unternehmenskultur, die Dialog und Feedback wertschätzt.
Wie wir unsere Mitarbeiter einbeziehen
Der Human-Resources-Bereich (HR) „Engagement and Inclusion“, der sich mit den Themen Mitarbeiterbindung, Vielfalt und Wertschätzung auseinandersetzt, konzipiert und steuert unsere Mitarbeiterbefragungen.
Darüber hinaus binden wir regelmäßig und umfassend lokale Arbeitnehmervertretungen in Unternehmensentscheidungen ein. In Deutschland gibt es in 13 Gesellschaften unseres Konzerns Arbeitnehmervertretungen. Im restlichen Europa existieren 27 Arbeitnehmervertretungen in acht Ländern (Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz und Spanien). 63 % aller Mitarbeiter der Merck KGaA haben zudem Tarifverträge. Lokale Betriebsräte sowie ein Konzernbetriebsrat vertreten die Mitarbeiter und diskutieren Themen wie Entgelt, Arbeitszeit oder Umstrukturierungen. Die Interessen der leitenden Angestellten vertritt der sogenannte Sprecherausschuss. Auf europäischer Ebene ist das sogenannte Euroforum unsere Mitarbeitervertretung. Alle Länder der Europäischen Union (EU) sowie die Schweiz und Norwegen sind darüber vertreten, wobei nicht jedes Land einen eigenen Delegierten hat. Im Euroforum geht es vor allem um die wirtschaftliche Lage, die Beschäftigungssituation und wesentliche Veränderungen im Unternehmen.
Wozu wir uns verpflichten: Richtlinie für Freiwilligenarbeit
Ende 2018 hat die Geschäftsleitung eine konzernweite Richtlinie beschlossen, die das Thema Freiwilligenarbeit regelt. Demnach können unsere Mitarbeiter bis zu zwei Tage pro Jahr für Freiwilligenarbeit bezahlt freigestellt werden. Die Zeit kann dazu genutzt werden, sich durch gemeinnützige Tätigkeiten, die von unserem Unternehmen angeboten oder unterstützt werden, gesellschaftlich zu engagieren.
Unsere Mitarbeiter verstehen
Um uns noch besser innerhalb unseres Unternehmens sowie mit unseren Wettbewerbern vergleichen zu können, führen wir jährlich konzernweit Mitarbeiterbefragungen durch. Auf diese Weise sorgen wir für einen regelmäßigen Austausch zwischen Mitarbeitern, Führungskräften und dem Top-Management. Die Mitarbeiterbefragung im Berichtsjahr ergab, dass sich 61 % der Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Etwa 45.000 Mitarbeiter (86 %) nahmen teil. 2018 haben wir zudem zahlreiche Initiativen zur Verbesserung des Arbeitsumfelds fortgeführt, die wir nach der Mitarbeiterbefragung 2016 angestoßen hatten: Diese betrafen vor allem den Bereich IT-Infrastruktur sowie die Prozesse zur Rekrutierung und Integration neuer Mitarbeiter.
Darüber hinaus haben wir 2018 das Projekt „Merck Science Network“ fortgeführt. Aufgrund der breiten Aufstellung unseres Konzerns gibt es keine zentrale Organisation von Forschung und Entwicklung, die Expertise bereichsübergreifend vereint. Mit dem Projekt fördern wir den Aufbau einer Wissenschaftlergemeinschaft innerhalb des Unternehmens, um den Austausch von innovativen Ideen zu beschleunigen und die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung zu verbessern. Ein Bestandteil des Projektes sind sogenannte „Continuous Performance Dialogues“ zwischen 1.300 Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten, um die Leistungs- und Potenzialbeurteilung an die Bedürfnisse von Forschung und Entwicklung anzupassen.
Innovative Ideen fördern und belohnen
Bereits im Jahr 1853 sicherte Merck seinen Mitarbeitern als erstes Industrieunternehmen der Welt vertraglich eine Prämie für Verbesserungsvorschläge zu. Die Prinzipien und Regeln unseres Ideenmanagements werden inzwischen seit etwa 60 Jahren in Betriebsvereinbarungen festgehalten. Durch dieses Ideenmanagement wollen wir unsere Mitarbeiter zu kreativem Denken anregen und dazu ermuntern, sich an einer kontinuierlichen Verbesserung der Unternehmensabläufe und -prozesse zu beteiligen. Vorschläge, die in die Praxis umgesetzt werden, belohnen wir mit einer Prämie. Deren Höhe hängt davon ab, welchen Beitrag die Ideen entweder zur Verbesserung unserer Prozesse oder zur Einsparung von Kosten leisten.
2018 haben unsere Mitarbeiter rund 1.500 Verbesserungsvorschläge über unser deutschlandweites Ideenmanagement eingereicht. Die Ideen sind mit einem Erstjahresnutzen in Höhe von circa 1,6 Mio. € verbunden. Unsere Mitarbeiter erhielten für ihre Ideen Prämien insgesamt rund 300.000 €.
Außerdem können unsere Mitarbeiter im Zuge unseres weltweiten Innovationsprogramms „Innospire“ in regelmäßigen Abständen Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle einreichen. Wir nutzen Innospire, um Ideen zu definierten Suchfeldern zu identifizieren – beispielsweise „Biointerfaces and Biosensing“, „Enablers of Precision Farming“ oder künstliche Intelligenz. Aber auch Ideen außerhalb dieser Suchfelder sind willkommen. 2017 wurden fast 900 Ideen eingereicht. Nach der ersten Vorauswahl Ende 2017 veranstalteten wir 2018 ein „Boot Camp“ für die acht besten Ideen. Ziel des Camps war die schnelle und agile Weiterentwicklung der Konzepte. Im Mai 2018 präsentierten die einzelnen Teams die Konzepte der Geschäftsleitung. Anschließend wurden drei Gewinner-Teams gekürt, deren Ideen im „Innovation Center“ in Darmstadt weiterentwickelt wurden. Ergänzend zu den drei Gewinnerideen wurden drei weitere Ideen aus den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science ausgewählt.
Besondere Ideen, Teamleistungen und Projekte zeichnen wir jedes Jahr darüber hinaus mit unseren „Merck Awards“ aus. 2018 verlieh die Geschäftsleitung vier Teams mit insgesamt 34 Mitarbeitern „Merck Awards“ in den Kategorien „Leistung“, „Menschen“, „Technologie“ sowie in der Sonderkategorie „CEO Award“. Weltweit bewarben sich 80 Teams mit Projekten aus verschiedenen Ländern, Konzernfunktionen und Geschäftsbereichen.
Darüber hinaus können alle Mitarbeiter Ideen aus dem Themenbereich „Human Resources“ (HR) bei unserer HR-Innovationskampagne einreichen. 2018 wurden dafür insgesamt 146 Ideen eingereicht. Diese Ideen bewertet eine Jury aus hochrangigen Vertretern unterschiedlicher Unternehmensbereiche. Die interessantesten zwei Ansätze werden funktionsübergreifende Teams weiter erproben und bearbeiten. Ein solcher Ansatz ist beispielsweise das Projekt „Ad@m“, ein Chatbot, der standardisierte Arbeitsabläufe unterstützen soll.
Wir kooperieren zudem mit der Non-Profit-Organisation „TED“. Sie ist eine der weltweit renommiertesten Plattformen für neues Denken, innovative Ideen und Zukunftskonzepte. Mit der Kooperation möchten wir auf Ideen aufmerksam machen, die es wert sind, verbreitet zu werden. Im November 2017 veranstalteten wir gemeinsam „TED@Merck‟ in London. Über acht Millionen Menschen sahen sich seitdem die Aufzeichnungen der dort vorgestellten Talks an. Im November 2018 fand in Darmstadt die zweite Veranstaltung unter dem Motto „The Art of Possibility“ statt. Zehn Mitarbeiter, die sich unter 110 Bewerbern durchgesetzt hatten, präsentierten dort eigene Ideen.
Ideen Raum geben: das „Innovation Center“ in Darmstadt
Unser Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt und ist durch Übernahmen gewachsen. Unseren Stammsitz in Darmstadt entwickeln wir zu einer internationalen Konzernzentrale weiter, die unsere Innovationskraft unterstützt. Sie soll flexibles Wachstum ermöglichen und unsere Unternehmensidentität widerspiegeln.
Ein wichtiger Teil unserer Konzernzentrale ist seit Anfang 2018 unser „Innovation Center“. Dieses ersetzt unser bisheriges modulares Innovation Center. Das neue Zentrum soll unseren Mitarbeitern kreativen Freiraum bieten, um in interdisziplinären Teams an zukunftsweisenden Projekten zu arbeiten – mit dem Ziel, für unser Unternehmen Neugeschäft über die bestehenden Geschäfte hinaus zu entwickeln.
Im Innovation Center tüftelten 2018 zum Jahresende 22 Projektteams. Allen Teams, aber auch all unseren anderen Mitarbeitern, steht im Innovationszentrum ein „Makerspace“ zur Verfügung – der es ihnen erlaubt, Prototypen schnell zu entwickeln. Um sich ins Innovation Center einzubringen und Innovation über das bestehende Geschäft hinaus voranzutreiben, können sich Mitarbeiter aus aller Welt neben der Beteiligung am Innospire-Programm für ein dreimonatiges Think-Tank-Programm (deutsch: Denkfabrik-Programm) bewerben. Ziel des Programms ist die Analyse aktueller Trends und Technologien in ausgewählten Innovationsfeldern. So sollen neue Ideen und erste Geschäftspläne für Innovationsprojekte entstehen. 2018 fanden insgesamt vier Think Tanks statt. Sie beschäftigten sich unter anderem mit Themen aus den Feldern „Bio-Sensing and Interfaces“, „Liquid Biopsy Technologies“ sowie „Clean Meat“.
Das Innovation Center führt zudem regelmäßig Veranstaltungen, Workshops, Seminare und „Webinare“ (Online-Seminare) durch. Dabei stellen wir unseren Mitarbeitern beispielsweise neue Innovationsmethoden wie „Design Thinking“ oder „Working out loud“ vor. Das Interesse ist sehr hoch.
Informieren und Austausch fördern
Mit zielgruppenspezifischen Formaten informieren wir unsere Mitarbeiter über aktuelle Themen und regen sie zum Austausch an. Beispiele dafür sind unsere internationale Kollaborationsplattform EVA sowie unsere internationale Mitarbeiterzeitschrift „pro“. Die Zeitschrift erscheint in sieben Sprachen und ist auch als Online-Magazin und App erhältlich. Mit „pro“ erreichen wir mehr als 90 % unserer weltweit rund 52.000 Mitarbeiter in ihrer Landessprache. Zudem gibt es in einigen Ländern auch lokale Ausgaben der „pro“, beispielsweise in Deutschland, Korea, Mexiko und Russland. Verschiedene Newsletter der einzelnen Unternehmensbereiche ergänzen das Angebot.
Unsere Kollaborationsplattform EVA umfasst das globale Intranet für alle Länder und Unternehmensbereiche und bündelt zudem zahlreiche Anwendungen zur Zusammenarbeit an einer zentralen Stelle. Mit im Monat circa 1,89 Mio. Besuchen ist EVA das wichtigste interne Kommunikationsmedium nach der E-Mail. Seit 2018 erlaubt eine Softwarelösung die automatische Übersetzung von Nachrichten in 22 Sprachen: Dies erleichtert digitale Teilhabe und weltweite Verständigung.
Darüber hinaus sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter über EVA und durch verschiedene Veranstaltungen für Corporate-Responsibility-Themen, 2018 beispielsweise im Rahmen einer internen Kommunikationskampagne „You’re part of it“ (deutsch etwa: „Du bist ein Teil davon“). Außerdem konnten sich Mitarbeiter im Rahmen unseres 350-Gute-Taten-Projekts gesellschaftlich engagieren.
Mitarbeiterengagement fördern
Im Rahmen unseres „SPARK Global Volunteer Program“ führen Mitarbeiter des Unternehmensbereichs Life Science wissenschaftliche Experimente mit Schülern aus aller Welt durch. Das Ziel ist es, Neugier für Naturwissenschaften zu wecken, um so die nächste Generation zu inspirieren. Städtische und ländliche Schulen profitieren von diesem Programm, während unsere Mitarbeiter ihr Wissen weitergeben können. Weitere Informationen zum „SPARK Global Volunteer Program“ sowie anderen Freiwilligenaktivitäten finden sich im Kapitel „Gesellschaftliches Engagement“.