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Globale Strategie

Zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung. Wir setzen uns für bezahlbare Gesundheitslösungen ein und schaffen ein breites Bewusstsein für Krankheiten und ihre Behandlung. Gemeinsam mit engagierten Partnerorganisationen arbeiten wir daran, diese komplexen Herausforderungen zu bewältigen. Wir forschen an innovativen Lösungen, entwickeln neue Ansätze und verbessern bestehende Programme für die Menschen vor Ort: Unser Ziel ist es, ihnen den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erleichtern.

Unser Ansatz zur Verbesserung des Gesundheitswesens für unterversorgte Bevölkerungsgruppen

Wir möchten eine gesündere Zukunft für alle schaffen – für Menschen, Gemeinschaften und Länder. Wir wollen technische und wissenschaftliche Innovationen nutzen, um die Gesundheit unterversorgter Bevölkerungsgruppen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verbessern. Für dieses Ziel setzen wir unser Know-how aus allen Unternehmensbereichen ein. Wir arbeiten eng mit vielen verschiedenen Partnerorganisationen zusammen. Wir beteiligen uns außerdem an branchenweiten Initiativen und entwickeln gemeinsam mit anderen Unternehmen neue Ansätze.

Im Jahr 2018 entwickelten wir unsere „Global Health Strategy“ weiter. Ziel war es, sie weltweit noch besser auf die Gegebenheiten abzustimmen, die den Zugang zu Gesundheitsversorgung beeinflussen. Mit unserer Strategie wollen wir Zugangsbarrieren für unterversorgte Bevölkerungsgruppen und Gemeinschaften in Entwicklungsländern überwinden, und zwar auf unternehmerisch gewinnbringende und nachhaltige Art und Weise. So wollen wir „Shared Value“ erzielen: Wir entwickeln Geschäftsmodelle, die einerseits den Wert und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens steigern. Andererseits schließen sie Lücken in der Gesundheitsversorgung und schaffen Mehrwert für unterversorgte Bevölkerungsgruppen. Das kommt sowohl der Gesellschaft als auch uns als Unternehmen zugute.

Wir wollen Versorgungslücken schließen, Gesundheitssysteme stärken und zugleich unsere Position im Markt ausbauen. Dafür setzen wir auf drei Prinzipien:

  • Innovative Lösungen entwickeln: Wir sind Vorreiter bei der Ausrottung der Krankheit . Wir entwickeln neue, integrierte Lösungen für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Diese umfassen Arzneimittel, Diagnosemethoden und Erregerkontrolle.
  • Einbindung von branchenübergreifenden Partnern: Wir beteiligen uns an globalen Multi--Plattformen im Gesundheitsbereich, um zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele beizutragen. Wir setzen auf Kooperationen, um Zugang zu unseren Lösungen zu ermöglichen und – sofern möglich – direkt vor Ort in unterversorgten Regionen zu schaffen.
  • Mithilfe unseres Shared-Value-Ansatzes Geschäftschancen schaffen: Wir tragen dazu bei, die Gesundheit unterversorgter Bevölkerungsgruppen auf nachhaltige Weise zu verbessern. Dabei beziehen wir unser Produktportfolio aus allen drei Unternehmensbereichen ein.

Wir entwickelten Fokusprogramme, um diese Schwerpunkte anzugehen: Wir wollen einen entscheidenden Beitrag zur Ausrottung der Bilharziose leisten. Auch Malaria und andere Infektionskrankheiten wollen wir bekämpfen. Gleichzeitig helfen wir dabei, entlang der Wertschöpfungskette vor Ort Kapazitäten aufzubauen. Wir möchten uns als führenden und zuverlässigen Partner etablieren.

Alle Aktivitäten unserer Global-Health-Strategy umfassen grundsätzlich vier Aspekte:

  • „Availability“ (Verfügbarkeit): Wir erforschen, entwickeln und verbessern Gesundheitslösungen für ungedeckten medizinischen Bedarf. Wir passen sie an die Gegebenheiten vor Ort an. Wir engagieren uns beispielsweise bei der Initiative „Drugs for Neglected Diseases“.
  • „Affordability“ (Bezahlbarkeit): Wir unterstützen Menschen, die notwendige Gesundheitslösungen nicht bezahlen können. Das tun wir beispielsweise über unsere Patient-Access-Programme. Dabei befassen wir uns auch mit Herausforderungen bei der Preisgestaltung und beim Schutz geistigen Eigentums.
  • „Awareness“ (Bewusstsein): Wir schärfen das Bewusstsein für Krankheiten und Therapien. Dazu helfen wir sowohl medizinischem Fachpersonal als auch Gemeinden vor Ort und Patienten dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dazu führen wir unter anderem weltweite Aufklärungskampagnen durch.
  • „Accessibility“ (Erreichbarkeit): Wir fördern Initiativen, die die Versorgung verbessern und lokal angepasste Gesundheitslösungen entwickeln. Medikamente sollen schnell und sicher dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Beispielhaft dafür steht unser Projekt NTDeliver.

Wie wir uns für einen besseren Zugang zu Gesundheit engagieren

Unsere Einheit „Global Health“ koordiniert die Umsetzung unserer „Global Health Strategy“. Verschiedene Teams in drei Untereinheiten untersuchen, welche Barrieren die Gesundheitsversorgung bedürftiger Bevölkerungsgruppen erschweren. Sie arbeiten daran, diese Barrieren abzubauen.

Die Einheit „Global Health“ ist für konzernweite Initiativen, Programme und Förderungen rund um weltweite Gesundheitsthemen verantwortlich. Unsere Experten arbeiten eng mit den drei Unternehmensbereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials zusammen, um deren Fähigkeiten und Fachkompetenzen effektiv zu nutzen.

Das Merck Global Health Institute ist ein Teil unserer Global-Health-Einheit und soll Forschungs- und Entwicklungskapazitäten bereitstellen. Es verfolgt zwei Ziele: Erstens fördert es Programme, die Gesundheitssysteme stärken; zweitens baut es ein nachhaltiges Portfolio von Behandlungs-, Diagnose- und Präventionsmaßnahmen für den Kampf gegen Infektionskrankheiten auf. Das Institut basiert auf einem sozialen Geschäftsmodell: Es nutzt vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten, um den besonders befürftigen Bevölkerungsgruppen – Frauen und Kindern in Entwicklungsländern – innovative Lösungen zur Verfügung zu stellen.

Unsere zweite Untereinheit „Access to Health“ untersucht, welche Faktoren unterversorgten Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Gesundheitsleistungen erschweren. Sie entwickelt anschließend – gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen – Ansätze, um diese Barrieren zu beseitigen.

Die dritte Untereinheit, das Praziquantel-Spendenprogramm unseres Unternehmens, koordiniert unsere Aktivitäten, mit denen wir in Zusammenarbeit mit unseren externen Partnern Bilharziose besiegen wollen.

Wozu wir uns verpflichten: solide Grundlagen für den Zugang zu Gesundheitsversorgung schaffen

Wir setzen uns dafür ein, den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern. Um diese Selbstverpflichtung zu unterstreichen, ist auf unserer Webseite unsere „Access to Health Charta“ veröffentlicht. Sie führt Leitlinien zu folgenden Themen auf:

Die „Access to Medicine Foundation“ veröffentlicht alle zwei Jahre den „Access to Medicine Index“. Dieser Index bewertet die 20 führenden forschenden Pharmaunternehmen der Welt. Er beurteilt die Tätigkeiten und Initiativen, die laut Expertenmeinung besonders relevant für den Zugang zu medizinischer Versorgung sind – von Spenden über Patente bis hin zu Kapazitätsaufbau. Wir nutzen dieses Ranking als Orientierungshilfe, um unsere Strategie und unseren Ansatz für den Zugang zu Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln.

Wir haben die „London Declaration on Neglected Tropical Diseases“ (Londoner Erklärung zum Kampf gegen ) bereits bei ihrem Start im Jahr 2012 unterzeichnet. Mit der Erklärung verpflichten sich Unternehmen, Regierungen und private Stiftungen zur Eindämmung oder gar Ausrottung der zehn wichtigsten dieser Krankheiten beizutragen. Wir engagieren uns maßgeblich im Kampf gegen Bilharziose.

Access to Medicine Index Ranking 2018

2018 haben wir den vierten Platz im Ranking „Access to Medicine Index“ der „Access to Medicine Foundation“ belegt. Damit behaupteten wir unseren Rang aus dem letzten Ranking. Die Platzierung würdigt unsere integrierte Strategie für Zugang zu Arzneimitteln. Ebenso zeichnet sie unsere Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus, die auf die Bedürfnisse von benachteiligten und unterversorgten Bevölkerungsgruppen abzielen. Zugleich erkennt sie unseren Einsatz für „Shared Value“ an.

Die Access to Medicine Foundation würdigte unser Unternehmen vor allem für folgende richtungsweisende Initiativen:

  • Gründung des Merck Global Health Institute, um für Projekte und Initiativen, die Bilharziose, Malaria und bakterielle Infektionen bekämpfen, die Forschung und Entwicklung zu beschleunigen, Zugangsregelungen zu entwickeln und Kapazitäten aufzubauen.
  • Beteiligung am Projekt „NTD Drug Discovery Booster“ der Initiative „Drugs for Neglected Diseases“ zur beschleunigten Entwicklung von Projekten in der Frühphase, wie die Behandlung von Morbus Chagas und Leishmaniose im Rahmen unseres Open-Innovation-Ansatzes.
  • Ausbau des Zugangs zu besseren Therapien für Diabetes, Krebserkrankungen, Bluthochdruck und Unfruchtbarkeit in unterversorgten Regionen mit dem „Merck Capacity Advancement Program“.
  • Beteiligung an der internationalen Initiative „Access Accelerated“. Dabei verpflichten wir uns dazu, die Wirkung unserer Aktivitäten zu messen und Ergebnisse über die Plattform Access Observatory zu veröffentlichen.
  • Offenlegung des Patentstatus sogenannter relevanter kleiner Moleküle über die Pat‑INFORMED-Plattform, eine Initiative von 20 führenden forschungsbasierten Pharmaunternehmen (in Zusammenarbeit mit der World Intellectual Property Organization WIPO).

Das Ranking 2018 des „Access to Medicine Index“ und die Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier: www.accesstomedicineindex.org

Gemeinsam klinische Kompetenzen und Know-how entwickeln

Um den weltweiten Zugang zu Gesundheitsversorgung zu fördern, muss vielerorts geschultes und professionelles klinisches Personal aufgebaut werden. Dazu arbeiten wir mit der European & Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) zusammen, die internationale Fellowship-Programme für Postdoc-Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern fördert. Die Nachwuchsforscher werden beispielsweise zu klinischen Studien und klinischem Management geschult. Das Programm vermittelt die Teilnehmer außerdem für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten an verschiedene weltweit führende Pharmafirmen; darunter befindet sich auch unser Unternehmen. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer und an ihre Universitäten besitzen diese Postdocs dann das nötige Know-how, um ihre Forschung dort im Einklang mit internationalen behördlichen Anforderungen und Standards fortzusetzen. Außerdem können sie ihr Wissen an andere Studierende vor Ort weitergeben und ihnen so helfen, ihrerseits ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Stakeholder-Dialoge

Partnerschaften und Dialoge sind wichtige Instrumente, um den Zugang zu Gesundheitsversorgung zu verbessern. Unser Ziel ist, -Dialoge zu relevanten Themen durchzuführen, die eine möglichst große Wirkung entfalten. Zu unseren Partnern zählen multinationale Organisationen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, akademische Einrichtungen, Fachverbände des Gesundheitswesens, private Unternehmen und unabhängige Experten für globale Gesundheitsthemen.

Allianzen für einen besseren Zugang zu Gesundheit

Wir sind Mitglied der Initiative „Business for Social Responsibility“ (BSR) und unterzeichneten die „BSR Guiding Principles on Access to Healthcare“. Diese Leitsätze geben uns einen Rahmen für die Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Global-Health-Aktivitäten vor.

Im Jahr 2017 gründeten wir gemeinsam mit 21 anderen führenden Pharmaunternehmen die weltweite Initiative „Access Accelerated“. Ziel ist es, die Behandlung und Vorsorge von nicht-übertragbaren Krankheiten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verbessern.

Unsere Veranstaltungsreihe „Access Dialogue“

Die Veranstaltungsreihe „Merck Access Dialogue“ riefen wir 2013 ins Leben. Diese Multi-Stakeholder-Plattform dient dem Austausch von Informationen und Best-Practice-Beispielen, die den Zugang zu Gesundheitsversorgung verbessern sollen. Wir suchen stets nach weiteren Formen der Zusammenarbeit. Die Ergebnisse der Veranstaltungen fließen in unsere Zugangsstrategie, unseren Maßnahmenplan und unsere Aktivitäten ein. Dieser Prozess schafft einen offenen Rahmen: So können wir uns fundiert und kritisch damit auseinandersetzen, wie wir – und unsere Partner – Kapazitäten, Erfahrungen, Kenntnisse und Kompetenzen am besten nutzen können, um Zugangsbarrieren nachhaltig zu überwinden. 2018 führten wir eine Veranstaltung zu folgenden Themen durch: Open Innovation und geistiges Eigentum, Lieferketten und Herausforderungen bei der Lieferung.

Diskussionen auf internationaler Ebene

Wir nahmen 2018 an zahlreichen Veranstaltungen mit internationaler Reichweite oder Bedeutung teil. Wir wollen als wichtiger Partner für globale Gesundheit anerkannt werden. Dazu suchten wir auch 2018 wieder den Dialog mit wichtigen Akteuren und Experten zum Thema Infektionskrankheiten. Außerdem intensivierten wir unsere Zusammenarbeit mit der Wissenschafts-Community, und zwar durch wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Vorträge auf internationalen Fachkonferenzen und Veranstaltungen. Wir gehören zudem Interessengruppen wie der „Swiss NTD Alliance“ und der „Swiss Malaria Group“ an.

Einige Veranstaltungen und Initiativen:

  • Konferenzen der „International Society for Neglected Tropical Diseases“ (ISNTD) im März und Juni 2018 in London (Großbritannien)
  • Weltmalariatag, einschließlich eines „Malaria Screening Campaign and Scientific Forum“ in Anwesenheit der First Lady von Ghana in Accra (Ghana) im April 2018
  • Multilateral Initiative on Malaria (MIM) – 7th Pan African Conference on Malaria in Dakar (Senegal) im April 2018
  • Weltgesundheitsversammlung in Genf (Schweiz) im Mai 2018
  • 15th International Symposium on Schistosomiasis in Rio de Janeiro (Brasilien) im August 2018
  • 9th European & Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) Forum 2018 in Lissabon (Portugal) im September 2018
  • Weltgesundheitsgipfel in Berlin im Oktober 2018, Panel zum Thema „Zugang zu
  • 67th American Society of Tropical Medicine and Hygiene (ASTMH) in New Orleans (USA) im Oktober/November 2018
  • Merck-Access-Dialogue-Veranstaltungen: Supply Chain & Delivery (Lieferkette & Lieferung) im Januar 2018 und Innovative Intellectual Property and Access (Innovatives geistiges Eigentum und Zugang) im November 2018
  • Besuch von Fellows der African Public Health Leaders Fellowship in der Produktionsstätte unseres Unternehmens in Vevey (Schweiz) im November 2018
Bilharziose
Schistosomiasis oder Bilharziose ist eine Wurmkrankheit, die in warmen Binnengewässern durch Schnecken als Zwischenwirt verbreitet wird.
Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Vernachlässigte Tropenkrankheiten
Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropcial Diseases (NTD)) treten vornehmlich in Entwicklungsländern auf. Zu ihnen zählen Bilharziose (Schistosomiasis), Eingeweidewürmer, Trachom, lymphatische Filariose und Onchozerkose. Diese Gruppe von Krankheiten wird als „vernachlässigt“ bezeichnet, da sie – trotz einer erheblichen Zahl von Betroffenen – in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Krankheiten weniger Aufmerksamkeit und Forschungsmittel erhielten.
Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Unentbehrliche Arzneimittel
Unentbehrliche Arzneimittel sind nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Arzneistoffe, die benötigt werden, um die dringlichsten Bedürfnisse der Bevölkerung bei der medizinischen Versorgung zu befriedigen.

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