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Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

was treibt Sie an? Wir alle haben Ziele und Werte, die unser Handeln bestimmen – das gilt für Menschen wie für Unternehmen. Unser Antrieb bei Merck ist die Überzeugung, dass Fortschritt von neugierigen Köpfen lebt.

Verantwortungsvolles Handeln bedeutet für uns, dass wir die Interessen unserer Mitarbeiter, Kunden, Kapitalgeber und der Gesellschaft achten. Deshalb unterstützen wir den „Global Compact“ der Vereinten Nationen und die darin festgeschriebenen Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung.

Beispielsweise haben wir 2019 die konzernweite Richtlinie „Social and Labor Standards Policy“ verabschiedet. Sie greift Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO auf, betont den fairen und respektvollen Umgang untereinander und ist ein wirkungsvolles Instrument gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz. Außerdem haben wir im vergangenen Jahr die „Women‘s Empowerment Principles“ unterzeichnet, eine Initiative von UN Women und UN Global Compact zur Stärkung von Frauen.

Vielfalt bringt uns voran. Deshalb wollen wir sie fördern. Unter anderem helfen uns dabei Schulungen, in denen die Teilnehmer ihre unbewussten Denkmuster kritisch zu hinterfragen lernen. Brillante Ideen sollen bei uns gleiche Chancen haben, egal ob sie von einem Kollegen aus Darmstadt stammen oder von einer Kollegin aus Shanghai.

 

Stefan Oschmann (Foto)

Nur gemeinsam können wir den Weg in eine gute Zukunft gestalten. Und wir möchten mit unseren Geschäften einen messbaren Mehrwert und einen klar erkennbaren gesellschaftlichen Beitrag leisten. Als Unternehmen unterstützen wir deshalb auch die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen. Dazu gehören beispielsweise „Gesundheit und Wohlergehen“ und „Hochwertige Bildung“.

Ich bin überzeugt: Wir leben in einer Zeit, in der wir auf viele gesellschaftliche Herausforderungen Antworten finden können. Dazu trägt unter anderem die rasante Entwicklung der Datenverarbeitung bei. Gleichzeitig werfen neue Forschungsansätze auch neue Fragen auf – nicht zuletzt ethische. Um einen sorgfältigen Umgang mit schwierigen Themen zu finden, setzen wir beispielsweise seit mittlerweile einem Jahrzehnt auf das Merck Bioethics Advisory Panel.

Ein Arbeitsschwerpunkt dieses internationalen Experten-Gremiums war 2019 die digitale Ethik: Wenn wir neue Geschäftsmodelle entwickeln, die auf künstlicher Intelligenz und Big Data basieren, dann brauchen wir klare Leitlinien – zum Beispiel für den Umgang mit Patientendaten. Als Folge dieser Diskussionen haben wir ein Digital Ethics Board gegründet, das sich mit ethischen Fragestellungen von Datennutzung und Algorithmen befasst.

Auch dieses Beispiel zeigt: Wir wollen den Nutzen unserer Arbeit maximieren – und die Risiken minimieren. Das gilt ebenso in Bezug auf Umweltauswirkungen. So werden wir beispielsweise in den kommenden beiden Jahren den Einsatz von Polystyrol in den Verpackungen unseres Unternehmensbereichs Life Science um ein Fünftel reduzieren und den Anteil an regenerativen Materialien erhöhen. Aktuell arbeiten wir intensiv daran, die verschiedenen Aspekte von Nachhaltigkeit fest in den Strategien unserer Unternehmensbereiche zu verankern. Dazu gehört ein neues Klimaziel, das wir 2020 festlegen werden.

Nicht zuletzt wollen wir bei Merck über unsere Geschäftstätigkeit hinaus einen Beitrag leisten. Als Wissenschafts- und Technologieunternehmen haben wir dazu besondere Möglichkeiten. 2019 haben wir visionäre Forschung erstmals mit unserem Future Insight Prize ausgezeichnet. Zwei amerikanische Wissenschaftler erhielten insgesamt eine Million Euro für ihre Arbeit zum Kampf gegen Infektionskrankheiten. Die Bedeutung der Pandemie-Prävention hat der jüngste Ausbruch des Corona-Virus einmal mehr unterstrichen.

Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation haben wir außerdem der tückischen Wurmerkrankung Bilharziose den Kampf angesagt, die jedes Jahr etwa 200.000 Menschenleben fordert. Insgesamt haben wir bereits mehr als eine Milliarde Praziquantel-Tabletten zur Behandlung dieser Krankheit gespendet; darüber hinaus arbeiten wir an einer neuen Formulierung des Wirkstoffs für Kleinkinder und suchen nach neuen Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung. Langfristig wollen wir die Bilharziose ausrotten. Auch die Prävention von Malaria und den Kampf gegen Arzneimittelfälschungen treiben wir voran. Und wir nehmen neben den Patienten auch die Menschen in den Blick, die sich um sie kümmern: Im Rahmen der weltweiten Initiative „Embracing Carers“ möchten wir Aufmerksamkeit für die oft übersehenen Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen schaffen.

Für mich persönlich ist es ein großer Antrieb, in einem Team zu arbeiten, das all dies und vieles mehr möglich macht. Ich wünsche Ihnen viele interessante Einblicke bei der Lektüre dieses Berichts.

 

 

 

Ihr

Unterschrift Stefan Oschmann (Handschrift)

Stefan Oschmann
Vorsitzender der Geschäftsleitung

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