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Standards in der Lieferkette

Unser Unternehmen bezieht zahlreiche Rohstoffe, Verpackungsmittel, technische Produkte, Komponenten und Dienstleistungen aus aller Welt. Das übergeordnete Ziel unserer Einheit „Group Procurement“ ist es, die Stabilität dieser Lieferketten zu schützen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den am Lieferkettenmanagement beteiligten Abteilungen der einzelnen Unternehmensbereiche. Denn unseren Kunden wollen wir stets die bestmöglichen Produkte und Dienstleistungen in optimaler Qualität bieten. In unserer schnelllebigen Welt ist Versorgungssicherheit der Schlüssel zu unserem Erfolg. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie die gleichen ethischen, sozialen und Compliance-Standards einhalten wie wir.

Unser Ansatz für eine nachhaltige Lieferkette

Ein Ziel unseres Lieferantenmanagements ist die Einhaltung grundlegender Umwelt- und Sozialstandards – neben hoher Qualität, zuverlässigen Lieferungen und wettbewerbsfähigen Preisen. Dazu erarbeiteten wir entsprechende Strategien, Prozesse und Richtlinien, die wir kontinuierlich verbessern. Auf diese Weise wollen wir Verstöße gegen Standards in der Lieferkette vermeiden. Wir verfügen über vielfältige Lieferketten mit unterschiedlichen Merkmalen. Einige Lieferketten sind automatisiert, andere – besonders im Dienstleistungsbereich – sind arbeitsintensiv. Unser risikobasierter Ansatz für die Auswahl und das Management von Lieferanten berücksichtigt diese Vielfalt. Übersteigt die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos unsere Risikobereitschaft, ergreifen wir geeignete Maßnahmen. So fordern wir Lieferanten beispielsweise auf, eine Nachhaltigkeitsbewertung oder ein Audit durchzuführen. Mithilfe dieses zusätzlichen Schritts können unsere Mitarbeiter in der Beschaffung geeignete Maßnahmen zur Risikominderung für bestimmte Lieferanten ergreifen und Verbesserungen anregen.

Wir haben unser Lieferanten- und Materialrisikomanagement weiterentwickelt und 2018 ein neues Programm eingeführt. Dieses Programm umfasst unsere wichtigsten Lieferanten und soll die Risiken ermitteln, bewerten, managen und überwachen, die unsere Versorgungskontinuität gefährden könnten. Es besteht aus vier zentralen Elementen:

  1. Lieferantenrisikobewertungen, um übergeordnete Risiken auf Ebene des Lieferantenunternehmens zu erfassen (einschließlich verschiedener Risikodomänen). Dieses System wurde 2018 getestet und eingeführt.
  2. Warnsystem, um unsere Procurement-Einheit zu benachrichtigen, wenn bei einem unserer Lieferanten eine etwaige Störung droht. Dieses System führten wir 2018 ein.
  3. Materialrisikobewertungen, um die Risiken in Verbindung mit relevanten Materialien abzubilden, aus denen unsere wichtigsten Endprodukte bestehen. Die Materialrisikobewertungen stimmten wir 2018 auf unsere Geschäfte ab.
  4. Risk Response Tracker, um Maßnahmen zur Risikominderung zu erarbeiten und zu überwachen. Wir sind dabei, den Risk Response Tracker zu entwickeln.

Um einen Risikofaktor für die Lieferanten- und Materialrisikobewertungen zu berechnen, multiplizieren wir die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos mit den Risikoauswirkungen. Die Risikoeintrittswahrscheinlichkeit berücksichtigt 29 „Risikoarten“ wie „Wirtschaftliche Freiheit“, „Soziale Unruhen“, „Unfaire Geschäftspraktiken“ oder „Schlechte Arbeitspraktiken“ in folgenden fünf Risikodomänen: finanzielle Risiken, geopolitische Risiken, -Risiken, betriebliche Risiken und Nachhaltigkeitsrisiken. Die Risikoauswirkungen errechnen wir anhand der Lieferantenkosten und der Zahl unserer betroffenen Geschäfte. Die Prognose von Risikoauswirkungen wollen wir noch weiterentwickeln, um den Auswirkungen auf unsere Endprodukte und Kunden Rechnung zu tragen.

Wie wir Corporate-Responsibility-Standards entlang der Lieferkette umsetzen

Unsere konzernweite Einheit „Group Procurement“ ist dafür verantwortlich, Anforderungen im Bereich Corporate Responsibility (CR) in die relevanten Phasen unserer Beschaffungs- und Lieferantenmanagement-Prozesse zu integrieren. Sie ist eine weltweite Organisation mit direkter Verantwortung sowie Personal in den einkaufsrelevanten Tochtergesellschaften vor Ort. Unser „Center of Excellence for Supplier Sustainability“ koordiniert alle relevanten Maßnahmen: Es aktualisiert bei Bedarf unsere Richtlinien, prüft bestehende Prozesse und koordiniert unsere Mitgliedschaften in externen Initiativen. Weltweit halten wir unsere Einkaufsmitarbeiter mithilfe interner Kommunikationskanäle wie etwa unserem Intranet über Richtlinien und Prozesse auf dem Laufenden. Unsere Mitarbeiter in der Beschaffung sind für den Lieferantenauswahlprozess verantwortlich und arbeiten eng mit den Stakeholdern in allen Unternehmensbereichen zusammen. Alle neuen Mitarbeiter in diesem Bereich schulen wir zu den Aspekten, die für Nachhaltigkeit im Einkauf wichtig sind.

Wozu wir uns verpflichten: Richtlinien und Standards

Wir erwarten von allen Lieferanten und Dienstleistern, dass sie Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Diese leiten sich vor allem aus den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem Global Compact der Vereinten Nationen ab.

Darüber hinaus unterstützen wir die Compliance-Initiative des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und haben den Verhaltenskodex des BME unterzeichnet. Dieser Kodex enthält unter anderem Regelungen zur Bekämpfung von Korruption, Kartellbildung und Kinderarbeit, zur Wahrung der Menschenrechte, zum Schutz von Umwelt und Gesundheit sowie zur Förderung fairer Arbeitsbedingungen.

Unsere Einkaufsrichtlinie, die „Group Procurement Policy“, konkretisiert unsere Erwartungen an unsere Lieferanten. Sie legt auch fest, wie wir die Einhaltung unserer Standards überwachen. Die Richtlinie berücksichtigt sowohl interne als auch externe Regelwerke. Dazu gehören unser Verhaltenskodex, unsere Menschenrechtscharta, unsere Richtlinie zu Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS-Richtlinie), die und der Verhaltenskodex des BME. Unsere Grundsätze zur verantwortungsvollen Beschaffung (Responsible Sourcing Principles) schreiben diese Erwartungen an unsere Lieferanten fest. Sie verpflichten die Lieferanten zudem, diese Standards wiederum bei ihren eigenen Lieferanten anzuwenden.

Wir berücksichtigen alle Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Bei Bedarf ergreifen wir geeignete Maßnahmen.

Weltweite Beschaffung

Der Gesamtwert aller beschafften Güter und Dienstleistungen von über 60.000 Lieferanten aus knapp 150 Ländern belief sich 2018 auf rund 7,4 Mrd. € gegenüber 7,0 Mrd. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg von 4,8 %. Von diesen Gütern und Dienstleistungen (einschließlich Leistungen im Bereich Forschung & Entwicklung) entfielen 50 % auf Lieferanten, die in Ländern der Europäischen Union ansässig sind; 35 % bezogen wir von Lieferanten aus OECD-Ländern außerhalb der EU. Der Anteil an Gütern und Dienstleistungen, die aus Nicht-OECD-Ländern außerhalb der EU stammen, stieg von 14,8 % im Jahr 2017 auf 15 % im Jahr 2018.

Anteile am gesamten Beschaffungsvolumen

Anteile am gesamten Beschaffungsvolumen (Kreisdiagramm)

Materialeinsatz

Als Materialien für unsere Produktion verwenden wir vor allem chemische und pharmazeutische Rohstoffe. Hinzu kommen Betriebsstoffe und Packmaterialien wie Faltschachteln, Glasflaschen oder Ampullen. 2018 setzten wir insgesamt 487,6 Kilotonnen an Materialien ein, ein leichter Anstieg gegenüber 2017. Wir erfassen nur das Gewicht der Materialien, die direkt in unsere Chemikalien und Arzneimittel eingehen.

Wie wir unsere Lieferkette überprüfen

Um unsere Lieferanten zu überprüfen und die Einhaltung unserer Standards und Werte sicherzustellen, verfolgen wir eine Reihe unterschiedlicher Ansätze. Sie richten sich grundsätzlich nach dem Risikopotenzial, das sich aus den Faktoren Landesrisiko, Produktkategorie und Umsatz ergibt.

  • Im Rahmen der Unternehmensinitiative „Together for Sustainability“ (TfS) der chemischen Industrie fordern wir unsere Lieferfirmen auf, sich anhand von Selbstauskünften und Audits bewerten zu lassen.
  • In ausgewählten Fällen führen wir eigene CR-Audits bei Lieferanten durch.
  • In unserer Glimmer-Lieferkette setzen wir für die Durchführung von Audits auf ein internationales Beratungsunternehmen; Überprüfungen übernimmt die indische Organisation IGEP.

Lieferantenbewertungen und -audits durch TfS

Im Rahmen von TfS bewertet die unabhängige Rating-Agentur EcoVadis Lieferanten anhand von Audits oder auf der Basis von Selbstauskünften und öffentlich verfügbaren Informationen. EcoVadis bewertet Zulieferer aus 150 Ländern und 190 Branchen in folgenden Kategorien: Umwelt, Soziales, Ethik und nachhaltige Beschaffung. TfS-Mitglieder erhalten – unter Einhaltung aller wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen – Einsicht in diese Ergebnisse. Der strategische Fokus der TfS-Initiative konzentriert sich stark auf nachweisliche Verbesserungen der Nachhaltigkeitsstandards von Lieferanten. Wir sind bereits seit 2014 Mitglied von TfS.

Inzwischen haben wir über eine gemeinsame Plattform Zugriff auf bewertete Lieferantenselbstauskünfte von mehr als 10.700 Lieferanten sowie Auditberichte von über 1.000 Lieferanten. Teils haben wir diese angestoßen, teils andere TfS-Mitglieder. Auf der Grundlage aller Audits und Bewertungen, die seit dem Beitritt unseres Unternehmens zur TfS-Initiative durchgeführt wurden, verlagerten wir 2018 unseren Schwerpunkt: Wir konzentrierten uns auf die Verbesserung der Bewertungsergebnisse unserer Lieferanten statt auf zusätzliche neue Bewertungen und Audits.

Durchführung eigener Audits

Je nach geschäftlichen Anforderungen führen wir in ausgewählten Fällen eigene Audits durch.

Weder bei unseren eigenen noch bei den TfS-Audits gab es Anhaltspunkte dafür, dass das Recht auf Vereinigungsfreiheit oder das Recht auf Kollektivverhandlungen verletzt wurde oder dass es Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit gab.

Lokale Lieferanten

Wir haben keine internen Richtlinien, die vorgeben, lokale Lieferanten bei der Vergabe von Aufträgen prinzipiell zu bevorzugen. Wir erheben diesbezüglich auch keine solchen Daten. Die von uns beschafften Waren und Dienstleistungen kaufen wir in der Regel weltweit ein. Allerdings haben lokale Anbieter in einigen Fällen einen Vorteil: Es kann günstiger sein, ein Produkt vor Ort einzukaufen, da die Transportkosten geringer sind. Länderspezifische Regularien wie Importzölle oder Lizenzen fließen ebenfalls in die Auftragsvergabeentscheidung ein. In einigen Ländern gibt es lokale Gesetze, wonach Lieferanten aus der Region zu beauftragen sind.

Compliance
Unter dem Begriff Compliance wird die Einhaltung von Gesetzen und Regelwerken sowie unternehmensinternen freiwilligen Kodizes zusammengefasst. Compliance ist Bestandteil der ordnungsgemäßen Unternehmensführung.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.

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