Herausforderung
Bei George wurde im Alter von 54 Jahren Darmkrebs im Spätstadium diagnostiziert. Sein Leben änderte sich schlagartig. Er suchte Antworten auf wichtige Fragen: Wie stehen meine Chancen? Was ist die richtige Behandlung? Wie werden sich Krankheit und Therapie von nun an auf mein Leben auswirken?
Innovationen der medizinischen Forschung helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden – schneller als je zuvor.
Jeder Patient zähltDie Antwort: eine individuell zugeschnittene Behandlung
SkipLösung
Um die passende Behandlung zu finden, muss man vieles ausprobieren. Die Ärzte von George entschieden sich für ein spezielles Diagnoseverfahren: Sie testeten im Vorfeld, ob die angedachte Therapie bei ihm erfolgversprechend sein könnte. Erfreulicherweise zeigte die genetische Beschaffenheit des Tumors, dass dies der Fall sein könnte. Weil die Behandlung auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten war, konnte George den Kampf gegen den Darmkrebs so schnell und effektiv wie möglich aufnehmen. Dadurch erhöhte sie seine Chancen, die Krankheit zu besiegen.
Mehr erfahrenGeorges Erfahrung ist zwar nur ein fiktives Beispiel. Tatsächlich aber gibt es Millionen von Menschen, die nach einer Antwort auf die Frage suchen, wie ihre Krankheit so wirkungsvoll wie möglich behandelt werden kann. Ziel der sogenannten „personalisierten Medizin“ ist es, spezielle Behandlungsansätze auf Patienten zuzuschneiden, die gemeinsame Merkmale aufweisen. Diese Patienten werden am wahrscheinlichsten von einer solchen Behandlung profitieren. Wir wollen den Ansatz der „personalisierten Medizin“ voranbringen und ihn für möglichst viele Menschen verfügbar machen.
Krebs effektiv behandeln
Jedes Jahr erkranken weltweit etwa 1,2 Millionen Menschen an Darmkrebs, 600.000 Menschen sterben daran jährlich. An der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Krebsart ist im Körper eine komplexe biologische Signalkette beteiligt. Um diese zu blockieren, haben Wissenschaftler sogenannte selektive monoklonale Antikörper entwickelt. Wenn diese Antikörper an den Wachstumsrezeptor der Krebszelle andocken, wird die Zelle nicht mehr mit den Botenstoffen versorgt, die sie für Wachstum und Metastasierung braucht. Dieser Behandlungsansatz hat das Potenzial hohe Ansprechraten bei denjenigen Patienten zu erreichen, die schon im Vorhinein als vielversprechende Empfänger dafür identifiziert wurden. In der Regel kommen sogenannte prädiktive Biomarker zum Einsatz, um zu testen, ob der Patient auf die Therapie ansprechen kann.
Info
Forscher und Mediziner wissen, dass Menschen unterschiedlich auf Therapien reagieren. Einige Patienten sprechen gut auf eine Behandlung an, andere überhaupt nicht – und bei anderen wiederum kommt es zu unerwünschten Nebenwirkungen. Die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, welche Behandlung für die betreffende Person am besten geeignet ist und welcher Ansatz das beste Ergebnis liefert. Technologische Fortschritte wie Flüssigbiopsien sind für Patienten schonende Tests, mit denen die richtige Behandlung gefunden werden kann. Während bei herkömmlichen invasiven Tumorbiopsien ein Teil des Gewebes zur Analyse entnommen werden muss, werden bei Flüssigbiopsien Körperflüssigkeiten getestet, um vergleichbare oder sogar zusätzliche Informationen zu erhalten. Diese Flüssigkeiten können einfacher gewonnen werden. Die so erhaltenen Informationen geben Aufschluss darüber, welche Behandlungsoption wahrscheinlich am wirkungsvollsten ist, ob ein Patient auf eine bestimmte Therapie ansprechen könnte oder ob bei einem Patienten ein Tumorwachstum zu vermuten ist.
Unsere Vision für die personalisierte Medizin ist, dass jeder Patient genau die Medizin erhält, die er braucht. Dieser Ansatz kann auch die Lebensqualität verbessern: Denn warum sollten einem Patienten drei Injektionen pro Tag verabreicht werden, wenn er nur zwei benötigt?
Wissenschaft greifbar machen:
Lesen Sie unsere Stories „Zukunft im Blick“, die sich mit den drängendsten Fragen unserer Zeit befassen. Treffen Sie unsere Wissenschaftler, surfen Sie durch Tausende wissenschaftlicher Veröffentlichungen, Patente und Präsentationen.
Bei der Behandlung von Darmkrebs sprechen nicht alle Patienten auf die gleiche Behandlungsmethode an. Mit dem Ansatz der personalisierten Medizin kann ein speziell entwickelter prädiktiver Biomarker die erwartete Wirksamkeit der Therapie anzeigen – und Ärzte können die Behandlung genau denjenigen Patienten verschreiben, bei denen ein erfolgreicher Verlauf wahrscheinlich ist.
Personalisierte Medizin
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Flüssigbiopsie
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Das Ziel: Verbesserung der Behandlungserfolge
Konventionelle Medikamente sind derzeit wirksam bei:
Werden in Zukunft mehr Krankheiten mit dem gezielten Ansatz der personalisierten Medizin behandelt, kann das zu wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteilen führen: Eine niedrigere Misserfolgsrate von Therapien senkt die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems. Die gezielte Dosierung kann die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Patienten Resistenzen entwickeln – dies wiederum könnte die Chancen für einen erfolgreichen Therapieverlauf erhöhen. Und wenn Menschen weniger Medikamente einnehmen, könnten auch weniger medizinische Restbestandteile in den Wasseraufbereitungskreislauf und in die Umwelt gelangen.
Das richtige Medikament für den richtigen Patienten
Lisa Benincosa
Head of Global Translational Medicine
Lisa Benincosa leitet in unserem Unternehmen den Bereich „Global Translational Medicine“. Die translationale Medizin ist eine schnell wachsende Disziplin in der biomedizinischen Forschung, die neue Ideen und Behandlungsformen zügig zur Anwendung bringen will. Da viele Innovationen an den Schnittstellen zwischen einzelnen Disziplinen entstehen, fördert die translationale Medizin die multidisziplinäre Zusammenarbeit.
| Ausbildung: | PhD Pharmaceutical Sciences, University at Buffalo, State University of New York |
|---|---|
| In unserem Unternehmen seit: | Juli 2019 |
| Fokusfeld: | Klinische Pharmakologie |
Unser Engagement für die SDGs
Gesundheit für alle
Mit unseren Anstrengungen für die Erforschung und Weiterentwicklung personalisierter Arzneimittel unterstützen wir das dritte Ziel für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen: Bis 2030 soll die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund nicht-übertragbarer Krankheiten durch Prävention und Behandlung um ein Drittel gesenkt werden. Ebenso sollen die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden gefördert werden.
Personalisierte Medikamente können dazu beitragen, die Sterberate bei Krebserkrankungen zu senken. Wird bei einem Patienten die Krankheit in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, zählt die frühzeitige und evidenzbasierte Auswahl der Therapie. Durch unsere Forschung ermöglichen wir Ärzten, auf Basis molekularer Informationen die passende Behandlung auszuwählen. Dadurch sollen einerseits Nebenwirkungen vermieden, andererseits Verträglichkeit und Lebensqualität verbessert und letztlich die Heilungs- und Überlebenschancen erhöht werden.
Die gemeinsamen Anstrengungen, die die Akteure des Gesundheitswesens weltweit unternehmen, verwandeln wissenschaftliche Erkenntnisse in bessere und bezahlbare Therapiekonzepte – mit nachhaltigem Wert für Patienten und Gesellschaft gleichermaßen. Die personalisierte Medizin ist dabei ein vielversprechender Ansatz.“