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Ergebnisse

Wir entwickeln Produkte und Technologien, die das Leben von Menschen verbessern. Kontinuierlich halten wir zudem weltweit Ausschau nach wegweisenden Entwicklungen und Trends. Unser wirtschaftlicher Erfolg basiert auf Innovationen, die aus der Forschung und Entwicklung (F&E) entstehen. 2019 haben wir 2,3 Mrd. € für F&E aufgewendet, das entspricht 14 % unserer Umsatzerlöse. Neue Technik und vor allem Fortschritte in der Digitalisierung ermöglichen es uns, innovative Technologien, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu erarbeiten. Zugleich erhöht die Digitalisierung die Geschwindigkeit, mit der neue Ideen marktreif werden. Daraus ergeben sich Chancen, die wir nutzen wollen.

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen1 – 2019

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen – 2019 (Kreisdiagramm)
1)  Nicht dargestellt: Konzernkosten und Sonstiges (zugeordnete Forschungs- und Entwicklungskosten von 59 Mio. €).

Unser Ansatz für Innovation

Unsere drei Unternehmensbereiche Healthcare, Life Science und Performance Materials haben Strategien festgelegt, um zum Wohl der Patienten und unserer Kunden neue Produktentwicklungen voranzutreiben. Durch diese drei unterschiedlichen Unternehmensbereiche haben wir Zugang zu einer breiten Palette von Technologien sowie einen tiefen Einblick in verschiedene Märkte. Beides verschafft uns bei der Entwicklung neuer Produkte einen Wettbewerbsvorteil.

Darüber hinaus wollen wir neue Geschäftsfelder ausloten, die entweder in der Schnittmenge zwischen unseren Unternehmensbereichen liegen oder sogar über den derzeitigen Umfang unserer Geschäftstätigkeit hinausgehen. Um Schwerpunkte zu setzen, analysieren wir Megatrends. Anschließend ermitteln wir die Innovationsfelder, in denen wir Potenzial für neue Geschäfte sehen. Über unser bestehendes Portfolio hinaus wollen wir Innovationsprojekte von der ersten Idee bis zur Markteinführung entwickeln. Dies kann nur gelingen, wenn einerseits unsere Unternehmensbereiche eng zusammenarbeiten und wir andererseits offen für Impulse von außen sind. Unser durchgängiger Innovationsprozess soll genau dies erreichen. Im Rahmen der Integration von Versum Materials und Intermolecular prüfen wir den bestehenden Innovationsprozess und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor.

Wir schaffen und fördern außerdem bestmögliche Rahmenbedingungen für Innovationen. So wollen wir die allgemeine Innovationskraft in verschiedenen Bereichen stärken. Mit unseren Accelerator-Programmen in Europa und China tragen wir zum Wachstum zukunftsfähiger Technologieunternehmen bei. Darüber hinaus arbeiten wir bei verschiedenen Entwicklungsprojekten eng mit bedeutenden Universitäten zusammen. Dabei konzentrieren wir uns auf die im Folgenden beschriebenen Bereiche.

Info

Unsere drei Innovationsfelder als Motor für Innovationen

Biosensorik und Schnittstellen

Dieses Innovationsfeld konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen der biologischen und der digitalen Welt. Datenanalysetools ermöglichen eine schnellere und genauere (Fern-)Überwachung und Behandlung zahlreicher Krankheiten.

Clean Meat

Hier liegt der Fokus auf Biotechnologie zur Herstellung von echtem Fleisch, das erzeugt wird. Das Fleisch gilt als gesünder und kann umweltfreundlicher und unter ethisch einwandfreien Bedingungen hergestellt werden.

Liquid-Biopsy-Technologien

In diesem Bereich geht es um nicht-invasive Alternativen zur konventionellen gewebebasierten Diagnostik: beispielsweise . Diese Ansätze können zu einem Paradigmenwechsel in der Diagnose und Behandlung verschiedener Krankheiten führen.

Wir möchten vielversprechende Projekte so schnell wie möglich von der ersten Idee bis zur Marktreife bringen. Dazu bieten wir den Projektteams ein geeignetes Umfeld, um ihre Geschäftsmodelle zu entwickeln und auszubauen. Den Verlauf der Projekte überprüfen wir in einem schlanken Prozess. An festgelegten Meilensteinen bewerten wir die wirtschaftliche Relevanz der Projekte. Alle Aktivitäten werden von Experten begleitet; darunter sind Fachleute für das Design von Geschäftsmodellen, für Geschäftsentwicklung, Marktforschung und agile Methoden. Ziel ist es, dass die neuen Produkte oder Dienstleistungen nach der Markteinführung einen messbaren Beitrag zu unserem wirtschaftlichen Erfolg leisten.

Unser Ansatz zur Förderung von digitalen Innovationen

Ein Schwerpunkt unserer Innovationsarbeit liegt auf der Digitalisierung. Wir nutzen das darin liegende Potenzial für unsere Geschäftsentwicklung. Dazu gehen wir zunehmend neue strategische Kooperationen mit Organisationen ein, die verschiedene Perspektiven zu diesem Thema einbringen. In den folgenden Stufen unserer Wertschöpfungskette wollen wir Fortschritte erzielen.

  • Forschung und Entwicklung: Digitale Technologien ermöglichen uns den Zugriff auf große Datenmengen und deren schnelle Auswertung. Das beschleunigt unsere Forschung und Entwicklung – vor allem im Unternehmensbereich Healthcare. Hier treiben wir die Entwicklung neuer Arzneimittel voran, um Patienten schneller effektive Medikamente zur Verfügung zu stellen.
  • Lieferkettenmanagement: Digitale Technologien helfen uns, unser Lieferkettenmanagement zu verbessern. Durch die zentrale Erfassung aller Daten erhalten wir wichtige Informationen in Echtzeit. So können wir beispielsweise weltweit Lieferengpässe von Arzneimitteln vorhersehen und schnell darauf reagieren. Das hilft, die Versorgungssicherheit zu verbessern.
  • Produktion: Über alle Phasen unseres Produktionsprozesses hinweg greifen wir auf eine Infrastruktur zur Datenerfassung zu. Um unsere Herstellung zu optimieren, nutzen wir moderne datenwissenschaftliche Verfahren, beispielsweise sogenannte In-silico-Methoden. Das bedeutet: Wir simulieren Moleküleigenschaften oder chemische Reaktionen am Computer, um unsere Produktionsprozesse effizienter und zuverlässiger zu gestalten.
  • Digitale Produktinnovationen: Die Digitalisierung ermöglicht es uns, unser bestehendes Produktportfolio beispielsweise um neue digitale Serviceleistungen zu erweitern. Außerdem fördern wir mit innovativen E-Health-Angeboten das Gesundheitsbewusstsein und verbessern das Wissen über die Behandlung von Krankheiten; bestes Beispiel dafür ist unser „Diabetes Online Risk Assessment“ (DORA).
  • Interaktion mit Kunden: Dank moderner Methoden können wir kundenrelevante Daten effizienter sammeln, auswerten und nutzen. Mithilfe dieser Informationen passen wir unsere Produkte und Dienstleistungen bedarfsorientiert an.

Weitere Informationen zu unserer Forschung und Entwicklung finden Sie in unserem Geschäftsbericht 2019.

Wie wir Innovationen vorantreiben

Die Organisation unserer Forschung und Entwicklung spiegelt die Gesamtstruktur unseres Konzerns mit seinen drei Unternehmensbereichen wider. Jeder Bereich betreibt eine unabhängige Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die jeweils eigene Innovationsstrategien verfolgt.

Unsere Konzernfunktion „Strategie und Transformation“ unterstützt bereichsübergreifende und über aktuelle Geschäftsfelder hinausgehende Innovationen. Sie überblickt den Gesamtprozess: Nachdem die grundsätzliche Innovationsrichtung festgelegt ist, geht es in die Ideenfindung. Es folgen die sogenannte Inkubation und das Wachsen der Projekte bis hin zur Etablierung langfristiger neuer Geschäfte für unser Unternehmen.

Unser Innovation Center in unserer Unternehmenszentrale in Darmstadt, unser China Innovation Hub und unser Silicon Valley Innovation Hub entwickeln solche Projekte.

Zusätzlich zu unseren weltweiten Innovationsfeldern hat unser China Innovation Hub ein Innovationsfeld mit Schwerpunkt auf China identifiziert: Gesundheitslösungen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren. Wir untersuchen dort neue KI-basierte Technologien, Produkte und Leistungen, die sich entlang der Wertschöpfungskette auf die Medizin- oder Gesundheitsbranche auswirken können. Sie können beispielsweise die Effizienz steigern, Kosten sparen oder das Kundenerlebnis verbessern.

Viele potenzielle Partner für Innovationsprojekte sind im Silicon Valley in Kalifornien (USA) ansässig. Der Silicon Valley Innovation Hub in Menlo Park verfolgt das Ziel, neue Technologien zu finden und Partnerschaften sowie Projekte innerhalb unserer drei Innovationsfelder aufzubauen.

Unser „Innovation Committee“ (IC) überwacht die Umsetzung unserer Innovationsprojekte. Das IC stellt sicher, dass Innovationsprojekte nach einem transparenten und einheitlichen Entscheidungsprozess ausgewählt werden. Außerdem überprüft es die Fortschritte der laufenden Innovationsprojekte. Das IC besteht aus Führungskräften sowohl unserer Konzernfunktionen als auch der drei Unternehmensbereiche. Bei Projekten, an denen wir uns in einem größeren finanziellen Rahmen beteiligen, bindet das IC die Geschäftsleitung ein.

Data-Science-Kompetenzen nutzen

Für uns arbeitet ein konzernweites Data-Science-Team aus circa 30 Datenwissenschaftlern. Mit diesem Team wollen wir das große Potenzial von erweiterten Datenanalysen und maschinellem Lernen nutzen. Die Datenwissenschaftler arbeiten beispielsweise mit externen und internen Daten, um den Vertriebsmitarbeitern im Unternehmensbereich Life Science Erkenntnisse über den Markt zu liefern. Das Team verwendet Bilderkennungstechniken, um die Arbeit von Klinikärzten und Forschern im Bereich Healthcare zu unterstützen. Außerdem fördert es den Forschungs- und Innovationsprozess bei Performance Materials. Das Data-Science-Team zählt zu unserer digitalen Organisation. Deren Aufgabe ist es, herkömmliche wissenschaftliche Methoden infrage zu stellen und unsere Prozesse mithilfe neuer Technologien zu beschleunigen. So wollen wir erheblichen Mehrwert für unser Geschäft erzielen.

In vielversprechende Ideen investieren

M Ventures ist unsere strategische Corporate-Venture-Capital-Gesellschaft. Sie investiert in innovative Technologien und bahnbrechende Ideen, die sich signifikant auf unser Kerngeschäft auswirken können. Der Fonds M Ventures hat ein Gesamtvolumen von 300 Mio. €. Er legt den Schwerpunkt auf Investitionen in der Frühphase von Entwicklungen und auf Start-ups sowie Ausgründungen, die unsere wissenschaftlichen und technologischen Ansätze nutzen. M Ventures übernimmt eine aktive Rolle in den Unternehmen, die zu ihrem Portfolio gehören. Die Gesellschaft hat das Mandat, in den Bereichen Healthcare, Life Science, Performance Materials sowie in neue Geschäftstätigkeiten zu investieren.

Wozu wir uns verpflichten: innovative Ideen schützen

Wir verpflichten uns, dafür zu sorgen, dass sensible Informationen vertraulich behandelt werden. Dies gilt vor allem beim Schutz von geistigem Eigentum bei Digitalisierungsprojekten und innovativen Ideen. Unsere Richtlinie zu Datenschutz und personenbezogenen Daten (Policy for Personal Data Protection and Personal Data Privacy) definiert die Standards, nach denen wir Daten verarbeiten, speichern, nutzen und übermitteln. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie im Kapitel „Compliance“.

Unser Innovation Center: aus Ideen neue Geschäfte entwickeln

Unser Innovationszentrum in Darmstadt bietet sowohl Mitarbeitern als auch externen Partnern ein optimales Umfeld: Hier können sie ihre Ideen weiterentwickeln und zu neuen, tragfähigen Geschäften ausbauen. Wir stellen ihnen die nötige Infrastruktur inklusive moderner Methoden und Instrumente bereit, um zukunftsweisende Projekte voranzutreiben.

Das Innovationszentrum führt regelmäßig Veranstaltungen, Workshops, Seminare und Webinare durch. Über diese Kanäle stellen wir unseren Mitarbeitern kreative Methoden vor, mit denen sie innovative Ideen entwickeln können. Für dieses einzigartige Konzept der Innovationsförderung erhielt unser Innovationszentrum 2019 verschiedene Preise und Auszeichnungen.

Interne Ideen anregen und weiterentwickeln

Wir wollen die große Innovationskraft in unserem Unternehmen noch besser ausschöpfen. Deshalb geben wir unseren Mitarbeitern in aller Welt die Chance, ihre Ideen über verschiedene Kanäle an uns heranzutragen. Mit unserer Innovationsinitiative „Innospire“ rufen wir unsere Mitarbeiter dazu auf, Ideen für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle einzureichen. Die besten Ideen arbeiten wir dann in einem mehrstufigen Prozess zu Businessplänen aus. 2019 reichten unsere Mitarbeiter für unsere drei Innovationsfelder und in einer offenen Kategorie insgesamt 406 Projektideen ein. Wir prüfen die Machbarkeit dieser Projektideen. Die vielversprechendsten Projekte geben wir im Mai 2020 bekannt.

Unsere „Innovator Academy“ hat zum Ziel, das Innovationspotenzial von Ideengebern, internen Projektteams, Think-Tank-Teilnehmern und Start-ups freizusetzen. Sie bietet eine große Auswahl an Entwicklungsprogrammen, Methoden sowie Online- und Präsenzschulungen. Wir bieten auch Webinare an, die allen interessierten Mitarbeitern anhand von praktischen Beispielen die Themen und Inhalte des Innovationszentrums vorstellen.

Projektbeispiel: Technologie- und Wissenslandschaft von Unternehmen abbilden

Die F&E-Umgebung in großen internationalen Konzernen ist sehr komplex und verteilt sich häufig über viele verschiedene Standorte, Länder und Branchen. Vor diesem Hintergrund kann es schwierig sein, den richtigen Experten oder die notwendigen Kompetenzen zu finden, um Projekte anzustoßen oder durchzuführen. Will man eine möglichst effiziente F&E-Strategie für ein Unternehmen entwickeln, muss man außerdem das gesamte verfügbare technische Portfolio kennen.

Aus diesem Grund entwickelten wir eine digitale Lösung, um die gesamte Technologie- und Wissenslandschaft in unserem Unternehmen abzubilden – standort-, branchen- und länderübergreifend. Sie macht das Wissen und die Informationen sichtbar, die von Experten in der gesamten Organisation geschaffen werden. F&E-Manager, Wissenschaftler, Technologie-Scouts und Strategen im ganzen Konzern können unmittelbar auf diese Informationen zugreifen. Der nächste Schritt ist die Kommerzialisierung dieser Software, damit auch andere Unternehmen sie nutzen können.

Chancen für Studenten

Im Juni 2019 führten wir die Merck Innovation Summer School ein. Dieses dreimonatige Intrapreneurship-Programm bietet Studenten die einmalige Chance, etwas über Innovationen in einem Unternehmensumfeld zu lernen. Während dieses Programms können sie eine anfängliche Idee zu einem überzeugenden Innovationskonzept entwickeln. Die Studenten bekamen die Aufgabe, unsere Innovationsfelder zu untersuchen und Vorschläge für neue Projekte im Innovationszentrum zu erarbeiten. Anschließend wählte unsere Fachjury zwei vielversprechende Ideen aus. Den erfolgreichen Teams boten wir eine Start-Finanzierung an, damit sie ihre Ideen in unserem Innovationszentrum zu einem Businessplan weiterwickeln.

Silicon Valley Innovation Hub: auf dem Weg zur Ernährungsrevolution

Unser Innovationsfeld „Clean Meat“ ist ein Schwerpunkt des Silicon Valley Innovation Hub. Neben anderen Initiativen sponsern wir seit 2019 das Alternative Meats X-Lab der University of California, Berkeley (USA). Damit unterstützen wir Unternehmer und Forscher, die an der nächsten Generation von Lebensmitteln arbeiten. Im Rahmen unserer Förderung kooperieren wir mit einer renommierten Forschungsgemeinschaft im Bereich Clean Meat. Sie entwickelt neue Ideen und Problemlösungen und treibt die Forschungsagenda voran.

Wir arbeiten außerdem mit dem Institute for the Future (IFTF) zusammen, einem gemeinnützigen Think-Tank mit Sitz in Palo Alto (USA). Diese Partnerschaft eröffnet uns den Zugang zu aktueller Forschung über die Zukunft der Ernährung. Unser Partner ist bei Themen, die auch zu unseren Innovationsfeldern gehören, einer der anerkanntesten und erfolgreichsten Think-Tanks der Welt.

China Innovation Hub: unsere Innovationskraft steigern

Unser China Innovation Hub unterhält Standorte in Schanghai und Guangdong. Wir eröffneten sie im Oktober beziehungsweise November 2019. Beide nutzen ein landesweites Innovationsnetzwerk. Sie finden oder entwickeln innovative Ideen und investieren in sie. Es sind Ideen aus den Bereichen Healthcare, Life Science, Performance Materials und damit zusammenhängenden Themenfeldern – sowohl im Kontext unserer Geschäfte als auch darüber hinaus.

Außerdem riefen wir über das China Innovation Hub ein Programm für den „Merck Accelerator“ ins Leben, das speziell auf China ausgerichtet ist. Sechs Start-up-Unternehmen schlossen die dreimonatige Accelerator-Phase ab. Drei von ihnen gingen Partnerschaften in den Geschäfts- und Innovationsfeldern unserer Niederlassung in China ein.

Wir richteten 2019 einen neuen Fonds mit einem Volumen von 13 Mio. € ein. Ziel ist es, chinesische Start-ups in der ersten Wachstumsphase zu unterstützen. Außerdem möchten wir so engeren Kontakt zur dortigen Start-up-Szene knüpfen und relevante Innovationen aus China fördern.

Zusammenarbeit mit Start-ups und anderen Branchen

Weltweit entwickeln zahlreiche Start-up-Unternehmen neue Technologien und innovative Geschäftsmodelle. Mit Programmen in unserer Unternehmenszentrale und in China fördert unser „Merck Accelerator“ ausgewählte Start-ups in ihrer Entwicklung. Im Gegenzug erhalten wir Einblick in diese innovativen jungen Unternehmen und können Markttrends frühzeitig erkennen. Unser Ziel ist es außerdem, die Start-ups für eine zukünftige Zusammenarbeit in unseren eigenen Innovationsprojekten oder Unternehmensbereichen zu gewinnen. 2019 nahmen wir zehn Start-ups in das Accelerator-Programm an unserem Stammsitz in Darmstadt auf. Nach Ende dieses dreimonatigen Programms vereinbarten wir Kooperationen mit 30 % der teilnehmenden Start-ups. Mit weiteren 60 % führen wir noch Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.

Für die nächste Auflage des Accelerator-Programms an unserem Stammsitz und in China wählten wir aus über 610 Bewerbungen insgesamt 18 Start-ups aus.

Innovationen beschleunigen

2019 weiteten wir unser Programm „Merck Accelerator Satelliten“ auf Großbritannien aus. Auf dem afrikanischen Kontinent führen wir es als mit der Tech-Entrepreneurship-Initiative Make-IT in Africa fort. Diese Initiative führt die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kenia, Nigeria, Südafrika und Tunesien durch. Über das Programm bauen wir Kontakte zu afrikanischen Unternehmern auf und entdecken wegweisende Start-ups für unser Accelerator-Programm.

Mit dem Satelliten-Programm leisten wir in den afrikanischen Ländern auch einen Beitrag zum dritten UN-Nachhaltigkeitsziel: „Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“. Zu diesem Zweck möchten wir innovative afrikanische Start-ups finden, ihnen eine Partnerschaft anbieten und sie beim Wachstum unterstützen. Dabei konzentrieren wir uns zum einen auf Bereiche, die eng mit unseren Geschäftstätigkeiten verbunden sind, und zum anderen auf Innovationsfelder wie „Biosensorik und Schnittstellen“ sowie auf -Technologien.

Im Juni 2019 eröffneten wir das „H. Spectrum & Merck Innovation Lab“ in Taiwan. Dieser Inkubator unterstützt Start-ups dabei, patientenorientierte Lösungen zu entwickeln. Wir wählten vier Start-ups für das Programm aus, die zu vorgegebenen Innovationsthemen arbeiten: „Liquid Biopsy“, „Biosensorik und Schnittstellen“, „Patient Journey“ und „Das richtige Medikament für den richtigen Patienten“. Während die ausgewählten Start-ups Zugang zu Know-how und Netzwerken erhalten, profitieren wir von neuen Ideen, um technologiebasierte Gesundheitslösungen voranzutreiben.

Integrative Innovation belohnen

Im Oktober 2019 richteten wir als exklusiver europäischer Partner im zweiten Jahr das europäische Finale der „Inclusive Innovation Challenge“ in Darmstadt aus. Ins Leben rief diesen Wettbewerb die „Initiative on the Digital Economy“ des Massachusetts Institute of Technology. Die Initiative will mit dem Wettbewerb technologiegetriebene Lösungen unterstützen, die für Arbeitnehmer mit geringem oder mittlerem Einkommen bessere wirtschaftliche Chancen ermöglichen. Organisationen und Unternehmen aus aller Welt können daran teilnehmen und ihre technologischen Lösungen für die Zukunft der Arbeit vorstellen. Der Wettbewerb ist mit mehr als einer Million US-Dollar Preisgeld dotiert. Eine Jury wählt die Gewinner aus. Wir boten den Jurymitgliedern an, in unserem Beirat zum Thema Digitalisierung und Zukunft der Arbeit mitzuwirken.

Erfolgreiche strategische Partnerschaft

Wir pflegen eine strategische Partnerschaft mit dem kalifornischen Unternehmen Palantir Technologies – bekannt für seine Datenanalysefähigkeiten. Diese nutzen wir beispielsweise für eine verbesserte und beschleunigte Entwicklung, Vermarktung sowie Bereitstellung von neuen Arzneimitteln. Wir entwickeln Tools, um die Patientenbindung zu verbessern und den Außendienst effizienter zu machen. Außerdem helfen uns die Tools bei der Markteinführung unserer Produkte. Da wir mit ihnen große Datenmengen integrieren und analysieren können, lassen sich auch unsere betrieblichen Prozesse optimieren.

Syntropy ist ein Joint Venture von unserem Unternehmen und Palantir Technologies. Die Partnerschaft soll Wissenschaftlern und Forschungszentren Zugang zu einer Technologieplattform verschaffen, die die Daten verschiedener Organisationen integriert und zusammenführt. Die medizinische Forschung hat in den letzten Jahrzehnten umfangreiches Wissen über Krankheiten und deren Behandlung gesammelt – beispielsweise in Form biomedizinischer Daten. Doch viele dieser Daten sind für Wissenschaftler und klinisches Personal weder zugänglich noch können sie für die Forschung genutzt werden. Syntropy soll ein Netzwerk schaffen, das neue wissenschaftliche Erkenntnisse befördert und so langfristig das Leben von Menschen verbessert.

Visionäre Forschung fördern

Anlässlich des 350. Geburtstags unseres Unternehmens riefen wir 2018 den Future Insight Prize ins Leben. Diese Auszeichnung würdigt und fördert bahnbrechende wissenschaftliche und technologische Innovationen zum Wohle der Menschheit in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Energie. 2019 vergaben wir den Preis zum ersten Mal. Die Gewinner erhielten ein Forschungsstipendium in Höhe von insgesamt einer Million €. Der erste Future Insight Prize ging an die US-amerikanischen Wissenschaftler Pardis Sabeti und James Crowe. Pardis Sabeti vom Broad Institute zeichneten wir für die Entdeckung innovativer Gentechnologien zum Nachweis und zur Behandlung von Infektionskrankheiten aus. James Crowe vom Vanderbilt University Medical Center erhielt den Preis für die Entdeckung der Mechanismen, die für die Entwicklung von Therapeutika und Impfstoffen erforderlich sind. Ihre Forschungstätigkeiten könnten den Grundstein für einen „Pandemic Protector“ legen. Eine solche Medizin könnte Menschen in aller Welt vor viralen Pandemien schützen.

Bei der „Curious Future Insight Conference 2020“ werden wir den nächsten Future Insight Prize in der Kategorie „Multidrug Resistance“ verleihen.

In vitro
In vitro nennt man organische Vorgänge, die außerhalb des lebenden Organismus stattfinden (zum Beispiel im Reagenzglas).
Flüssigkeitsbiopsie
Die Probennahme und Analyse von nicht-festem biologischem Gewebe wie Blut.
öffentlich-private Partnerschaft
Als öffentlich-private Partnerschaft (Public-Private Partnership, PPP) wird die Zusammenarbeit von öffentlichen Körperschaften, Privatunternehmen und/oder Not-for-Profit-Organisationen bezeichnet.
Liquid Biopsy
Die Probennahme und Analyse von nicht-festem biologischem Gewebe wie Blut.

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